Wissen: Umkehr

"Umkehr" in der Psychologie, "Umkehr" in der Psychiatrie, "Umkehr in der Rhetorik", "Umkehr in  der Bibel", Umkehr" als Zermürbungs-Methodik (Gaslighting), als Strategie
zur kognitiven Dissonanz-Reduktion und als 
Taktik notorischer Fremdgänger 

Wissen "Umkehr": 1:1-Verdrehung der Realität. Umkehr in der Psychologie,  Psychiatrie und Rhetorik, Umkehr als Zermürbungstaktik, Foltermethode und Strategie notorischer Fremdgänger

"Umkehr" als allgemeiner Sprachbegriff
Rein sprachlich kann der Begriff "Umkehr" positiv wie negativ gemeint sein und je nach Standpunkt individuell verwendet und ausgelegt werden. Dies zeigt, dass der Begriff "Umkehr" an sich eine "Verdrehung" (einer vorausgegangenen Logik) beinhaltet, die es schwer macht, den jeweiligen Sinn des Wortes zu erkennen - ebenso wie es für Menschen schwierig ist, zwischen "richtig" und "falsch" und zwischen "gut" und "böse" zu unterscheiden. "Umkehr" bezieht sich auf das Wechseln eines Standpunkts oder auf den Wechsel eines bestimmten Glaubens, aber eben auch auf die Verdrehung der Realität und der Logik sowie der Abkehr von Gott (siehe "Umkehr" in der christlichen Religion".

 

Der Begriff "Umkehr" Im Coaching
Im Coaching steht "Umkehr" für die Beendigung eines (zumeist nicht zielführenden, nicht passenden oder falschen) Weges nach entsprechender Einsicht, gefolgt von der Rückkehr zur Ausgangslage. "Umkehr" kann aber auch bedeuten, dass jemand auf einem zielführenden Pfad "schlapp macht", sein Selbstvertrauen verliert, den sogenannten "Inneren Schweinehund" nicht überwindet - und insofern "umfällt", vom Ziel abfällt und zur Ausgangslage zurückfällt - z.B. weil die entsprechende Einsicht, Disziplin und das entsprechende Durchhaltevermögen nicht reicht.

Der Begriff "Umkehr" in der Psychologie

Der Begriff "Umkehr" steht in der Psychologie für die "Abwehr gegen Einsicht" - wie man dies von bestimmten psychischen Störungen - wie zum Beispiel der Schizophrenie - kennt oder zum Beispiel auch beim Stockholm-Syndrom maßgeblich ist, wo dies für die besagte Störung sogar typisch ist: Beim Stockholm-Syndrom kommt es im Rahmen der sogenannten "Umkehr" zur Verdrehung des Täter-Opfer-Verhältnisses - ähnlich der Freund-Feindbild-Verdrehung bei Befall mit dem Gehirn-Parasiten Toxoplasma gondii, der - neben einer Art masochistisch anmutender Schizophrenie - eine Verdrehung der Gefahren-Logik zum Zwecke der intuitiv vorangetriebenen Selbstzerstörung bewirkt.

 

Im Zuge des Stockholm-Syndroms bauen zum Beispiel Opfer von Vergewaltigungen und Geiselnahmen ein positives emotionales Verhältnis zu ihren Vergewaltigern und Entführern auf. Beim Stockholm-Syndrom handelt es sich um einen Denkfehler, der bewirkt, dass das Opfer mit den Tätern sympathisiert und mit ihnen kooperiert. Zurückgeführt wird der Begriff ursprünglich auf ein Geiseldrama von 1973 in Schweden. Damals wurde eine Bank in Stockholm überfallen und vier Angestellte als Geiseln genommen. Aufgrund des besagten Effektes entwickelten die Geiseln eine regelrechte Zuneigung zu den Geiselnehmern. Dies führte dazu, dass sie mehr Angst vor der Polizei als vor ihren Geiselnehmern hatten.

 

Auch nach der Beendigung der Geiselnahme empfanden die Geiseln keine negativen Gefühle wie z.B. Hass auf die Täter. Sie waren ihnen sogar dankbar, baten um Gnade für die Täter und besuchten sie im Gefängnis. Das Phänomen basiert auf dem Prinzip der sogenannten Umkehr, dass man von der Schizophrenie und der Wirkung des Gehirnparasiten Toxoplasma gondii kennt, der durch Manipulation des Gehirns dazu führt, dass sich Tiere und Menschen bei Befall mit dem Einzeller zu ihren "Fress"-Feinden geradewegs magisch angezogen fühlen und sich ihnen - wie in diversen Experimenten (u.a. an Ratten und Flohkrebsen) gezeigt, bereitwillig ausliefern, um getötet bzw. gefressen zu werden. 

 

Im Zusammenhang mit dem Stockholm-Syndrom auffällig, ist bei Menschen auch die Verdrehung (exakte 1:1 Umkehr der Tatsachen), sofern es sich um Täter-Opfer-Verhältnisse handelt. Auch ist das Stockholm-Syndrom auf kognitive Dissonanzen und selbstwertdienliche Verzerrungen zur künstlichen Um-Erklärung der eigenen Weltanschauung zurückzuführen, sofern das Erleben der Realität bzw. der persönlichen Erfahrungen nicht mehr dem ursprünglich verinnerlichtem Weltbild entspricht. Anstatt das eigene Weltbild zu hinterfragen und entsprechend umzulernen, sind die Betroffenen bemüht, ihr Weltbild mit den ihnen zur Verfügung stehenden kognitiven Mitteln, zu denen die Nutzung der eigenen Vorstellungskraft (=Phantasie) gehört, aufrechtzuerhalten. Dies mündet dann letztendlich in ein Denken, das auch Schizophrenie-Patienten nutzen, um ihren krankhaften Gesundheitszustand umzuinterpretieren.   

