Das Böse

Wissen: Was ist das Böse? Das Böse aus psychologischer, psychiatrischer, ethischer und philosophischer Sicht. Von Sünden und schwarzer Rhetorik über Psychopathen und deren Mitläufer sowie sozialer Einfluss und Konformität bis zum Machrausch und Exzessen

Einführung
Das Böse ist ein Synonym für das Schreckliche, das ein Mensch erfährt und was von ihm ausgeht - z.B. in Form von Gedanken und Taten (Verhalten). Es gibt natürliche Ereignisse, die böse erscheinen (z.B. Naturkatastrophen), das - mit Glauben assoziierte - metaphysisch Böse (das Böse in der Welt), das moralisch Böse durch böses Denken und Handeln (Sünden) und das strukturell Böse (böse Systeme, Gesellschaften und Organisationen). Das Böse wird als Inbegriff des moralisch Falschen verstanden oder als Kraft, die moralisch falsches Handeln antreibt - und als Quelle allen Übels.

 

Bezüglich des Bösen stellen sich Fragen wie: Warum tut ein Mensch Böses? Was macht den Menschen böse? Ist der Mensch von Natur aus böse? Warum ist das Böse in der Welt?
Sind nur Täter böse - oder auch jene, die sich wegducken, wegschauen und schweigen? Ebenfalls stellen Menschen die Frage: Wenn Gott gütig und allmächtig ist, warum lässt er dann das Böse zu? Ist das Böse nicht am Ende der verantwortliche Mensch, dem Gott ausdrücklich "einen freien Willen" gab?

 

Religion: Sünden & Abkehr von Gott

Das Böse ist ein zentraler Gegenstand der Religion, der Kulturwissenschaft, der Religionsphilosophie und der philosophischen Ethik sowie ein Phänomen in der Psychologie und Psychiatrie. Auch wird das Böse mit sündhaftem Verhalten assoziiert, bei dem menschliche, soziale und religiöse Normen verletzt werden. Traditionsgemäß wird das Böse ebenfalls mit Satan, dem Teufel oder Lucifer assoziiert - sowie mit der Abkehr von Gott und mit dem Gegenteil von Licht. Denn wo Licht ist, da ist auch Schatten, sagt man. Im christlichen Sinne zeigt sich das Böse beim Verstoß gegen die 10 Gebote:

 

01.  Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

02.  Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren.

03.  Du sollst den Tag des Herrn heiligen.

04.  Du sollst Vater und Mutter ehren.

05.  Du sollst nicht töten.

06.  Du sollst nicht ehebrechen.

07.  Du sollst nicht stehlen.

08.  Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

09.  Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.

10.  Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.

 

"Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten." steht bei "Johannes 14,15 in der Bibel. Aus den 10 Geboten leiten sich auch die sogenannten "Todsünden" ab. Denn Sünden entstehen nach der klassischen Theologie aus sieben schlechten Charaktereigenschaften, die da wie folgt wären: 

 

01.  Superbia  (Hochmut, Überheblichkeit, Stolz, Eitelkeit, Übermut)

02.  Avaritia  (Geiz, Habgier, Habsucht)

03.  Luxuria  (Wollust, Ausschweifung, Genusssucht, Begehren, Unkeuschheit)

04.  Ira  (Zorn, Jähzorn, Wut, Hass, Rachsucht)

05.  Gula  (Völlerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Unmäßigkeit, Selbstsucht, keine Grenzen kennen)

06.  Invidia  (Neid, Eifersucht, Missgunst)

07.  Acedia  (Faulheit, Feigheit, Ignoranz, Wegschauen, Überdruss, Trägheit des Herzens)

 

Ein besonderes Merkmal des Bösen ist die "Umkehr": Die Verdrehung der Realität bzw. die Verdrehung von "gut" und "böse" - und es gilt im Christentum, "gut" und "böse" zu erkennen  und zu unterscheiden. In der Psychiatrie bezeichnet "Umkehr" zugleich ein bestimmtes Verhalten uneinsichtiger psychisch gestörter Menschen mit einer schweren Psychose wie z.B. der Schizophrenie. Zugleich ist die Umkehr ein manipulatives rhetorisches Stilmittel in der persuasiven Kommunikation und dient der Abwehr von Argumenten und Einsichten jeder Art.

Die in der sogenannten "schwarzen" Rhetorik nicht selten von bösen Menschen genutzte Technik ist recht simpel: Man dreht den Spieß herum und behauptet einfach das genaue Gegenteil von dem, was der Gegner behauptet. Für potentielle forensische Psychiatrie-Patienten ohne Einsicht bzw. Einsichtsfähigkeit, die sich selbst übrigens gar nicht "krank" fühlen - und eher andere für "gestört" halten, ist vielmehr der Psychiater der Patient, während für manche Straftäter der Polizist, der ihn stellt, dann automatisch ein "Rassist" ist. Die Täter-Opfer-Verdrehung ist recht simpel und in der christlichen Religion zugleich ein Hinweis auf die Verführung durch den Antichrist bzw. durch das Böse.

Auch in der Rhetorik kennt man die Umkehr bzw. die Umkehrung der Tatsachen als Angriff oder mundtotmachende Abwehr-Technik, um jedes logische Argumente böse abzubügeln: Aus schwarz wird weiß, aus "gut" wird "böse" und aus "böse" wird "gut" gut. "Du aber auch!" kennen wir bereits von Kleinkindern; später wird dies durch die 1:1-Verdrehung der Realität nur perfider, so dass potentielle Gegner ebenso leicht ausgeschaltet werden können wie bei anderen Sophismen, Totschlagargumente und Killer-Phrasen. So konnte im Namen Gottes immer wieder der Teufel wüten z.B. im Zuge der Christianisierung, in Zeiten der Hexenverfolgung oder beim damaligen Ablasshandel der Kirche. Dennoch funktioniert die Technik der Umkehr auch im Positiven: Zum Beispiel als Schlagfertigkeitstechnik zur Abwehr von Mobbern. Zurück zur Religion:

 

Gemäß der Bibel zeigt sich das Böse als Verführer, als gefallener Engel "Lucifer" bzw. als "der Drache", als Satan - "die Schlange", die sich als das vermeintlich "Gute" tarnt, das man aber an entsprechenden Taten erkennen - und von Irrlehren und vom Antichristen unterscheiden soll. Bei "1. Johannes 2,1-6" steht: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!" (nicht an ihren Versprechungen).

 

Das Böse wird ethisch gesehen als "Abkehr von Gott" verstanden, die wider besserer Einsicht geschieht. Das Böse bestehe letztendlich darin, dass sich der Mensch nicht von Gott herkommend und auf ihn hin geordnet verstehen will, sondern sich selbst als "absolut" sieht, also selbst Gott sein und "spielen" möchte. Gott spielt, wer z.B. die Genetik oder das eigene Geschlecht manipuliert, wer das Wetter und Klima beeinflussen will und sich über die Natur stellt.

 

Der Vers "Macht euch die Erde Untertan", der gerne als Argument vorgebracht wird, wurde laut Experten jedoch nachträglich hinzugefügt - und es gibt viele Stimmen, die davon ausgehen, dass Gott gewiss ebenso wenig die Massentierschlachtungs-Industrie empfohlen hätte wie das selbstverständliche Abspülen von Reinigungs- und Schadstoffen im WC.

 

Dass bei der Auswahl der Texte zwecks Zusammenstellung der offiziellen Bibel lange nach dem Tod von Jesus Christus zum Nutzen bzw. Vorteil der damaligen Eliten manipuliert (weggelassen, hinzugefügt, interpretiert und unpräzise, missverständlich oder falsch übersetzt wurde, steht mittlerweile außer Frage und wurde von den ersten Übersetzern (aus antiken Sprachen), Auswählern und Zusammenstellern der Bibeltexte (z.B. Sophronius Eusebius Hieronymus (347 - 420) offen zugegeben und zum Teil sogar (mit jeweils zeitgemäß logisch erscheinenden Erklärungen) schriftlich vermerkt. 

 

Aggression / Agressivität

Aggression bezeichnet eine feindselig angreifende Verhaltensweise eines Organismus. Sie ist ein biologisch in Tieren und Menschen verankertes Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen. Ausgelöst bzw. aktiviert oder gehemmt wird Aggression durch die Persönlichkeit, den individuellen Charakter und die Umwelt, motiviert durch Emotionen und oder Anpassung an soziale Rahmenbedingungen wie Staat, Gesellschaft, Gruppe, Umfeld.

 

Doch nur beim Menschen gibt es Ausprägungen der Aggression, die unabhängig von einer aktuellen Bedrohung in Hass, Lebensfeindlichkeit, Sadismus und Gräuel münden können. Konrad Lorenz unterscheidet. Der Mensch reagiert nicht nur auf eine aktuelle Bedrohung, sondern auf eine rein vorgestellte oder suggerierte Bedrohung, die in der Zukunft liegen könnte. Hinzu kommen vitale Interessen in Bezug auf Ideale, die die seine Bedeutung haben wie ein Angriff auf das körperliche Leben. Neben defensiver Feindseligkeit gibt es beim Menschen auch eine Aggressivität, die allein auf seinem Charakter basieren. In diesem Kontext spielt auch das menschliche Streben nach Kontrolle (Macht und Allmachts-Denken) bis hin zu Sadismus eine Rolle.

 

Erich Fromm: Über die Ursprünge der der Aggression / Erich Fromm Study Center Berlin - EFSC / YouTube.com

 

In diesem Kontext ist menschliche Aggression ein Verhalten, das entweder mit der Absicht geschieht, anderen Menschen zu schaden oder um sie in ihrem Rangordnungsstatus herabzusetzen. In diesem Kontext kann man zwischen emotionaler und instrumenteller Aggression unterscheiden. Im ersten Fall ist das aggressive Verhalten eine Reaktion auf erfahrenes physisches oder psychisches Leid, im zweiten Fall ist es eine rationale Aktion, eine Methode, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

 

Aggression äußert sich beim Menschen in verbalen (Diffamierung, Beleidigung etc.), psychischen (Ausgrenzung) oder tätlichen Angriffen gegenüber Personen, Personengruppen und Sachen (Sachbeschädigung) oder (wie im Tierreich) in Drohverhalten und Auseinandersetzungen (Rivalität). Aggression wird zumeist mit unangepassten, zerstörerischen und destruktiven Verhaltensweisen in Verbindung gebracht. Beim Menschen versteht man unter „aggressivem Verhalten“ in erster Linie eine direkte oder indirekte physische und/oder psychische Schädigung eines Lebewesens oder die Beschädigung eines Gegenstandes, unabhängig davon, was letztlich Ziel dieser Handlung ist. Wichtig ist dabei die Absicht, unabhängig davon, ob es zu einer Schädigung kommt oder nicht. Formen der Aggression sind:

 

Offene, physische Form (gegenüber Lebewesen):
Schlagen, Töten, körperliches Bedrohen, autoaggressiv (gegen sich selbst gerichtet)


Offene, physische Form (gegenüber unbelebten Objekten):
Bewusste Verunreinigung, bewusste nachlässige Behandlung von Gegenständen, Sachbeschädigung (u. a. Vandalismus) und Zerstörung von Gegenständen, offene, verbale oder nonverbale Form: Beleidigen, Spotten, Gesten und mimische Ausdrucksweisen, Schreien, rohe und bewusst vulgäre Sprachstile und Umgangsformen.

