Wissen: Schizophrenie

Wissen Schizophrenie, Wissen Schizophrenie in Verbindung mit dem Gehirnparasiten Toxoplasma gondii

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Störung. Bei dieser endogenen Psychose, bei der die Betroffenen die Realität verändert wahrnehmen oder verarbeiten, liegen phasenweise massive Veränderungen der Gedanken, Gefühle und Wahrnehmung vor. Auch das Verhalten der Betroffenen ändert sich (teils dramatisch) und kann auf Außenstehende irritierend, bizarr oder beängstigend wirken.

 

"Schizophrenie" ist keine Standard-Erkrankung. Als Schizophrenie wird eine ganze Gruppe schwerer psychischer Krankheitsbilder mit ähnlicher Symptomkonstellation bezeichnet. Im akuten Krankheitsstadium treten bei Menschen mit einer Schizophrenie eine Vielzahl  von charakteristischen Störungen im Bereich der Wahrnehmung, des Denkens, der Ich-Funktionen, des Willens, der Affektivität, des Antriebs sowie der Psychomotorik auf. Oft wird Schizophrenie mit einer gespaltenen Persönlichkeit verwechselt, wie dies bei Dr. Jekyll und Mister Hyde vorliegt. Doch Menschen mit einer Schizophrenie haben keine unterschiedlichen Persönlichkeiten, die abwechselnd zum Vorschein kommen, wie das bei einer Dissoziativen Identitätsstörung der Fall ist.

 

Erkrankt ein Mensch an Schizophrenie, ist das für die Angehörigen extrem belastend. In den akuten Phasen lebt der Patient in seiner wahnhaften Welt und ist kaum noch zu erreichen. Vielleicht erstreckt sich sein Wahn auch auf die Angehörigen und sein Umfeld, denen er finstere Absichten unterstellt und mit Misstrauen begegnet. Gleichzeitig sind die Angehörigen aber wichtige Stützen für den Patienten. Dem Betroffenen selbst fällt seine Erkrankung zumeist erst einmal nicht auf. Es fehlt oft die Einsicht in die Erkrankung. Alternativ wird die Einsicht auch vorgetäuscht. Letztendlich sind die Betroffenen der Überzeugung, dass nicht sie selbst, sondern die anderen krank oder zumindest nicht normal oder richtig seien. Für Ärzte, Angehörige und die Umwelt kann dies ein enormes Problem darstellen.

 

Symptome

Schizophrenie-Symptome sind ausgesprochen vielfältig. Jeder Patient entwickelt ein ganz eigenes Krankheitsbild. Auf Außenstehende können die Betroffenen unberechenbar und sehr beängstigend wirken, weil man sich ihre Ansichten, ihren Gesinnungswechsel und ihr Verhalten mit der normalen Logik auf Basis des gesunden Menschenverstandes zumeist nicht erklären kann.Man sollte als Außenstehender aufmerksam werden, wenn sich jemand plötzlich komplett anders verhält, völlig andere, vielleicht sogar merkwürdige Dinge redet oder Dinge macht, die er bisher nicht getan hat. Zum Teil zeigen sie extreme Verhaltensauffälligkeiten und habe eine eigene, teils verdrehte Logik, zu der auch die sogenannte 1:1-Umkehr gehört, was bedeutet, dass die Realität, folglich Tatsachen um 180 Grad herumgedreht werden. Heute sagen sie dies und morgen das. Freunde werden zu Feinden und Feinde zu Freunden, aus links wird rechts, aus weiß schwarz. Sie haben Visionen, ob nun von einer besseren Welt oder vom Weltuntergang. Nicht alle Betroffenen hören Stimmen oder fühlen sich verfolgt, wie es oft behauptet wird und in der Figur der Jeanne d´Arc beispielhaft manifestiert wird. Stets ist von Halluzinationen die Rede. Doch oft ist es einfach nur eine Verdrehung der Realität und der Tatsachen, gepaart mit phantastischen Vorstellungen, für die anderen (mit natürlich ausgeprägtem Realitätssinn) die Phantasie schlichtweg fehlt.

