Wissen: Angst

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl bzw. eine Vielzahl von Gefühlsregungen und äußert sich - je nach Ausprägung der Angst - als Besorgnis und/oder Erregung und/oder Beengung/Bedrängnis.

Angst ist erst einmal etwas sehr Natürliches. Wer in gewissen Situationen keine Angst fühlt, ist vermutlich krank. Ihm fehlt ein natürlicher Schutzmechanismus. Oder er ist in Bezug auf negative Erfahrungen bereits vollkommen abgestumpft.

 

Trotzdem kann Angst auch sehr negativ sein und sich negativ auf die Psyche, den Organismus und den eigenen Willen auswirken: Zum Beispiel wenn die Angst länger anhält oder wenn sie irreal ist - und wenn sie von außen erzeugt und / oder einem eingeredet wird. Schließlich führt eine solche Angst zum Verlust des logisch-rationalen Verhaltens und erzeugt irrationales Verhalten (ggf. zu Gunsten der konkreten "Angstmacher". Angst kann krank machen und selbst krankhaft - und z.B. bei einer Angststörung eine Krankheit an sich sein. Eine solche Angststörung hat unterschiedliche Ausprägungen.

 

Laut Prof. Arno Deister von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit Sitz in Berlin liegt eine Angststörung vor, wenn die eigentlich natürliche Schutzfunktion des Körpers vor Ängsten langfristig derart immense Ausmaße annimmt, dass sich ihr alles andere unterordnet – auch der Verstand:  "Wenn Menschen bei Ängsten nicht mehr in der Lage sind, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren und das Leben stark beeinträchtigt ist, hat das Krankheitswert“.

 

Ebenso ist zwischen Alarmbereitschaft und Besorgnis zu unterscheiden sowie zwischen einer individuellen und einer kollektiven Angststörung. Während eine individuelle Angststörung ggf. auf Stress und eine damit verbundene Umstellung der Gehirnchemie zurückgeführt werden kann, kann eine kollektive Angststörung zum Beispiel durch eine Hysterie- oder Wahnsymbiose erzeugt werden, wobei insbesondere sozialpsychologische Aspekte wie der soziale Einfluss, die Massenpsychologie und der Einfluss der Massenmedien eine bedeutende Rolle spielen, da der Mensch ein beeinflussbares und lenkbares "Herdentier" ist, welches sich intuitiv sehr gerne beeinflussen lässt, bestimmten Einflussgebern und Führern oder der vermeintlichen "Masse" vertraut und gerne folgt - und stattdessen dem misstraut, was die meisten anderen Menschen (tatsächlich oder nur dem Anschein, entsprechenden Umfragen und / oder subjektiven Eindrücken nach) abzulehnen scheinen.

 

In Bezug auf die Wahrnehmung, Erzeugung, Beurteilung und Lenkung von Angst nehmen Unternehmen (z.B. Versicherungsunternehmen, Sicherheitsunternehmen), Politik (z.B. Sicherheitspolitik, Umweltpolitik) und Medien einen ganz bedeutenden Stellenwert ein - und verkörpern letztendlich über die Massenmedien eine Autorität, die zusammen mit Politikern, Stars und anderen vermeintlichen "Vorbildern" den sogenannten "Einfluss von Autoritäten" erzeugt, der insbesondere in dem allseits bekannten "Milgram-Experiment" - ein berüchtigtes Experiment zur Reaktion auf Autorität - erstmals 1961 sehr eindrucksvoll nachgewiesen wurde. Später wurde das Experiment von Forschern der SWPS University of Social Sciences and Humanities in Polen (bis auf die vermeintlich tödlichen Elektroschocks wie im Original-Experiment) wiederholt. Das Ergebnis war das gleiche: "Fast jeder würde auf Befehl foltern" (Spiegel, 15.03.2017).

 

Bestandteil der Angst

Bestandteil der Angst können vielzählige körperliche Reaktionen und/oder andere zusätzliche (eigenständige) Gefühlsregungen und/oder Gefühlsstörungen sein, die mit Angst einhergehen und auf Angst basieren können z.B. Hemmung (bzw. Hemmungen), Blockaden, Scham, Misstrauen, Anspannung usw.). Diese Gefühlsregungen sind eigenständig, nicht mit Angst zu verwechseln und nicht zwingend mit Angst zu verbinden. Sie können jedoch in einem 

Zusammenhang mit Angst bzw. Ängsten stehen. Angst führt zu irrationalem Verhalten.

Auslöser von Angst

Der Angst liegen Wahrnehmungen und/oder Gedanken zu Grunde, die als bedrohlich empfunden werden.
Die Auslöser von Angst sind unterschiedlich:

a) Erwartete Bedrohungen (echt oder vermeintlich),

b) Schutz der Selbstachtung und des Selbstbildes oder

c) Übersteigerte und krankhaft Angst (depressive, schizoide, zwanghafte, hysterische Angststörungen.

 

Spektrum der Angst

Das Spektrum der Angst reicht von Unsicherheiten (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit usw.) und „Zwängen“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.) über „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Phobien“ (Akrophobie, Agoraphobie, Klaustrophobie usw.) und „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre etc.) bis hin zu schweren „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst usw.) Es gibt die unterschiedlichsten Ängste:


Es gibt Ängste in Bezug auf den Körper (z.B. Herzangst), Angst vor bestimmten Situationen und Umständen (z.B. Angst vor dem Tod, Angst vor dem Sterben, Angst vor Schmerzen, Angst vor Krankheiten, Angst vor Prüfungen, Angst vor Versagen usw.) oder Angst vor bestimmten Menschen oder bestimmten Dingen (Angst vor einem bestimmten Prüfer usw.). Es gibt allgemeine Angst (z.B. Angst vor der Zukunft, Angst vor Verlust, Angst vor Abhängigkeit usw.) oder ganz konkrete Ängste (z.B. Angst vor ganz bestimmten Hunden etc.). Es gibt Ängste vor Menschen und Ängste vor Tieren (Angst vor Spinnen usw.).

 

Begründung, Bewusstsein, Bezug und Basis der Angst

Einige Ängste sind eher rational begründet (z.B. Angst vor Höhe, Angst vor engen Räumen), andere wiederum wirken auf andere Menschen eher irrational (z.B. Angst vor großen Plätzen, Angst vor Liebe, Zuneigung und Nähe). Einige Ängste sind ängstlichen Menschen bewusst, andere hingegen unbewusst (z.B. Angst vor zu gut, zu schön, zu freundlich oder zu qualifiziert wirkenden Menschen). Derartige Ängste stehen in einem Zusammenhang mit der eigenen Persönlichkeit, dem Bild von einem selbst (z.B. Selbstwertgefühl) und weiteren Ängsten (z.B. Angst, nicht zu genügen, Angst vor Konkurrenz, Angst, einen "Korb" zu bekommen. Gefühle wie Neid (in Form von Missgunst) können ebenfalls eine Rolle spielen und mit entsprechenden Ängsten einhergehen. Angst kann situations- oder objektbezogen sein. Zudem muss zwischen einer diffusen allgemeinen Angst (z.B. Prüfungs-Angst) und einer ganz speziellen und konkreten Angst (z.B. die Furcht vor einem bestimmten Prüfer oder eine klar definierbare Situation) unterschieden werden.