 

Verdeckte Form:
Böse Phantasien

 

Indirekte Form:
Üble Nachrede, Mobbing, Schikanen, Errichtung von Barrieren etc.

 

Emotionale Form:
als Folge von Stress, Ärger, Wut, Groll, Hass, Neid.

 

Bezüglich des Auftretens von Aggression / Aggressivität gibt es die unterschiedlichsten Modelle wie den triebtheoretischen Ansatz (Sigmund Freud), den instinkttheoretischen Ansatz (Konrad Lorenz), lerntheoretische Ansätze (Albert Bandura, Pawlow, Burrhus Frederic Skinner), die Frustrations-Aggressions-Hypothese ( John S. Dollard, Neal E. Miller), das General Aggression Model (GAM) (Craig A. Anderson, Brad J. Bushman) usw.

 

Der „Hochkapitalismus“ und seine Kultur der Ausgrenzung fördere ebenfalls Gewaltausbrüche einzelner Individuen. Gene und Hormone spielen ebenfalls eine Rolle. So spielt z.B. der Neurotransmitter Serotonin eine Rolle bei der Hemmung aggressiven und riskanten Verhaltens. Der Einfluss von Medien spielt auch eine Rolle. Eine besondere Rolle spielt die Angst: 

Der Neurowissenschaftler Joachim Bauer erklärt, dass im Menschen Angst und Aggression eng miteinander verwandt sind. Demnach sind psychisch labile Menschen durch alles, was Angst macht, besonders leicht erregbar. Auf Angst aufgrund von Bedrohungen durch die Außenwelt, Demütigungen und Verletzungen würden viele Menschen mit Aggression reagieren, die sich keineswegs immer gegen die Ursache des Schmerzes richte, sondern zeitversetzt auch Unbeteiligte treffe, was eine Spirale der Gewalt in Gang setze.

 

Die Persönlichkeit des Bösen: Psychiatrie, PS-Störungen, Psychopathen

Eine besondere Art des Bösen sind Psychopathen, "böse" wirken auch Handlungsmuster bei einigen Psychosen, die mit Uneinsichtigkeit bzw. mangelnder Einsichtsfähigkeit in Bezug auf das eigene Verhalten einhergeht. Auch andere PS-Störungen als die Psychopathie können das Böse durch bestimmte Verhaltensmuster repräsentieren. Dazu zählen einige Sonder- und Mischformen des Narzissmus, Dekadenz, Masochismus, Pseudologie, Negativismus und Hysterie etc.  Eine Unterart des Bösen stellen "die Beflissenen", haltschwache bzw. charakterschwache sogenannte Mitläufer - und damit "Mittäter" - dar - wie man sie in totalitären Systemen kennt, ob in der Politik, im Staatswesen, bei den Medien, in der Jurispondenz und in der Exekutive

 

Interessant ist, dass das Böse insbesondere bei Ängsten bzw. Angst auf einen fruchtbaren Nährboden trifft - und hier  geradewegs wahnhaftes Verhalten und Paranoia bis hin zur Wahn-Symbiose und kollektiven Massenpsychosen führen kann. Dem Bösen steht das Vertrauen in Gott, der damit verbundene der Mut und das Gute gegenüber. Tatsächlich gibt es allgemeine wie auch divergierende Auslegungen von "gut" und "böse", insbesondere in der Philosophie. Dazu kommen wir später. Vorab ein Ausflug in die Psychiatrie und in die Gehirnforschung:

 

Das Böse ist ein zentrales Thema in der Psychiatrie, insbesondere im Bereich der Forensik: Bereits früh kannte man Fälle von sogenannter "Besessenheit" und im Bereich des - in der Neuzeit extrem wachsenden -  Narzissmus sogenannte "Gutmenschen". Masochisten sind wiederum Menschen, die Negatives, Misserfolge, Qualen und damit manchmal auch das Böse "gut" bzw. erstrebenswert finden. In der Forensik kennt man schizophrene Mörder, die angeben, Stimmen gehört zu haben und von bösen Kräften angetrieben worden zu sein. Doch Stimmen, Qualen und sogenannte "Gutmenschen" sind nicht wirklich gut, auch wenn die Betroffenen sich selbst in der Regel genau so - oder zumindest als "normal" - wahrnehmen.

 

Sogenannte Wohlstands-Psychopathen (keine klassische Psychopathie, sondern eine Unterart des Narzissmus und der dekadenten PS-Störung mit Realitätsverlust und fehlender Einsichtsfähigkeit) haben in ihrer sozialen und medialen "Blase" eine völlig verquerte realitätsferne Wahrnehmung von "gut" und "böse". Klassische Psychopathen haben noch weniger Empathie und zudem schlichtweg Spaß am Lügen, Quälen und Morden. Statt regulär "negativen", empfinden sie "positive Gefühle". Sie empfinden keine Schuldgefühle und verstehen nicht, dass sie ggf. selbst "böses" tun bzw. selbst das Böse sind.

 

In diesem Kontext kennt man in der Psychiatrie bei manchen Psychosen wie etwa der Schizophrenie das Phänomen der sogenannte "Umkehr", das zugleich ein Indiz für mangelnde Einsichtsfähigkeit und / oder die Störung selbst ist. Hier kommt es zur 1:1 Verdrehung der Realität. Auch bei diversen Persönlichkeitsstörungen (z.B. naiv-aggressive PS, dekadente PS, Wohlstands-Psychopathen) kommt es zur Verdrehung von "richtig" und "falsch" sowie von "gut und "böse". Insbesondere der Gehirnparasit Toxoplasma gondii ist dafür bekannt, das es in vielen Fällen zu einer Mischung aus Schizophrenie und einer masochistischen Persönlichkeitsstörung kommt, was zu einer 1:1-Verdrehung der Freund-Feindbild-Erkennung führt.

 

Das wohl am meisten typische Ursache für böses Handeln in Bezug auf Persönlichkeitsstörungen ist aus Sicht der klinischen Psychologie, der Psychiatrie und Forensik wohl die Psychopathie. Die Rede ist von der Dissozialen Persönlichkeitsstörung bzw.  der Antisozialen Persönlichkeitsstörung, die auch als Psychopathische Persönlichkeitsstörung bzw. Soziopathische Persönlichkeitsstörung bekannt ist: Hier geht es um Fehlen von Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen z.B. bei gezielter Missachtung sozialer Normen bzw. gesellschaftlicher Regelwerke sowie der Rechte anderer.

Psychopathen fehlt das Einfühlungsvermögen in die Gefühle anderer Menschen. Alternativ ist der Wille bzw. die Fähigkeit zur Einfühlung (Empathie) sehr gering. Die Schwelle zur Frustration und zur Gewaltausübung ist bei Psychopathen gering. Psychopathen sind unempfänglich für negative Emotionen wie Angst oder Unsicherheit und sie besitzen eine niedrige eigene Empfindlichkeit bei hoher emotionale Widerstandsfähigkeit. Dissoziale Persönlichkeiten missachten Normen bzw. gesellschaftliche Regelwerke, ebenso die Rechte anderer. Die Dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörung ist eigentlich die typischste Störung, die Soziale Inkompetenz bereits namentlich spiegelt. Dennoch können diese Menschen soziale Kompetenzen nach außen (z.B. im Vorstellungsgespräch oder im Kundengespräch) zeigen, wodurch sie in der Gesellschaft selten entdeckt werden.

 

Psychopathie-Forscher Michael Woodwort von der University of British Columbia erklärt: "Sie präsentieren sich wie Sie oder ich, können sehr gesellig und charmant sein. Wenn Sie es wollen, werden sie in der Gesellschaft nicht entdeckt." Doch ein solches angepasstes Verhalten von Psychopathen ist vielmehr geschauspielert. Dissoziale Persönlichkeiten haben zum Zwecke der Erreichung ihrer Ziele eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie dann, wenn sie von anderen etwas wollen, gezielt und souverän einsetzen können. Ihre - über ihr Verhalten gezeigten - Ansichten sind aber lediglich gespielt und eben nicht echt.

 

Stephen Porter, Psychopathie-Forscher (University of British Columbia) erklärt: "Wenn Du jede äußere Mimik wegnimmst, findest Du eine Seele, so kalt wie Stein.". Ein Beispiel bewegt ihn besonders. "Ich habe im Gefängnis mit einem Typen namens Kyle gearbeitet. Ich hatte ihn einmal pro Woche in Therapie. Das solle ein Jahr dauern. Kyle verbüßte eine sehr lange Strafe wegen Kindesmissbrauch und dem Mord an einem Kind. Die ersten Monate lief alles extrem gut. Er machte seine Hausaufgaben, entwickelte Mitgefühl für sein Opfer. Wenn ich ein Gutachten hätte schreiben müssen, wäre es großartig ausgefallen. Eines Tages kam ein Wärter in mein Büro. Man hatte Kyles Zelle durchsucht und dabei sein Tagebuch gefunden: Von Beginn bis zum Ende der Therapie waren seine sexuellen Phantasien nicht weniger stark geworden, sondern im Gegenteil: Schlimmer und schlimmer. Am Ende der Therapie träumte er nicht nur davon Kinder zu missbrauchen, sondern diese abzuschlachten.". 

 

Das wahre Denken sogenannter Psychopathen oder Soziopathen ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele.  Kyle schrieb: "Es macht mehr Spaß, diesen Idioten zu verarschen, als ich gedacht habe. Ich kann´s gar nicht erwarten. Ich soll mich in das Opfer hineinversetzen, um ihren Schmerz nachzuempfinden. Autsch! Lügen ist die beste Droge, die ich kenne. Es zeigt wie einfach es ist, Autoritären zu verarschen. Heute habe ich es geschafft, zu weinen - und der  Idiot gab mir ein Taschentuch. Dieses ganze Gerede um die heißen kleinen Fotzen lässt  mich vor Freude weinen.".

 

Dissozialen Persönlichkeiten fehlt es wie gesagt an Empathie (Einfühlung / Einfühlungsvermögen). Sie können die Gefühle anderer nicht wirklich wahrnehmen und/oder verstehen. Ebenso steht es um ihre eigenen Gefühle, folglich die soziale Kompetenz im Umgang mit sich selbst. Dissoziale Persönlichkeiten denken Gefühle nur, sie fühlen sie aber nicht. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung verstehen die Welt und ihr Umfeld als eine Art "Supermarkt", in dem sie sich als "Kunde" lediglich bedienen brauchen. Dissoziale Persönlichkeiten sind nicht therapierbar. Sich selbst halten sie für vollkommen in Ordnung, ja sogar für die "Allergrößten" und das lassen sie andere spüren. Wehe dem, der ihnen in den Weg kommt, sie kritisiert oder sie ändern will. 