 

Dennoch gibt es Betroffene, die Stimmen hören, die nur in ihrem Kopf existieren. Oft sind diese Stimmen bedrohlich oder beleidigend oder erteilen Befehle. Sie können aber auch freundlich sein, wie ein weiser Ratgeber oder ein lustiger Begleiter. Bei Kindern sprechen diese Stimmen manchmal aus dem Bauch heraus. Erwachsene Betroffene mit derartigen akustischen Halluzinationen sind überzeugt, zu ihnen spräche Gott, ein Engel oder Satan. Besonders häufig sind wahnhafte Gedanken bei der Schizophrenie. Einige sind überzeugt, die Welt, die Menschheit oder das Klima retten zu müssen. Andere fühlen sich von Außerirdischen, dem FBI oder einer fremden Organisation verfolgt und fürchten, ausspioniert, beobachtet, berieselt oder bestrahlt zu werden. Andere verspüren Hass auf die eigene Bevölkerungsgruppe oder Rasse, die sie - wie bei der "massiven externalen Fokussierung" als etwas Böses oder Schlechtes empfinden, von dem sie sich abspalten wollen oder abgespalten bzw. abgehoben fühlen. Manche meinen gar, sie seien Gott oder Satan, ein Engel, der Messias, ein Retter, Erlöser, Heilsbringer oder sonst etwas in dieser Richtung.

 

Der Mathematiker John Nash glaubte für den Secret Service zu arbeiten, sein bester Freund war nur ein Phantom. Trotzdem erhielt er den Nobelpreis. Man kennt auch andere Prominente mit einer Schizophrenie z.B. den Philosoph Friedrich Nietzsche, den Autor Edgar Allan Poe, den Naturforscher Isaac Newton und Ludwig II. von Bayern, den Erbauer zahlreicher bayrischer Schlösser, darunter Neuschwanstein und Herrenchiemsee.

 

Menschen mit Schizophrenie können bei Wahnvorstellungen und in Erregung – vor allem, wenn der Betroffene Angst hat – sehr aggressiv werden, was sich sowohl in Widerworten als auch in Tätlichkeiten gegenüber anderen zeigen kann. Im Umgang mit den Betroffenen braucht man sehr viel Geduld, Verständnis und Achtsamkeit. Zudem fällt es manchmal schwierig, Wahn von Wirklichkeit zu unterscheiden. Dies ist sowohl irritierend, als auch anstregend. Doch die Welt, in der die Betroffenen leben, kann nicht nur beängstigend, sondern auch faszinierend sein. Denn bei einer Schizophrenie kann die Welt der Betroffenen zum magischen Ort voller Wunder und Zeichen werden. Aus einem Wetterbericht oder einem Lied im Radio hören sie Botschaften heraus, in bestimmten Autokennzeichen erkennen sie Symbole, aus normaler Kritik hören sie Hass heraus und aus einer normalen Aussage eine Liebesbotschaft.

 

Im Zuge der Schizophrenie kann auch ein Beziehungswahn auftreten, was für zwischenmenschliche Beziehungen sehr belastend sein kann. Häufig bezieht sich solch ein Beziehungswahn auf Prominente. Die Betroffenen glauben oft, dass Handlungen oder Äußerungen einer bestimmten Person Botschaften für sie beinhalten. Beim Liebeswahn glauben die Patienten, dass eine Person unsterblich in sie verliebt sei. Die Betroffenen schreiben dieser Person unzählige Briefe, warten auf ihren Besuch oder auf einen Heiratsantrag. Manchmal glauben weibliche Betroffene sogar daran, von dieser Person schwanger zu sein, auch wenn es gar keinen realen Kontakt gab. 

 

Betroffene mit einer sogenannten hebephrenen Schizophrenie haben zwar kaum Wahnvorstellungen, irritieren ihre Umwelt aber durch Gefühle und Äußerungen, die nicht zur entsprechenden Situation passen. Selten ist eine Schizophrenie nicht. Oft fällt sie jedoch nicht auf und wird dann nicht behandelt. Auch, da die Einsicht der Betroffenen fehlt. Warum sollten sie sich als völlig Gesunder auch von einem kranken Irren untersuchen und behandeln lassen? Mindestens einer von Hundert erkrankt. Im Verlauf der Toxoplasma gondii Epidemie ist die Anzahl der geschätzten Betroffenen jedoch rapide in der Höhe geschnellt. Die wenigsten von Ihnen sind Patienten und gehen in die Statistiken ein.