 

Eine Sonderphänomen der Angst ist die „Angst vor der Angst“ (Phobophobie / Angstsensitivität). Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Entstehen durch Angst andauernde Kontrollverluste oder Lähmungen, wird von einer Angststörung gesprochen. Ist diese Angst an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, spricht man von einer Phobie. Angst basiert auch auf einer Verunsicherung. Dazu kann die Angst vor Veränderung, die Angst vor der Endgültigkeit, die Angst vor Nähe und die Angst vor Selbstwerdung zählen. Der gesunden Angst liegt in der Regel unser Selbsterhaltungstrieb zu Grunde. Angst basiert auch auf einer Verunsicherung. Dazu kann die Angst vor Veränderung, die Angst vor der Endgültigkeit, die Angst vor Nähe und die Angst vor Selbstwerdung zählen.

 

Körperliche Reaktionen

Angst kann die unterschiedlichsten körperlichen Reaktionen mit sich führen: Erhöhte Aufmerksamkeit, geweitete Pupillen, Gesteigerte Seh- und Hörnerven-Empfindlichkeit, erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, flachere und schnellere Atmung, Energiebereitstellung in den Muskeln, Schwitzen, Zittern, Schwindelgefühl, Hemmung von Blasen-, Darm- und Magentätigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, beklemmendes Gefühl oder Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, Organische Störungen und Ausfälle bis hin zum Tod durch Schock.

 

Natürliches Grundprinzip der Angst

Vom Grundprinzip her hat Angst eine nützliche Funktion. Sie ist ein Schutzmechanismus, der unsere Sinne schärft und in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein entsprechendes Verhalten (z.B. Flucht) einleitet. Sie schützt uns vor Gefahr und hindert uns daran, blindlings ins Verderben zu rennen. Auch die körperlichen Symptome der Angst sind normale physische Reaktionen, die uns - ähnlich wie Stress - auf eine Kampf- oder Flucht-Situation vorbereiten - und bei einer realen oder vermeintlichen Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit sichern - sollen, im Extremfall sogar das Überleben.

 

Angst im Kontext von Erwartung & Kontrolle

Angst basiert auf einer Erwartungshaltung und unserem Freiheitsgefühl. Je nach Erwartung und zugebilligter Freiheit ist auch unsere Risikobereitschaft und unsere Angst ausgeprägt. Kontrolle (z.B. Kontrollzwang) und Angst (z.B. Angststörung) stehen ebenfalls in einem Kontext: Angst löst einen Kontrollmechanismus aus, um die Angst einzudämmen.  Haben wir Angst - und können wir dieser nicht adäquat begegnen, erhöhen wir automatisch die Kontrolle, um uns zu beruhigen. Die Funktion ähnelt dem Mechanismus der selbstwertdienlichen Verzerrung und folgt dem Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion. Der Unterschied liegt jedoch darin nur, dass wir uns bei der Abwehr von Angst durch Kontrolle nichts schön reden, sondern versuchen, die Angst in Kontrolle zu verwandeln, um uns besser zu fühlen - selbst dann, wenn die Kontrollmaßnahmen sich aus nüchtern-objektiver Sicht an Lächerlichkeit  überbieten.  Es geht um eine Impulsabwehr. Die Abwehr des Gefühls der Angst funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Graf - und kann schrille Ausmaße annehmen - so wie man das zum Beispiel von Maßnahmen im Rahmen der Eifersucht oder in unsinnigen Maßnahmen der Gesetzgebung findet, die einem Wahn gleichen können. Die Angst wird dadurch nur zum Schein gemindert, bleibt letztendlich aber bestehen, weil das Problem letztendlich die behandlungswürdige Angst ist, während die Kontrolle lediglich als Vorwand zur Selbsttäuschung im Rahmen des Wirkungsprinzips der kognitiven Dissonanz-Reduktion dient.  Floris Weber erklärt diesen Kontrollmechanismus am Beispiel der Eifersucht und der "Corona"-Hysterie als Beispiel für Kontrolle in einem Video bei YouTube.

 

Umgang mit Angst

Wie wir auf das Angst-Signal "Vorsicht Gefahr!" reagieren, ist eine andere Sache. Ergreifen wir die Flucht? Oder mobilisieren wir unsere Kräfte, um ein Problem zu lösen? Lassen wir uns von Angst entmutigen? Oder werden wir über Abwehrmaßnahmen nachdenken? Reagieren wie maßvoll? Oder reagieren wir über? Angst kann hemmen. Angst kann aber auch zum Handeln auffordern.

 

Um der eigentlich nützlichen Absicht der Angst gerecht zu werden, muss sowohl die Angst, als auch das Verhalten bei Angst angemessen sein. Es darf weder zu viel Angst unser Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblenden. Oft verfehlt die nützliche Angst ihre Wirkung. Sie führt zu übertriebener Aktivität (Panik) oder Passivität bis hin zur Lähmung. Was sind die Gründe?

 

Manchmal ist unsere von der Natur vorprogrammierte körpereigene Alarmanlage sehr empfindlich eingestellt, manchmal wird sie aber auch im Verlauf und unseres Lebens z.B. durch bestimmte Ereignisse auf "überempfindlich" umprogrammiert, ähnlich einer allergischen Reaktion (Allergie), was dann zu entsprechenden Fehl-Alarmen führt. Wir überschätzen eine Angst auslösende Gefahr, weil wir zu wenig oder zu viel (Negatives) darüber wissen. Alternativ unterschätzen wir unsere Fähigkeit, mit der Angst umzugehen. Im Umgang mit der Angst spielen unsere vorausgegangenen Erfahrungen und unsere Gedanken eine ebenso entscheidende Rolle wie unsere Persönlichkeit. Somit ist Angst das, was unsere Gedanken daraus machen.

 

Manchmal ist unsere Persönlichkeit so gestört, dass aus natürlicher Angst etwas wächst, das uns unser natürliches Leben geradewegs behindert. Wir fühlen uns schlecht, stehen unter Zwang, trauen uns manches nicht zu, laufen weg oder verfallen in Starre. Manchmal ist es das Gegenteil: Es fehlt die natürliche Angst und damit zugleich natürliche Selbsterhaltungstrieb. Was der eine als "mutig" empfindet, kann eine gravierende Störung sein. 