 

Zugleich steht "Umkehr" in der Psychologie für einen Zustand, der Erfolge blockiert (Blockaden). Es kommt zu einer unbewussten Verweigerungshaltung, die auf folgender Einstellung basiert: Lieber nehmen wir das bekannte „Schlechte/Belastende“ in Kauf, als dass wir Neues und Unbekanntes – vielleicht Besseres – zulassen. Zu stark wirken Erfahrungen und Gewohnheiten oder alte und ungünstige Glaubenssätze, die sich in unserem Unterbewusstsein verkrustet haben und von hier aus unsere bewussten, willentlichen Entscheidungen verhindern. Dies geschieht nicht, um das Leben zu erschweren, sondern um uns vor möglichen bzw. erwarteten schmerzhaften, demütigenden und schockierenden Erfahrungen in der Zukunft zu schützen.

 

Insofern stellt die Umkehr in der Psychologie - ähnlich wie die "Selbstwertdienliche Verzerrung" ein Art Schutzmechanismus unseres Unterbewusstseins dar, der uns jedoch letztlich blockiert. Anstatt positive Emotionen und Situationen mit Selbstakzeptanz zu erleben, erleben Menschen im Zuge der Umkehr positive Situationen als unangenehm und machen sie daher ungewollt und unbewusst rückgängig. Insofern handelt es sich bei dieser unbewussten Bremse um eine Art Selbstsabotage. Einfacher ausgedrückt: Die Überwindung des sogenannten "innere Schweinehundes" gelingt nicht. Dieser scheint letztendlich stärker zu sein als der Wunsch, das Ziel zu erreichen (siehe "Umkehr" im Coaching).

Wissen "Umkehr": 1:1-Verdrehung der Realität. Umkehr in der Psychologie,  Psychiatrie und Rhetorik, Umkehr als Zermürbungstaktik, Foltermethode und Strategie notorischer Fremdgänger

Der Begriff "Umkehr" in der Psychiatrie

In der Psychiatrie steht "Umkehr" für die Umkehrung bzw. 1:1 Verdrehung der Realität bzw. von Tatsachen um 180 Grad. Die Verdrehung der Logik, zu der auch die sogenannte 1:1-Umkehr gehört, ist ein häufig zu beobachtendes Merkmal schwerer Psychosen mit "Uneinsichtigkeit", folglich der Tatsache, dass die Betroffenen ihre Psychose selbst nicht wahrnehmen oder selbstwertdienlich verzerren bzw. uminterpretieren.

 

Wahnhafte Gedanken, Vorstellungen und Annahmen werden von den Betroffenen gegenüber der Außenwelt derart stark verteidigt, dass insbesondere Zuschreibungen oder Anschuldigungen jeglicher Art zur "Umkehr" führen - ein einfaches Mittel Ballast abzuwerfen und etwaige kurzzeitige Einsichten wie Schuldgefühle, die zu kognitiven Dissonanzen führen, abzustreifen.

 

Wer zur Umkehr greift, zeigt sich flexibel, könne man meinen: Heute sagen sie dies und morgen das. Freunde werden zu Feinden und Feinde zu Freunden, aus links wird rechts, aus weiß schwarz. Menschen, die helfen wollen, stimmen die Betroffenen argwöhnisch: Ihr Psychiater wird zum "Gestörten" - sie selbst sind nach eigener Auffassung nach aber angeblich "völlig gesund" und schlüpfen in die Rolle des Psychiaters, Beraters oder Therapeuten. 

 

Bei bestimmten psychischen Störungen (z.B. der Schizophrenie) erfolgt an Stelle einer Einsicht nicht selten die Umkehr eines Fehlers, eines Problems, einer Diagnose oder Verhaltens-Zuschreibung. Umkehr bedeutet, dass ein Fehler, ein Problem, eine Diagnose oder eine Verhaltenszuschreibung auf genau die Person oder Personengruppe projiziert wird, welche die Beobachtung, Vermutung oder Tatsache anspricht oder eine eventuell vorhandene Störung/Erkrankung diagnostiziert.

 

Beispiel: "Du bist der Kranke!", "Du musst selber mal zum Arzt!", "Psychiater sind selbst alle krank", "Du liebst mich nicht!", Du musst mich scheinbar hassen.", "Du hast das doch gesagt, nicht ich", "Du machst doch selbst auch XYZ"). 

 

Derartige Konter-Reaktionen sind im Umkehrschluss zugleich wieder ein Indiz für eine etwaige psychotische Störung, zumindest dann, wenn sie wiederholt beobachtet werden können und auffällig ist, dass die Person über keine Einsicht verfügt, was die Bereitschaft zur Kooperation in dieser Hinsicht mit einschließt. Unter anderem tritt die Umkehr von Tatsachen bzw. die Umkehr der Realität bei schweren Psychosen wie der Schizophrenie auf - ebenso bei Wahnzuständen:

Wahnhafte Gedanken, Vorstellungen und Annahmen werden von den Betroffenen gegenüber der Außenwelt so stark verteidigt, dass Zuschreibungen oder Anschuldigungen jeglicher Art zur sogenannten "Umkehr" führen. Das eigene Denkkonstrukt der vom Wahn Betroffenen kann so stark sein, dass sie das, was ihnen von Außenstehenden zugeschrieben wird (der Wahn an sich oder ein bestimmtes Verhalten), in das Gegenteil umkehren und den anderen zuschreiben.

 

Menschen, die vom Wahn Betroffene für krank halten, werden von diesen selbst für wahnhaft bzw. krank gehalten. Menschen, die vom Wahn Betroffene auf ihre wahnhafte Gedanken ansprechen oder sie vom Gegenteil überzeugen wollen, werden für verrückt oder für Feinde gehalten. Wenn wahnhaft Kranken ein negatives Verhalten vorgeworfen wird, werfen sie den anderen negatives Verhalten vor. Aus Opfern werden Täter, aus Helfern werden Angreifer.