Ursachen

Ursächlich für eine Schizophrenie ist ein gestörter Botenstoffwechsel und/oder anderweitige Veränderungen im Gehirn. Diese Veränderungen beziehen sich sowohl auf angeborene Gehirnstrukturen als auch solche, die durch einen Virus oder ein Protozoon mit parasitischer Lebensweise nach entsprechender Infektion beeinflusst wurden. Genetische Faktoren spielen in Kombination mit belastenden Erfahrungen folglich ebenso eine Rolle wie Umwelteinflüsse. Betroffen ist vor allem das limbische System, das für die Regulierung der Gefühle zuständig ist.

 

Auch ein Befall mit dem Gehirnparasiten Toxoplasma gondii und virale Infektionen (z.B. Bornavirus) können - wie man mittlerweile weiß - Schizophrenie auslösen, dazu eine besondere Mischung aus Schizophrenie mit Realitätsverlust und masochistisch-selbstzerstörerischen Tendenzen (gerne mit dem Streben der Mitnahme anderer ins Unheil). Außerdem sind bei Menschen mit Schizophrenie bestimmte Gehirnstrukturen verändert. Dies kann eine genetische Ursache haben (Veranlagung) oder darauf zurückgeführt werden, dass ein Gehirnparasit oder ein Virus bereits massive Veränderungen am Gehirn vorgenommen hat, um dies (z.B. bei Toxoplasma gondii) in die gewünschte Richtung (Schädigung bzw. Selbstzerstörung umzuprogrammieren.     

 

Verlauf

Bestimmte Symptome treten bereits im Vorfeld einer Schizophrenie auf. Dazu gehören Schlafstörungen, starke Reizbarkeit und Anspannung. Häufig reagieren die Betroffenen besonders empfindlich auf Umwelteinflüsse wie Licht oder Geräusche, Farben und Musik, Lieder, Wörter, Buchstaben, Zahlen etc. Hinter allem wird gerne etwas vermutet. Sie werden oft misstrauisch gegenüber ihren Mitmenschen. Einige von ihnen ziehen sich zurück, andere gehen in die Offensive. Ihre Ansichten und Forderungen können mitunter sehr schrill und gegen den vermeintlich gesunden logischen Menschenverstand sein. Mitunter treten auch erste Trugwahrnehmungen auf. Dies kann unauffällig am Rande auftreten oder auf auf gesunde Menschen ebenfalls sehr schrill wirken. Viele Außenstehende, die das Handeln solche Menschen wahrnehmen, denken nicht im Traum an eine Schizophrenie. Schließlich ist auffälliges bis abstruses Verhalten in unserer Gesellschaft mittlerweile etabliert und zudem noch sehr publikums- und werbewirksam. Auch bei einer Schizophrenie, die durch Toxoplasma gondii-Befall ausgelöst wurde, verdrehen die Betroffenen oft die Tatsachen. Es kann zu fixen Ideen, zu Wahnvorstellungen oder sogar zu einer 1:1-Umkehrung der Realität kommen. Aus Freunden werden Feinde und aus Feinden plötzlich Freunde. Menschen, die einem helfen wollen, stimmen die Betroffenen argwöhnisch oder machen sie aggressiv, während jene (z.B. listige Geschäftemacher und Betrüger), die den Betroffenen bei ihren Ideen, ihrer Tatsachen-Leugnung und ihrer Realitätsverdrehung zureden als erstrebenswerte Freunde wahrgenommen werden.  Siehe dazu auch Selbstbild-Fremdbild-Inkongruenz und Wahn

 

Schizophrenie verläuft meist in Schüben. In der akuten Krankheitsphase sind die Betroffenen sehr aktiv, manchmal sogar überaktiv. Die chronische Phase ist durch eine Negativ- oder Minus-Symptomatik gekennzeichnet. Die Betroffenen werden dann antriebslos und wirken erschöpft. Jede Tätigkeit fällt ihnen schwer. Sie wirken emotionslos, vernachlässigen ihre sozialen Kontakte und ziehen sich zurück. Einige vernachlässigen sogar ihre Körperpflege. Dieses Verhalten wirkt sich nicht nur auf ihr privates Leben aus. Die Betroffenen sind oft nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. So können sich viele in dieser Phase nur schwer aufraffen, überhaupt das Bett zu verlassen, geschweige denn einen ganzen Arbeitstag durchzustehen. 