 

Dies ist bei einigen Persönlichkeitsstörungen der Fall, insbesondere bei denen, bei denen ein gestörtes Selbstbild oder eine Störung des Ichs vorliegt. Was wir z.B. als "Ritzen" oder "Selbstmordversuch" kennen und ablehnen, leben andere gesellschaftlich etabliert und damit unauffällig aus, weil sie in der Masse der Gleichgesinnten verschwinden. Bei bestimmten Persönlichkeitsstörungen fehlt die natürliche Hemmung, gefahrenträchtige Situationen zu meiden. Alternativ wird gerade in gefahrenträchtigen und angstauslösenden Situationen der sogenannte "Kick" gesucht.

 

Angststörung
Eine Angststörung liegt vor, wenn Angstreaktionen in eigentlich ungefährlichen Situationen auftreten und wenn die Angst in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht. Obgleich lein objektiver Angst-Grund besteht, erleben die Betroffenen ihre Angst dennoch psychisch und körperlich sehr intensiv. So erkennen sie unter Umständen zwar, dass ihre Angst unangemessen oder unbegründet ist, können sie aber nicht ausschalten oder kontrollieren. Angststörungen können auch als unsinnig erscheinende Ängste vor bestimmten oder unbestimmten Situationen auftreten. Bekannte Phobien sind zum Beispiel Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Platz- und Raumangst und Krankheitsangst (Hypochondrie). Besonders schlimm sind unbewusste Ängste ohne definierbaren Auslöser. Da Menschen mit Angststörungen versuchen, angstauslösenden Situationen oder Orte zu meiden kommt es zu einem Vermeidungsverhalten. In extremen Fällen können Angststörungen dazu führen, dass sich die Betroffenen völlig zurückziehen und isolieren.

 

Negative Folgen / Wirkung von Ängsten & Panik

Ob Existenzängste, Versagensängste oder Herzängste. Ob Angst bei Einsamkeit, Angst vor Dunkelheit oder Angst vor Menschen, Dingen oder Zuständen. Ob Verlust-Ängste, Todesangst oder Angst vor einer möglichen Krankheit z.B. einer "Corona"-Infektion: Angst kann eine verdammt üble Sache sein, die - je nach Art der Angst und Ausprägung der Angstzustände - stark an den Betroffenen zehrt und sie in starke Bedrängnis führen kann. Angst raubt nicht nur die Konzentration und Lebensenergie - sie kann zu Schockzuständen, Kontrollverlust oder Lähmung führen.

 

Schwere, wiederkehrende oder andauernde Angst ist für die von Angst Betroffenen ein unerträglicher Zustand, den man alleine irgendwann schlichtweg nicht mehr aushält. Am Schlimmsten sind Panik-Zustände, die mit enormem Stress einhergehen - und bei denen man selbst irgendwann völlig ausgelaugt ist, Angst vor der nächsten Angst hat und vielleicht gar nicht mehr weiter weiß.

 

Panik - Panik-Attacken - Panikstörung

Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Panik ist zudem eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen, körperlichen und psychischen Symptomen, wobei es auch zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen kann. Tritt Panik nicht aufgrund einer tatsächlichen Bedrohungs- oder Stresssituation auf, spricht man von einer Panikstörung; eine Form von Angststörung.

Nicht selten ist ein grauenvolles Ereignis der Auslöser von Panik. Dennoch muss zwischen dem Ausmaß der Panik und der tatsächlichen Gefahr kein rationales Verhältnis bestehen. Zudem kann der Mensch in bedrohlichen Situationen oder in als bedrohlich "empfundenen" Situationen je nach Sensibilität und Persönlichkeitseigenschaften sehr unterschiedlich reagieren.

Bei zunehmender Angst ist es möglich, dass die Reaktionen des Menschen nicht-rational und nicht-sozial werden. Es kann z.B. zu einer lähmenden Starre oder einem kopflosen Fluchtverhalten kommen. Sofern es zu solch einem "unvernünftigen" und "unzweckmäßigem" Verhalten kommt, bezeichnet man dies als Panikverhalten. Die Psychologie unterscheidet zwischen zwischen einem "Panik-System" und einem "Furcht-System". Das Panik-System wird vor allem dann aktiviert, wenn Flucht unmöglich und Kampf aussichtslos erscheinen.

 

In der Sozialpsychologie kennt man zudem die "Kollektive Panik" im Zuge des Sozialen Einflusses. Denn Menschen können ihre gegenseitigen Handlungen beobachten und miteinander kommunizieren - und reagieren auf Angst machende Ereignisse ähnlich wie ein Vogel- oder Fisch-Schwarm, wobei die Individuen sich stets an Artgenossen orientieren und der unmittelbar beobachtbaren Masse folgen, was Gustave Le Bon als Begründer der Massenpsychologie zu der Vermutung führte, dass es aufgrund dieser Interaktion zur Ausbildung einer sogenannten "Massenseele" komme, der der Einzelne unterworfen sei.

Dies führe zum Verlust des Verantwortungsgefühls sowie zu einer Zunahme von normverletzenden und irrationalen Verhaltensweisen. Die Masse kann sich in einer Gefahrensituation mit der Angst einzelner panischer Menschen quasi anstecken, wobei die verängstigten Menschen ihre Panik zusätzlich gegenseitig verstärken. Zudem ist die Masse aufgrund der massenpsychologischen Effekte bezüglich des Fluchtimpulses miteinander verbunden. Bei einer sogenannte "Massenpanik" drängt die Menschenmasse dann zum Beispiel plötzlich und kollektiv zu möglichen Ausgängen - wie die Lemminge immer den Anderen hinterher - ohne zu hinterfragen ob die Flucht-Route bzw. die vermeintlichen Ausgänge wirklich real oder die richtigen sind. 

 

Massenpanik bricht oft zum Beispiel bei Feuer in geschlossenen Räumen auf: Hier verlieren viele Menschen gleichzeitig ihre Selbstkontrolle, wobei sie im übermächtigen Fluchtreflex die Schwächeren von ihnen blindlings umrennen und niedertrampeln. In diesem Kontext bekannt ist, dass Ausgänge bzw. Türen durch regelrechte Menschenknäuel dann verstopft werden, weil der Drang nach draußen ein diszipliniertes und damit effektives Nacheinander verhindert. In einer Paniksituation verliert der Akteur die Selbstbeherrschung und damit die Beherrschung einer Situation, was bei einer akuten realen Gefährdung höchst bedrohlich werden kann. Die Vermeidung einer solchen Lage lässt sich nur durch eine psychische Stabilisierung auf der Basis einer gefestigten Selbstsicherheit erreichen. Diese muss auf dem Bewusstsein eigenen Könnens und dem immer wieder bewiesenen erfolgreichen Risikomanagement in simulierten Situationen aufbauen - wie zum Beispiel beim Fliegen, wo mögliche Krisensituationen und mögliche Reaktionen bzw. der Umgang damit regelmäßig unter Anleitung durchgespielt werden, um Panikverhalten durch Gewöhnung / Abstumpfung im Ernstfall zu unterbinden und den Piloten zu Besonnenheit bei waghalsigen Handlungen zu trainieren. 