 

In seinem Aufsatz „Quer durch jedes Menschenherz“ beschreibt Thomas Fuchs (klinik-sc.de) das Böse aus psychiatrischer Sicht. Fuchs beginnt mit einem Fallbeispiel, das nachfolgend zitiert wird: 

 

"An einem Samstagabend im Januar 2007 klingeln der 17jährige Felix D. und sein gleichaltriger Freund Torben B. an einer Haustür in Tessin, ihrem kleinen mecklenburgischen Heimatdorf. Der Bewohner öffnet, er kennt die beiden seit langem aus der Nachbarschaft, es sind freundliche und höfliche Jungen aus intakten Familien. Doch da ruft Felix „Reno!“, das ist das Codewort zum Losschlagen. Die beiden Jungen ziehen ihre mitgebrachten Messer und halten sie dem Mann an die Kehle mit den Worten „Auf die Knie!“ Er wehrt sich und erfasst ein Messer, doch da lassen die Eindringlinge alle Hemmungen fahren und stechen blindlings auf ihn ein. Während er im Todeskampf zu Boden geht, stürmen die 17-Jährigen die Treppe hoch, treffen auf die Ehefrau des Mannes, die sie mit insgesamt 62 Messerstichen töten. Als sie später noch röchelt, sticht Felix sie noch einmal in den Kopf, um sie endgültig zu töten. Der Sohn des Ehepaares entgeht nur knapp dem Blutrausch, weil es ihm gelingt, in Todesangst in seinem Zimmer eingesperrt die Polizei zu benachrichtigen, die das Paar schließlich stellt und zur

Aufgabe zwingt."

 

Laut Thomas Fuchs erklären weder Alkohol, Drogen oder eine psychische Krankheit noch Feindschaft gegenüber den Opfern die Tat. Laut Fuchs hätte es ebenso beliebige Andere im Dorf treffen können. Laut Fuchs mache der vorgenannte Bericht zweierlei deutlich: "Zum einen die Plötzlichkeit, die Radikalität und Brutalität, mit der das Böse in die vertraute, vermeintlich friedliche Welt des Guten einbrechen kann; zum anderen aber auch die gebannte Aufmerksamkeit und die latente Faszination, die das Böse in uns wachruft".

 

Fuchs These wird von der Beliebtheit von Kriminal-, Gewalt- und Horrorfilmen belegt. Auch die "nicht enden wollende Vermarktung Hitlers oder die nachhaltige Wirkung der Bilder vom 11. September 2001" seien ein Beleg. Das Böse sei das Rätselhafte, Verstörende und zugleich das Unheimlich-Faszinierende. Von Psychologen und Psychiatern erwarte man Antworten auf die beunruhigenden Fragen, wie das Böse möglich ist, wie ein Mensch in seinen Bann gerät und was das Böse mit uns selbst zu tun hat.

 

Laut Fuchs sei das Böse als Ursache böser Handlungen bzw. das Dämonische oder Teuflische zu mystifizierend und

Durch die Aufteilung in Gut und Böse, Gerechte und Ungerechte, Freund und Feind, Licht und Finsternis würden Feindbilder begünstigt. Doch das Bedürfnis nach dieser Vereinfachung sei freilich groß, denn ihr zugrunde liege laut Fuchs letztlich der Wunsch, die eigene innere Ambivalenz, die Unsicherheit über das moralisch richtige Handeln, das latente Bewusstsein der eigenen feindseligen Impulse ein für alle Mal zu beseitigen, also selbst von Schuld frei zu sein und ganz

zur Welt des Guten zu gehören.

 

Einen Mangel an Empathie hält Reinhard Haller hält der Psychiater Reinhard Haller (Interview Deutschlandfunk 2.2020) für das zentralste Merkmal des Bösen. Für ihn konstituiert sich das Böse durch vier Elemente. Je mehr von den genannten Faktoren erfüllt sei, desto böser sei die Tat: 

 

1.  Einseitige Machtverteilung zwischen Täter und Opfer
2.  Planung

3.  Entmenschlichung

4.  Empathie-Mangel

 

Die Behandlung des Bösen ist die Zielsetzung der Forensischen Psychiatrie. Psychopathie, Gewaltdelikte und der Umgang mit Affekten spielen hier eine bedeutende Rolle. Hier geht es aber eben  auch um die Klärung der Schuldfähigkeit. In ihrem Buch „Das Böse behandeln“ beschäftigt sich die Psychiaterin Nahlah Saimeh, Ärztliche Direktorin am LWL- Zentrum für Forensische Psychiatrie Lippstadt und Leiterin des Gutachten- und Fortbildungsinstituts als Herausgeberin mit zahlreichen Autorinnen und Autoren - namhaften Experten der Forensischen Psychiatrie, Psychotherapie und Pflegewissenschaften mit der Frage: "Ist das Böse behandelbar?" und "Wann ist ein Straftäter schuldfähig?".

Auch Neurowissenschaftler beschäftigen sich mit der Thematik, insbesondere mit der Frage "Auf welche Reize reagiert das Gehirn auf bestimmte Reize? Wie reagiert jemand auf Gewalt, die von ihm selbst ausgeht? Dies wird die mit bildgebenden Verfahren (z.B. MRT) untersucht - und lässt sich am Bildschirm sichtbar machen. Untersucht wird zum Beispiel, inwieweit böse Menschen von der Norm abweichen. Die Hoffnung bei derartigen Untersuchungen liegt darin, jene Zentren im Gehirn aktiviert zu sehen, die mit Gewalt zu tun haben. Das vergleicht man dann mit Reaktionen auf Szenen, die nicht mit Gewalt zu tun haben. Speziell geht es um die Aktivierung  des Insulären Cortex, mit dem wir an uns selber Scherzen wahrnehmen - aber eben auch Mitleid und Empathie empfinden. 

 

Auch werden in der Psychopathie-Forschung Blickmuster untersucht und gemessen, wo die Probanden hinsehen - und wie lang und intensiv. Psychopathen reagieren hier anders. Man geht davon aus, dass bestimmte Funktionen des Gehirns bei Psychopathen eingeschränkt sind. Entsprechende Abweichungen  von der Norm konnten nachgewiesen werden. Doch nicht immer ist so etwas angeboren. Zu 2/3 spielen Umwelteinflüsse eine Rolle, die das Gehirn durch Negativ-Konditionierung verformen. Folglich müsse man bei der Behandlung bereits in früher Kindheit beginnen.

 

In der Regel werden böse Taten mit Psychopathen in Verbindung gebracht, solche Menschen, die Spaß am Quälen anderer haben. Es darf aber nicht vergessen werden, dass neben dieser Persönlichkeitsstörung und anderer vorgenannter PS-Störungen auch Psychosen bzw. regelrechte Krankheitsbilder zugrunde liegen. Hier ein Beispiel einer Patientin mit einer Bipolaren Störung:

"J. war im Vergleich zur Norm das liebste und liebenswerteste Mädchen, das ich bis dato kannte. Sie versprühte eine Loyalität, Anhänglichkeit und Liebe, die ich bis dato ebenfalls nicht kannte. Besonders nennenswert war ihre Aufopferung für mich, ihre Familie und alle sonstigen sozialen Kontakte, bei denen sie - trotz ihrer aktuell schwierigen sozialen Lage - hohes menschliches Ansehen genoss und sehr beliebt war. Sie konnte alle unterhalten und war immer lustig. Manchmal wirkte sie trotz ihres Alters wie ein kleines Kind. Nach einem lustigen geselligen Abend, an dem auch ein wenig Alkohol getrunken wurde, schlug ihr Wesen plötzlich um: Es begann mit unbegründeten Ängsten und dem - irgendwann skurril wirkenden - Erzählen von Erinnerungen aus der Vergangenheit, ihrer vorausgegangenen Ehe und ihrer Erlebnisse in ihrer Arbeit, die sie sehr mochte, aus irgendwelchen - mir bis dato unbekannten - Gründen jedoch leider immer wieder verlor, wonach J. stets wieder von vorne begann. Bald folgten wirre Gedankenäußerungen, zunehmende Ängste und Umherwandeln in der Nacht. Am nächsten Tag hatte ich das Gefühl, eine andere Person säße vor mir: Eine Person voller Misstrauen und böser Gedanken. Auch ihre Stimme hatte sich merklich verändert. Sie war klarer, bestimmender und viel dunkler als sonst. Ich hatte den Eindruck, dass ein Dämon in sie gefahren sein müsse. Als ich mir irgendwann nicht mehr zu helfen wusste - und ich aufgrund ihres Verhaltens dann irgendwann die Polizei rufen musste, empfing J. die Beamten mit selbstbewusstem plötzlich klar wirkendem Auftreten an der Türe, drehte die Realität komplett herum - und führte mich selbst den Beamten als vermeintlicher Patient vor."

 

Macht-Rausch - Deindividuation - Verantwortungsdiffusion - impulsives Verhalten

Besonders deutlich trat das Böse in der Geschichte bei Exzessen zutage, die auf einem regelrechten Macht-Rausch im Kontext zur Deindividuation basieren, bei denen es zu einem manischen emotionalen (nicht von einer Vergiftung mit Rauschmitteln oder anderen Substanzen erzeugten) Zustand der Ekstase kommt, der jemanden über seine normale Gefühlslage hinaushebt - und Macht geradewegs ekstatisch ausleben lässt - wie dies bei KZ-Personal im 3. Reich oder im Zuge der "Corona"-Politik deutlich zu Tage trat bzw. tritt.

 

Die Manie vollzieht sich ähnlich wie bei einem Trip, nur ohne Trance. Dennoch kommt es - nicht selten im Kontext einer Wahn-Symbiose zum  sogenannten "Rausch der Sinne" für die Betroffenen, die ihre Macht irgendwann ungehemmt ausleben. Die Auswüchse reichen von exzessiver Propaganda, Schmähung und Beschimpfung über sinnlose Schikanen bis hin zu jenen Gewalt-, Vergewaltigungs-, Folter- und Vernichtungs-Exzessen - wie man diese aus der Geschichte kennt. Oft vollzieht sich Derartiges im  Zuge der Deindividuation. Deindividuation bezeichnet das Phänomen, dass ein Individuum, wenn es sich in einer bestimmten Situation in einer Gruppe befindet, weniger stark entsprechend den gesellschaftlichen Verhaltenseinschränkungen handelt, als wenn es alleine in der Situation ist.

 

Die Sozialpsychologen Aronson, Wilson und Akert definieren die Deindividuation als ein Lockern der normalen Verhaltenseinschränkungen beim Einzelnen, wenn er sich in einer Gruppe befindet, wobei es vermehrt zu impulsiven und von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Handlungen kommt. Das Individuum vollzieht somit in der Gruppe Handlungen, die es alleine nicht ausüben würde. Gewalttätige Ausschreitungen von Gruppen von Hooligans bei Fußballspielen können durch dieses Phänomen ebenso erklärt werden wie z.B. Folterungen und Misshandlungen irakischer Gefangener im Abu-Ghuraib-Gefängnis. (Siehe: Philip Zimbardo 1971 / Stanford-Prison-Experiment).

 

Zimbardo definiert Deindividuation als einen Zustand, der sich auszeichnet durch:

 

01  eine geschwächte Verhaltenskontrolle

02  geschwächte rationale und normative Urteilsprozesse

03  verringerte Bewertungsangst und in der Folge

04  eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit, im Widerspruch mit Normen zu handeln.