 

Drei Subtypen von Schizophrenie

Generell unterscheidet man drei Subtypen der Schizophrenie: Paranoide Schizophrenie, Hebephrene Schizophrenie und Katatone Schizophrenie. Tatsächlich zeigt sich aber in der Praxis,  dass es für Schizophrenie keine starren Schubladen gibt.

Die paranoide Schizophrenie ist die verbreitetste Form der Störung. Die markantesten Symptome in der akuten Phase sind hier Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Ein häufiger Wahn ist etwa Verfolgungswahn. Hier sind die Betroffenen überzeugt, von einer Person, einer Organisation oder sogar von Außerirdischen verfolgt zu werden. Sie fürchten, ständig überwacht und abgehört zu werden. Auch Beziehungswahn zeigt sich oftmals bei paranoider Schizophrenie: Die Betroffenen glauben, dass Handlungen oder Äußerungen einer bestimmten Person an sie gerichtet sind. Andere Varianten von Wahn sind etwa Größenwahn und wahnhafte Botschaften. Unter den Halluzinationen sind bei paranoider Schizophrenie akustische Halluzinationen sehr häufig: Die Patienten hören beispielsweise Stimmen, die in der Realität nicht existieren. Bei der Hebephrene Schizophrenie sind vor allem das Denken, die Emotionen und der Antrieb stark beeinträchtigt. Bei vielen Patienten erscheint das Denken zusammenhanglos und unlogisch. Das schlägt sich in der Sprache nieder. Manche Patienten reden viel und ohne Zusammenhang. Einige sprechen nur noch in Wortfetzen oder vernachlässigen den Satzbau. Für Außenstehende ist das Gesagte dann nicht mehr verständlich. Umgekehrt kommt es in akuten Phasen jedoch auch vor, dass Betroffene gar nicht mehr sprechen. Die emotionalen Störungen bei hebephrener Schizophrenie führen zu einem distanzlosen und oft unangemessenen Verhalten. Die Betroffenen lachen zum Beispiel, während sie mitteilen, dass sie sehr unglücklich sind. Oftmals brüskieren sie ihr Umfeld. In einer akuten Phase kann die Stimmung der Patienten sowohl euphorisch (manisch) als auch gedrückt (depressiv) sein. Dieser Wechsel kann mit den Symptomen einer Bipolaren Störung verwechselt werden. Bei einer katatonen Schizophrenie sind vor allem psychomotorische Störungen typisch. Die Patienten vollführen merkwürdig anmutende Bewegungen, zum Beispiel mit ihren Händen, Armen oder Beinen. Sie verbiegen ihren Köper oder laufen ziellos umher. In diesen Momenten sind die Patienten stark erregt. Sie wiederholen oft stereotyp, was jemand anderes sagt. In anderen Momenten verfallen sie in einen Starrezustand (Stupor). Sie verharren dann oft stundenlang in einer ungewöhnlichen Position. Obwohl die Patienten wach sind, reagieren und sprechen sie in diesem Zustand nicht mehr (Mutismus).

 

Neue S3-Leitlinie Schizophrenie umfasst viele neue Elemente

Wie das Ärzteblatt berichtet, hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine neue S3-Leitlinie Schizophrenie herausgegeben, die 162 Schlüsselempfehlungen und acht Statements einer systematische Zu­sammenstellung der verfügbaren Evidenz zum diagnostischen Vorgehen, zur Behandlung und Versorgung von Menschen mit einer Schizophrenie umfasst. Die neue Leitlinie umfasst viele neue Elemente und gibt einen Überblick über die Wirksamkeit der psycho-, sozio- und pharmako­therapeutischen Maßnahmen inklusive Infos über Arznei­mittelwirkungen und umfangreichen Empfehlungen. Diese beziehen sich aber lediglich auf "Patienten", also die wenigen Betroffenen, die über eine Einsicht in ihre Krankheit verfügen, einen Facharzt konsultieren und bereit sind, sich behandeln zu lassen.