 

Panik und panikartige Zustände mit Krankheitswert kommen als Symptom bei zahlreichen organischen und psychischen Erkrankungen vor. Paniksymptome sind zudem das Leitsymptom der Panikstörung. Eine Panikstörung bezeichnet das wiederholte Auftreten von Panikattacken. Eine Panikattacke ist definiert als plötzlicher Anfall mit einem extremen Angstgefühl, welcher ohne spezifischen Anlass aus völligem Wohlbefinden stattfindet. Der Betroffene entwickelt eine subjektiv erlebte dramatische körperliche Symptomatik (z. B. Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, Schwächegefühl, Atemnot etc.). Die Symptome steigen in den ersten Minuten sehr schnell an und lassen in der Regel nach etwa 10 bis 30 Minuten nach.

 

Aber auch unabhängig von echten dramatischen Ereignissen kann es bei Angst zu regelrechten Panikattacken kommen, die mit intensiven, erdrückenden und oft unkontrollierbaren Angstgefühlen in Verbindung mit verschiedenen körperlichen Symptomen einhergehen und für die Betroffenen extrem stressig und schier unerträglich sind. In manchen Fällen erleben Menschen die Panikattacke sogar so, als hätten sie eine Herzattacke oder würden sterben. Obgleich man nicht wirklich sterben muss, ist das Gefühl absolut real und von ernsthaften Notzuständen oft nicht zu unterscheiden. Andere Menschen - selbst manche Ärzte und anderes Fachpersonal können derartige Gefühls-Zustände leider nur selten nachvollziehen und ihre Sachlichkeit und Nüchternheit ist für die von Angst und Panik Betroffenen oft noch unerträglicher.      

Sofern wiederkehrende Panikattacken vorliegen - oder man gar über einen Monat oder länger in ständiger Angst lebt, eine Panikattacke zu erleiden, ist davon auszugehen, dass man ggf. an einer Panikstörung leidet. Es ist also wichtig, sich frühzeitig Hilfe zu suchen. Denn die Symptome werden nicht von alleine wieder weggehen. Bleiben man unbehandelt, können die Symptome das eigene Leben  irgendwann vollkommen dominieren.

 

Angst vor der Angst

Ebenso unangenehm ist die Angst vor der Angst, die bei gesteigerter Angstsensitivität vorkommt. Hinzu kommt das Verhalten der Angehörigen, die Ängste durch ihr Einwirken nur noch schlimmer machen können. Aktives Zuhören ist hier die Devise. Doch das Gegenteil ist leider oft der Fall: Einfache Lösungen liefern, herunterspielen, bagatellisieren, ausfragen, dirigieren oder gar Vorwürfe machen, moralisieren, urteilen, warnen und drohen. 

 

Soziales Umfeld
Nicht nur das eigene Leben wird durch Ängste bzw. eine Angststörung oder Panikstörung schwer beeinträchtigt, sondern auch das, der Menschen im sozialen Umfeld. Wie bei einer Depression kann eine nicht therapierte Angststörung zu ernsthaften Problemen führen. Dazu können beispielsweise Probleme in Beziehungen und in der Familie zählen - aber auch. Schwierigkeiten, einen Partner und / oder Job zu finden und zu behalten.

 

Belastung & Leiden

Ob man nun Angst vor einer erwarteten echten oder vermeintlichen Bedrohung hat - oder gar unter einer Angststörung oder Panikstörung leidet: Angst ist sowohl bei akuten Angstzuständen als auch langfristig psychisch sehr belastend und verursacht zudem auch verschiedene körperliche Symptome (z.B. Muskelverspannungen, Herzrasen usw). Ständig Angst zu haben, ist zudem psychisch wie physisch sehr stressig, folglich anstrengend und ermüdend. Die Arbeitsfähigkeit ist nicht mehr gegeben. Entsprechende Hilfsangebote sind nicht wirklich hilfreich und zudem extrem spärlich gesäht. Hinzu kommt, dass bei akuten Angstzuständen oft niemand Zeit hat, niemand in der Nähe ist und keiner hilft. Oft hilft nur noch Medizin bzw. Notfall-Medizin, um Angst- oder Panikzustände zu unterdrücken bzw. irgendwie in den Griff zu bekommen.

 

Der Weg in die Klinik

Ängste und Panik-Zustände können für die von Angst und Panik betroffenen Menschen derart schlimm sein, dass nur noch der Weg in die Klinik bleibt, wo dann in der Regel starke Neuroleptika verabreicht werden, die einen dann nicht selten komplett lahmlegen. Doch es gibt pragmatische Alternativen: Jemand, der zuhört, die Angst ernst nimmt. Jemand, der einem - auch bei akuten Angstzuständen - flexibel und fürsorglich zur Seite steht, einen beruhigt, einem die Angst nimmt, einem hilft den Angst-Stress abzubauen und zuhört. Nähe, Beistand, Übungen gegen die Angst und Sorgen-Besprechung sind hier sehr wichtig.

 

Behandlung von Angst

Gegen unbegründete Angst oder eine Angststörung hilft ein Coaching oder eine Psychotherapie. Manchmal schränkt die Angst den Lebensalltag aber auch derart stark ein, dass man ohne Medizin einfach nicht mehr klar kommt und der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann. Ängst können nämlich unerträglich sein und einen Menschen geradewegs lähmen, im übertragenen Sinne aber auch im wahrsten Sinne des Wortes. Dann sind Psychopharmaka sinnvoll. Die verschreibt im besten Fall ein Facharzt für Psychiatrie. Standard-Psychopharmaka , die ein Hausarzt zumeist verschreibt oder direkt spritzt, lindern zwar akute Situationen, wirken aber in der Regel nicht in der Tiefe. Zudem wird hier gerne auf sehr allgemeine Medikamente zurückgegriffen, die zu kurzzeitiger Linderung führen. Ebenso besteht hier die Gefahr von Abhängigkeit. Fragen Sie am besten einen Psychiater.