 

Sozialer Einfluss fördert ebenso böse Taten wie Anonymität: Robert Watson untersuchte 1973 das Verhalten von Kriegern gegenüber Kriegsgefangenen und stellte fest, dass Krieger, die mit Kriegsbemalung und somit anonymisiert in den Kampf zogen, signifikant öfter Kriegsgefangene töteten, verstümmelten oder folterten. Rehm, Steinleitner und Lilli untersuchten 1987 den Einfluss der Anonymisierung durch Uniformen auf das Verantwortungsbewusstsein bzw. die Aggressivität und fanden auch hier deutlich aggressiveres Verhalten unter der anonymisierten Bedingung. In diesem Kontext sei der Begriff der "Verantwortungsdiffusion" genannt:  Denn die Deindividuation führt zu verringertem Verantwortungsgefühl. Verantwortungsdiffusion bezeichnet das Phänomen, dass bei jedem Zuschauer das Verantwortungsgefühl abnimmt, je mehr Zeugen es gibt. Brian Mullen analysierte im Jahre 1986 60 Übergriffe von Ku-Klux-Klan-Anhängern auf Amerikaner mit afrikanischer Herkunft und stellte fest, dass die Ermordungen der Opfer umso brutaler und grausamer waren, je größer die Gruppe von Anhängern war. Die Deindividuation korreliert also positiv mit der Gruppengröße (Zimbardo, 1969).

 

Zwei Faktoren der Deindividuation führen zu impulsivem Verhalten, das in einen Rausch münden kann:

1.  Verringertes Verantwortungsgefühl: Die Wahrscheinlichkeit, in der Gruppe entdeckt zu werden und zur Rechenschaft gezogen werden zu können, ist sehr gering, daher sinkt das Verantwortungsbewusstsein des Individuums für die eigenen Handlungen. Durch die Bewusstmachung der eigenen Identität wird somit das Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Handlungen wieder gestärkt. (Diener, 1980; Postmes & Spears, 1998; Zimbardo, 1970)

 

2.  Stärkung der Gruppennorm: Deindividuation verstärkt das Festhalten an der Gruppennorm, diese kann von den Normen und Regeln anderer Gruppen abweichen. Es können aber auch die Normen der Gesellschaft sein, die stärker befolgt werden, wodurch Deindividuation nicht zwangsläufig zu aggressiverem und antisozialem Verhalten führen muss. Das gezeigte Verhalten ist von den in der Gruppe akzeptierten Normen abhängig. (Gergen; Gergen & Barton, 1973; Johnson & Dowing, 1979)

 

Bereits Scipio Sighele (1891) und Gustave LeBon (1895) postulierten, dass sich das Verhalten von Menschen in großen Gruppen verändert. Sigheles Interesse war kriminologischer Art. Er ging davon aus, dass der einzelne in der Masse sein Bewusstsein verändere und daher nur begrenzt für sein Handeln verantwortlich sei. Der Arzt und Soziologie Gustave LeBon interessierte sich mehr für die Prozesse, die für die Veränderung des Verhaltens verantwortlich sind, und postulierte, dass höhere psychische Prozesse in der Masse geschwächt und niedrigere gestärkt würden. Das Resultat sei, dass die Masse als Ganzes „dümmer“ sei als die Individuen im Durchschnitt.

 

Ein neuerer Ansatz zur Erklärung der Deindividuation ist das social identity model of deindividuation effects (SIDE) von Reicher, Spears und Postmes, 1995. Im SIDE wird davon ausgegangen, dass Deindividuation eine Art von Depersonalisation im Sinne von Selbstkategorisierungsprozessen (Turner et al., 1987) ist: In einer Gruppe, mit der man sich identifiziert, finden Selbstkategorisierungsprozesse durch Vergleiche mit anderen Gruppen-Mitgliedern statt. Dadurch fällt die soziale Identität stärker ins Auge, was bedeutet, dass man sich selbst über die Zugehörigkeit zu der entsprechenden Gruppe und den Vergleich dieser Gruppe mit Fremdgruppen definiert. Daher wird das Verhalten stärker an Gruppennormen orientiert als an individuellen Normen. Die Folge ist, dass in der Gruppe kein Verhalten gefördert wird, das den Normen widerspricht. Durch Deindividuation kommt es zu sozial reguliertem Verhalten kommen.

 

Beflissene & Mitläufer

Bei der Ergründung und Erforschung des Bösen wird der Psychopathie ein hoher Stellenwert beigemessen. Eine weit höhere Relevanz und Brisanz - auch zahlentechnisch - hat aber das Mitläufertum: a) Narzisstische Persönlichkeiten unterschiedlichster Art, die sich totalitären "Führern" und deren Systemen, Gruppierungen und Regimen andienen - die sogenannten Beflissenen - und b) jene Menschen, die sich stumpfsinnig oder aus dem "Herdentrieb" und "Schwarmverhalten" heraus - oder aber aus Angst (und Feigheit) - an derartige Systeme anpassen, sich über entsprechende Medien aus mangelnden intellektuellen Fähigkeiten heraus oder aber bereitwillig indoktrinieren lassen - und sich im Rahmen des sozialen Einflusses totalitären und bösen Systemen fügen. In diesem Kontext sei auch das Phänomen der Pluralistischen Ignoranz sowie der Effekt der Massenpsychologie genannt.

 

Ohne diese vorgenannten a) "beflissenen" und b) "dumben" wie tauben angepassten Mitläufer und die vorgenannten Effekte würde es weder totalitäre Systeme geben, noch könnten sich bösartige Ideologien und Machenschaften etablieren und durchsetzen. Laut Sophie Scholl, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime im 3. Reich entsteht der größte Schaden durch die schweigende Mehrheit, die sich fügt und alles mitmacht.

 

Im damaligen Entnazifizierung-Verfahren war „Mitläufer“ die vierte von fünf Kategorien, in die die Betroffenen im Spruchkammerverfahren eingeteilt wurden. Nach Art. V der Kontrollratsdirektive Nr. 38[1] war Mitläufer, wer nur als nomineller Parteigänger mitgemacht oder die Täter unterstützt hat. Dazu zählte u.a. auch, wer als Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen Mitgliedsbeiträge bezahlt oder an deren Versammlungen teilgenommen hat. Mitläufer sind Menschen, die Unrecht und anderes Böse passiv geschehen lassen oder mitmachen, ohne dabei für sein eigenes Verhalten Rechenschaft abzulegen oder Verantwortung zu übernehmen. Andere Bezeichnungen für "Mitläufer" sind zum Beispiel "Sympathisant", "Konformist" oder "Opportunist". Die "Beflissenen" sind - sich konform verhaltende -  „Opportunisten“, die sich schnell und bedenkenlos (skrupellos) an Systeme anpassen und das System oder ihre eigene Lage und/oder die Lage anderer ausnutzen, um (im narzisstischen Sinne) Sympathie und Ansehen der Haupttäter bzw. Anführer zu erhaschen oder im egoistischen Sinne auf persönliche Vorteile aus sind. 

Gemäß den Ergebnissen der bekannten Konformitäts- und Autoritäts-Experimente (siehe sozialer Einfluss) werden die meisten Menschen recht schnell zu Mitläufern und Mittätern unter denen sich dann immer besonders "Beflissene" befinden, die selbst die irrsinnigsten Anweisungen und Befehle engagiert ausführen. Auch Fanatiker zählen dazu. In diesem Kontext sei auch die Anpassung über den Effekt der sogenannten Wahnsymbiose erwähnt.

 

In Bezug auf das Mitläufertum im Kontext zum Bösen besonders nennenswerte Beispiele in der Geschichte sind a) die Hexen- und Ketzerverfolgung, b) das Schreckens-Regime der Wiedertäufer zu Münster, c) das Schreckens-Regime der schiffbrüchigen Überlebenden der Batavia unter ihrem Rädelsführer, d) die Massenverfolgung und Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern des NS-Regimes und e) die medial gelenkten politischen wie gesellschaftspolitischen Zustände in Deutschland seit der sogenannten 2. "Wende" im Jahr 2015  inklusive der sogenannten "Corona"-"Krisen"-Politik:

Die Rede der digitalen Chronisten und Kommentatoren - wie z.B. bei "Aktuelles aus Deutschland" ist von einem "Narrenschiff"- und "Horror"-System, deren "geistig wie psychisch extrem auffälligen" Mitläufer " ihre Vorgänger von einst kopieren, ohne dies intellektuell und geistig wie auch moralisch oder aufgrund fehlenden Wissens - auch nur vom Ansatz her - zu durchblicken". Im Zuge der massiven Psycho-Epidemie zu beobachten, sei eine regelrechte Wahn-Symbiose. Die Mentalität der deutschen Mitläufer und Duckmäuser sei letztendlich die gleiche wie damals vor 1945. Die Dummen, Naiven und Angepassten von heute seien schlichtweg zu dumm, zu degeneriert und zu angepasst, um zu bemerken, dass sie gerade die Demokratie abschaffen, für die andere einst hart gekämpft hatten. Andere - die sogenannten "Beflissenen" - würden - genauso wie früher - offenbar sogar Spaß daran empfinden, Menschen zu lenken, zu kontrollieren, zu gängeln, zu drangsalieren  und zu demütigen. 

 

Die Zustände im Land erscheinen vielen Menschen seit 2015 - spätestens seit Einleitung der sogenannten "Corona-Krise" derart gravierend, schrill und zugleich böse, dass man eigentlich vom "4. Reich des Irrsinns" sprechen müsste - oder vo  "Dummlands" von "Zombie-Apokalypse" oder von Merkels "Großer Transformation", die mittlerweile außerhalb psychiatrischer Anstalten (im Bereich der Forensik) stattfinde und bei der Psychopathen den Ton angeben, Quentin Tarantino offenbar Regie führe und Edgar Allan Poe das Script liefere. 

 

Denn in diesem neuen Deutschland gebe es im Zuge der neuen - seit der Wende 2015 etablierten - "Agenda irrer Ideologen" - nur noch "eine legitime Einstellung und Meinung" - und in Bezug auf Denken und Gefühle müsse man "leise sein". Sonst gebe es "Ärger". Das Vorhaben habe "System" und Nachdruck. Laut Ex-DDR-Bürgern seien die aktuellen Zustände "schlimmer als in der DDR" oder laut Senioren "wie im NS-Regime".

 

Man prognostiziert: "Wir nehmen mit voller Fahrt Kurs auf´s Riff", Eigentlich seien wir längst aufgelaufen. Die unteren Decks stünden bereits unter Wasser. Manche meinen in dem täglichen Irrsinn massive Dummheit zu erkennen: Tiere seien klüger. Dennoch stelle sich die Frage, ob dies alles, was wie derzeit erleben müssen, wirklich nur auf Inkompetenz und Dummheit basiert. Denn wie es aussehe, folge scheinbar alles einem teuflischen und letztendlich geisteskranken "Plan", der für gesunde und rechtschaffene Menschen ein regelrechter Albtraum sei, aus dem man nur allzu gerne erwachen möchte. Und dieser habe es bezüglich der Konsequenzen für die geistig noch einigermaßen gesunden Menschen außerhalb der politisch-medialen Irrenanstalt in sich.