 

Wichtigste Neuerungen fehlen

Doch die wesentlichen Neuerungen scheinen gänzlich zu fehlen, so dass man meint, man lebe dort abgeschieden in einer völlig anderen Welt. Denn tatsächlich werden viele Schizophrenie-Patienten aufgrund falscher, veralteter Informationen und Fachkenntnisse falsch behandelt. So zeigt die Forschung mittlerweile längst, dass die wahre Ursache oftmals ein Befall mit Gehirnparasiten (Toxoplasma gondii) oder eine Entzündung bzw.  Autoimmunerkrankung ist. In Harvard hat man zudem das C4-Gen (“Komplementfaktor 4”) entdeckt, das für die Entstehung von Schizophrenie verantwortlich ist. Wie bei den Toxoplasma-Studien so gilt auch diese Studie als "bahnbrechend": Projektleiter Steven McCaroll, Professor für Genetik, ist überzeugt, dass die Studie neue Wege in die Therapie der Schizophrenie öffnen kann.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzte der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler zum ersten Mal den Begriff Schizophrenie. Seiner Auffassung nach handle es sich dabei um ein seelisches Leiden, bei dem Denken, Fühlen und Wollen „auseinanderfallen“. Seitdem die Schizophrenie als solche diagnostiziert wurde, versuchen Forscher aus der ganzen Welt, die dahinter steckenden biologischen Mechanismen zu entschlüsseln. Doch der Mangel an biologischem Verständnis für die Schizophrenie erschwert das Verständnis. Erst Neurobiologen haben haben erkannt, dass Toxoplasma gondii und andere Erreger Schizophrenie auslösen. Und dann sind da noch die Genetiker mit ihren molekulargenetischen Methoden, die - wie bereits erwähnt - zeigten, dass auch der genetische Ursprung eine Rolle spielen (siehe das C4-Gen). C4 spielt nämlich eine wichtige Rolle bei der Synpasenbeschneidung. Allein diese Studie kann einen Paradigmenwechsel auslösen. Denn Immunzellen spielen offenbar nicht nur eine Abwehr-Rolle, sondern auch eine Rolle bei der Entwicklung des Gehirns.

 

Allein an diesen Beispielen sieht man die sprichwörtliche "Schizophrenie", dass unter dem Begriff der "Schizophrenie" alles möglich zusammengewürfelt wird, weshalb einige Wissenschaftler z.B.  Ludger Tebartz van Elst dafür plädieren, den Schizophrenie-Begriff und auch das Schizophrenie-Konzept abzuschaffen. Denn nicht wenige Wissenschaftler sagen: "Es gibt keine Schizophrenie", darunter der bekannte Psychiater und Professor für Psychiatrische Epidemiologie Jim van Os, der seit Juni 2017 Professor an den Universitätskliniken Utrecht und Vorsitzender der Abteilungsleitung für u. a. Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Auch er will die Diagnose abschaffen. Er meint, dass drei Störungen - internalisierende, externalisierende und psychotische Störungen - bezüglich der Diagnose ausreichen würden.

Vertreter dieser Auffassung, die sich gegen den Mainstream richtet, meinen, dass die Krankheit mit einer negativen Prognose einhergehe, die dazu führe, dass die Patienten stigmatisieren würden. Zudem sei es zum Beispiel normal, dass rund 15% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen irgendwann einmal Stimmen hören oder paranoid sind. Bei 80% würden diese Symptome wieder von selbst verschwinden. Das sei wahrscheinlich schon immer so gewesen, weil die Gefühle in dieser Lebensphase sehr stark und chaotisch sein können. Diese Wissenschaftler sprechen von "Sinngebung statt vernichtender Diagnose". Optimismus sei gerechtfertigt. Eine Psychotherapie könne helfen. Andere sagen hingegen, dass man den Patienten keine Flausen ins Ohr setzen  - und ihnen keine falsche Hoffnung machen - soll. Wie man sieht, gibt es völlig unterschiedliche Sichtweisen. 