 

Ist die Angst überaus groß und unerträglich kann ein wichtiger Baustein für die Behandlung von Angststörungen folglich die medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka sein. Diese führen zu keiner Persönlichkeitsveränderung, sondern bewirken eine Normalisierung der Botenstoffe (z. B. Serotonin) in den Nervenzellen des Gehirns. Dazu stehen die Medikamentengruppen Antidepressiva, spezielle Anxiolytika sowie die Benzodiazepine zur Verfügung.

 

Viele Menschen haben bezüglich der Psychopharmaka große Vorurteile, diese sind aber nicht berechtigt, denn die Behandlung zielt auf die Normalisierung gestörter Funktionen im Gehirn, die auf eine Verschiebung der Botenstoffe (Neurotransmitter) zurückzuführen sind. Ein wichtiger Botenstoff ist z. B. das Serotonin. Psychopharmaka regulieren die Biochemie in Bezug auf außer Kontrolle geratene chemische Vorgänge im zentralen Nervensystem und bringen die Gehirn-Chemie wieder in Ordnung. Auch führen gute und moderne Medikamente nicht zur Abhängigkeit. Nur die Gruppe der Benzodiazepine führt bei längerer Anwendung zur Abhängigkeit, daher werden diese nur zur kurzfristigen Behandlung akuter Zustände eingesetzt.

 

Die besten Therapieerfolge werden bei Ängsten mit der Kombinationsbehandlung "Medikament plus Verhaltenstherapie" erreicht. Die Medikamente entspannen den Betroffenen und machen ihn zugänglich für die Verhaltenstherapie, die Verhaltenstherapie wiederum erhöht die Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme. Besonders bewährt haben sich für die Langzeittherapie Antidepressiva. Antidepressiva machen nicht abhängig, müssen aber über einen längeren Zeitraum in ausreichend hoher Tagesdosierung eingenommen werden. Es dauert mehrere Wochen, bis die Wirkung eintritt.  Oft werden in den ersten 2-3 Wochen der Einnahme Nebenwirkungen wahrgenommen, die danach aber wieder nachlassen. 

 

Welchen Wirkstoff der behandelnde Facharzt verordnet, hängt von der Art der konkreten Angststörung und anderen individuellen Gegebenheiten ab. Die medikamentöse Behandlung erfolgt individuell unterschiedlich. Zur Behandlung einer generalisierten Angststörung greift man zum Beispiel zu Medikamenten aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die zur Gruppe der Antidepressiva gehörten. Sie können Angstsymptome lindern und gegen depressive Beschwerden helfen, mit denen viele Betroffene zusätzlich zu tun haben.

 

Aus der Gruppe der SSRI sind zum Beispiel Escitalopram und Paroxetin für Menschen mit generalisierter Angststörung gut untersucht, zumeist sehr wirksam und in Deutschland zugelassen. Nach 2-6 Wochen entfaltet sich die angstlösende Wirkung entfalten, sofern eine richtig dosierte und regelmäßige Einnahme durch den Patienten erfolgt. Manchmal probiert der Psychiater mehrere Wirkstoffe aus.  Nach Eintritt der Besserung wird empfohlen, die Medikamente noch weitere 6 bis 12 Monate einzunehmen und dann langsam die Dosis zu verringern. Zu den möglichen Nebenwirkungen von SSRI zählen Übelkeit, Schlaflosigkeit und sexuelle Probleme. Manche Menschen haben dann weniger Lust auf Sex oder bekommen keinen Orgasmus. Bei vielen Menschen zeigen sich aber tatsächlich keine Nebenwirkungen.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Medikamente, die bei einer generalisierten Angststörung eingesetzt werden können. Viele kommen aber in der Regel erst infrage, wenn eine Behandlung mit SSRI keinen Erfolg gebracht hat oder aus bestimmten Gründen nicht möglich ist: So gibt es zum Beispiel selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI): Hierzu gehören die Wirkstoffe Duloxetin und Venlafaxin. Sie wirken ähnlich wie SSRI. Bekannt sind Pregabalin, Opipramol, Buspiron,  Hydroxyzin und Benzodiazepine. Doch diese Mittel werden zur Behandlung einer generalisierten Angststörung nicht empfohlen. Wirkstoffe wie Imipramin aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva oder das Neuroleptikum Quetiapin zeigten in Studien zwar eine Wirkung, doch mit den SSRI gibt es mittlerweile wirksamere und besser verträgliche Medikamente.

 

Generalisierte Angststörung

Menschen mit einer generalisierten Angststörung fürchten sich nicht vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen, sondern ängstigen sich vor allem Möglichen. Die Angst ist psychisch sehr belastend und verursacht zudem auch verschiedene körperliche Symptome (z.B. Muskelverspannungen, Herzrasen usw). Ständig Angst zu haben, ist zudem sehr anstrengend und ermüdend. Der Stress, der durch Angst entsteht ist enorm. Es ist wichtig, diesen Stress zu erkennen - und auch dem Stress durch geeignete Methoden entgegenzuwirken (Distress-Abbau, Eustress-Aufbau Stressbewältigung, Stressmanagement, Entspannungsverfahren) . Eine generalisierte Angststörung kann das Leben der Betroffenen regelrecht bestimmen und die Lebensqualität maßgeblich einschränken. Zudem begleitet sie viele Menschen über längere Zeit.

Methoden gegen Angst
Auch bei einer generalisierten Angststörung gibt es verschiedene Behandlungen, mit denen sich die Angst auf ein erträgliches Maß verringern lässt. Es gibt Methoden, mit denen man lernen kann, die Angst in den Griff zu bekommen und wieder ein normales Leben zu führen. Auch bestimmte Medikamente können helfen. Die Ängste selbst in den Griff zu bekommen, ist ohne professionelle Hilfe jedoch kaum möglich. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga helfen zwar ein wenig, ebenso pflanzliche Beruhigungsmitteln wie Baldrian, Lavendel oder Passionsblumenblätter, doch ein Anti-Angst-Coaching, eine Psychotherapie und geeignete Medikamente gegen Angst sind wesentlich wirksamer.

 

So können zum Beispiel mit einer kognitiven Verhaltenstherapie angstauslösende Gedankenmuster verändern werden, indem man umlernt. Eine solche kognitive Verhaltenstherapie besteht in der Regel aus wöchentlichen Sitzungen über mehrere Monate und umfasst einen „kognitiven“ Teil, der sich mit den Gedanken und Gefühlen auseinandersetzt und einen Teil, der sich mit dem Verhalten beschäftigt. Ziel des kognitiven Ansatzes ist es, unrealistische Ängste und Sorgen zu erkennen und zu hinterfragen, die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten und Folgen von Angstauslösern einzuschätzen und mit Unsicherheit umzugehen. Furchterregende Gedankenmuster sind zum Beispiel „katastrophisierende“ Gedanken in Form extremer, übertriebener Schlussfolgerungen über das Ausmaß des vermeintlich drohenden Unglücks.

Derartige Gedanken gilt es mithilfe Eines Coaches oder eines Therapeuten zu erkennen und bewusst zu machen. Nachfolgend wird daran gearbeitet, derartige Gedanken abzubauen oder zumindest besser damit umzugehen. Die besagte Therapie hilft,  klarer zu denken und die eigenen Gedanken (besser) zu kontrollieren. Im zweiten Teil der Therapie geht es darum, die Angst in bestimmten Situationen nach und nach abzubauen und das Verhalten zu ändern. Dabei stellt man sich der Angst, um sie allmählich zu überwinden.  Um dies zu erleichtern, sollten ebenfalls Techniken vermittelt werden, um in Notfällen Ruhe zu bewahren. Dazu zählen Denkübungen, Atemübungen und Entspannungstechniken. Wichtig sind manchmal aber auch Medikamente (Psychopharmaka).

 

Gibt es ein Mittel gegen Angst?

Ja, das gibt es. Es gibt sogar viele. Wenn Sie mögen, lindern wir Ihre Angst bzw. Ängste oder helfen Ihnen dabei, die Angst einfach abzustellen. Nachfolgend finden Sie weitere Infos.

 

Kick / Thrill - die lustvolle Angst

Was die meisten Menschen als unangenehm empfundenes Gefühl empfinden, wird von Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen (wie z.B. bei Masochisten) geradewegs als lustvolle Erfahrung gesucht und tatsächlich auch genau so erlebt. Wie kann man dieses psychische Phänomen erklären?

Kurz gesagt führt Grusel, Horror, Angst und Thrill hier geradewegs zu einem sogenannten "Kick". Bei anderen ist es das enthemmte Schlagen von Menschen oder das Zerschlagen von Gegenständen. Gerade die Kontrasterfahrung zwischen einer aufregenden Gefahrensituation und deren Bewältigung führt bei einigen Persönlichkeiten zu einer speziell gewünschten Steigerung des Lebensgefühls und gibt den betreffenden Menschen einen regelrechten „Kick“. Darunter versteht man den Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angstphase. Einen ähnlichen Effekt kennen wir vom Sport oder aus der Meditation z.B. wenn nach einer Phase der Kraftanspannung die Ruhephase einkehrt. Der Effekt wird auch bei einigen Formen der Meditation eingesetzt, um über die vorherige Anspannung eine größere Entspannung zu erzielen. 

 

Beispiel: Bergsteigen und alpines Klettern ist nicht nur eine Sache des natürlichen Fortbewegungsdranges und des menschlichen Triebes, Hindernisse zu überwinden. Ebenfalls ist dies nicht nur eine Sache eines außergewöhnlichen Naturschauspiels. Tief im Kletterer bzw. Bergsteiger steckt die Angst vor der Gefahr des Absturzes. Dies bringt die Psyche in einen Extremzustand, der den archetypischen Drang des Nach-oben-Wollens noch weiter stützt. Zusammen mit der körperlichen Anspannung und der Ausschüttung entsprechender Hormone führt dies zu einem Erlebnis, dass die Bergsteiger-Persönlichkeit sucht und geradewegs davon abhängig wird. Bei anderen bewusst gesuchten Angst-Zuständen ist dies ähnlich. Sie können geradewegs zu einer Enthemmung oder einer tiefen Todessehnsucht führen oder eben - sofern sie bereits vorliegt - diese stützen.

 

"Kick" als Markt und gesellschaftliches Phänomen

Aufgrund der Vielzahl an Menschen mit Persönlichkeitsstörungen nutzen unterschiedliche Märkte (z.B. der Sport- und Freizeitmarkt, Film) Angst geradewegs als Konsumgut, das mit großem Erfolg gewinnbringend vermarktet wird. Extremsportarten wie Bungee Jumping oder bestimmte Fahrgeschäfte auf Jahrmärkte seien hier ebenso kurz genannt wie Horrorfilme oder Sado-maso Studios. Im alten Rom waren dies Tier- und Gladiatorenkämpfe und Massen-Massaker und in anderen Epochen Ritterturniere, öffentliche Hinrichtungen, Verstümmelungen, Hexen- und Ketzerverbrennungen, Folter, Teufelsabbildungen oder Totentanz-Szenarien. Immer schon existierten Menschen, die an dem, was andere fürchten und anderen Angst macht, geradewegs eine helle Freude empfinden.

 

Angst in der Geschichte

Nicht nur die Gebrüder Grimm wussten, dass man von Angst bzw. Angst machenden Erzählungen sehr gut profitieren kann. Insbesondere die Obrigkeit war stets bemüht, Angst zu schüren und zu nutzen, um das Volk bzw. a) gefährliche angstfreie Persönlichkeits-Typen zu befriedigen und auch b) alle anderen zu befrieden (ruhig zu stellen bzw. klein zu halten).

 

Kirche und Klerus bedienten sich der Angst ebenso als Instrumentarium wie die weltlichen Herrscher, die oftmals nur über den Machtfaktor Angst und Schrecken (sogenannte Schreckensherrschaft) regieren konnten. Bei der Umsetzung von Revolutionen war dies nicht anders und es gab immer schon viele Menschen mit entsprechenden Persönlichkeitsstörungen, die sich an Angst, Schmerz, Folter, Verstümmelung und Hinrichtungen geradewegs erquickten oder sogar eine regelgerechte Wissenschaft daraus machten wie die Geschichte der Guillotine ebenso zeigt wie die vielzähligen Folter-Handbücher und detaillierten Prozess-Akten der Inquisition und sonstigen Hexenprozesse.

 

Als einer der vielen in die Geschichte eingegangenen und von Bram Stoker als Romanfigur Dracula stilisierten Gesellen des Angst-Machens bzw. des frühen Psycho-Terrors sei hier der Woiwode Vlad III mit dem Beinamen Draculea (1431-1476/77), auch Vlad Tepes / Tepez (der Pfähler genannt) erwähnt. Zugleich muss betont werden, dass Gräueltaten (hier das massenhafte Pfählen und öffentliche Blut trinken) sowie Spaß an Angst und Grauen früher allgemein übliche Tagesordnung war und ein Vlad Tepez nicht etwa ein blutrünstiger Sonderfall war. Auch muss hinzugefügt werden, dass sich Angst in der Geschichte immer schon eine Art Lebensgefühl war, dass eng mit dem Leben und der Sinnhaftigkeit des Lebens verbunden war.

 

Angst und Wirtschaft

Ängste bilden die Grundlage der Wirtschaft. Viele Produkte und Dienstleistungen basieren nicht nur auf einem praktischen Nutzen, sondern auf Emotionen. Neben Lust, Spaß oder Langeweile sind Sorgen, Probleme und Ängste ein starker Bedürfnis-Auslöser. Entsprechend dieser Bedürfnis-Nachfrage bestehen entsprechende Produkte und Dienstleistungen. 

Ängste und Marketing

Ängste werden auch im Marketing genutzt und von einigen Branchen und Anbietern geradewegs missbraucht z.B. wenn Ängste, die vorher noch gar nicht vorhanden sind, bewusst erzeugt, geschürt und verstärkt werden. Sie werden geradewegs in die Köpfe der Konsumenten eingepflanzt, nicht nur, weil Ängste Bedürfnisse (z.B. nach Schutz, Fürsorge, Sicherheit etc.) wecken, sondern unter Angst auch andere Aspekte stärker wirken. Nicht selten werden Angst machende Zwangslagen ausgenutzt, um z.B. höhere Preise zu verlangen.  Manchmal werden Ängste auch nur als Aufhänger genutzt, um den eigentlichen Werbe- und Marketing-Informationen, die mit den Angstauslösern in keiner Verbindung stehen, ein Interesse und eine höhere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Oft bilden Angst-Themen im Marketing sogar eine regelrechte Hauptaussage und formen damit das Image des betreffenden Unternehmens, was sich für das jeweilige Unternehmen wiederum auch kontraproduktiv gestalten kann, weil das Unternehmen stets mit dem Thema Angst in eine unmittelbare Verbindung gebracht wird.

  
Angst-Mache

Wer anderen Menschen Angst macht, verfolgt dabei stets ein Ziel. Zudem ist das Schüren von Angst zugleich eine Methode,

um Menschen kontrollieren, führen, lenken und bestimmen zu können. Daher gab und gibt es unterschiedlichste Strategie-Papiere, in denen das Schüren von Angst zur Lenkung und Manipulation von Menschen empfohlen wird - und erklärt wird, wie dies geht. Auch in der Argumentation sowie in der persuasiven Rhetorik  gilt Angstmache als wirkungsvolles Silmittel (siehe: Appell an die Angst), das in Werbung, Marketing und Vertrieb beflissentlich genutzt wird. Als typisches Beispiel seien hier die bekannten Scheinargumente (Sophismen) von Versicherungsvertretern genannt, die motivatorisch bei der Angst ansetzen und das Gefühl vermeintlicher Sicherheit verkaufen. Hinzu kommt, dass sich bestimmte politische Ziele (z.B. Kirchliche Unterordnung im Mittelalter,  die Ausgrenzung und Vernichtung unbequemer Menschen (z.B. als Hexe), der "Totale Krieg" im 3. Reich sowie aktuelle "Klima"-Ziele mit erheblichen Verteuerungen) wissentlich nur und ausschließlich über die Methodik der Angstmache sicher und zuverlässig über die "kollektive Angst" zur individuellen Angst des Individiuums umsetzen lassen.  Dies läuft über Informationen, Sprachbilder, Framing und entsprechende Demagogie.

 

Schüren von Angst zwecks Lenkung der Massen

Der französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe, Soziologe und Erfinder Gustave Le Bon (1841 - 1931) gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie, einem Teilgebiet der Sozialpsychologie. Sein bekanntestes Werk ist das 1895 veröffentlichte Buch Psychologie der Massen. Le Bons Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß.

 

Von der unter anderem von Le Bon untersuchten Psychologie der Massen und der Erfahrung mit totalitären Systemen wissen wir, dass das Schüren von Ängsten bewusst zur Steuerung der Massen eingesetzt wird. In totalitären Systemen oder Gesinnungs-Systemen bestimmt die politisch gewünschte und medial gezielt erzeugte und geschürte Angst sämtliche Bereiche des Lebens. Menschen derartiger Regime, sollen Angst haben, ihre Meinung offen zu äußern, die sollen Angst haben, das Falsche zu sagen oder Angst davor haben, diskriminiert, diffamiert und ausgegrenzt zu werden. Die Angst vor Existenzverlust, nur, weil man seine Meinung sagt ist in politischer Hinsicht ebenso wirksam wie die Angst vor Krankheiten.  Genutzt wird insbesondere der Soziale Einfluss inklusive der Pluralistischen Ignoranz.

 

Schüren von Angst am Beispiel "Corona"

In ihrer Neujahrsansprache zum Jahr 2021 sprach die Kanzlerin zum Beispiel von einem angeblich "völlig neuartigen Virus, das in unsere Körper uns unsere Leben eindringt". Doch ALLE "Viren" dringen in unseren Körper ein. Jeder menschliche Körper ist ein guter Viren-Wirt. Ein Leben ohne Viren gibt es nicht.  Zudem ist das besagte Virus keineswegs neu. Es handelt sich um eine Mutation von anderen SARS-Viren, von denen fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal betroffen war, manche sogar jeden Herbst/Winter. Auch sind immer schon ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen durch die Schwächung des Immunsystems bei Infektion mit einem Grippe-Virus gestorben - manchmal wesentlich mehr als aktuell. Auch das Sterben von Menschen ist nichts Neues.

Das Leben hat sich NICHT "durch das Virus" verändert (wie z.B. damals bei der Pest), sondern durch die Maßnahmen der Politik, die - im Gegensatz zu früher - plötzlich als "notwendig" deklariert wurden - und die tief in unser Leben eingegriffen haben - und das Leben, das wir uns in unserer Demokratie über viele Jahre erkämpft haben, zerstören, wobei diese Zerstörung ein angebliche "Berechtigung" habe und bei verängstigten  Menschen findet.

 

Die Kanzlerin sagte, das Corona Virus mache Umarmungen und andere menschliche Nähe unmöglich. Die Kanzlerin gibt dies als "neue Erkenntnis" wieder, obgleich dies Allgemeinwissen ist:  Fast jede ansteckende Krankheit überträgt sich über entsprechende direkt Kontakte. Die neueste Horrormeldung vermeldet, das Virus würde mutieren. Auch dies weiß man seit Ur-Zeiten. Man kennt es von jedem Grippe-Virus. Immer wenn zum Beispiel Grippe-Impfungen stattfinden, dann sind das Impfungen gegen eine Mutation, die aber schon wieder abgelöst worden ist von einer anderen Mutation. Deshalb muss man sich jedes Jahr neu impfen lassen, wenn man das denn möchte.

Aber auch diese Mutationen sind etwas völlig Normales - und keineswegs eine überraschende Katastrophe. Doch dies wird den Menschen eingeredet und die erzeugte Angst täglich neu gefüttert (Priming), damit der Unmut der Bevölkerung nicht zu groß wird - und die Bürger für die geplanten politischen Veränderungen offen sind - und (ggf. mit Freude) bereit sind, nachfolgend alles Mögliche zu akzeptieren, was sonst kein normaler (gesunder) Mensch ohne Todesängste tolerieren würde. Jeder der sich nicht damit beschäftigt, nicht recherchiert und nachliest oder nicht nachdenkt oder generell wenig gebildet ist, übernimmt dies 1:1 und fängt an sich zu fürchten. So wird es seit Jahrhunderten gelehrt und ist auch aus öffentlich zugänglichen - folglich nachlesebaren - Strategiepapieren bekannt.

 

Gleichzeitig weiß man aber auch, dass die meisten Menschen gar nicht mehr (richtig) lesen und dass sich lediglich ein minimaler Bruchteil von Menschen die Mühe macht, zu recherchieren und dies zu prüfen. Diese Erkenntnis wird insbesondere im Marketing genutzt, wo im Prinzip alles Mögliche behauptet wird, was dann letztendlich kaum einer der Kunden prüft. Besonders deutlich wird dies bei Versicherungen, den entsprechenden Bedingungen und der tatsächlichen Versicherungssumme. So erhält letztendlich nur ein geringfügiger Bruchteil, im konkreten Bedarfsfall zu 100 Prozent die Leistung, die er erwartet. Die bekannten psychologischen Prinzipien der Manipulation und Persuasion. Allein die Emergency-Rhetorik ("My house is on fire"), der sogenannte "Appell an die Furcht" und die Foot-in-the-door-Technik reichen aus. Das entsprechende Fachwissen wird gelehrt und in entsprechende Strategiepapiere eingebracht. Dazu ein Beispiel.:  

 

In einem Kommunikations-Strategiepapier des Bundesinnenministeriums der deutschen Bundesregierung vom März  2020 heißt es in Bezug auf "Corona" unter anderem: "Es muss Angst geschürt werden. Die Menschen müssen unter Druck gesetzt werden. Die Kinder sollen ein schlechtes Gewissen haben..." .

 

Video von Dr. Josef Thoma mit dem Titel  
"Noch nie so viele Patienten mit Depressionen"  

PI Politik Spezial / YouTube.com

 

Angstmache in totalitären Regimen
Angstmache ist ein Instrument totalitärer Regime. In der ehemaligen DDR wurde zum Beispiel Angst vor sogenannten "Faschisten" und "Imperialisten" geschürt, um dieser Angst und damit Fluchtversuche der Bürger durch einen "imperialistischen Schutzwall" zu begegnen. Die nach dem Vorbild des 3. Reichs" gekleidete, gedrillte und marschierende "Wehrmachts" artige faschistisch anmutende DDR Volksarmee war gemäß Propaganda angeblich "antifaschistisch". Solange das Wort "demokratisch" hundertfach wiederholt wird (Priming) glaubten viele dann selbst, die DDR sei demokratisch, der politische Gegner im Westen aber nicht. Diese wurden als Faschisten und Imperialisten verkauft.

 

Auch im 3. Reich wurde das Schüren von Angst methodisch genutzt: Zum Beispiel die Angst, in der Familie zum Aussätzigen zu werden, weil man eine andere Meinung hat. Spätestens als irgendwann alles sinnlos wurde wurde die Angst von Propagandaminister Göbbels derart geschürt (z.B. in seiner bekannten Sportpalast-Rede), dass die meisten Menschen bereit waren, alle Einschnitte zu akzeptieren und mitzutragen. "Totaler Krieg" nannte man das damals. 

 

In totalitären Systemen wird den Menschen Angst durch Politik und Medien regelrecht eingetrichtert. Denn mit Angst bekommt der Staat die Bürger unter Kontrolle. Mit Hilfe von Angst werden Menschen regelrecht "sturmreif" geschossen. Auf Basis von Angst kann alles Mögliche beschlossen werden, auch Dinge, die gegen geltendes Recht verstoßen. Unter dem Einfluss von Angst nehmen Menschen alles mögliche in Kauf und folgen vermeintlichen Autoritäten selbst in den Untergang. Da Ängste eine wirksame Waffe und ein mächtiges Lenkmittel ist, wird auch in der persuasiven Rhetorik gern an Ängste appelliert. Sobald Sie irgendwo hören und lesen: "Warnung vor dem Hunde" oder "Vermeiden Sie XY" sollten Sie folglich prinzipiell ebenso achtsam sein wie beim rhetorischen Mittel in Form sogenannter "Appelle an die Furcht" durch Versicherungsvertreter, die man heute als sogenannte Finanzdienstleister bezeichnet!

 

Das genaue Gegenteil:
Von der Politik in Abrede gestellte Angst

Wie bereits erwähnt, ist Angst - sofern diese nicht vorsätzlich geschürt wird - ein natürlicher Schutzmechanismus. Der wird jedoch dann von der Politik in Deutschland in Abrede gestellt, wenn hohe Risiken eingegangen werden sollen. Als Beispiel sei die persuasive Phrase „Angst ist kein guter Ratgeber“ von Kanzlerin Angela Merkel genannt. Aus Angst vor der Angst der Bürger und auch aus Angst vor dem Bürger an sich, der ein bestimmtes Spiel durchschauen könnte, wird viel Aufwand getrieben, damit die Bürger Angst vor dem Aussprechen sogenannter „falscher Meinungen“ haben. So auch aktuell: 

 

Wer sich hinsichtlich waghalsiger politischer Entscheidungen ängstlich zeigt, gilt als "Regime-Kritiker" und damit als eine Art Staatsfeind. Die Infragestellung von Ängsten ist ebenso Teil der systemischen Propaganda wie das gezielte Schüren von Angst. Besonders perfide daran ist, dass Ängste zuerst bewusst geschürt und dann zugleich wieder in Frage gestellt werden - eine beliebte Standard-Technik, die in totalitären Regimen übrigens auch bei Verhören und Folterungen aktiv genutzt wurde.

 

Zurück zur in Abrede gestellten Angst: Ebenfalls beobachtet wird, dass Jene, die Angst vor den konkreten Folgen des Regierungshandelns haben, als psychisch krank („-phob“) diffamiert und als Unperson bekämpft werden. Wichtige und zutiefst menschliche Wörter wie „besorgt“ werden zu Schimpfwörtern umgedeutet. Sorge und Angst um sein Leben zu haben, gilt als Schwäche. Kanzlerin Merkel, geschützt von Mauern, gepanzerten Limousinen und Bodyguards, hat wiederholt die Parole ausgegeben, Angst „sei immer ein schlechter Ratgeber“. Stattdessen gelte es, „mal wieder in einen Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein“. 

Weitere Infos