 

Interessant ist, dass von einem Wahn Betroffene sämtliche Zuschreibungen fast 1:1 umkehren. Wird ihnen geholfen, versuchen sie den anderen zu helfen. Beleidigen sie andere Menschen, so werfen sie den anderen genau diese Beleidigungen vor. Absprachen, Schuld- und Rechtsverhältnisse werden oft so herumgedreht, dass sie genau gegensätzlich sind. Die Strategie dient als eine Art Selbstschutz. Religiös motivierte Menschen sehen darin eine Verkörperung des Bösen und verweisen auf die Bibel, konkret auf Jesaja 5:20: " Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!".

Bleiben wir vorab erst einmal beim psychologischen Selbstschutz-Prinzip: Während man im Sinne des Wirkungsprinzips der Kognitiven Dissonanz-Reduktion beim Mittel der Selbstwertdienlichen Verzerrung die Realität uminterpretiert oder sich die Dinge schönredet, wird der eigene Zustand im Zuge der Tatsachen- und Rollen-Verdrehung bei der Umkehr insbesondere bei Diagnosestellung oder bei Beschuldigungen / Anklage kurzerhand dem Diagnostiker oder Ankläger selbst zugesprochen.

 

Auch kann es sein, dass ein Täter sich zum Opfer macht und das Opfer zum Täter. Dies kennen wir als Täter-Opfer-Umkehr. Eine solche Täter-Opfer-Verdrehung kennt man von der Schizophrenie, insbesondere jener masochistisch anmutenden Form, die sich über einen Befall des Zentralen Nervensystems mit dem Gehirn-Parasiten Toxoplasma gondii manifestiert. Insbesondere hier wird die - auf gesunde Menschen geradewegs schrill wirkende - verdrehte bzw. umgekehrte Logik - insbesondere bei der Freund-Feindbild-Erkennung und -Verdrehung massiv deutlich. Das Problem dabei ist, dass die Betroffenen selbst - bis auf die Verdrehung der Logik - eigentlich "normal" wirken - und dass ihr völlig verdrehtes Denken und Handeln bei vollem Intellekt erfolgt.  

 

Einem solchen Wahnwitz ist - da er gegen jegliche nachvollziehbare Logik verstößt - kaum oder gar nicht beizukommen, weshalb die Umkehr auch als gezielte Waffe in der manipulativen (schwarzen) Rhetorik eingesetzt wird - gerne von Psychopathen und Mobbern - zum Beispiel um als Täter seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen - oder um seinen Gegner oder andere Zielperson psychisch/mental zu zermürben und ihn in den Wahnsinn zu treiben. Schließlich gibt es keinerlei geeignete Abwehrmittel gegen die Umkehr. Insbesondere über den sozialen Einfluss hat "Umkehr" als psychologische Methodik eine starke Wirkung, bei der es keine Abwehr- oder Gegenwehr-Option gibt und der soziale Druck durch Beobachter bzw. das Umfeld schließlich zu hoch ist, so dass Opfer oder Zeugen schließlich einknicken.  

 

Der Begriff "Umkehr" in der christlichen Religion
Auf der einen Seite gibt es  in der christlichen Religion den Begriff "Umkehr" im Sinne der "Abkehr vom falschen Pfad" und der damit verbundenen "Rückkehr zu christlichen Tugenden und zum rechten Glauben". Auf der anderen Seite kennt man die sogenannte "Satanische Verdrehung" - im Sinne der "Verdrehung von Tatsachen und Begriffen: "Gut" ist "schlecht", "richtig" ist "falsch", "normal" ist "anormal", Begriffe werden okkupiert... Was sagt die Bibel dazu?

 

Jesaja 5:20: " Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!". Hier gibt es verschiedene Versionen. Eine weitere von vielen ist z.B. : "Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zur Finsternis, die das Bittere süß machen und das Süße bitter. Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für verständig halten...

 

Auch hier steht die "Umkehr" folglich zugleich für ein Werk des Bösen und ein typisches Zeichen an dem man Satan erkennen kann. Zugleich ist die "Umkehr" laut der Bibel ein Hinweis darauf, dass Lucifers Werk aufgrund der Strategie der "Umkehr" nicht erkannt wird. Zugleich handelt es sich um eine Warnung vor dem Wesen und Wirken des Gott spielenden "Antichristen", der sich selbst über Gott erhebt - und der aufgrund der Verdrehung der Realität und der Umkehrung von "gut" und "böse" nicht erkannt wird.

 

Die Bibel fordert, dass der Mensch das vermeintlich "Gute" immer wieder prüfen und hinterfragen muss: "Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist Stätte der Finsternis?" (Hiob 38:19). So wird der Antichrist versprechen, dass er die Menschheit rettet, die Herrschaft über Gesundheit, Natur und Klima erzielt - und sogar dem Tod ein Schnippchen schlägt. Er wird den Menschen weiß machen, dass sie Gott nicht brauchen - und daher auf "Glauben an Gott" und "Gottvertrauen" verzichten können. Stattdessen fordert der Antichrist (richtig übersetzt, stünde "Antichrist" eigentlich im Plural), dass die Menschen ihn statt Gott anbeten. Wer nicht mitmacht, der wird laut der Bibel gepeinigt und gequält, so dass die meisten Mitläufer des Antichristen (z.B. gemäß der "Offenbarung des Johannes" sich von Gottabwenden und ihm sogar abschwören werden, um keine Nachteile zu haben und/oder die weltlichen Vorteile der Gottlosen zu genießen. Jene, die Gott aber die Treue halten und alles über sich erdulden, werden im Zuge der endzeitlichen  "Entrückung" von Gott geholt, der Erde entrückt und von Gott entlohnt (siehe z.B. "Offenbarung des Johannes").