Wann ging es eigentlich los, sich mit dem Störungsbild zu beschäftigen? Bereits in den 1930er Jahren veröffentlichten russische Forscher die These, dass Wahnvorstellungen und Paranoia durch Entzündungen im Gehirn hervorgerufen werden könnten. Einen Schub hat das Thema dann nach dem Jahr 2000 erfahren. Denn weltweit fanden immer mehr Wissenschaftler Beweise dafür, dass Erreger, Toxine oder Autoimmunreaktionen psychiatrische Symptome bewirken können, die dann unter den Begriff "Schizophrenie" fallen.

 

Stress kann ebenfalls ein Auslöser sein: Menschen, die an einer Schizophrenie erkranken, reagieren zudem besonders empfindlich auf Stress. Auch bevor die Krankheit ausbricht, können sie mit belastenden Situationen oft schlecht umgehen. An einem bestimmten Punkt wird die Belastung zu groß. Dann wird der Stress zum Auslöser, der die Krankheit anstößt. Viele schizophrene Patienten berichten von kritischen Lebensereignissen vor Ausbruch der Erkrankung. Das kann zum Beispiel der Verlust einer nahe stehenden Person oder eine problematische berufliche Situation sein. Aber auch positive Situationen können Stress verursachen - beispielsweise eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes. Schizophrenie tritt oft gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen (wie Angststörungen, Bipolare Störung etc.) auf. Das kann die Diagnose erschweren.

 

Störungen, die auf Stress oder einer Toxoplasma Infektion basieren, aufgrund ähnlicher Symptome zu vermischen und unter den Begriff "Schiozophrenie" zu packen, erscheint ebenso unlogisch und fahrlässig wie eine Behandlung mit den gleichen Mitteln. 

Behandlung der Schizophrenie

Eine Schizophrenie wird mit Medikamenten und einer Psychotherapie behandelt. Die heutige Behandlung durch Antipsychotika kann jedoch allenfalls die Symptome lindern. Die Krankheit an sich bleibt unheilbar. Problematisch ist auch, dass den Patienten in akuten schizophrenen Phasen die Krankheitseinsicht fehlt. Besteht die Gefahr, dass der Patient sich selbst oder andere gefährdet, kann eine Zwangseinweisung in eine Klinik notwendig werden. Bei Ausbruch einer akuten Phase wird der Patient zunächst in einer Klinik behandelt, um ihn zu stabilisieren. Anschließend kann er in der Regel sein Leben zu Hause wieder selbstständig gestalten.

 

Zur Behandlung der Schizophrenie können - je nach Form und Ausprägung der Symptome - unterschiedliche Medikamentengruppen zum Einsatz kommen : Neuroleptika (Antipsychotika): Sie waren die ersten wirksamen Medikamente zur Behandlung von Psychosen. Indem sie in den Stoffwechsel der Nervenbotenstoffe eingreifen, reduzieren sie Spannungs- und Angstzustände, Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Dabei haben Neuroleptika aber starke Nebenwirkungen wie Muskelsteifigkeit, Zittern, Muskelzuckungen, gedämpfte Emotionen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und verminderte Reaktionsgeschwindigkeit. Atypische Neuroleptika: Diese Weiterentwicklungen der "klassischen" Neuroleptika wirken besser und haben weniger Nebenwirkungen. Bekannte Vertreter sind etwa Risperidon und Clozapin. Antidepressiva: Zusätzlich zu den antipsychotischen Medikamenten (klassische bzw. atypische Neuroleptika) verschreibt der Arzt manchmal Antidepressiva. Sinnvoll ist das bei Schizophrenie-Patienten, die gleichzeitig depressiv gestimmt sind. Antidepressiva beeinflussen Stimmung, Antrieb und Leistungsfähigkeit positiv. Beruhigungsmittel: Während einer akuten psychotischen Phase leiden viele Patienten unter starken Ängsten. Dann können Beruhigungsmittel helfen. Da sie aber abhängig machen, werden sie nach Möglichkeit nur kurzfristig eingesetzt. Neuroleptika können im Gegensatz zu Beruhigunsmitteln nicht abhängig machen - weder körperlich noch psychisch.