Für Einige zeigt sich hier das Böse an sich. In diesem Kontext soll an Jesus Schicksal erinnert werden:  "...und sie verhöhnten und verspotteten ihn". Man meint: Täglich wird Jesus und sein Werk von Medien und Politik indirekt verhöhnt und verspottet - und es stelle sich die Frage: Merken das die dafür Verantwortlichen nicht? Oder tun sie dies bewusst? In diesem Kontext sei wiederum an die Bibel erinnert: "Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zur Finsternis, die das Bittere süß machen und das Süße bitter. Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für verständig halten... Dass Lucifers Werk von Vielen nicht erkannt wird, ist das Eine. Das Andere ist, dass Einige Satan längst als "Gott" anbeten und offenbar völlig blind dafür sind. Die Menschen müssen sich entscheiden: "Welches ist der Weg, da das Licht wohnt, und welches ist Stätte der Finsternis?" (Hiob 38:19).

Das Böse, das für viele Menschen heutzutage eine Art "psychologische Kriegsführung" und "Psycho-Folter" darstellt - wie wir dies auch bei der Judenverfolgung und der Verfolgung Andersdenkender und Kritiker im 3. Reich - vor der physischen Vernichtung - früher der Fall war, mündete auch in anderen Zeiten in regelrechte Exzesse: Nicht etwa nur in politischen und ideologischen Systemen bzw. Staats-Systemen. Derartige Mitläufer-Systeme wie z.B. das 3. Reich oder die Post-Demokratie, das sogenannte "4. Reich" stellen in Bezug auf böses Denken und Handeln eher eine Minderheit dar.

 

Öfter sind religiös motivierte böse Systeme - und noch häufiger kommen rein persönlich motivierte "Regime" im Kleinen vor. Insbesondere in Ausnahmesituationen (Naturkatastrophen, Krisen, Unglücke etc. ) scheinen Menschen für das Böse besonders empfänglich zu sein. Während man eigentlich annehmen müsste, dass derartige Ereignisse die Menschen eigentlich verbinden und regelrecht zusammenschweißen müsste, erleben wir nicht selten böse Menschen, bei denen das Böse in solchen Situationen ausbricht, andere Menschen "infiziert" und beflissene wie angepasste Mitläufer um sich schart, um andere Menschen auszugrenzen, zu terrorisieren, zu verfolgen, zu peinigen, zu vergewaltigen, zu quälen, psychisch zu foltern und zu töten. Nehmen wir das Batavia-Beispiel:

Im Jahre 1629 lief die Batavia mit reichlich Juwelen und Kisten voller Silbermünzen beladen auf ein Riff. Die das Unglück überlebenden Seeleute, Kaufleute und Reisenden "retteten" sich mit Frauen und Kindern auf eine winzige Sandinsel. Die Schiffsoffiziere und die Vorgesetzten segelten mit einer Schaluppe davon, um Hilfe zu holen und überließen 250 Schiffbrüchige der Angst, Hunger, Durst und der Verzweiflung. Auf der Insel begann ein dramatischer, gnadenloser Kampf ums Überleben, nicht etwa aus Hunger, sondern aus reiner Bosheit, sexueller Gier, Spaß am Töten, Vergewaltigen und Quälen von Menschen und entsprechendem Mitläufertum heraus. Es bildete sich ein  diktatorisches Regime eines einzelnen Mannes - dem Kaufmann Jeronimus Cornelisz. Erschreckend sind die grausame Brutalität und Mordgier der Exzesse, die sich auf der Insel vor der Küste Australiens abspielten. Niemand konnte sich auf der Insel seines Lebens sicher sein. Cornelisz´Schergen und Mitläufer gerieten in eine Art Blutrausch. "Niemand konnte sie stoppen. Sterben musste, wer alt, schwach oder ihm nicht bedingungslos unterwürfig war" (Spiegel.de).

 

Sozialer Einfluss & Konformität

Aus der Sozialpsychologie wissen wir: Der Mensch neigt zu Konformität. Willenlose haltlose Persönlichkeiten verhalten sich dabei besonders konform. Konformität ist bequemer. Zudem ist der Mensch ein soziales Wesen und unterliegt dem sozialen Einfluss, wozu auch der Einfluss von Autoritäten und den Medien zählt. Mit dem Strom zu schwimmen, gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Richtigkeit. Das Denkmuster: Das machen schließlich alle bzw. die meisten Anderen auch so. Menschen, die aufgrund ihrer Intelligenz, ihrer Persönlichkeit und ihres Charakters selbst denken oder quer denken haben es viel schwerer als die "dumbe" Masse, die für die Stimmen von Minderheiten nicht empfänglich sind.

 

Wer nicht konform denkt und sich nicht konform verhält, gilt schnell als Querulant, Unruhestifter, Außenseiter und Eigenbrötler, ggf. als Ketzer. Als Konformität bezeichnet man die Übereinstimmung und Anpassung an die Einstellung und das Verhalten anderer oder einer ganzen Gruppe. Es geht um Verhaltensweisen, Meinungen, Einstellungen, Urteile, Moralvorstellungen oder gelebten Normen. Motor der Konformität ist die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Da der Mensch ein Herdentier ist, gehört es beim Durchschnittmenschen zu den Devisen, nicht negativ aufzufallen. Zugleich ist dies ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Hinzu kommt die Denkfaulheit: Es ist anstrengender, sich eine eigene Meinung zu bilden, diese zu vertreten und gegen Häme oder Kritik von außen zu verteidigen, als ganz "pragmatisch" und simpel die Ansichten von Autoritäten zu übernehmen. Zu diesen sogenannten "Autoritäten" zählen gehypte Politiker und Stars und vor allem die Massenmedien. In der sogenannten "Papageiensprache" wiederholen, was die meisten bzw. vermeintlich "alle" sagen, kann jeder; sich informieren, analysieren und reflektieren bereitet den meisten (einfach strukturierten) Menschen Mühe.

 

Bezüglich des Gruppenzwangs unterscheidet man zwischen "Majoritätsdruck" - dem unbewussten Anpassen an die (tatsächliche oder zumeist aber vermeintliche bzw. vorgestellte) "Mehrheit" nach dem Motto „Das macht man hier halt so.“ (Meinungen und Verhaltensweisen werden automatisch übernommen) und dem "Autoritätsdruck" (Chef, Politik, Medien, vermeintliche Experten und Koryphäen, natürliche Autoritäten z.B. Stars). Sanktionen und Belohnungen können Bestandteil des Autoritätsdrucks sein, ebenso Ausschluss und Bestätigung.

 

Das Böse & die Angst
Viele der zuvor genannten Mitläufer des Bösen passen sich dem Bösen aus Angst an. Angst ist der Nährboden des Bösen. Aufgrund der Angst von Menschen kann sich das Böse erst entfalten. Der Angst liegen Wahrnehmungen und/oder Gedanken zu Grunde, die als bedrohlich empfunden werden. Auslöser von Angst sind a) Erwartete Bedrohungen (echt oder vermeintlich), b) der Schutz der Selbstachtung und des Selbstbildes oder c) übersteigerte und krankhaft Angst (depressive, schizoide, zwanghafte, hysterische Angststörungen wie eine Phobie). Angst kommt von innen oder wird von außen geschürt. Wer Angst schürt, hat in der Regel nichts Gutes im Sinn.

 

Einige Ängste sind eher rational begründet (z.B. Angst vor Höhe, Angst vor engen Räumen), andere wiederum wirken auf andere Menschen eher irrational (z.B. Angst vor großen Plätzen, Angst vor Liebe, Zuneigung und Nähe). Einige Ängste sind ängstlichen Menschen bewusst, andere hingegen unbewusst (z.B. Angst vor zu gut, zu schön, zu freundlich oder zu qualifiziert wirkenden Menschen). Derartige Ängste stehen in einem Zusammenhang mit der eigenen Persönlichkeit, dem Bild von einem selbst (z.B. Selbstwertgefühl) und weiteren Ängsten (z.B. Angst, nicht zu genügen, Angst vor Konkurrenz, Angst, einen "Korb" zu bekommen. Gefühle wie Neid (in Form von Missgunst) können ebenfalls eine Rolle spielen und mit entsprechenden Ängsten einhergehen. Angst kann situations- oder objektbezogen sein. Zudem muss zwischen einer diffusen allgemeinen Angst (z.B. Prüfungs-Angst) und einer ganz speziellen und konkreten Angst (z.B. die Furcht vor einem bestimmten Prüfer oder eine klar definierbare Situation) unterschieden werden.

 

Vom Grundprinzip her hat Angst eine nützliche Funktion. Sie ist ein Schutzmechanismus, der unsere Sinne schärft und in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein entsprechendes Verhalten (z.B. Flucht) einleitet. Sie schützt uns vor Gefahr und hindert uns daran, blindlings ins Verderben zu rennen. Auch die körperlichen Symptome der Angst sind normale physische Reaktionen, die uns - ähnlich wie Stress - auf eine Kampf- oder Flucht-Situation vorbereiten - und bei einer realen oder vermeintlichen Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit sichern - sollen, im Extremfall sogar das Überleben. Doch leider kann Angst auch entarten, auf einer Psychose basieren oder künstlich von außen erzeugt werden z.B. in Werbung und Marketing zum Zwecke des Absatzes oder durch die Medien und Politik zum Zwecke der Lenkung und Gefügigmachung der Masse. Hier kommt das Böse im Spiel. Angstmache, Angst und das Böse standen schon immer in einer direkten Verbindung.

 

Angst kann schrille Ausmaße annehmen - so wie man das zum Beispiel von Maßnahmen im Rahmen der Eifersucht oder in unsinnigen Maßnahmen der Gesetzgebung findet, die einem Wahn gleichen können. Floris Weber erklärt diesen Kontrollmechanismus am Beispiel der Eifersucht und der "Corona"-Hysterie als Beispiel für Kontrolle in einem Video bei YouTube.

 

Wie wir auf das Angst-Signal "Vorsicht Gefahr!" reagieren, ist eine andere Sache. Ergreifen wir die Flucht? Oder mobilisieren wir unsere Kräfte, um ein Problem zu lösen? Lassen wir uns von Angst entmutigen? Oder werden wir über Abwehrmaßnahmen nachdenken? Reagieren wie maßvoll? Oder reagieren wir über? Angst kann hemmen. Angst kann aber auch zum Handeln auffordern. Um der eigentlich nützlichen Absicht der Angst gerecht zu werden, muss sowohl die Angst, als auch das Verhalten bei Angst angemessen sein. Es darf weder zu viel Angst unser Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblenden. Oft verfehlt die nützliche Angst ihre Wirkung. Sie führt zu übertriebener Aktivität (Panik) oder Passivität bis hin zur Lähmung. Was sind die Gründe?

 

Manchmal ist unsere von der Natur vorprogrammierte körpereigene Alarmanlage sehr empfindlich eingestellt, manchmal wird sie aber auch im Verlauf und unseres Lebens z.B. durch bestimmte Ereignisse auf "überempfindlich" umprogrammiert, ähnlich einer allergischen Reaktion (Allergie), was dann zu entsprechenden Fehl-Alarmen führt. Wir überschätzen eine Angst auslösende Gefahr, weil wir zu wenig oder zu viel (Negatives) darüber wissen. Alternativ unterschätzen wir unsere Fähigkeit, mit der Angst umzugehen. Im Umgang mit der Angst spielen unsere vorausgegangenen Erfahrungen und unsere Gedanken eine ebenso entscheidende Rolle wie unsere Persönlichkeit. Somit ist Angst das, was unsere Gedanken daraus machen. Manchmal ist unsere Persönlichkeit so gestört, dass aus natürlicher Angst etwas wächst, das uns unser natürliches Leben geradewegs behindert. 

 

Aus Angst kann Panik werden: Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Panik ist zudem eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen, körperlichen und psychischen Symptomen, wobei es auch zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen kann. Tritt Panik nicht aufgrund einer tatsächlichen Bedrohungs- oder Stresssituation auf, spricht man von einer Panikstörung; eine Form von Angststörung. Bei zunehmender Angst ist es möglich, dass die Reaktionen des Menschen nicht-rational und nicht-sozial werden. Es kann z.B. zu einer lähmenden Starre oder einem kopflosen Fluchtverhalten kommen. Sofern es zu solch einem "unvernünftigen" und "unzweckmäßigem" Verhalten kommt, bezeichnet man dies als Panikverhalten. Die Psychologie unterscheidet zwischen zwischen einem "Panik-System" und einem "Furcht-System". Das Panik-System wird vor allem dann aktiviert, wenn Flucht unmöglich und Kampf aussichtslos erscheinen.

 

In der Sozialpsychologie kennt man zudem die "Kollektive Panik" im Zuge des Sozialen Einflusses. Denn Menschen können ihre gegenseitigen Handlungen beobachten und miteinander kommunizieren - und reagieren auf Angst machende Ereignisse ähnlich wie ein Vogel- oder Fisch-Schwarm, wobei die Individuen sich stets an Artgenossen orientieren und der unmittelbar beobachtbaren Masse folgen, was Gustave Le Bon als Begründer der Massenpsychologie zu der Vermutung führte, dass es aufgrund dieser Interaktion zur Ausbildung einer sogenannten "Massenseele" komme, der der Einzelne unterworfen sei.

 

Dies führe zum Verlust des Verantwortungsgefühls sowie zu einer Zunahme von normverletzenden und irrationalen Verhaltensweisen. Die Masse kann sich in einer Gefahrensituation mit der Angst einzelner panischer Menschen quasi anstecken, wobei die verängstigten Menschen ihre Panik zusätzlich gegenseitig verstärken. Zudem ist die Masse aufgrund der massenpsychologischen Effekte bezüglich des Fluchtimpulses miteinander verbunden. Bei einer sogenannte "Massenpanik" drängt die Menschenmasse dann zum Beispiel plötzlich und kollektiv zu möglichen Ausgängen - wie die Lemminge immer den Anderen hinterher - ohne zu hinterfragen ob die Flucht-Route bzw. die vermeintlichen Ausgänge wirklich real oder die richtigen sind. 

 

Nicht nur die Gebrüder Grimm wussten, dass man von Angst bzw. Angst machenden Erzählungen sehr gut profitieren kann. Insbesondere die Obrigkeit war stets bemüht, Angst zu schüren und zu nutzen, um das Volk bzw. a) gefährliche angstfreie Persönlichkeits-Typen zu befriedigen und auch b) alle anderen zu befrieden (ruhig zu stellen bzw. klein zu halten). Kirche und Klerus bedienten sich der Angst ebenso als Instrumentarium wie die weltlichen Herrscher, die oftmals nur über den Machtfaktor Angst und Schrecken (sogenannte Schreckensherrschaft) regieren konnten. Bei der Umsetzung von Revolutionen war dies nicht anders und es gab immer schon viele Menschen mit entsprechenden Persönlichkeitsstörungen, die sich an Angst, Schmerz, Folter, Verstümmelung und Hinrichtungen geradewegs erquickten oder sogar eine regelgerechte Wissenschaft daraus machten wie die Geschichte der Guillotine ebenso zeigt wie die vielzähligen Folter-Handbücher und detaillierten Prozess-Akten der Inquisition und sonstigen Hexenprozesse.

 

Als einer der vielen in die Geschichte eingegangenen und von Bram Stoker als Romanfigur Dracula stilisierten Gesellen des Angst-Machens bzw. des frühen Psycho-Terrors sei hier der Woiwode Vlad III mit dem Beinamen Draculea (1431-1476/77), auch Vlad Tepes / Tepez (der Pfähler genannt) erwähnt. Zugleich muss betont werden, dass Gräueltaten (hier das massenhafte Pfählen und öffentliche Blut trinken) sowie Spaß an Angst und Grauen früher allgemein übliche Tagesordnung war und ein Vlad Tepez nicht etwa ein blutrünstiger Sonderfall war. Auch muss hinzugefügt werden, dass sich Angst in der Geschichte immer schon eine Art Lebensgefühl war, dass eng mit dem Leben und der Sinnhaftigkeit des Lebens verbunden war.

 

Wer anderen Menschen Angst macht, verfolgt dabei stets ein Ziel - zumeist ein böses. Zudem ist das Schüren von Angst zugleich eine Methode, um Menschen kontrollieren, führen, lenken und bestimmen zu können. Daher gab und gibt es unterschiedlichste Strategie-Papiere, in denen das Schüren von Angst zur Lenkung und Manipulation von Menschen empfohlen wird - und erklärt wird, wie dies geht. Auch in der Argumentation sowie in der persuasiven Rhetorik  gilt Angstmache als wirkungsvolles Silmittel (siehe: Appell an die Angst), das in Werbung, Marketing und Vertrieb beflissentlich genutzt wird. Als typisches Beispiel seien hier die bekannten Scheinargumente (Sophismen) von Versicherungsvertretern genannt, die motivatorisch bei der Angst ansetzen und das Gefühl vermeintlicher Sicherheit verkaufen. Hinzu kommt, dass sich bestimmte politische Ziele (z.B. Kirchliche Unterordnung im Mittelalter,  die Ausgrenzung und Vernichtung unbequemer Menschen (z.B. als Hexe), der "Totale Krieg" im 3. Reich sowie aktuelle "Klima"-Ziele mit erheblichen Verteuerungen) wissentlich nur und ausschließlich über die Methodik der Angstmache sicher und zuverlässig über die "kollektive Angst" zur individuellen Angst des Individiuums umsetzen lassen.  Dies läuft über Informationen, Sprachbilder, Framing und entsprechende Demagogie.

 

Der französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe, Soziologe und Erfinder Gustave Le Bon (1841 - 1931) gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie, einem Teilgebiet der Sozialpsychologie. Sein bekanntestes Werk ist das 1895 veröffentlichte Buch Psychologie der Massen. Le Bons Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß. Von der unter anderem von Le Bon untersuchten Psychologie der Massen und der Erfahrung mit totalitären Systemen wissen wir, dass das Schüren von Ängsten bewusst zur Steuerung der Massen eingesetzt wird. In totalitären Systemen oder Gesinnungs-Systemen bestimmt die politisch gewünschte und medial gezielt erzeugte und geschürte Angst sämtliche Bereiche des Lebens. Menschen derartiger Regime, sollen Angst haben, ihre Meinung offen zu äußern, die sollen Angst haben, das Falsche zu sagen oder Angst davor haben, diskriminiert, diffamiert und ausgegrenzt zu werden. Die Angst vor Existenzverlust, nur, weil man seine Meinung sagt ist in politischer Hinsicht ebenso wirksam wie die Angst vor Krankheiten.  Genutzt wird insbesondere der Soziale Einfluss inklusive der Pluralistischen Ignoranz.

 

 Schüren von Angst am Beispiel "Corona": In ihrer Neujahrsansprache zum Jahr 2021 sprach die Kanzlerin zum Beispiel von einem angeblich "völlig neuartigen Virus, das in unsere Körper uns unsere Leben eindringt". Doch ALLE "Viren" dringen in unseren Körper ein. Jeder menschliche Körper ist ein guter Viren-Wirt. Ein Leben ohne Viren gibt es nicht.  Zudem ist das besagte Virus keineswegs neu. Es handelt sich um eine Mutation von anderen SARS-Viren, von denen fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal betroffen war, manche sogar jeden Herbst/Winter. Auch sind immer schon ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen durch die Schwächung des Immunsystems bei Infektion mit einem Grippe-Virus gestorben - manchmal wesentlich mehr als aktuell. Auch das Sterben von Menschen ist nichts Neues. Das Leben hat sich NICHT "durch das Virus" verändert (wie z.B. damals bei der Pest), sondern durch die Maßnahmen der Politik, die - im Gegensatz zu früher - plötzlich als "notwendig" deklariert wurden - und die tief in unser Leben eingegriffen haben - und das Leben, das wir uns in unserer Demokratie über viele Jahre erkämpft haben, zerstören, wobei diese Zerstörung ein angebliche "Berechtigung" habe und bei verängstigten  Menschen findet.

 

Die Kanzlerin sagte, das Corona Virus mache Umarmungen und andere menschliche Nähe unmöglich. Die Kanzlerin gibt dies als "neue Erkenntnis" wieder, obgleich dies Allgemeinwissen ist:  Fast jede ansteckende Krankheit überträgt sich über entsprechende direkt Kontakte. Die neueste Horrormeldung vermeldet, das Virus würde mutieren. Auch dies weiß man seit Ur-Zeiten. Man kennt es von jedem Grippe-Virus. Immer wenn zum Beispiel Grippe-Impfungen stattfinden, dann sind das Impfungen gegen eine Mutation, die aber schon wieder abgelöst worden ist von einer anderen Mutation. Deshalb muss man sich jedes Jahr neu impfen lassen, wenn man das denn möchte.

 

Aber auch diese Mutationen sind etwas völlig Normales - und keineswegs eine überraschende Katastrophe. Doch dies wird den Menschen eingeredet und die erzeugte Angst täglich neu gefüttert (Priming), damit der Unmut der Bevölkerung nicht zu groß wird - und die Bürger für die geplanten politischen Veränderungen offen sind - und (ggf. mit Freude) bereit sind, nachfolgend alles Mögliche zu akzeptieren, was sonst kein normaler (gesunder) Mensch ohne Todesängste tolerieren würde. Jeder der sich nicht damit beschäftigt, nicht recherchiert und nachliest oder nicht nachdenkt oder generell wenig gebildet ist, übernimmt dies 1:1 und fängt an sich zu fürchten. So wird es seit Jahrhunderten gelehrt und ist auch aus öffentlich zugänglichen - folglich nachlesebaren - Strategiepapieren bekannt.

 

Gleichzeitig weiß man aber auch, dass die meisten Menschen gar nicht mehr (richtig) lesen und dass sich lediglich ein minimaler Bruchteil von Menschen die Mühe macht, zu recherchieren und dies zu prüfen. Diese Erkenntnis wird insbesondere im Marketing genutzt, wo im Prinzip alles Mögliche behauptet wird, was dann letztendlich kaum einer der Kunden prüft. Besonders deutlich wird dies bei Versicherungen, den entsprechenden Bedingungen und der tatsächlichen Versicherungssumme. So erhält letztendlich nur ein geringfügiger Bruchteil, im konkreten Bedarfsfall zu 100 Prozent die Leistung, die er erwartet. Die bekannten psychologischen Prinzipien der Manipulation und Persuasion. Allein die Emergency-Rhetorik ("My house is on fire"), der sogenannte "Appell an die Furcht" und die Foot-in-the-door-Technik reichen aus. Das entsprechende Fachwissen wird gelehrt und in entsprechende Strategiepapiere eingebracht. Dazu ein Beispiel.:  

 

In einem Kommunikations-Strategiepapier des Bundesinnenministeriums der deutschen Bundesregierung vom März  2020 heißt es in Bezug auf "Corona" unter anderem: "Es muss Angst geschürt werden. Die Menschen müssen unter Druck gesetzt werden. Die Kinder sollen ein schlechtes Gewissen haben..." .

 

Angstmache ist ein Instrument totalitärer Regime. In der ehemaligen DDR wurde zum Beispiel Angst vor sogenannten "Faschisten" und "Imperialisten" geschürt, um dieser Angst und damit Fluchtversuche der Bürger durch einen "imperialistischen Schutzwall" zu begegnen. Die nach dem Vorbild des 3. Reichs" gekleidete, gedrillte und marschierende "Wehrmachts" artige faschistisch anmutende DDR Volksarmee war gemäß Propaganda angeblich "antifaschistisch". Solange das Wort "demokratisch" hundertfach wiederholt wird (Priming) glaubten viele dann selbst, die DDR sei demokratisch, der politische Gegner im Westen aber nicht. Diese wurden als Faschisten und Imperialisten verkauft.

 

Auch im 3. Reich wurde das Schüren von Angst methodisch genutzt: Zum Beispiel die Angst, in der Familie zum Aussätzigen zu werden, weil man eine andere Meinung hat. Spätestens als irgendwann alles sinnlos wurde wurde die Angst von Propagandaminister Göbbels derart geschürt (z.B. in seiner bekannten Sportpalast-Rede), dass die meisten Menschen bereit waren, alle Einschnitte zu akzeptieren und mitzutragen. "Totaler Krieg" nannte man das damals. 

 

In totalitären Systemen wird den Menschen Angst durch Politik und Medien regelrecht eingetrichtert. Denn mit Angst bekommt der Staat die Bürger unter Kontrolle. Mit Hilfe von Angst werden Menschen regelrecht "sturmreif" geschossen. Auf Basis von Angst kann alles Mögliche beschlossen werden, auch Dinge, die gegen geltendes Recht verstoßen. Unter dem Einfluss von Angst nehmen Menschen alles mögliche in Kauf und folgen vermeintlichen Autoritäten selbst in den Untergang. Da Ängste eine wirksame Waffe und ein mächtiges Lenkmittel ist, wird auch in der persuasiven Rhetorik gern an Ängste appelliert. Sobald Sie irgendwo hören und lesen: "Warnung vor dem Hunde" oder "Vermeiden Sie XY" sollten Sie folglich prinzipiell ebenso achtsam sein wie beim rhetorischen Mittel in Form sogenannter "Appelle an die Furcht" durch Versicherungsvertreter, die man heute als sogenannte "Finanzdienstleister" bezeichnet!

 

Angst, das Böse und der christliche Gedanke: "Furchtlos & treu" versus "Phobie & Satan"
Wer Angst hat, ist laut der Bibel kein Christ. Echte Christen haben keine Angst vor dem Tod, denn sie vertrauen auf Gott und glauben daran, dass Gott auch nach dem Tod an ihrer Seite ist, so wie dies auch bei Nahtoderfahrungen von (echten) Christen der Fall ist, während "Scheinheilige" gemäß den Erfahrungsberichten in der Hölle landen.

Fürchte nicht!" ist laut Pastor Jakob Tscharntke von der Evangelischen Freikirchen (Predigt vom 16.05.2021 / YouTube.com)

keine Verheißung oder Zusage, sondern ein Befehl - eine verbindliche Anweisung. Und dennoch sei der Aufruf "Fürchte nicht!" dennoch mit der Ankündigung von Leiden verbunden z.B. wenn der Teufel Andersdenkende und Kritiker von Satans Werk ins Gefängnis werfen will. Wer die Hosen voll habe, könne laut Tscharntke nicht treu sein. "Furchtlos" heißt laut Tscharntke aber nicht etwa, keine Furcht zu haben. Solche Leute würden in ihrer auf Naivität und Dummheit begründeten "Furchtlosigkeit" und Ignoranz die echte Gefahr gar nicht wahrnehmen, weshalb die Dummen in diesen Tagen zumeist glücklicher seien. Denn sie sehen die Gefahren um sich herum gar nicht. Zudem wird wird denen von den Verführern ja eine ganz andere vermeintliche Gefahr eingeredet. Daher würden die Lemminge sorglos in den Untergang laufen.

 

Tscharntke: "Sorglos strömen sie zur Impfbank und träumen vom nächsten Urlaub. Benebelt von ihrer eigenen Ignoranz leben sie fröhlich in den Tag und in ihren Untergang hinein - und spüren nicht einmal die endzeitlichen Erschütterung, die unter ihren Füßen bebt. Zu den christlichen Tugenden gehöre laut Tscharntke aber nicht die Ignoranz, sondern die Wachsamkeit. Wer wachsam sei und die Zeichen erkenne, lasse sich nicht in lähmende Panik versetzen, sondern stelle sich dem Bösen mit der Kraft Gottes entgegen. Wer gemäß der korrekten Übersetzung aber eine Phobie habe, würde von der Angst beherrschrt. Der könne nicht mehr klar denken und es komme zur Kapitulation (vor dem Bösen). Denn sein Verhalten werde von der Furcht bestimmt. 

 

Die "Spritze" sei keine "Gottesgabe" wie von Verführern behauptet und von naiven Papageien-Menschen nachgeplappert, sondern das Werk Satans. Der böse Zweck heilige eben nicht die Mittel - wie von Einigen behauptet. Es sei der Teufel, der das Böse tut. Deshalb sei das Böse auch ungeschminkt und ungeschönigt als Böse zu benennen, zu beurteilen und abzuweisen und nicht zu verharmlosen. Das größte Böse komme aus dem Kreise der selbst inszenierten scheinfrommen vermeintlichen "Christen". Diejenigen, die sagen würden, sie seien "Gottes Volk" aber in Wahrheit die "Synagoge Satans" seien, würden die wahre Christenheit bedrängen und die Welt gegen sie aufhetzen. Die schlimmsten Feinde der wahren Christenheit seien folglich die sogenannten "Scheinchristen". 

 

Im Christentum die Rede von "Lucifer" der "Erlösung vom Bösen", von der "Endzeit", dem Abfallen von Gott, dem "Antichrist" und der "Entrückung". Dazu ein Vortrag des Theologen und Bibelübersetzers Dr. Roger Liebi (Die Entrückung / YouTube), der davon ausgeht, dass wir mitten in der Endzeit - in der Zeit des Abfallens von Gott - stehen, der dazu führt, dass viele vom Glauben abfallen, die natürliche göttliche Ordnung in Frage gestellt und über den Haufen geworfen wird, das Böse über Verführer zum Schein siegt - und in der sich der Weizen vom Spreu trennt. Nachfolgend tritt laut der Bibel der Antichrist (Irrlehrer, falscher Prophet) in Erscheinung, der sich an Jesus Stelle setzt.

 

Manche Christen sehen die Zeit für die Wiederkehr Jesus und die Entrückung jetzt schon gekommen. Angesichts der aktuellen "Zeichen" gibt es dazu sogar  das erste "Entrückungs-Abschiedsvideo", das der Autor für seine Familie, Freunde und Bekannten erstellt hat, damit sie es nach der Entrückung sehen. Auch andere echte Christen oder jene, die es werden wollen, soll das Video dazu animieren, ebenfalls eine Abschiedsbotschaft für die Menschen nach der Entrückung zu drehen, die Anpassung an das Böse und seine Verführung" tunlichst zu vermeiden - und stattdessen ein Bekenntnis zu Gott abzugeben (ChristSeinHeute / YouTube.com).

 

Das Böse in der Kunst & Philosophische Fragen

Bei der Beschäftigung mit dem Bösen spielen philosophische Fragen eine zentrale Rolle: Wer bestimmt eigentlich die Definition des "moralisch Falschen"? Ist das Böse eine Kraft von außen oder steckt es in uns drin - und kann unter bestimmten Einflüssen und Bedingungen jederzeit "ausbrechen"?. Steckte der Hang zur "Dunklen Seite" schon immer in uns? Sind wir nun böse geboren, oder macht die Gesellschaft uns böse?

Der mittelalterliche Mensch unterschied zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gott und Teufel. Doch bereits in der frühchristlichen Zeit, wimmelte es (in der Kunst) nur so von Dämonen - und bereits damals stellte sich die Frage: Wie konnte das Böse in ein Universum gelangen, das als das Gute geschaffen wurde?

 

Vor dem Christentum gab es Satan bzw. den Teufel nicht. In der Kunst des Christentums wurde Satan zuerst als (blauer) Engel dargestellt. Zum Monster wurde er später: Immer mehr machten sich die Christen ein Bild vom Teufel als Sinnbild des Bösen, wobei die aufkommenden Bildnisse des Teufels nicht von Priestern stammten, sondern vielmehr auf den Angstphantasien von Laien basierten. Die neue Gestalt des Teufels passte damals gut zu einem Europa, in dem der Tod allzu gegenwärtig war und jederzeit brutal zuschlagen konnte. Insbesondere in Zeiten der Pest wurde dies deutlich. Darüber hinaus wurde der Kontinent damals von einer Epidemie nach de nächsten heimgesucht. Angesichts von derart viel Elend und Kummer sahen Menschen darin ein Werk des Teufels: Hunger, Leid, Fieber, Siechtum, ausgelöschte Städte, offene Geschwüre, der Gestank von verwesendem Fleisch und vergessenen Leichen - es war eine schreckliche und unsichere Zeit zu leben. Und diese entsetzliche Natur des Lebens im damaligen Europa entlud sich in erschreckenden - die Menschen verängstigenden - Darstellungen der Hölle und des Jüngsten Gerichts, bei dem die Bösen von den Guten getrennt und übelst bestraft werden.

 

Während Grausamkeiten aller Art im mittelalterlichen Alltag als "normal" galten und real eigentlich "böse" war, hatte dies damals offenbar nichts mit dem Bösen zu tun. Viele der damals und später verübten Grausamkeiten erfolgten sogar im Namen Gottes bzw. im vermeintlichen Namen des Guten. Die Hexenverfolgung sei hier als Beispiel für das bereits damals verquerte Verständnis von gut und böse genannt, dass heute allerdings immer noch besteht - wenn auch in einer anderen Form: Auch heute tuen Menschen vermeintlich Gutes, unterstützen damit aber letztendlich das Böse - zum Beispiel wenn aus vermeintlich "humanitären Gründen" und angeblicher "Nächstenliebe" zur Befriedigung narzisstischer, fetischistischer oder masochistischer Motive im Sinne der Agenda der uneingeschränkten "Weltoffenheit", "Moderne" und "Toleranz" viele verrohrte Verbrecher importiert und finanziert werden, die aus missverstandener Toleranz selbst nach mehrfachen Gewaltdelikten nicht selten straffrei bleiben oder mit Milde behandelt werden. Für deren Opfer interessieren sich die Versteher, Fans und  Begünstiger solcher Täter (wie im 3. Reich eben auch) nicht - sogar die Trauer um die Opfer wird kritisiert. Berichtet wurde sogar von Demonstrationen gegen die Trauernden z.B. nach dem Mord an der jungen Susanna Feldman durch einen - von der Kanzlerin importierten und vom Steuerzahler finanzierten - politisch idealisierten jungen afghanischen "Flüchtling" in Kandel. 

 

Aber zurück zur Zeit nach dem Mittelalter: Denn später - insbesondere im Zeitalter der Aufklärung kamen neue differenziertere Sichtweisen zum Thema hinzu: Für den Bibelkritiker Benedict de Spinoza war das Böse all das, was "die Selbstbehauptung des Einzelnen hemmt." Eine Kraft von außen also, die uns Menschen an der freien Entfaltung hindert. Für Emanuel Kant ist das Böse ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur, da der Mensch nicht nur mit Vernunft ausgestattet sei, sondern auch mit weltlichen Bedürfnissen. Für seinen aufklärerischen Mitstreiter Rousseau ist der Mensch hingegen von Geburt an gut. Erst das Leben in der Gemeinschaft vergifte ihn, mache ihn böse. Insofern haben wir hier eine sozialpsychologische Sichtweise. 

 

Nietzsche warf beides über den Haufen: Er erklärte das "Gute" zum "Schlechten" und das "Böse" schlichtweg zu einem Konstrukt christlicher "Sklavenmoral". Leibniz, der das Böse in 3 Bereiche unterscheidet (Leibnitz´ Theorie des Bösen) meint letztendlich wiederum, der Mensch könne nur durch das "malum morale", das moralische Übel "böse" sein. Hier geht es um die Sünde, die man begeht, wenn man sich von Gott abwendet. Im 20. Jahrhundert unterteilte der Existenzphilosoph Karl Jaspers das Böse ebenfalls in drei Kategorien: In 1. Triebhaftigkeit, 2. Mangel an Willen zum Guten und 3. Der Wille zum Bösen. Laut dem - 1970 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten - russischen Schriftsteller und Systemkritiker Alexander Issajewitsch Solschenizyn läuft die Linie zwischen Gut und Böse quer durch jedes Menschenherz. Selbst in einem vom Bösen besetzten Herzen halte sich ein "Brückenkopf des Guten" und selbst im gütigsten Herzen - "ein uneinnehmbarer Schlupfwinkel des Bösen."

  

Egal von welchem religiösen oder ideologischem Standpunkt man ausgeht. Das "rein" Böse ist eigentlich leicht zu erkennen: Töten, stehlen, lügen, Falschheit, nicht wahrhaftig sein, Menschen fremdbestimmen. Das Böse bringt dem Menschen und der Gesellschaft Leid und Kummer. Gut und Böse stehen dabei in einem dualistischen Verhältnis. Das eine kann nicht ohne das andere existieren. Doch diejenigen, die anderen Menschen das Leben nehmen, indem sie töten, haben ihre Religion falsch verstanden. Denn sie dienen dem Bösen und nicht dem Guten, sie töten im Dienste des Teufels. Viele meinen: Wir brauchen das Böse als Gegenpol, um uns in der ethisch spirituellen Welt zurecht zu finden.

 

Die psychologische Sicht sowie die Meta-Sichtweise von Andreas Köhler
(Institut für Persönlichkeits- und Verhaltenspsychologie):

>> Die Psychologie versucht, zu erklären und zu verstehen wie sich eine Persönlichkeit mit ihren Eigenschaften unter bestimmten Anlage- und Umweltbedingungen sowie den vielfältigen Einflüssen durch Erziehung, Identitätsfindung und Sozialisation verhält, entwickelt und verändert - und versucht, zukünftige Verhaltensweisen vorherzusagen und ggf. zu beeinflussen. Wie Persönlichkeitsmerkmale in der frühen Kindheit und Jugend entstehen und wie sie sich auch später noch verändern können, ist ein Thema der Entwicklungspsychologie. Im Psychologie-Studium lernt man in Bezug auf die Persönlichkeitsbildung - und dadurch folglich auch die Entwicklung bzw. Herausbildung des etwaigen "Bösen" - die "Dreifaltigkeit" von a) Anlagen, b) Umwelt und dem c) eigenen Dazutun - den eigenen Entscheidungen des Ich´s, die letztendlich in Verhalten bzw. Handlungen münden.

 

Schaut man in die christliche Religion so findet man im "Vater Unser"-Gebet: "Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen". Dem jüdischen Talmud zugeschrieben, wird folgendes Zitat zum Thema "Schicksal" von Charles Reade, englischer Schriftsteller (1814 - 1884):   "Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.". 

 

In meiner Theorie gehe ich in Konklusion davon aus, dass unser Leben auf dieser Erde eine Art Ausbildungslager, Schul- und Lernzentrum als auch Arbeitsprobe darstellt, die wir uns als mutmaßliche "Geist- und Lichtwesen" im "Jenseits" nach entsprechender "Beratung" zum Zwecke der Klärung, Reinigung und Weiterentwicklung unserer Seele vermutlich selbst "gewählt" haben - und wo es unter anderem darum geht, das Unreife und Böse in sich selbst bzw. der eigenen Seele zu erkennen, den täglichen Versuchungen des (externen und internen) Bösen bzw. entsprechenden äußeren Einflüssen zu widerstehen und dem positiven Gedanken der Liebe und positives Verhalten kraftvoll entgegenzusetzen.

 

Ein ganz wesentliches Problem bei dieser Art "Live-Rollenspiel" ist, die Option, das Richtige oder Falsche bzw. das Gute und Böse zu verwechseln, so wie dies zum Beispiel bei einigen narzisstischen Persönlichkeitsstörungen wie etwa der "naiv-aggressiven Persönlichkeiten" der Fall ist, die der Laie auch als sogenannte "Gutmenschen" bezeichnet - und die mit vermeintlich "guten" Handlungen auch "Böses" zulassen, dulden und tun. Auf Psychopathen fällt der Mensch ebenfalls gerne herein. Es liegt an uns, in unserem Lebensdasein zu lernen, was jeweils "richtig" und "falsch", "gut" und "schlecht" ist. 

 

Dabei geht es aber nicht bzw. nicht nur um das Richtige für uns als lebendiger Mensch aus Fleisch und Blut, sondern um das "Richtige" für unsere Seele. Bei der Frage nach dem vermeintlich Richtigen gibt es eine ganz entscheidende Kraft, um die sich - folgt man den Berichten von Menschen mit sogenannten Nahtoderfahrungen - letztendlich alles dreht: Die Liebe. Das Bewusstsein dafür, wie gut wir uns geschlagen haben, kommt kurz nach dem Ableben zu uns bzw. unserer Seele zurück und wir müssen ggf. noch sehr, sehr viele Male "runter" auf die Erde - und das Ganze dann wieder in einem anderen Körper von vorne beginnen.<<   

 

Es gibt Menschen, die überwiegend gut sind (oder es meinen) und trotzdem manchmal falsche sehr böse Entscheidungen treffen. Es gibt aber auch Menschen, die davon überzeugt sind, auf der richtigen Seite zu stehen, aber oft Schlechtes tun. Und dann sind da noch Jene, die zwar von anderen als böse diffamiert werden, in denen aber auch Gutes steckt wie in allen Menschen. Fakt ist: Menschen sind sehr vielfältig. Selten ist das Leben lediglich in schwarz oder weiß einzuteilen. Menschen, die in ihrem Leben eine Nahtoderfahrung gemacht haben, meinen "gut" und "böse" bzw. "richtig" und "falsch" plötzlich richtig zu verstehen und bekommen dazu ein neues Bewusstsein, insbesondere jene Überlenden, die von einer "Höllenerfahrung" berichten. Im Anhang befinden sich dazu einige Beispiele.

 

Das Böse hat individuelle wie auch kollektive Formen. Beides wird insbesondere deutlich, wenn man sich mit dem Verhalten von Menschen in Ausnahmesituationen und Krisen sowie mit dem Verhalten der Täter und Mittäter bei den früheren Hexenprozessen und in den Konzentrationslagern  des 3. Reichs auseinandersetzt. Nachfolgend einige Videos und Audios - zum Teil mit authentischen Zeitzeugenberichten: 

Weitere Infos / Netzfunde

Allgemeine, religiöse und kriminalistische Sicht

Philosophische Sichtweisen

Psychologische und psychotherapeutische Sichtweisen

Sichtweise der Psychiatrie, der Forensik und der Gehirnforschung

Psychopathie & psychopathisches Handeln

Beispiele Hexenverfolgung & Anzeige von Nachbarn

Beispiele für Entmenschlichung, Abkehr von Gott und "Gott spielen"

Beispiel für das staatlich und/oder kirchlich organisierte Böse

Misshandelt und umerzogen | Arte-Doku - Artede/YouTube.com

Eine eindrucksvolle Doku über den kulturellen Genozid, den u.a. indigene Bevölkerung Kanadas wurde Opfer fielen. Laut "Arte" wurden zwischen 1980 und 2012 in Kanada 1.181 Indianer-Frauen ermordet oder als vermisst gemeldet. Kinder wurden ihren Eltern entrissen und in Internate gebracht. Viele starben dort an Krankheiten, litten unter Misshandlungen oder wurden sexuell missbraucht. Wie berichtet wird, waren bis 1996 die vermeintlich "christlichen" Internate die Schauplätze von Misshandlung und Missbrauch. Laut "Arte" starben allein hier rund 4.000 Kinder. Im Video erzählen die Überlebenden dieser staatlich organisierten Umerziehungsanstalten von ihrer kirchlich organisierten Marter inklusive sexuellen Missbrauchs, der in den kirchlichen Umerziehungsanstalten bis 1996 zum Alltag gehörte.

Menschenjagd in Berlin: Jagd auf Menschen, die "Frieden, Freiheit, Demokratie" rufen - MMnewsTV/YouTube.com

Umgang mit Bürgern im Merkel-Regime 2021 - Liberty News Berlin / YouTube.com

Täter, Mitläufer, Mittäter und Zeugen

Beispiele für Fertigmache-Journalismus sowie Mobbing und Hetze gegen Andersdenkende

Beispiele "Mundtotmachung" & Vertuschung des Bösen

Beispiele für "Umkehr"

Das Böse in der Kunst

Das Böse in der Religion

Beispiele Höllen-Erfahrung bei Nahtoderfahrung