 

Der Begriff "Umkehr" in der Rhetorik

In der manipulativen bzw. persuasiven Rhetorik, insbesondere in jenen Formen, die der sogenannten "Schwarzen Rhetorik" zugeschrieben werden, basiert die Technik der "Umkehr" auf der logischen Tatsache, dass man "Irren" nicht mit (Gegen)-Argumenten beikommen kann. Zugleich kann man ihnen im übertragenen Sinne keine "Schuld" für ihr (ggf. bösartiges bzw. schädliches) Handeln (Aufstellen irrwitziger, gar beleidigender, die Tatsachen verdrehender Behauptungen) zuschreiben. Das Motto der Umkehr als rhetorische Strategie: "Angriff ist die beste Verteidigung". Die Wirkung eines solchen Gegenschlages ist sehr erfolgreich wie die Wirkung, insbesondere unter Wirkung des sozialen Einflusses bei tatsächlicher oder vorgestellter Anwesenheit Anderer (Zeugen).

So kommt es nicht selten vor, dass sich unbeteiligte Zeugen zum Beispiel bei einer Polizeikontrolle oder einer Ingewahrsamnahme (z.B. über PsychKG) über vermeintliche "Zivilcourage" einmischen, polizeiliche Maßnahmen blockieren oder verhindern, wenn der Täter oder ein an einer schweren Psychose (z.B. Schizophrenie) "Leidender" sich als Opfer der besagten Maßnahmen darstellt und zum Beispiel laut um Hilfe schreit. Sehr entscheidend ist die Geschwindigkeit bzw. der Erste Eindruck (Primacy Effekt), der hier auf Anwesende entsteht, ähnlich wie beim Halo- bzw. Hof-Effekt, wo stereotype Zuschreibungen die Wahrnehmung beeinflussen und eine stereotype Kopplung entsteht (Bspl. : "Wer eine Brille trägt ist intelligent" bzw. hier "Wer um Hilfe ruft, ist das Opfer". Schlussfolgerung: Ein Opfer braucht Hilfe und der (vermeintliche) "Täter" bekommt Ärger.

Dabei reicht allein die Zuschreibung, selbst wenn diese noch so schrill und (vermeintlich) unglaubwürdig oder schlichtweg "an den Haaren herbeigezogen" wurde. In der Argumentation kennen wir die zum Beispiel von der Technik "reductio ad Hitlerum" (Sophismen bzw. Scheinargumente). Begriffs-Zuschreibungen wie "Nazi" oder "Faschist" gegen Jene, die Totalitarismus und Faschismus kritisieren, zählen ebenso dazu wie die rassistische Ausgrenzung Anderer, die man im Zuge der Umkehr selbst für "rassistisch" erklärt. Sie dienen dem Ziel, über Wahrnehmungs- und Beurteilungsfehler - insbesondere unter Nutzung des Primacy- und Halo-Effekts den "Gegner" zu diskreditieren, ihn zu beflecken, ihn in dessen Glaubwürdigkeit zu mindern, seine Handlungsfähigkeit einzuschränken und ihn mundtot zu machen - und dies aufgrund der Denkstruktur der meisten Menschen immer mit Erfolg.

 

Auffällig ist in diesem Beispiel-Kontext ist, dass insbesondere Menschen, die zum Beispiel selbst wie Faschisten denken und handeln anderen (Andersdenkenden und Kritikern) diesen Begriff im Zuge der sogenannten "Umkehr" geradewegs inflationär zuschreiben. Wer sich in der ehemaligen DDR mit Menschen hinter dem Grenzwall austauschen wollte, wurde als Sympathisant des "kapitalistisch-imperialistischen faschistischen Klassenfeinds" dargestellt, in die Ecke gedrängt und sanktioniert, während martialisch anmutende Truppen-Aufmärsche zu bestimmten Feiertagen umgekehrt als "Friedensbewegung" zum Schutze vor dem Imperialistischen Faschismus kommuniziert wurden. Das, obgleich nicht nur Uniformen und Wehrmachts-Stechschritt, sondern auch der gesamte Aufmarsch optisch eindeutig nach Vorbild des Dritten Reiches erfolgte. Dennoch hat dies (fast) niemand, der in der DDR lebte, so wahrgenommen. Woran liegt das?

 

Ursächlich ist die perfide systematische Wortbelegung, die im Gehirn einen Anker setzt und Ränder bzw. Grenzen zieht, aber eben auch der Gebrauch von Floskeln als einschüchternde Drohgebährde und damit als Waffe. Nehmen wir als Beispiel den Faschismus-Vorwurf in der ehemaligen DDR. Was in der Bundesrepublik Deutschland die Wörter bzw. Wortzuschreibungen "Nazi" oder "Rassist" sind, war im SED-Regime das Wort "Faschismus":  Allein das Wort "Faschismus" und dessen Zuschreibung an eine Person oder Personengruppe diente nach entsprechender Emotionalisierung als wichtiges Instrument der SED, um potentielle Gegner auszuschalten und - allein über die Wirkung auf das Denken (Angst) mundtot zu machen. Derartige Begriffe dienen der Ausgrenzung; angesichts der Verbrechen des NS-Staates haben sie eine hohe moralische Macht und stellen - sofern sich der Delinquent mental darauf einlässt, was zumeist über den Effekt es sozialen Einflusses automatisch vollzogen wird - eine schwerwiegende Anschuldigung mit hoher moralischer Kraft dar.

 

Bereits 1945 wurde der Faschismus-Vorwurf zur Bekämpfung des politischen Gegners instrumentalisiert (Werkentin, 1997, Neubert, 1998), was u.a. allein dadurch deutlich wird, dass unter diesem Begriff auch gegen Gegner des NS-Regimes vorgegangen wurde. Die von der Technik des Faschismus-Vorwurf Betroffenen wurden in vielen Fällen verhaftet und in Straflager deportiert, zu denen auch ehemalige NS-Konzentrationslager dienten (z.B. das Konzentrationslager Sachsenhausen).

 

Gaslighting: Umkehr mit Methode

Die Verdrehung der Realität wird nicht nur als rhetorische Waffe, sondern auch als subtile Manipulations-, Folter-, Schädigungs- und Zermürbungs-Methode eingesetzt. Von „Gaslighting“ spricht man, wenn jemand versucht, einen anderen Menschen gezielt zu verunsichern, in dem man dem Opfer die Realität und damit eine gesunde Wahrnehmung ausredet - und das Opfer durch 1:1-Umkehrung der Tatsachen im wahrsten Sinn des Wortes in die "Irre" führt bzw. vorsätzlich in den Irrsinn treibt - bis zum völligen Zusammenbruch.

 

Die Verdrehung der Realität wird beim „Gaslighting“ so lange systematisch betrieben, bis das Opfer - ähnlich wie bei der Wahn-Symbiose - schließlich nicht mehr zwischen Wahrheit und Einbildung unterscheiden kann - und schließlich entweder für unzurechnungsfähig gehalten wird oder sich selbst für Geisteskrank bzw. psychotisch (z.B. an Sinnestäuschungen leidend oder an Schizophrenie oder einer Wahn-Störung erkrankt) erachtet.

 

Als Namensgeber des Begriffs „Gaslighting“ steht das berühmte Drama „Gas Light“ von 1938, bei dem ein Mann mit grausamen Psychotricks seine Frau an den Rand des nervlichen Zusammenbruchs treibt. Ursprung ist das Theaterstück des britischen Dramatikers Patrick Hamilton, In dem die Praxis des systemischen Gaslightings erstmals thematisiert - und durch den Film „Das Haus der Lady Alquist“ mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle schließlich weltbekannt wurde. In dem Film versucht der Ehemann, seine Frau in den Wahnsinn zu treiben, indem er z.B. die Beleuchtung durch Gaslichter verändert, dies seiner Frau gegenüber, die er in  den Wahnsinn treiben will, aber immer wieder überzeugend leugnet, so dass das Opfer schließlich am eigenen Verstand zweifelt.

 

Seit den 60er Jahren ist "Gaslighting" ebenfalls als psychologischer Fachbegriff und bezeichnet eine Form subtilen psychischen Missbrauchs, mit der das Opfer verunsichert, manipuliert und gezielt desorientiert wird, um sein Realitätsbewusstsein anzugreifen. Beim Gaslighting wird von einer oder mehreren Personen oder einer Gruppe oder Organisation die Wahrnehmung der Realität eines Opfers über einen längeren Zeitraum systemisch in Frage gestellt:

 

Real  existierenden Dinge oder Ereignissen werden geleugnet, so dass das Opfer mit der Zeit an seinem Gedächtnis, seiner Wahrnehmung und letztendlich sogar an seinem Verstand zweifelt. Besonders stark ist die Wirkung, wenn Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers mitwirken - z.B. wenn sie derart manipuliert werden, dass sie die Aussagen des zumeist "fürsorglichen" Gaslighters bestätigen oder ebenfalls die Wahrnehmungen des Opfers anzweifeln und so völlig unbewusst zu Mittätern werden.

 

Durch Gaslighting wird innerhalb kurzer Zeit das Selbstvertrauen des Opfers derart zerstört, dass es zutiefst verunsichert und ggf. sozial isoliert wird. Gaslighting kann zur Verwirrung, Schwächung und Schädigung des Selbstbewusstseins, der Persönlichkeit und der Widerstandskraft des Opfers bis hin zu Angstzuständen, Wahnvorstellungen, Panikattacken und psychotischen Zuständen führen. 

 

Gaslighting als selbstwertdienliche Strategie zur Reduzierung kognitiver Dissonanzen
„Gaslighting“ ist nicht nur - wie in den o.g. allgemeinen Ausführungen zum Thema erwähnt - eine Methode, um andere Menschen gezielt zu verunsichern, um sie "gezielt" "fertig zu machen", sondern auch eine Strategie von Tätern zur kognitiven Dissonanz-Reduktion. Es geht dabei darum, die eigene Schuld abzustreiten und etwaige Schuldgefühle selbstwertdienlich zu reduzieren (siehe Konzept der Selbstwertdienlichen Verzerrung zur Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes  und zur Reduktion kognitiver Dissonanzen.

 

Dazu ein kleiner Exkurs zum Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion, das - einfach ausgedrückt - besagt, dass wir uns negative Dinge (hier z.B. solche Dinge, die wir selbst "verbockt" haben) im Nachhinein schön reden, insbesondere solche, die in uns einen gedanklichen Missklang bzw. einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand bzw. einen Widerspruch auslösen.

 

Wenn wir z.B. feststellen, dass wir jemandem Unrecht taten oder uns vielleicht im Ton vergriffen haben - und uns dies danach bewusst wird - auch da solch ein eigenes Verhalten ja vielleicht gar nicht mit unseren eigenen Überzeugungen, Gefühlen und Wertvorstellungen übereinstimmt - und wir daran im Nachhinein nur schwerlich etwas ändern können, interpretieren wir unsere Taten oder die Motive hinter unseren Taten einfach um, damit wir uns dann wohler fühlen.

 

Dieser nützliche automatische psychologische Mechanismus, der uns selbst die widersprüchlichsten, schlechtesten und schadhaftesten Dinge durch die rosarote Brille sehen lässt und Negatives schön färbt, wurde 1957 von dem US-amerikanischen Psychologen Leon Festinger entdeckt. Seine "Theorie der kognitiven Dissonanz" besagt, dass Gedanken, Meinungen und Wünsche, die einen inneren Konflikt erzeugen auftreten, wenn unsere Gedanken unserer logischen Auffassung bzw. bisherigen Meinung widersprechen. 

 

Passt unser Verhalten und unser Denken (auch Ansichten, Wert- und Moralvorstellungen etc.) nicht zusammen, erscheint unser Selbstkonzept gefährdet bzw. unser Selbstwert bedroht. Zur Erhaltung dieses unseres Selbstwertes setzt unser Denken oft starke Erklärungs- bzw. Selbstentschuldigungs-Mechanismen in Gang, welche die Realität und ursächliche Zusammenhänge stark verzerren. Da wir einem inneren Streben nach gedanklicher Harmonie folgen, missachten wir die Feststellung unangenehmer Wahrheiten, interpretieren sie einfach um und entwickeln andere neue Gedanken, welche die unangenehme Realität dann wieder in ein erträgliches, angenehmes oder günstiges Licht rückt.

 

Mit anderen Worten: Hat man z.B. eine im Nachhinein ungünstige Entscheidung getroffen, wertet man die Entscheidung bzw. die Gründe für diese Entscheidung nachträglich um und auf - oder schreibt sie irrationalen Gründen und Zusammenhängen zu. Möglich gewesene Alternativen wertet man hingegen ab oder negiert sie im Nachhinein völlig. 

Dabei gilt das Prinzip: Je wichtiger und unumkehrbarer die Entscheidung war, desto stärker wirkt der Effekt. 

 

Nun gut, jetzt könnte man aber fragen: Warum entschuldigt sich der Täter bzw. die Täterin nicht einfach? Zugleich würde dies Einsicht, Stärke und Souveränität zeigen? Die Antwort: Richtig, souveräne Menschen mit gesunder Psyche (ohne Störungen) und mit positivem Charakter würden sich natürlich entschuldigen. Fakt ist aber, dass die besagten "Täter" zumeist eben nicht aus einer souveränen positiven Persönlichkeit und gesunder Psyche heraus handeln. Deshalb werden sie ja zu Tätern und/oder Mittätern.

Auch Intellekt und Empathie spielen eine Rolle. Wir setzen so etwas zwar voraus; doch in Wirklichkeit sind Intellekt und Empathie bei sehr vielen Menschen eben nicht so selbstverständlich wie Viele glauben. Zurück zur Frage, warum sich solche Täter eben nicht entschuldigen: Weil das Schuldgefühl und das dadurch eingeschränkte Selbstwertgefühl bei manchen Menschen (z.B. Persönlichkeiten bei haltschwachen Persönlichkeiten oder Narzissten) dann noch mehr leiden würden und manche Menschen (z.B. Narzissten) dies als "Schwäche" erachten und sie aus ihrer Sicht nach außen hin angreifbar(er) werden, was Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen aus ihrer Sicht "angreifbarer" macht. 

Wissen "Umkehr": 1:1-Verdrehung der Realität. Umkehr in der Psychologie,  Psychiatrie und Rhetorik, Umkehr als Zermürbungstaktik, Foltermethode und Strategie notorischer Fremdgänger

Beispiel für perfide selbstwertdienliche Alltags-Misshandlung in Familie und Partnerschaft
durch Gasl
ighting- und Umkehr-Strategie 
Ein Elternteil verhält sich seinem Kind gegenüber unfair und ggf. kommt es vielleicht sogar zu einer körperlichen und/oder seelischen Misshandlung, die in dem bis dato unschuldigem Kind vermutlich starke seelische Spuren hinterlässt, schließlich agiert hier nicht irgendeine fremde Person, sondern eine - der für das Kind wichtigsten - Bezugspersonen.

Sofern es sich bei dem betreffenden Elternteil nicht um einen Empathie losen Psychopathen handeln sollte, bekommt der Täter - sofern er sein Tun intellektuell wie moralisch überhaupt mitbekommt - im Normalfall ggf. ein schlechtes Gewissen. Dieses schlechte Gewissen löst kognitive Dissonanzen mit einem unguten Gefühl aus. Ggf. kratzt das schlechte Gewissen sowie die nachträgliche Erkenntnis über die Negativität und Destruktivität des eigenen Handelns  auch am eigenen Selbstwert, wodurch insgesamt ein unerträgliches Gefühl der eigenen Person gegenüber entsteht - ähnlich einem  Totschläger, der den Tod seines Opfers eigentlich gar nicht konkret beabsichtigte, sondern "lediglich" eine Verletzung.

 

Beim selbstwertdienlichen Gaslighting passiert nun folgendes: Der besagte Elternteil greift zur Abwehr-Strategie der "Umkehr" und dreht den Spieß zum Zweck der Reduzierung seiner kognitiven Dissonanzen, zur Tilgung bzw. Verdrängung des eigenen Schuldgefühls und zur Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes nun einfach herum - und wirft dem eigentlichen Opfer mehr oder weniger direkt oder mehr subtil (z.B. durch Weinen unter Tränen) vor: "Immer musst Du mich provozieren! oder "Immer musst Du mich wütend machen", "Immer gibt es Probleme mit Dir" oder "Wie Du mit Deinen Eltern umgehst, ist nicht korrekt (oder böse)" oder "Wir wissen nicht mehr wie wir uns (anders) mit Dir helfen sollten. Du bist ein so schwieriges Kind." oder "Wie du mich behandelst... Dabei habe ich dich unter Schmerzen geboren" usw.

 

Beim Gaslighting erfolgt die Umkehr stetig, so dass das Kind irgendwann an seinen vermeintlich "schlechten und schwierigen Charakter" glaubt. Verstärkt wird das Gaslighting auch hier durch die Einbindung Dritter zur Nutzung der massiven Wirkung des sozialen Einflusses und / oder des Einflusses von Autoritäten.

 

Wie im Allgemeinen Teil bereits erwähnt, ist die Wirkung des Gaslightings ganz besonders stark, wenn Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers (anderes Elternteil,  Geschwister, Nachbarn etc.) mitwirken - z.B. weil sie den Ausführungen des Täters glauben schenken und das Verhalten (z.B. Weinen und Klagen), das aufgrund der besagten kognitiven Dissonanzen hervortritt, ja schließlich mit eigenen Augen selber sehen. Sie sehen zwar nicht die Tat des schuldigen Täters, sondern dessen Gefühlsausbrüche und / oder die Verzweiflung  anhand konkret beobachtbaren Verhaltens. Sofern sie derart manipuliert werden, dass sie die Aussagen des zumeist "fürsorglich" erscheinenden Gaslighters bestätigen oder ebenfalls die Wahrnehmungen des Opfers anzweifeln, werden Dritte hier schnell völlig unbewusst zu Mittätern.

 

Die Täter
Anders als man vielleicht meint, zählen nicht nicht nur Psychopathen zu Jeden Tätern, die sich des Gaslightings bedienen. Es handelt sich um einen schlechten Charakterzug. Doch nicht immer ist Böses angestrebt bzw. Absicht dahinter - wie dies bei Psychopathen der Fall ist. Täter sind ebenfalls Menschen mit kognitiven Dissonanzen und ggf. starken Schuldgefühlen, die sie nicht ertragen können, weil sie selbst zu sensibel sind. Folglich schützt der Täter, nachdem er sich bei einer vorangegangenen Tat selbst tatsächlich ertappt hat, seinen Selbstwert dadurch, indem er sich mit dem Gaslighting selbst ein phantastisches Wunschdenken (hier: Die Schuld des Opfers) künstlich einredet und sein Handeln zur Vermeidung kognitiver Dissonanzen somit selbstwertdienlich erklärt bzw. "entschuldigt". Eine reale verbale Entschuldigung dem Opfer gegenüber  könnte ein solcher Täter - insbesondere wenn es sich um Narzissten handelt - nicht über seine Lippen bringen, da dies einem Schuldeingeständnis gleichkommt, das seine "heile Traumwelt", in der er sich verkriecht, zerstören würde. Sich selbst als Monster zu erkennen würde er nicht ertragen. Ebenso wenig könnte er eine Entschuldigung aussprechen, wenn andere  Menschen (z. B. die eigenen Eltern) sich bei negativem Verhalten damals auch nicht entschuldigt haben - und wenn diese sich ebenfalls der Methode des Gaslightings bedienten, was dann quasi von Generation zu Generation weitergegeben wird, sofern dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird.     

   

Im Allgemeinen wird pauschal behauptet, dass Gaslighting insbesondere eine Strategie bzw. Methode von Narzissten sei, was man so nicht zwingend sagen kann. Allein die gezielte gezielte Nutzung des Gaslightings durch Psychopathen zeigt dies. Gemeint sind vermutlich solche Täter, die ihre kognitive Dissonanzen lindern und ihren Selbstwert schützen wollen, folglich die zuletzt genannte Gruppe, die Gaslighting teilweise vermutlich sogar völlig unbewusst einsetzt, um sich selbst (als Täter) zu schützen und die Täter-Rolle abzuwerfen. Psychopathen nutzen das Gaslighting hingegen eher bewusst bzw. gezielt: Hier geht es nicht um die (intuitive) Aufrechterhaltung des Selbstwertes, sondern um die Erreichung bewusster analytischer Ziele. 

 

Hinzu kommt, dass der Leser angesichts o.g. Beispiele vielleicht Wut auf den (auch narzisstischen) Täter verspürt, der Menschen - insbesondere Kindern - so etwas antut. Doch man darf nicht vergessen, dass derartige Täter - sofern es sich denn z.B. um Narzissten handelt - früher ggf. selbst einmal Opfer waren - und ihr Verhalten ggf. ein Produkt früherer seelischer Verletzungen und Grausamkeiten sind - oder auf einem Mangel an Zuneigung und Anerkennung in der eigenen Kindheit basieren. Moderne gesellschaftliche Einflüsse verstärken und fördern narzisstische Züge jedoch in ihrer Entwicklung - ebenso wie die Einflüsse von Verkauf, Werbung und Marketing dies tun, wenn sie Menschen loben und hofieren. 

 

"Umkehr" & "Gaslighting" als Taktik notorischer Fremdgänger 

Ähnlich wie beim Gaslighting so wird die Methodik der Umkehr auch von Spielsüchtigen und notorischen Fremdgängern systemisch genutzt - darunter auch jene mit psychopathischen Tendenzen. Sie sind eitel und selbstbewusst, gehen gerne alleine (mit angeblichen Freunden, Kollegen oder Geschäftspartnern) aus, flirten ungeniert und finden - genauso schnell wie sie kecke Baggersprüche aus dem Ärmel zaubern -  stets plausible Ausreden, die sie gegenüber ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner überzeugend und selbstsicher präsentieren

 

Ähnlich wie klassische Psychopathen haben Notorische Fremdgeher haben meist kein Schuld- bzw. Unrechtsbewusstsein. 

Obgleich ihnen echte Empathie und echte soziale Kompetenzen zumeist fehlen, können diese Menschen soziale Kompetenzen nach außen aber sehr gut zeigen, was jedoch rein geschauspielert ist, ihnen aber durchaus liegt. Vieles ist dabei erlernt bzw. von Filmen abgeguckt. Im Vordergrund steht aber keine Empathie, sondern ihr Ego und die Erreichung ihrer Ziele. Dazu haben sie oft eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie gezielt und souverän einsetzen können.

 

Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele. Psychopathen denken Gefühle nur, sie fühlen sie aber nicht. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung verstehen die Welt und ihr Umfeld als eine Art "Supermarkt", in dem sie sich als "Kunde" lediglich bedienen brauchen.  Dissoziale Persönlichkeiten sind nicht therapierbar. Sich selbst halten sie für vollkommen in Ordnung, ja sogar für die "Allergrößten" und das lassen sie andere spüren. 

 

Inn der Rolle notorischer Fremdgänger führen ein gut organisiertes Doppelleben, sind Trophäensammler mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, die "mitnehmen", was geht – immer auf Eroberung aus - und das, während sie parallel dazu zumeist eine langjährige Beziehung führen und sich hier (dem Augenschein nach) eine nahezu "perfekte" Beziehung führen, da sie ihre pseudologischen, rhetorischen, paraverbalen und körpersprachlichen Fähigkeiten eben nicht nur beim Beutefang, sondern auch zuhause einsetzen. 

 

Häufig wird Sexsucht als Grund für die Untreue vermutet. Doch zumeist stecken Narzissmus und/oder Masochismus dahinter, gefolgt von Fetischismus. Fakt ist, dass die Ursache für notorisches Fremdgehen oftmals viel tiefer sitzt. Der übersteigerte Sexualtrieb und das Bedürfnis nach Bestätigung und Anerkennung sind nur Symptome.

 

Motive wie Abwechslung bei Bequemlichkeit sind ebenfalls relevant: Während die feste Partnerin eine Art Mutter-Ersatz mit der Funktion einer Energietankstelle darstellt, wird der Seitensprung zumeist eher als reine "Beute" erachtet, die es "abzuschleppen", zu "reißen" und zu "vernaschen" gilt. Je zickiger und naiver die Beute, desto stärker der Kick. Danach lassen die Fremdgänger ihre "Opfer" nicht selten "im Regen stehen" und finden nach entsprechender Befriedigung am liebsten gleich wieder sofort eine Ausrede, warum sie angeblich "dringend" wieder nach Hause müssen.

Bei notorischen Fremdgängerinnen - also dem weiblichen Geschlecht - spielt nicht selten die Eroberung von Status-"Beute" oder vulgäres "Exoten"- "Gerammel" eine Rolle, während der korrekte und liebevolle,  aber eben auch "spießige" Versorger zu Hause vorm Computer sitzt oder arbeitet. Eine solche Affäre bringt sowohl eine gewisse Spannung als auch einen erotischen Reiz mit und fungiert zugleich als Ego-Booster. Kommt der Partner bzw. die Partnerin dem Fremdgänger "auf die Schliche", greift dieser gerne zur "Umkehr" und dreht den Spieß ganz einfach um. Zumeist erfolgt dies aber bereits als "Präventiv-Taktik" und zur Reduktion kognitiver Dissonanzen (siehe oben).

 

"Umkehr" & "Gaslighting" in Personal- Konfliktgesprächen
Allein bereits die Tatsache, das die "Umkehr" eine Methode der manipulativen / persuasiven Kommunikation ist und Personal- und Konfliktgespräche zumeist mit tiefergehenden Emotionen einhergehen, zählt beides ggf. zu den klassischen Abwehr-Strategien der Beteiligten in derartigen Gesprächen, insbesondere dann, wenn es um Anschuldigungen  und/oder die Schuldfrage - und ein ggf. damit einhergehendes "schlechtes Gewissen" geht. Darauf sollte man als Gesprächsführer und/oder Mediator tunlichst vorbereitet sein, weil insbesondere ein solches Lösungen von vorne herein verhindert und innere wie äußere Spannungen umso mehr aufschaukelt. 

 

"Umkehr" & "Gaslighting" als Strategie von Psychopathen / Soziopathen

"Umkehr" & "Gaslighting" sind eine typische Strategien von Psychopathen und Soziopathen. Konkret geht es um die Nutzung durch Menschen mit einer Dissozialen Persönlichkeitsstörung bzw. Antisozialen Persönlichkeitsstörung bzw. einer Psychopathischen Persönlichkeitsstörungen oder Soziopathischen Persönlichkeitsstörung. Allein das hier typische "Fehlen von Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen"  und  das "Fehlen von Einfühlungsvermögen bzw. die geringe (echte) Einfühlung in die Gefühle anderer Menschen" führen zur Nutzung, um Menschen zu ärgern, zu provozieren, zu diskreditieren und / oder kommunikativ oder gesellschaftlich unschädlich zu machen. Die Dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörung ist eigentlich die typischste Störung, die Soziale Inkompetenz bereits namentlich spiegelt.

 

Obgleich ihnen echte soziale Intelligenz fehlt haben Dissoziale Persönlichkeiten zum Zwecke der Erreichung ihrer Ziele eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie dann, wenn sie von anderen etwas wollen, gezielt und souverän einsetzen können. Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken sogenannter Psychopathen oder Soziopathen ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele. Sie können die Gefühle anderer nicht wirklich wahrnehmen und/oder verstehen.

 

Sie verletzen andere - und wenn sie dann merken, dass die Verletzung wirkt und ggf. zu einem Schaden führt, nutzen sie "Umkehr" und "Gaslighting" um a) Ihr Gegenüber noch mehr in den Wahnsinn zu treiben und/oder b) sich nach außen hin geschickt als "Unschuldslamm" zu "verkaufen" und das Opfer als Täter darzustellen und/oder c) so dafür zu Sorgen, dass ihr jeweiliges Opfer noch mehr Druck bekommt - nun sogar von außen über den sozialen Einfluss bzw. durch Dritte, Kollegen, das Team bzw. den oder die Vorgesetzte(n).

 

Besonders häufig fällt die gezielte Nutzung der Strategie von  "Umkehr" und "Gaslighting" bei sogenannten Wohlstands-Psychopathen ins Auge. Vermutlich liegt dies zum Einen an deren geringer Ambiguitätstoleranz (Fähigkeit, mit Widersprüchen umzugehen und locker und gelassen zu bleiben) gepaart hoher Aggressivität - und zum Anderen an deren zumeist weniger stark ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten, die im Umkehrschluss wiederum mit ursächlich ist für die geringe Ambiguitätstoleranz und niedrige Reizschwelle. Wohlstands-Psychopathen, darunter auch sogenannte naiv-aggressive Persönlichkeiten sind bei Widersprüchen stets auf Angriff gebürstet. Ihre liebsten rhetorischen Stilmittel sind Sophismen und die Umkehr (Details).

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