 

Seit Schizophrenie-Patienten mit einer Kombination aus Neuroleptika und Psychotherapie behandelt werden, hat sich die Prognose der Krankheit deutlich verbessert. Circa 20 bis 25 Prozent der Patienten werden mit dieser Behandlung wieder ganz gesund. Aber auch wenn die Patienten nicht vollständig geheilt werden, reicht häufig eine ambulante Betreuung aus, um trotz der Schizophrenie ein weitgehend normales Leben zu führen. Das soziale Umfeld hat darauf einen großen Einfluss: Erhalten Patienten viel Verständnis und Unterstützung durch Freunde und Familie, kann dies den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Psychotherapie bei Schizophrenie

Die Psychotherapie gewinnt in der Behandlung der Schizophrenie immer mehr an Bedeutung. Sie kann sich langfristig positiv auf den Verlauf der Krankheit auswirken. Meist wird eine Kognitive Verhaltenstherapie gewählt. Wichtige Elemente der psychotherapeutischen Behandlung sind: Abbau von Ängsten durch Informationen: Wichtig ist zunächst, dem Patienten durch ausführliche Informationen zur Schizophrenie die Angst vor der Krankheit zu nehmen. Auch die Angehörigen profitieren von mehr Wissen, indem sie etwa mehr Verständnis für den Patienten entwickeln und ihn so besser unterstützen können. Dabei hilft auch ein Kommunikationstraining, das den Umgang mit dem Patienten erleichtert. Umgang mit Stress und belastenden Situationen: In der Therapie lernt der Patient unter anderem, belastende Situationen, die seine Symptome verschlimmern können, besser zu bewältigen. Zentraler Aspekt dabei ist der Umgang mit Stress. Verarbeitung beängstigender Erlebnisse: Mithilfe einer psychologischen Schizophrenie-Therapie kann der Patient auch die beängstigenden Erlebnisse besser verarbeiten, die er während der akuten Krankheitsphasen durchlebt hat. Das stabilisiert ihn insgesamt. Frühwarnzeichen erkennen: Außerdem lernen die Patienten, die Frühwarnzeichen einer schizophrenen Phase zu erkennen. Diese können ganz unterschiedlich sein. Häufig kündigen beispielsweise Schlafstörungen oder starke Reizbarkeit einen neuen Ausbruch an. Wichtig ist es dann, die Stressquellen zu reduzieren und eventuell in Absprache mit dem Arzt die Medikamentendosis kurzzeitig zu erhöhen. Nach einem stationären Aufenthalt braucht der Patient anschließend meist auch zu Hause Unterstützung.  Besondere Schwierigkeiten bereitet vielen Patienten, dass ihre Konzentrationsfähigkeit, ihr Arbeitsgedächtnis und die Fähigkeiten, vorauszuplanen, durch die Krankheit gelitten haben. Dann hilft eine kognitive Rehabilitation. Sie arbeitet mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen sowie einem speziellen Training am Computer. Krankheitseinsicht und Therapietreue werden gestärkt.

 

Schizophrenie bei Kindern

In den meisten Fällen tritt eine Schizophrenie erst nach der Pubertät im jungen Erwachsenenalter auf. Schätzungsweise zwei Prozent der Patienten erkranken aber bereits im Kindes- und Jugendalter. Vor dem zehnten Lebensjahr sind schizophrene Erkrankungen allerdings extrem selten. Als "early onset schizophrenia" (EOS) bezeichnen Mediziner eine Erstmanifestation der Schizophrenie zwischen dem 13. und 18 Lebensjahr. Sie wird besonders bei männlichen Jugendlichen beobachtet.

 

 

Weil die Erkrankung bei Kinder Kindern und Jugendlichen so selten ist, wird sie oft erst spät entdeckt. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sich die Schizophrenie-Symptome bei Kindern und Jugendlichen von denen erwachsener Patienten unterscheiden. Außerdem entwickelt sich die Persönlichkeit von Kindern oder Jugendlichen natürlicherweise ständig weiter. Stimmungsschwankungen sind in der Pubertät bis zu einem gewissen Ausmaß normal. Verfallen Kinder und Jugendliche jedoch in längere depressive Phasen oder treten starke Sprach- und Schreibschwierigkeiten sowie Wahnideen auf, sollte dringend ein Arzt oder Psychiater aufgesucht werden.

Suizid-Gefahr / Programm der Selbstzerstörung
Die Ängste, die eine Schizophrenie verursacht, sind oft sehr belastend für jene Betroffenen, die aufgrund ihrer Einsicht zum Personenkreis der "Patienten" gehören, also jener, die von sich aus überhaupt bereit sind, sich Hilfe zu holen oder jene, die über die PsychKG letztendlich dazu genötigt werden. Doch dies ist nur ein sehr geringer Teil. Die anderen halten nämlich ihr Umfeld bzw. die Psychiater für nicht normal bzw. krank oder feindlich gesinnt.

 

Einsichtige Patienten verfallen nach einigen Rückfällen oft in eine tiefe Hoffnungslosigkeit. Diese kann zum Suizid führen. Ebenso bei Befall mit dem Gehirnparasiten Toxoplasma gondii: Der Einzeller will in den Ursprungswirt - den Darm der Katze - zurück und tut nach Einnistung im Nervensystem und Übernahme der Steuerung nun alles, um sein Ziel zu erreichen, von einer Katze gefressen zu werden. Da dies kaum möglich ist, programmiert der Parasit ein allgemeines Programm der Selbstzerstörung. Das heißt, dass der Betroffene alles Erdenkliche unternimmt, um sich und anderen zu schaden. Dies geschieht vorerst sehr dezent durch Angstverlust, fehlende Hemmungen, höhere Risikobereitschaft, steigende Action- und Erlebnisorientierung, Umkehr der Freund-Feindbild-Erkennung durch 1:1 Umkehr und geht hin bis zu Allmachts-Phantasien, provokantem Verhalten, Größenwahn, Selbstermächtigung, Schädigung des eigenen Umfelds, Provokation von Streit und Kampf, Kamikaze-Kurs im sozialen Umfeld, höheres Unfallrisiko im Straßenverkehr. Der Suizid wird folglich schleichend herbeigeführt. Das Unterbewusstsein hofft auf Tötung durch andere, durch Unfälle, durch Schäden, Verarmung etc. Die Rate direkter Suizide liegt bei Schizophrenie-Patienten bei ungefähr zehn Prozent. Besonders gefährdet sind junge Männer. Hier kommt zusätzlich noch das Testosteron zum Tragen.

Schizophrenie in Zusammenhang mit Toxoplasma gondii

 

Es kommt zu einem plötzlichen Einstellungswandel und zu unerklärlichen Eingebungen und Verhaltensänderungen: Merkwürdige Einstellungen und Verhaltensweisen liegen vor, ebenso Verhalten gegen den gesunden Menschenverstand (bei voller Bewusstseinsklarheit und vollen intellektuellen Fähigkeiten). Ebenso: Beobachtung eines sehr fragwürdig anmutenden Verhaltens im Hinblick auf Entscheidungen, Verfolgung einer merkwürdigen, verkehrten und teil völlig entgegengesetzten Logik, Treffen ungünstiger bis geradewegs zerstörerischer Entscheidungen, Beobachtung schädigender Prozesse mit selbstzerstörerischem bzw. masochistischem Bezug, inadäquate oder verflachte Affekte, Angstverlust / Naivität, Fehlwahrnehmungen und Fehlinterpretationen der Umwelt und daraus resultierende Fehlentscheidungen inklusive Risiko- und Fehlverhaltens. Beobachtbar und messbar ist ein unbewusstes Streben nach Risiken/Gefahren. Es kommt zu grundlegenden und charakteristischen Störungen in Bezug auf Denken und Wahrnehmung. Es kommt zum Realitätsverlust sowie zu extremen fixen Ideen oder Wahn-Ideen, die gegen das Umfeld ausgelebt werden wollen. Speziell bei Männern: Ggf. Missachtung sozialer Normen, ggf. Beobachtung dissozialer bzw. antisozialer bzw. soziopathischer Verhaltensmuster. Besondere Auffälligkeiten bei Frauen: Ggf. Besonders zutrauliches und warmherziges Verhalten mit (für Außenstehende) extrem naiver Wirkung. Schizophrenie im Zusammenhang mit Toxoplasma gondii tritt oft in Verbindung mit masochistisch-selbstzerstörerischen Zügen auf, wobei der Mitnahme-Effekt scheinbar eine Rolle spielt. Auch gibt es hier scheinbar einen Zusammenhang mit der naiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung.