Wissen: Angst

Formen, Auslöser, Symptome der Angst, individuelle und kollektive Angststörung, Paranoia, Panik, Panikstörung, Corona-Angst, Behandlung der Angst, das Schüren von Angst, die Angst und das Böse

Psychologie: Angst, Formen, Auslöser und Symptome der Angst, Angststörung, Generalisierte Angststörung, kollektive Angststörung, Massenpsychose, Corona-Angst, Paranoia, Panik, Panik-Attacken, Panikstörung, Behandlung, Angstmacher, die Angst und das Böse

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl bzw. eine Vielzahl von Gefühlsregungen und äußert sich - je nach Ausprägung der Angst - als Besorgnis und/oder Erregung und/oder Beengung/Bedrängnis.

Angst ist erst einmal etwas sehr Natürliches. Wer in gewissen Situationen keine Angst fühlt, ist vermutlich krank. Ihm fehlt ein natürlicher Schutzmechanismus. Oder er ist in Bezug auf negative Erfahrungen bereits vollkommen abgestumpft.

 

Trotzdem kann Angst auch sehr negativ sein. Angst an Stelle von fehlendem Gottvertrauen macht empfänglich für das Böse - und wirkt sich negativ auf die Psyche, den Organismus und den eigenen Willen auswirken - zum Beispiel wenn die Angst länger anhält oder wenn sie irreal ist - und wenn sie von außen erzeugt und / oder einem eingeredet wird. Schließlich führt eine solche Angst zum Verlust des logisch-rationalen Verhaltens und erzeugt irrationales Verhalten (ggf. zu Gunsten der konkreten "Angstmacher". Angst kann krank machen und selbst krankhaft - und z.B. bei einer Angststörung eine Krankheit an sich sein. Eine solche Angststörung hat unterschiedliche Ausprägungen.

 

Angststörung

Laut Prof. Arno Deister von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit Sitz in Berlin liegt eine Angststörung vor, wenn die eigentlich natürliche Schutzfunktion des Körpers vor Ängsten langfristig derart immense Ausmaße annimmt, dass sich ihr alles andere unterordnet – auch der Verstand:  "Wenn Menschen bei Ängsten nicht mehr in der Lage sind, ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren und das Leben stark beeinträchtigt ist, hat das Krankheitswert“.

 

Individuelle und kollektive Angststörung -

Alarmbereitschaft / Besorgnis / Hysterie / Wahn 

Zu Unterscheiden ist zwischen Alarmbereitschaft und Besorgnis und ebenso zwischen einer individuellen und einer kollektiven Angststörung. Während eine individuelle Angststörung ggf. auf Stress und eine damit verbundene Umstellung der Gehirnchemie zurückgeführt werden kann, kann eine kollektive Angststörung im Sinne einer Massenpsychose zum Beispiel durch eine Hysterie- oder Wahnsymbiose erzeugt werden, wobei insbesondere sozialpsychologische Aspekte wie der soziale Einfluss, die Massenpsychologie und der Einfluss der Massenmedien eine bedeutende Rolle spielen, da der Mensch ein beeinflussbares und lenkbares "Herdentier" ist, welches sich intuitiv sehr gerne beeinflussen lässt, bestimmten Einflussgebern und Führern oder der vermeintlichen "Masse" vertraut und gerne folgt - und stattdessen dem misstraut, was die meisten anderen Menschen (tatsächlich oder nur dem Anschein, entsprechenden Umfragen und / oder subjektiven Eindrücken nach) abzulehnen scheinen.

 

Massenpsychose

Eine Massenpsychose bezeichnet psychotische Verhaltensweisen von Menschen in einer Massensituation, wobei vernunftgesteuertes Verhalten durch induziertes irrationales, möglicherweise wahnhaftes Verhalten ("Massenwahn") ersetzt wird und realitätsgerechte Ich-Funktionen aufgegeben werden. Ein wesentlicher Auslöser einer Massenpsychose ist die Angst z.B. die Angst vor dem Höllenfeuer, die Angst vor Hexen und Dämonen, die Angst vor dem jüngsten Gericht, die Angst vor Plagen, die Angst vor Naturkatastrophen, die Angst vor dem Weltuntergang, die Angst vor Krankheiten usw.

 

Angstmacher
Ein Angstmacher ist jemand, der mit dem Schüren von Angst, Menschen zu etwas bewegen will. So wollen zum Beispiel  Versicherungs-Unternehmen, die mit der Angst und dem damit verbundenen Sicherheitsbedürfnis von Menschen (Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse / Motive von Menschen) Geld verdienen. Wie viele Andere leben sie ausschließlich von der Angst der Menschen.

 

Die Regel: Je gottloser, desto geringer das gesunde Gottvertrauen, desto größer die Angst. Die Abkehr von Gott spielt hier folglich ebenfalls eine Rolle. In Bezug auf die Wahrnehmung, Erzeugung, Beurteilung und Lenkung von Angst nehmen Unternehmen (z.B. Versicherungsunternehmen, Sicherheitsunternehmen), Politik (z.B. Sicherheitspolitik, Umweltpolitik) und Medien einen ganz bedeutenden Stellenwert ein - und verkörpern letztendlich über die Massenmedien eine Autorität, die zusammen mit Politikern, Stars und anderen vermeintlichen "Vorbildern" den sogenannten "Einfluss von Autoritäten" erzeugt, der insbesondere in dem allseits bekannten "Milgram-Experiment" - ein berüchtigtes Experiment zur Reaktion auf Autorität - erstmals 1961 sehr eindrucksvoll nachgewiesen wurde. Später wurde das Experiment von Forschern der SWPS University of Social Sciences and Humanities in Polen (bis auf die vermeintlich tödlichen Elektroschocks wie im Original-Experiment) wiederholt. Das Ergebnis war das gleiche: "Fast jeder würde auf Befehl foltern" (Spiegel, 15.03.2017).

 

Die Motive der Angstmacher erkennen

Menschen kann man schnell verunsichern und Angstmacher nutzen diese Gefühle für ihre Zwecke. Neurowissenschaftlicher Gerald Hüther plädiert dafür, stets neu zu prüfen, ob unsere Ängste berechtigt sind oder ob sie instrumentalisiert werden.

Zum Video (04:28 Minuten) bei

Deutschlandfunkkultur.de

 

Bestandteil der Angst

Bestandteil der Angst können vielzählige körperliche Reaktionen und/oder andere zusätzliche (eigenständige) Gefühlsregungen und/oder Gefühlsstörungen sein, die mit Angst einhergehen und auf Angst basieren können z.B. Hemmung (bzw. Hemmungen), Blockaden, Scham, Misstrauen, Anspannung usw.). Diese Gefühlsregungen sind eigenständig, nicht mit Angst zu verwechseln und nicht zwingend mit Angst zu verbinden. Sie können jedoch in einem 

Zusammenhang mit Angst bzw. Ängsten stehen. Angst führt zu irrationalem Verhalten.

Auslöser von Angst

Der Angst liegen Wahrnehmungen und/oder Gedanken zu Grunde, die als bedrohlich empfunden werden.
Die Auslöser von Angst sind unterschiedlich:

a) Erwartete Bedrohungen (echt oder vermeintlich),

b) Schutz der Selbstachtung und des Selbstbildes oder

c) Übersteigerte und krankhaft Angst (depressive, schizoide, zwanghafte, hysterische Angststörungen.

 

Spektrum der Angst

Das Spektrum der Angst reicht von Unsicherheiten (Beklommenheit, Scheu, Zaghaftigkeit usw.) und „Zwängen“ (Esszwang, Kontrollzwang, Reinigungszwang etc.) über „Furchtformen“ (Verletzungsfurcht, Versagensfurcht, Berührungsfurcht etc.), „Phobien“ (Akrophobie, Agoraphobie, Klaustrophobie usw.) und „Paniken“ (Angstanfall, Schockstarre etc.) bis hin zu schweren „Psychosen“ (Neurotische Ängste, Verfolgungswahn, Lebensangst usw.) Es gibt die unterschiedlichsten Ängste:


Es gibt Ängste in Bezug auf den Körper (z.B. Herzangst), Angst vor bestimmten Situationen und Umständen (z.B. Angst vor dem Tod, Angst vor dem Sterben, Angst vor Schmerzen, Angst vor Krankheiten, Angst vor Prüfungen, Angst vor Versagen usw.) oder Angst vor bestimmten Menschen oder bestimmten Dingen (Angst vor einem bestimmten Prüfer usw.). Es gibt allgemeine Angst (z.B. Angst vor der Zukunft, Angst vor Verlust, Angst vor Abhängigkeit usw.) oder ganz konkrete Ängste (z.B. Angst vor ganz bestimmten Hunden etc.). Es gibt Ängste vor Menschen und Ängste vor Tieren (Angst vor Spinnen usw.).

 

Begründung, Bewusstsein, Bezug und Basis der Angst

Einige Ängste sind eher rational begründet (z.B. Angst vor Höhe, Angst vor engen Räumen), andere wiederum wirken auf andere Menschen eher irrational (z.B. Angst vor großen Plätzen, Angst vor Liebe, Zuneigung und Nähe). Einige Ängste sind ängstlichen Menschen bewusst, andere hingegen unbewusst (z.B. Angst vor zu gut, zu schön, zu freundlich oder zu qualifiziert wirkenden Menschen). Derartige Ängste stehen in einem Zusammenhang mit der eigenen Persönlichkeit, dem Bild von einem selbst (z.B. Selbstwertgefühl) und weiteren Ängsten (z.B. Angst, nicht zu genügen, Angst vor Konkurrenz, Angst, einen "Korb" zu bekommen. Gefühle wie Neid (in Form von Missgunst) können ebenfalls eine Rolle spielen und mit entsprechenden Ängsten einhergehen. Angst kann situations- oder objektbezogen sein. Zudem muss zwischen einer diffusen allgemeinen Angst (z.B. Prüfungs-Angst) und einer ganz speziellen und konkreten Angst (z.B. die Furcht vor einem bestimmten Prüfer oder eine klar definierbare Situation) unterschieden werden.

 

Eine Sonderphänomen der Angst ist die „Angst vor der Angst“ (Phobophobie / Angstsensitivität). Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Entstehen durch Angst andauernde Kontrollverluste oder Lähmungen, wird von einer Angststörung gesprochen. Ist diese Angst an ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Situation gebunden, spricht man von einer Phobie. Angst basiert auch auf einer Verunsicherung. Dazu kann die Angst vor Veränderung, die Angst vor der Endgültigkeit, die Angst vor Nähe und die Angst vor Selbstwerdung zählen. Der gesunden Angst liegt in der Regel unser Selbsterhaltungstrieb zu Grunde. Angst basiert auch auf einer Verunsicherung. Dazu kann die Angst vor Veränderung, die Angst vor der Endgültigkeit, die Angst vor Nähe und die Angst vor Selbstwerdung zählen.

 

Körperliche Reaktionen

Angst kann die unterschiedlichsten körperlichen Reaktionen mit sich führen: Erhöhte Aufmerksamkeit, geweitete Pupillen, Gesteigerte Seh- und Hörnerven-Empfindlichkeit, erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit, erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, flachere und schnellere Atmung, Energiebereitstellung in den Muskeln, Schwitzen, Zittern, Schwindelgefühl, Hemmung von Blasen-, Darm- und Magentätigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, beklemmendes Gefühl oder Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, Organische Störungen und Ausfälle bis hin zum Tod durch Schock.

 

Natürliches Grundprinzip der Angst

Vom Grundprinzip her hat Angst eine nützliche Funktion. Sie ist ein Schutzmechanismus, der unsere Sinne schärft und in tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein entsprechendes Verhalten (z.B. Flucht) einleitet. Sie schützt uns vor Gefahr und hindert uns daran, blindlings ins Verderben zu rennen. Auch die körperlichen Symptome der Angst sind normale physische Reaktionen, die uns - ähnlich wie Stress - auf eine Kampf- oder Flucht-Situation vorbereiten - und bei einer realen oder vermeintlichen Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit sichern - sollen, im Extremfall sogar das Überleben.

 

Angst im Kontext von Erwartung & Kontrolle

Angst basiert auf einer Erwartungshaltung und unserem Freiheitsgefühl. Je nach Erwartung und zugebilligter Freiheit ist auch unsere Risikobereitschaft und unsere Angst ausgeprägt. Kontrolle (z.B. Kontrollzwang) und Angst (z.B. Angststörung) stehen ebenfalls in einem Kontext: Angst löst einen Kontrollmechanismus aus, um die Angst einzudämmen.  Haben wir Angst - und können wir dieser nicht adäquat begegnen, erhöhen wir automatisch die Kontrolle, um uns zu beruhigen.

 

Die Funktion ähnelt dem Mechanismus der selbstwertdienlichen Verzerrung und folgt dem Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion. Der Unterschied liegt jedoch darin nur, dass wir uns bei der Abwehr von Angst durch Kontrolle nichts schön reden, sondern versuchen, die Angst in Kontrolle zu verwandeln, um uns besser zu fühlen - selbst dann, wenn die Kontrollmaßnahmen sich aus nüchtern-objektiver Sicht an Lächerlichkeit  überbieten.  Es geht um eine Impulsabwehr.

 

Die Abwehr des Gefühls der Angst funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Grad - und kann schrille Ausmaße annehmen - so wie man das zum Beispiel von Maßnahmen im Rahmen der Eifersucht oder in unsinnigen Maßnahmen der Gesetzgebung findet, die einem Wahn gleichen können. Die Angst wird dadurch nur zum Schein gemindert, bleibt letztendlich aber bestehen, weil das Problem letztendlich die behandlungswürdige Angst ist, während die Kontrolle lediglich als Vorwand zur Selbsttäuschung im Rahmen des Wirkungsprinzips der kognitiven Dissonanz-Reduktion dient.  Floris Weber erklärt diesen Kontrollmechanismus am Beispiel der Eifersucht und der "Corona"-Hysterie als Beispiel für Kontrolle in einem Video bei YouTube.

 

Umgang mit Angst

Wie wir auf das Angst-Signal "Vorsicht Gefahr!" reagieren, ist eine andere Sache. Ergreifen wir die Flucht? Oder mobilisieren wir unsere Kräfte, um ein Problem zu lösen? Lassen wir uns von Angst entmutigen? Oder werden wir über Abwehrmaßnahmen nachdenken? Reagieren wie maßvoll? Oder reagieren wir über? Angst kann hemmen. Angst kann aber auch zum Handeln auffordern.

 

Um der eigentlich nützlichen Absicht der Angst gerecht zu werden, muss sowohl die Angst, als auch das Verhalten bei Angst angemessen sein. Es darf weder zu viel Angst unser Handeln blockieren noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblenden. Oft verfehlt die nützliche Angst ihre Wirkung. Sie führt zu übertriebener Aktivität (Panik) oder Passivität bis hin zur Lähmung. Was sind die Gründe?

 

Manchmal ist unsere von der Natur vorprogrammierte körpereigene Alarmanlage sehr empfindlich eingestellt, manchmal wird sie aber auch im Verlauf und unseres Lebens z.B. durch bestimmte Ereignisse auf "überempfindlich" umprogrammiert, ähnlich einer allergischen Reaktion (Allergie), was dann zu entsprechenden Fehl-Alarmen führt. Wir überschätzen eine Angst auslösende Gefahr, weil wir zu wenig oder zu viel (Negatives) darüber wissen. Alternativ unterschätzen wir unsere Fähigkeit, mit der Angst umzugehen. Im Umgang mit der Angst spielen unsere vorausgegangenen Erfahrungen und unsere Gedanken eine ebenso entscheidende Rolle wie unsere Persönlichkeit. Somit ist Angst das, was unsere Gedanken daraus machen.

 

Manchmal ist unsere Persönlichkeit so gestört, dass aus natürlicher Angst etwas wächst, das uns unser natürliches Leben geradewegs behindert. Wir fühlen uns schlecht, stehen unter Zwang, trauen uns manches nicht zu, laufen weg oder verfallen in Starre. Manchmal ist es das Gegenteil: Es fehlt die natürliche Angst und damit zugleich natürliche Selbsterhaltungstrieb. Was der eine als "mutig" empfindet, kann eine gravierende Störung sein. 

 

Dies ist bei einigen Persönlichkeitsstörungen der Fall, insbesondere bei denen, bei denen ein gestörtes Selbstbild oder eine Störung des Ichs vorliegt. Was wir z.B. als "Ritzen" oder "Selbstmordversuch" kennen und ablehnen, leben andere gesellschaftlich etabliert und damit unauffällig aus, weil sie in der Masse der Gleichgesinnten verschwinden. Bei bestimmten Persönlichkeitsstörungen fehlt die natürliche Hemmung, gefahrenträchtige Situationen zu meiden. Alternativ wird gerade in gefahrenträchtigen und angstauslösenden Situationen der sogenannte "Kick" gesucht.

 

Angststörung
Eine Angststörung liegt vor, wenn Angstreaktionen in eigentlich ungefährlichen Situationen auftreten und wenn die Angst in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht. Obgleich lein objektiver Angst-Grund besteht, erleben die Betroffenen ihre Angst dennoch psychisch und körperlich sehr intensiv. So erkennen sie unter Umständen zwar, dass ihre Angst unangemessen oder unbegründet ist, können sie aber nicht ausschalten oder kontrollieren. Angststörungen können auch als unsinnig erscheinende Ängste vor bestimmten oder unbestimmten Situationen auftreten. Bekannte Phobien sind zum Beispiel Angst vor Spinnen (Arachnophobie), Platz- und Raumangst und Krankheitsangst (Hypochondrie). Besonders schlimm sind unbewusste Ängste ohne definierbaren Auslöser. Da Menschen mit Angststörungen versuchen, angstauslösenden Situationen oder Orte zu meiden kommt es zu einem Vermeidungsverhalten. In extremen Fällen können Angststörungen dazu führen, dass sich die Betroffenen völlig zurückziehen und isolieren.

 

Negative Folgen / Wirkung von Ängsten & Panik

Ob Existenzängste, Versagensängste oder Herzängste. Ob Angst bei Einsamkeit, Angst vor Dunkelheit oder Angst vor Menschen, Dingen oder Zuständen. Ob Verlust-Ängste, Todesangst oder Angst vor einer möglichen Krankheit z.B. einer "Corona"-Infektion: Angst kann eine verdammt üble Sache sein, die - je nach Art der Angst und Ausprägung der Angstzustände - stark an den Betroffenen zehrt und sie in starke Bedrängnis führen kann. Angst raubt nicht nur die Konzentration und Lebensenergie - sie kann zu Schockzuständen, Kontrollverlust oder Lähmung führen.

 

Schwere, wiederkehrende oder andauernde Angst ist für die von Angst Betroffenen ein unerträglicher Zustand, den man alleine irgendwann schlichtweg nicht mehr aushält. Am Schlimmsten sind Panik-Zustände, die mit enormem Stress einhergehen - und bei denen man selbst irgendwann völlig ausgelaugt ist, Angst vor der nächsten Angst hat und vielleicht gar nicht mehr weiter weiß.

 

Panik - Panik-Attacken - Panikstörung

Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Panik ist zudem eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen, körperlichen und psychischen Symptomen, wobei es auch zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen kann. Tritt Panik nicht aufgrund einer tatsächlichen Bedrohungs- oder Stresssituation auf, spricht man von einer Panikstörung; eine Form von Angststörung.

Nicht selten ist ein grauenvolles Ereignis der Auslöser von Panik. Dennoch muss zwischen dem Ausmaß der Panik und der tatsächlichen Gefahr kein rationales Verhältnis bestehen. Zudem kann der Mensch in bedrohlichen Situationen oder in als bedrohlich "empfundenen" Situationen je nach Sensibilität und Persönlichkeitseigenschaften sehr unterschiedlich reagieren.

Bei zunehmender Angst ist es möglich, dass die Reaktionen des Menschen nicht-rational und nicht-sozial werden. Es kann z.B. zu einer lähmenden Starre oder einem kopflosen Fluchtverhalten kommen. Sofern es zu solch einem "unvernünftigen" und "unzweckmäßigem" Verhalten kommt, bezeichnet man dies als Panikverhalten. Die Psychologie unterscheidet zwischen zwischen einem "Panik-System" und einem "Furcht-System". Das Panik-System wird vor allem dann aktiviert, wenn Flucht unmöglich und Kampf aussichtslos erscheinen.

 

In der Sozialpsychologie kennt man zudem die "Kollektive Panik" im Zuge des Sozialen Einflusses. Denn Menschen können ihre gegenseitigen Handlungen beobachten und miteinander kommunizieren - und reagieren auf Angst machende Ereignisse ähnlich wie ein Vogel- oder Fisch-Schwarm, wobei die Individuen sich stets an Artgenossen orientieren und der unmittelbar beobachtbaren Masse folgen, was Gustave Le Bon als Begründer der Massenpsychologie zu der Vermutung führte, dass es aufgrund dieser Interaktion zur Ausbildung einer sogenannten "Massenseele" komme, der der Einzelne unterworfen sei.

Dies führe zum Verlust des Verantwortungsgefühls sowie zu einer Zunahme von normverletzenden und irrationalen Verhaltensweisen. Die Masse kann sich in einer Gefahrensituation mit der Angst einzelner panischer Menschen quasi anstecken, wobei die verängstigten Menschen ihre Panik zusätzlich gegenseitig verstärken. Zudem ist die Masse aufgrund der massenpsychologischen Effekte bezüglich des Fluchtimpulses miteinander verbunden. Bei einer sogenannte "Massenpanik" drängt die Menschenmasse dann zum Beispiel plötzlich und kollektiv zu möglichen Ausgängen - wie die Lemminge immer den Anderen hinterher - ohne zu hinterfragen ob die Flucht-Route bzw. die vermeintlichen Ausgänge wirklich real oder die richtigen sind. 

 

Massenpanik bricht oft zum Beispiel bei Feuer in geschlossenen Räumen auf: Hier verlieren viele Menschen gleichzeitig ihre Selbstkontrolle, wobei sie im übermächtigen Fluchtreflex die Schwächeren von ihnen blindlings umrennen und niedertrampeln. In diesem Kontext bekannt ist, dass Ausgänge bzw. Türen durch regelrechte Menschenknäuel dann verstopft werden, weil der Drang nach draußen ein diszipliniertes und damit effektives Nacheinander verhindert. In einer Paniksituation verliert der Akteur die Selbstbeherrschung und damit die Beherrschung einer Situation, was bei einer akuten realen Gefährdung höchst bedrohlich werden kann. Die Vermeidung einer solchen Lage lässt sich nur durch eine psychische Stabilisierung auf der Basis einer gefestigten Selbstsicherheit erreichen. Diese muss auf dem Bewusstsein eigenen Könnens und dem immer wieder bewiesenen erfolgreichen Risikomanagement in simulierten Situationen aufbauen - wie zum Beispiel beim Fliegen, wo mögliche Krisensituationen und mögliche Reaktionen bzw. der Umgang damit regelmäßig unter Anleitung durchgespielt werden, um Panikverhalten durch Gewöhnung / Abstumpfung im Ernstfall zu unterbinden und den Piloten zu Besonnenheit bei waghalsigen Handlungen zu trainieren. 

 

Panik und panikartige Zustände mit Krankheitswert kommen als Symptom bei zahlreichen organischen und psychischen Erkrankungen vor. Paniksymptome sind zudem das Leitsymptom der Panikstörung. Eine Panikstörung bezeichnet das wiederholte Auftreten von Panikattacken. Eine Panikattacke ist definiert als plötzlicher Anfall mit einem extremen Angstgefühl, welcher ohne spezifischen Anlass aus völligem Wohlbefinden stattfindet. Der Betroffene entwickelt eine subjektiv erlebte dramatische körperliche Symptomatik (z. B. Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, Schwächegefühl, Atemnot etc.). Die Symptome steigen in den ersten Minuten sehr schnell an und lassen in der Regel nach etwa 10 bis 30 Minuten nach.

 

Aber auch unabhängig von echten dramatischen Ereignissen kann es bei Angst zu regelrechten Panikattacken kommen, die mit intensiven, erdrückenden und oft unkontrollierbaren Angstgefühlen in Verbindung mit verschiedenen körperlichen Symptomen einhergehen und für die Betroffenen extrem stressig und schier unerträglich sind. In manchen Fällen erleben Menschen die Panikattacke sogar so, als hätten sie eine Herzattacke oder würden sterben. Obgleich man nicht wirklich sterben muss, ist das Gefühl absolut real und von ernsthaften Notzuständen oft nicht zu unterscheiden. Andere Menschen - selbst manche Ärzte und anderes Fachpersonal können derartige Gefühls-Zustände leider nur selten nachvollziehen und ihre Sachlichkeit und Nüchternheit ist für die von Angst und Panik Betroffenen oft noch unerträglicher.      

Sofern wiederkehrende Panikattacken vorliegen - oder man gar über einen Monat oder länger in ständiger Angst lebt, eine Panikattacke zu erleiden, ist davon auszugehen, dass man ggf. an einer Panikstörung leidet. Es ist also wichtig, sich frühzeitig Hilfe zu suchen. Denn die Symptome werden nicht von alleine wieder weggehen. Bleiben man unbehandelt, können die Symptome das eigene Leben  irgendwann vollkommen dominieren.

 

Angst vor der Angst

Ebenso unangenehm ist die Angst vor der Angst, die bei gesteigerter Angstsensitivität vorkommt. Hinzu kommt das Verhalten der Angehörigen, die Ängste durch ihr Einwirken nur noch schlimmer machen können. Aktives Zuhören ist hier die Devise. Doch das Gegenteil ist leider oft der Fall: Einfache Lösungen liefern, herunterspielen, bagatellisieren, ausfragen, dirigieren oder gar Vorwürfe machen, moralisieren, urteilen, warnen und drohen. 

 

Soziales Umfeld
Nicht nur das eigene Leben wird durch Ängste bzw. eine Angststörung oder Panikstörung schwer beeinträchtigt, sondern auch das, der Menschen im sozialen Umfeld. Wie bei einer Depression kann eine nicht therapierte Angststörung zu ernsthaften Problemen führen. Dazu können beispielsweise Probleme in Beziehungen und in der Familie zählen - aber auch. Schwierigkeiten, einen Partner und / oder Job zu finden und zu behalten.

 

Belastung & Leiden

Ob man nun Angst vor einer erwarteten echten oder vermeintlichen Bedrohung hat - oder gar unter einer Angststörung oder Panikstörung leidet: Angst ist sowohl bei akuten Angstzuständen als auch langfristig psychisch sehr belastend und verursacht zudem auch verschiedene körperliche Symptome (z.B. Muskelverspannungen, Herzrasen usw). Ständig Angst zu haben, ist zudem psychisch wie physisch sehr stressig, folglich anstrengend und ermüdend. Die Arbeitsfähigkeit ist nicht mehr gegeben. Entsprechende Hilfsangebote sind nicht wirklich hilfreich und zudem extrem spärlich gesäht. Hinzu kommt, dass bei akuten Angstzuständen oft niemand Zeit hat, niemand in der Nähe ist und keiner hilft. Oft hilft nur noch Medizin bzw. Notfall-Medizin, um Angst- oder Panikzustände zu unterdrücken bzw. irgendwie in den Griff zu bekommen.

 

Der Weg in die Klinik

Ängste und Panik-Zustände können für die von Angst und Panik betroffenen Menschen derart schlimm sein, dass nur noch der Weg in die Klinik bleibt, wo dann in der Regel starke Neuroleptika verabreicht werden, die einen dann nicht selten komplett lahmlegen. Doch es gibt pragmatische Alternativen: Jemand, der zuhört, die Angst ernst nimmt. Jemand, der einem - auch bei akuten Angstzuständen - flexibel und fürsorglich zur Seite steht, einen beruhigt, einem die Angst nimmt, einem hilft den Angst-Stress abzubauen und zuhört. Nähe, Beistand, Übungen gegen die Angst und Sorgen-Besprechung sind hier sehr wichtig.

 

Behandlung von Angst

Ängste und Panikattacken können das das gesamte Leben - Privatleben wie Berufsleben - negativ beeinflussen. Eine Konfrontation mit den Auslösern ist nämlich kaum zu vermeiden. Besonders schlimm ist es bei einer generalisierten Angststörung. Rational weiß man, dass man nicht in Gefahr ist - dennoch spielen Psyche und Körper verrückt. Das geht bis zum Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein. Ebenso belastend ist die Angst vor der Angst. In derartigen Fällen ist es wichtig zu handeln, um irrationalen Ängste wieder loszuwerden und durch positive Gefühle und Erfahrungen zu ersetzen. Das bezieht sich auch auf unsere Glaubenssätze. es gilt, gemeinsam mit einem Profi den Ursachen auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was die Fehlalarme im Gehirn auslöst.

 

Es gilt, die Ängste vom Angst-Auslöser zu trennen und das Überlebensprogramm im Gehirn wieder in richtige Bahnen zu lenken. Psychopharmaka sind manchmal zwar wichtig, um zumindest die Symptome zu bekämpfen - sie ändern aber langfristig nichts an der Angststörung. Hier benötigt man ein Coaching bzw. eine Therapie.

 

Manchmal schränkt die Angst den Lebensalltag aber auch derart stark ein, dass man ohne Medizin einfach nicht mehr klar kommt und der Alltag nicht mehr bewältigt werden kann. Ängste können nämlich unerträglich sein und einen Menschen geradewegs lähmen, im übertragenen Sinne aber auch im wahrsten Sinne des Wortes. Dann sind Psychopharmaka sinnvoll. Die verschreibt im besten Fall ein Facharzt für Psychiatrie. Standard-Psychopharmaka , die ein Hausarzt zumeist verschreibt oder direkt spritzt, lindern zwar akute Situationen, wirken aber in der Regel nicht in der Tiefe. Zudem wird hier gerne auf sehr allgemeine Medikamente zurückgegriffen, die zu kurzzeitiger Linderung führen. Ebenso besteht hier die Gefahr von Abhängigkeit. Fragen Sie am besten einen Psychiater.

 

Gegen unbegründete Angst oder eine Angststörung gilt es, a) den konkreten Auslösern und Ursachen detektivisch bzw. analytisch auf den Grund zu gehen und b) die eigenen Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und entsprechend umzulernen oder Muster wie schädliche Glaubenssätze umzuproprammieren. Hier hilft ein Coaching oder eine Psychotherapie inklusive Hypnose / Selbsthypnose.

 

Ist die Angst überaus groß und unerträglich kann ein wichtiger Baustein für die Behandlung von Angststörungen folglich die medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka sein. Diese führen zu keiner Persönlichkeitsveränderung, sondern bewirken eine Normalisierung der Botenstoffe (z. B. Serotonin) in den Nervenzellen des Gehirns. Dazu stehen die Medikamentengruppen Antidepressiva, spezielle Anxiolytika sowie die Benzodiazepine zur Verfügung.

 

Viele Menschen haben bezüglich der Psychopharmaka große Vorurteile, diese sind aber nicht berechtigt, denn die Behandlung zielt auf die Normalisierung gestörter Funktionen im Gehirn, die auf eine Verschiebung der Botenstoffe (Neurotransmitter) zurückzuführen sind. Ein wichtiger Botenstoff ist z. B. das Serotonin. Psychopharmaka regulieren die Biochemie in Bezug auf außer Kontrolle geratene chemische Vorgänge im zentralen Nervensystem und bringen die Gehirn-Chemie wieder in Ordnung. Auch führen gute und moderne Medikamente nicht zur Abhängigkeit. Nur die Gruppe der Benzodiazepine führt bei längerer Anwendung zur Abhängigkeit, daher werden diese nur zur kurzfristigen Behandlung akuter Zustände eingesetzt.

 

Die besten Therapieerfolge werden bei Ängsten mit der Kombinationsbehandlung "Medikament plus Verhaltenstherapie" erreicht. Die Medikamente entspannen den Betroffenen und machen ihn zugänglich für die Verhaltenstherapie, die Verhaltenstherapie wiederum erhöht die Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme. Besonders bewährt haben sich für die Langzeittherapie Antidepressiva. Antidepressiva machen nicht abhängig, müssen aber über einen längeren Zeitraum in ausreichend hoher Tagesdosierung eingenommen werden. Es dauert mehrere Wochen, bis die Wirkung eintritt.  Oft werden in den ersten 2-3 Wochen der Einnahme Nebenwirkungen wahrgenommen, die danach aber wieder nachlassen. 

 

Welchen Wirkstoff der behandelnde Facharzt verordnet, hängt von der Art der konkreten Angststörung und anderen individuellen Gegebenheiten ab. Die medikamentöse Behandlung erfolgt individuell unterschiedlich. Zur Behandlung einer generalisierten Angststörung greift man zum Beispiel zu Medikamenten aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die zur Gruppe der Antidepressiva gehörten. Sie können Angstsymptome lindern und gegen depressive Beschwerden helfen, mit denen viele Betroffene zusätzlich zu tun haben.

 

Aus der Gruppe der SSRI sind zum Beispiel Escitalopram und Paroxetin für Menschen mit generalisierter Angststörung gut untersucht, zumeist sehr wirksam und in Deutschland zugelassen. Nach 2-6 Wochen entfaltet sich die angstlösende Wirkung entfalten, sofern eine richtig dosierte und regelmäßige Einnahme durch den Patienten erfolgt. Manchmal probiert der Psychiater mehrere Wirkstoffe aus.  Nach Eintritt der Besserung wird empfohlen, die Medikamente noch weitere 6 bis 12 Monate einzunehmen und dann langsam die Dosis zu verringern. Zu den möglichen Nebenwirkungen von SSRI zählen Übelkeit, Schlaflosigkeit und sexuelle Probleme. Manche Menschen haben dann weniger Lust auf Sex oder bekommen keinen Orgasmus. Bei vielen Menschen zeigen sich aber tatsächlich keine Nebenwirkungen.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Medikamente, die bei einer generalisierten Angststörung eingesetzt werden können. Viele kommen aber in der Regel erst infrage, wenn eine Behandlung mit SSRI keinen Erfolg gebracht hat oder aus bestimmten Gründen nicht möglich ist: So gibt es zum Beispiel selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI): Hierzu gehören die Wirkstoffe Duloxetin und Venlafaxin. Sie wirken ähnlich wie SSRI. Bekannt sind Pregabalin, Opipramol, Buspiron,  Hydroxyzin und Benzodiazepine. Doch diese Mittel werden zur Behandlung einer generalisierten Angststörung nicht empfohlen. Wirkstoffe wie Imipramin aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva oder das Neuroleptikum Quetiapin zeigten in Studien zwar eine Wirkung, doch mit den SSRI gibt es mittlerweile wirksamere und besser verträgliche Medikamente.

 

 Hilfen & Maßnahmen bei Angst im Coaching / in der Therapie

- Erkennen und Verstehen der eigenen Ängste

- Differenzierung zwischen begründeten und unbegründeten Ängsten

- Erkennen der konkreten (eigentlichen) Ursache (z.B. über Psychoanalyse)

- Erkennen negativer und angstauslösender Gedanken und Glaubenssätze

- Umprogrammierung angstauslösender Gedanken und Glaubenssätze

- Erkennen von Denk- und Verhaltensmustern 

- Maßnahmen zur Steigerung des Selbstwertgefühls  Forcierung des eigenen (echten nicht gespielten) Selbstbewusstseins

- Bekämpfung / Verarbeitung von Verlustängsten

- Nutzung bestimmter Techniken (z.B. Riddikulus-Technik)

- Gewinnen von Sicherheit / Selbstsicherheit

- Positiv Priming, Sicherheits-Priming / Sicherheits-Glaubenssätze

- Kontrolle des eigenen Verhaltens / Zähmen typischer Angst-Momente und -Gedanken

  (z.B. durch Gedankenstopp-Methode, Gegenwirken über NLP oder ähnliches)

- Psychotherapie 

- Medikamentöse Behandlung zur Bekämpfung von Ängsten 

 

Methoden gegen Angst

Auch bei einer generalisierten Angststörung gibt es verschiedene Behandlungen, mit denen sich die Angst auf ein erträgliches Maß verringern lässt. Es gibt Methoden, mit denen man lernen kann, die Angst in den Griff zu bekommen und wieder ein normales Leben zu führen. Auch bestimmte Medikamente können helfen. Die Ängste selbst in den Griff zu bekommen, ist ohne professionelle Hilfe jedoch kaum möglich.

 

Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Atem-Übungen oder Yoga helfen zwar ein wenig, ebenso pflanzliche Beruhigungsmittel wie Baldrian, Lavendel oder Passionsblumenblätter oder naturreine Duftöle wie z.B. Zedern-Öl oder Zirben-Öl, doch ein Anti-Angst-Coaching, eine Psychotherapie und geeignete Medikamente gegen Angst sind wesentlich wirksamer. Schließlich gilt es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern den Ursachen und Denkmustern auf den Grund zu gehen und ein neues Verhalten zu entwickeln (z.B. anstelle von Vermeidungsverhalten).

 

So können zum Beispiel mit einer kognitiven Verhaltenstherapie angstauslösende Gedankenmuster verändern werden, indem man umlernt. Eine solche kognitive Verhaltenstherapie besteht in der Regel aus wöchentlichen Sitzungen über mehrere Monate und umfasst einen „kognitiven“ Teil, der sich mit den Gedanken und Gefühlen auseinandersetzt und einen Teil, der sich mit dem Verhalten beschäftigt. Ziel des kognitiven Ansatzes ist es, unrealistische Ängste und Sorgen zu erkennen und zu hinterfragen, die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten und Folgen von Angstauslösern einzuschätzen und mit Unsicherheit umzugehen. Furchterregende Gedankenmuster sind zum Beispiel „katastrophisierende“ Gedanken in Form extremer, übertriebener Schlussfolgerungen über das Ausmaß des vermeintlich drohenden Unglücks.

Derartige Gedanken gilt es, mithilfe eines Coaches oder eines Therapeuten zu erkennen und bewusst zu machen. Nachfolgend wird daran gearbeitet, derartige Gedanken zu stoppen (z.B. Gedankenstopp-Methode), sie zu ändern (z.B. Riddikulus-Technik), zu neue positive Erfahrungen abzubauen und durch positive Gedanken zu ersetzen - oder zumindest besser (z.B. gelassener) damit umzugehen. Die besagte Therapie hilft,  klarer zu denken und die eigenen Gedanken (besser) zu kontrollieren.

 

Im zweiten Teil der Therapie geht es darum, die Angst in bestimmten Situationen nach und nach abzubauen und das Verhalten zu ändern. Dabei stellt man sich der Angst, um sie allmählich zu überwinden.  Um dies zu erleichtern, sollten ebenfalls Techniken vermittelt werden, um in Notfällen Ruhe zu bewahren. Dazu zählen Denkübungen, Atemübungen und Entspannungstechniken. Wichtig sind manchmal aber auch Medikamente (Psychopharmaka).

 

Affirmationen gegen Angst

Angst wirkt im Gehirn wie ein Programm - und es gilt die Steuerung zurückzugewinnen - z.B. über positive Affirmationen, die über Hypnose und Selbsthypnose wie Autogenes Training im Unterbewusstsein verankert werden und negative bzw. angstauslösende Gedanken ersetzen. Vorab gilt es, unbewusste angstauslösende Gedanken und entsprechende Glaubenssätze sowie die Grundproblematik in der Tiefe zu erkennen (z.B. fehlendes / mangelndes Selbstvertrauen, mangelnde Selbstliebe). In der Praxis erweisen sich positive Affirmationen als mächtiges Instrument, das hilft, schwierige und angstauslösende Situation zu meistern und das alte Angst-Programm langfristig zu überschreiben. Wichtig ist, dass die konkret genutzten Affirmationen zur Angst und Ursache passen.

Beispiele für Affirmationen zur Überwindung von Angst

- Ich bin ruhig und gelassen 

- Ich bin voller Selbstvertrauen

- Ich bin stark und mächtig

- Ich bin souverän und furchtlos

- Ich glaube an mich selbst

- Meine Fähigkeiten sind grenzenlos

- Ich bin mutig genug, um Risiken einzugehen

- Ich bin in der Lage, meine Ziele zu erreichen

- Ich kann mit allem umgehen, was mir über den Weg kommt

- Meine Rückschläge machen mich stärker

- Ich habe Gelegenheiten, zu wachsen

- Meine Zuversicht wächst weiter

- Ich überwinde Angst, Spannung und Stress

- Ich kann alles schaffen

- Ich kann alles tun, was ich mir vornehme

- Ich schaffe das Leben meiner Träume

- Ich blicke mit Hoffnung und Glück in meine Zukunft

- Ich bin gesund und stark
- Nichts stellt sich mir in den Weg (, was ich nicht meistern könnte)

- Ich überwinde alle Hindernisse

- Ich bin widerstandsfähig und gebe nie auf

- Es fällt mir leicht, ohne Angst vorwärtszugehen
- Ich blicke in eine angstfreie Zukunft

- Ich atme Kraft ein und Angst aus

- Ich bin zuversichtlich und entschlossen

- Ich bin durch das Universum geschützt

- Ich liebe mich selbst bedingungslos

- Ich habe das Zeug dazu, meine Ängste zu überwinden

- Ich verwandle mein Leben in ein glückliches Leben

- Ich gebe alle Selbstzweifel frei 

- Ich akzeptiere mich selbst - so wie ich bin

- Ich habe eine glänzende Zukunft

- Ich bin stolz auf all meine Leistungen

- Mein Körper ist voller Kraft und Schönheit

- Mich meinen Ängsten zu stellen, gibt mir die Kraft

- Ich lebe mein Leben mutig

- Ich begrüße Veränderungen, weil sie mir helfen, zu wachsen

- Das Leben bereitet mir Freude und ich überwinde die Angst

- Ich bin mit jeder Zelle meines Körpers gesund (z.B. Angst vor Krankheiten)

- Ich habe Vertrauen in das Leben

- Herausforderungen, die mir das Universum stellt, gehe ich (nicht aus dem Weg) souverän entgegen

- Ich vertraue mir selbst / Ich vertraue auf mich selbst

 

Trennungsangststörung im Erwachsenenalter, Borderline und krankhafte Eifersucht

Von der entwicklungsbedingten Trennungsangst im Kindesalter unterscheidet sich die Trennungsangststörung im Erwachsenenalter dadurch, dass sie nicht mehr funktional im Sinne der Überlebenssicherung ist. Während es sich beim Weinen kleiner Kinder, die von einer Bezugsperson getrennt werden, um eine funktionale Reaktion zur Sicherung des Überlebens handelt, hat die Trennungsangst im Erwachsenenalter manchmal den  Charakter einer Störung, weshalb man von einer Trennungsangststörung spricht.

 

Das Hauptsymptom der Trennungsangststörung besteht in einer übermäßigen Angst, von wichtigen Personen getrennt oder verlassen zu werden. Während diese wichtigen Personen im Kindesalter in der Regel die Eltern sind, bezieht sich die Trennungsangst im Erwachsenenalter auf Partner, Familienmitglieder und Freunde. Das Leben mit solch einer Störung ist für die Betroffenen sehr belastend und voller Einschränkungen. Nicht wenige der Betroffenen sind sogar nicht mehr in der Lage, einem Beruf nachzugehen und den Alltag zu regeln. Die Betroffenen leiden unter ausgeprägten Ängsten, Sorgen und Panikattacken sowie unter Schlafstörungen, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Die Trennungsangststörung ist zu den Angst- und Panikstörungen zu rechnen. Etwa ein Drittel der Erwachsenen leidet bereits seit der Kindheit darunter, bei zwei Dritteln der Betroffenen tritt die Erkrankung erst im Erwachsenenalter auf. Es sind mehr Frauen als Männer betroffen.

 

Menschen mit einer Borderline-Störung leiden übrigens ebenfalls unter Trennungsängsten bzw. unter massiven Ängsten vor dem Alleinsein, was über die Selbstwertdienliche Verzerrung bzw. den Rosenthal-Effekt letztendlich wiederum tatsächlich zu instabilen Beziehungen führt. Auch hier ist Angst vor dem Verlassenwerden ein zentraler Aspekt der Erkrankung und kann ein existentielles Ausmaß annehmen.

 

Die Trennungsangststörung steht in Verbindung mit Eifersucht. Allgemein ist Eifersucht ein schmerzhaft empfundenes Gefühl, das bei (real existierender oder angenommener) fehlender oder nicht genügender Anerkennung (Aufmerksamkeit, Liebe, Respekt, Zuneigung) entsteht. Zugleich rührt Eifersucht aus der Angst, das eine andere Person mehr Zuneigung erhält als man selbst für sich erwartet. Doch es gibt nicht nur die natürliche Eifersucht - auch "angeborene Eifersucht" genannt. Es gibt auch die misstrauische Eifersucht (Antizipatorische Eifersucht / Übertriebene Eifersucht) und die krankhafte Eifersucht (Pathologische Eifersucht) mit übertriebenem Misstrauen, täglichen Gedanken an die Untreue des Partners und entsprechendem Kontrollverhalten wie etwa das Durchsuchen der persönlichen Habseligkeiten des Partners im Sinne der Suche nach "Beweisen" usw.

 

Die Rede ist auch vom Eifersuchtswahn (Othello Syndrom), der geradewegs wahnhaften Überzeugung, vom Partner betrogen und hintergangen zu werden. Der Eifersuchtswahn zeichnet sich, ähnlich wie auch bei anderen Wahnformen, durch die subjektive Gewissheit aus, dass das Erlebte bzw. Unterstellte genauso so und nicht anders ist. Der wahnhaft Kranke kann auch durch Klärungsversuche nicht von dieser Meinung abgebracht werden, so dass er sich von seiner Fehleinschätzung ebenso wenig distanzieren kann. Derartig ausgeprägte Wahnvorstellungen machen häufig den Einsatz von Psychopharmaka erforderlich.

 

Bei einem Eifersuchtswahn unterstellt die betreffende Person ihrem Partner ohne real messbare Fakten die unterschiedlichsten Gründe für ihre Eifersucht - und das unabhängig von ihrer realen Existenz. Bereits kleinste Verhaltensweisen führen zu Annahmen, Mutmaßungen, Unterstellungen und Anschuldigungen. Es kommt zu Vorwürfen, dass der Partner andere attraktiver findet oder "fremd" geht. Es nutzt nichts, wenn der andere immer wieder seine Liebe erklärt oder seine Unschuld beteuert und versichert, dass er den anderen mag und es keinen vergleichbar anderen gibt. Die wahnhaften Vorstellungen und Selbstzweifel des wahnhaft Eifersüchtigen können von nichts und niemandem ausgeräumt werden.

 

Selbst wenn sie für eine Weile verschwinden, treten die wahnhaften Vorstellungen und die daraus resultierenden Gefühle immer wieder auf. Wenn überhaupt, so kann hier nur ein Psychiater helfen. Der Partner kann es nicht. Zum einen glaubt der wahnhaft Kranke seinem Partner nicht, zum anderen ist der wahnhaft Kranke nicht einsichtig. Genau an dieser (trotz messbarer Realität) fehlenden Einsicht ist der wahnhaft Kranke zugleich zu erkennen. Die Chance, dass eine unter einem Wahn leidende Person einen Arzt oder einen Psychotherapeuten konsultieren wird, ist gerade deshalb sehr gering. Ebenso gering ist die Aussicht auf einen Erhalt einer solchen Beziehung, schließlich basiert eine gesunde Beziehung auf Vertrauen und Liebe.

 

Wahnhafte Eifersucht kann völlig extreme Züge annehmen z.B. wenn eine Person sogar sämtliche Bekannte oder Nachbarn als Liebhaber seines Partners ansieht. Gibt es keine Nachbarn oder keine Bekannte mehr, dann könnte der wahnhaft Eifersüchtige zur Not noch unterstellen, sein Partner würde ständig mit fremden Menschen Verhältnisse pflegen, sich gar gegen einen verschwören.

 

Sofern das zentrale Wahnthema einer Person darin besteht, dass der Partner untreu sei und dieser Glaube ohne ausreichenden Grund entsteht und auf kleinsten "Beweisen" und überzogenen bis falschen Schlussfolgerungen basiert, liegt nach DSM IV ein Subtypus der Wahnhaften Störung (DSM-IV: 297.1) vor. Das trifft ebenfalls zu wenn vermeintliche "Beweise" gesammelt werden, um den Wahn zu rechtfertigen.

 

Die Überzeugung des wahnhaft Eifersüchtigen lässt sich bei einem Eifersuchtswahn nicht korrigieren, selbst wenn das vermeintliche "Vergehen" des Partners real bzw. messbar bzw. für alle Außenstehenden eindeutig nicht besteht. Eine Person, die mit dem Wahn konfrontiert wird, wird vielmehr alles dafür tun, um ihren Wahn zu bestätigen und zu beweisen. Während ein gesunder Mensch das Gespräch sucht und auf Gegenbeweise positiv reagiert, wird der wahnhaft eifersüchtige Mensch alles dafür tun, um die vermeintliche Untreue erfüllt zu wissen. Allein durch ihr Verhalten wirkt der wahnhaft Eifersüchtige seiner Partnerschaft entgegen: Er macht seinem Partner Unterstellungen, beobachtet ihn argwöhnisch, spioniert ihm hinterher, schränkt seine Unabhängigkeit ein, schränkt den Partner in seinem Verhalten, seinen Blicken und Äußerungen ein und greift ihn an. Damit macht sich der Eifersüchtige selbst wenig attraktiv, sogar lächerlich. Er erreicht Antipathie - aber auch Angst.

 

Zugleich ist Eifersucht wiederum selbst eine Form der Angst. Dadurch, dass der Partner real oder vermeintlich einer anderen Person mehr Aufmerksamkeit widmet, können - je nach eigener Lebenserfahrung (z.B. erfahrene Verletzungen, Traumata etc.) und nach Grad der Ängstlichkeit - starke Verlustängste aufkommen - so dass sich der Kreis hier wieder schließt. In der Regel erfolgt eine Behandlung, für die kein Psychologe, sondern ein Facharzt für Psychiatrie zuständig ist, über eine medikamentöse Behandlung. Nur wenn die Beeinträchtigungen gering sind, die Betroffenen ruhig und friedfertig sind und mit geringer emotionaler Betroffenheit reagieren, lohnen sich Gespräche. Detail-Infos zum Thema Eifersucht

 

Generalisierte Angststörung

Menschen mit einer generalisierten Angststörung fürchten sich nicht vor ganz bestimmten Dingen oder Situationen, sondern ängstigen sich vor allem Möglichen. Die Angst ist psychisch sehr belastend und verursacht zudem auch verschiedene körperliche Symptome (z.B. Muskelverspannungen, Herzrasen usw). Ständig Angst zu haben, ist zudem sehr anstrengend und ermüdend. Der Stress, der durch Angst entsteht ist enorm. Es ist wichtig, diesen Stress zu erkennen - und auch dem Stress durch geeignete Methoden entgegenzuwirken (Distress-Abbau, Eustress-Aufbau Stressbewältigung, Stressmanagement, Entspannungsverfahren) . Eine generalisierte Angststörung kann das Leben der Betroffenen regelrecht bestimmen und die Lebensqualität maßgeblich einschränken. Zudem begleitet sie viele Menschen über längere Zeit.

 

Das neue Phänomen: Die Corona-Angst
Nach der surrealen Angst vor Hexen und Naturgewalten und der sogenannten "jüdischen Untermenschenrasse" gibt es eine neue Massenpsychose bzw. kollektive Angststörung: Die Corona-Angst. Während man sich früher kaum vor einer Grippe fürchtete, löst das "neue" Virus starke Angst aus, weil diese von den Medien über entsprechende Horror-Propaganda in Verbindung mit ständigem Priming geschürt wurde - und die in Überzeugung, Übertreibung und Mit-Lügen sowie in Hysterie, Wahn und Realitätsverlust münden.

 

Es geht bei der Corona-Angst nicht um die individuelle Angst vor einem Virus, sondern um die Angst vor Visionen, die in der Außenwelt mit dem Virus verknüpft werden, folglich einer kollektiven "Realität", die von außen konstruiert wird - und die bei bestimmten Persönlichkeiten dann zur eigenen Realität wird - und zwar in dem Maße, in dem sie die - von außen an sie herangetragenen - Informationen wahrnehmen und verarbeiten. Besonders anfällig sind haltschwache und selbstunsichere wie auch naiv-aggressive und histrionische Persönlichkeiten. Zudem fällt auf, dass Corona-Angst mit Wohlstands-Psychopathie korreliert. 

 

Die besagte Angst kann in Hysterie und Paranoia ausarten, führt zu Zwangsverhalten wie Vermeidungsverhalten und ggf. zur Abgrenzung von anderen Menschen, vor denen die Betroffenen Angst haben, weil die Angst mit der Gefahr von Ansteckung in Verbindung steht, was die sozialen Kontakte durch bewusste Abgrenzung (selbst von nahen Familienangehörigen) einschränkt und bei kognitiven Dissonanzen, die irgendwann unweigerlich auftreten, nicht zur kritischen Hinterfragung, sondern zu aggressiven Tendenzen führt, welche die Betroffenen selbst für völlig normal und vermutlich angemessen halten.

 

Werden die Betroffenen auf ihre Wesensänderungen angesprochen, entstehen kognitive Dissonanzen, die selbstwertdienlich verzerrt werden, was häufig mit regelrechten Aggressionsausbrüchen gegenüber den Ansprechenden einhergeht, wobei die nicht selten völlig überzogenen selbstwertdienlichen Begründungen sich alle fast 1:1 ähneln. Es scheint so, als würden die Betroffenen (auswendig gelernt wirkende) Floskeln und Phrasen aus den Massenmedien 1:1 übernehmen, da diese zu neuen eigenen unwiderruflichen Glaubenssätzen mutiert sind - so wie dies in früheren Zeiten zum Beispiel im Hinblick auf den Glauben an Hexen der Fall war. Gestützt wird dies in sozialpsychologischer Hinsicht vom sozialen Einfluss, dem Einfluss von Autoritäten und dem Wirkungsprinzip der Pluralistischen Ignoranz

 

Einige der über Nachahmung und demonstrative - geradewegs masochistisch anmutende - Anpassung extrovertiert nach außen zur Schau gestellten neuen Glaubenssätze korrelieren mit dem Wesen des Gott-Komplexes, folglich mit jener unerschütterliche Selbstwahrnehmung aufgrund von subjektiv angenommenen vermeintlichen persönlichen "Fähigkeiten" und Privilegien, durch vermeintliches Austricksen der Natur gottgleich handeln zu können, wobei die "Fähigkeiten" - dem eigenen Glauben der Betroffenen nach - durch Impfungen und ein bestimmtes konformes Verhalten "übertragen" werden.

 

Ein solcher Gott-Komplex basiert zumeist auf Narzissmus und der Angst vor Allem, was den Menschen von den Mächten der Natur abhängig macht. Der moderne Mensch möchte unabhängig sein: Unabhängig von den Naturgewalten, unabhängig von christlichen Werten und unabhängig von Gott, weshalb die Corona Angst von vielen echten Christen auch als Indiz für die Abkehr von Gott erachtet wird - zumindest dann wenn man sich von dieser Angst treiben lässt.

 

Die vermeintliche Unfehlbarkeit im (hier "vorgegebenen") Denken und Handeln - und der nahezu unerschütterliche Glaube daran, die (im Kollektiv suggerierten) richtigen Werte und Ideale zu vertreten, resultieren hier jedoch nicht wie üblich auf eigenem (intrinsisch motiviertem) Hochmut: Vielmehr werden "Gott spielen", Fanatismus & Co. letztendlich durch Dauerpriming (folglich extrinsisch motiviert) übernommen - so wie dies auch bei der Körperdysmorphen Störung (Dysmorphophobie / KDS) der Fall ist, wo vermeintliche "Schönheits"-Ideale von außen (zumeist durch Medienkonsum + entsprechende Vergleiche + auf der Beziehungsebene decodierte  vermeintliche "Botschaften") übernommen und verfolgt werden - und zwar so lange bis der eigene Körper dann bis zur Unkenntlichkeit entstellt ist. Letztendlich besteht folglich die Gefahr einer Selbsterfüllenden Prophezeiung, in der Pädagogik bekannt als Rosenthal Effekt.

 

Als Rosenthal-Effekt (auch "Versuchsleiter(erwartungs)effekt" oder "Versuchsleiterartefakt") wird in der Sozialpsychologie das Resultat eines Versuchsleiter-Versuchspersonen-Verhältnisses bezeichnet, durch das sich positive Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie positive Stereotype des Versuchsleiters in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auf das Ergebnis des Experiments auswirken: Beim klassischen Laborexperiment von Rosenthal und Fode wurden zwölf Studenten jeweils fünf Laborratten eines gleichen Stammes gegeben. Der einen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten darauf hin gezüchtet wurden, einen Irrgarten besonders schnell zu durchlaufen. Der anderen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten auf besondere Dummheit hin gezüchtet wurden. Obwohl die Ratten in Wirklichkeit alle vom gleichen genetischen Stamm kamen, zeigten jene Ratten, deren Versuchsleitern mitgeteilt worden war, dass ihre Ratten besonders intelligent seien, deutlich bessere Leistungen als die Ratten in der Kontrollgruppe. Die Erklärung von Rosenthal und Fode dafür war, dass die Projektionen der studentischen Versuchsleiter die Leistung der Ratten beeinflusst hätten (1963).

 

Ein ähnlicher Effekt ist der Hawthorne-Effekt. Darunter versteht man eine Verhaltensänderung, die allein auf das Bewusstsein einer Versuchsperson zurückgeführt wird, die im Rahmen einer Untersuchung oder eines Experiments unter Beobachtung zu stehen, ohne dass die Versuchsleiter ausdrücklich konkrete, gesteigerte Leistungsanforderungen oder andere Erwartungshaltungen an sie richten. (Rosenthal, Robert; Fode, K. L., „The Effect of Experimenter Bias on the Performance of the Albino Rat“, in: Behavioral Science 8 (1963), S. 183–189).


Zurück zur Korrelation mit dem Gott-Komplex: Der besagten Übermütigkeit im Denken, was Medizin oder vermeintliche Schutzmaßnahmen (Zaubertrank-Komplex) anbetrifft (und seien diese auch noch so lächerlich und unwirksam) stehen der Corona-Angst - neben dem sozialen Einfluss und der oben erwähnten von außen herangetragenen Erwartungshaltung -  Ängste gegenüber, welche an sich bereits die Wahrnehmung und Urteilskraft stark beeinflussen, so dass den Betroffenen - im Zusammenspiel mit den besagten sozialpsychologischen Effekten allein durch das ständige Priming von außen - neben Deindividuierung - der Realitätsverlust droht.

 

Von Deindividuierung spricht man, wenn persönliche Standards in Bezug auf Beobachtung, Wahrnehmung, Denken, Meinungen, Urteilsbildung, Entscheidungsfindung und Verhalten zu Gunsten der Einhaltung bzw. Erfüllung von Gruppennormen automatisch herunter gestuft werden - oder ganz unter gehen. Deindividuierung führt zugleich zu einer reduzierten Selbstaufmerksamkeit, wobei die Konsequenzen aus persönlichem Verhalten weniger oder gar nicht mehr bedacht werden. Deindividuierung hat dadurch negative Auswirkungen auf das Verhalten und ist nach Le Bon (1895), der sich als erster mit der "Psychologie der Massen" beschäftigte, verantwortlich für Aufruhr, Panik und Hysterie. Beispiele für die negativen Auswirkungen der durch sozialen Einfluss, Anpassung und Deindividuierung liefert z.B. das bekannte "Stanford-Prison-Experiment", das Verhalten von Fußball-Hooligans oder das Verhalten der Massen im 3. Reich.

 

Bei der "Corona"-Angst kommt es bei den stärker Betroffenen zu regelrechten Wahnstörungen. So "erleben" sie Dinge (selbst an Orten, an denen sie selbst gar nicht waren), die sie zuvor in den Medien gesehen haben, obwohl die besagten Dinge vor Ort gar nicht sind. So erzählen sehr viele Betroffene bei Therapie-Gesprächen (bzw. beim Versuch von Therapie-Gesprächen) zum Beispiel, dass die Leute, die ihnen die - kognitive Dissonanzen auslösende und daher als unangenehm empfundene - Realität spiegeln, doch mal (Zitat) "auf die Intensivstationen gehen sollen, um sich die Massen an Beatmeten anzusehen", die sie ihrer einheitlichen Aussage nach dort tatsächlich selbst gesehen haben wollen.

Die Aussagen der Betroffenen ähneln sich frappierend. Hier einige Beispiel-Zitate, die bei der Konfrontation mit vom Glauben abweichender Informationen im Prinzip alle gleich sind z.B. : "Was soll ich mit solch einem Schwachsinn anfangen?", "Aus welcher Filterblase ist das?", "Ich höre /  schaue mir so was nicht an", "Lies mal Zeitung! Schau mal TV!", "So einen Unsinn brauchst Du mir nicht zu ...! Geh in ein Krankenhaus und schau Dir die Leute an, die da wegen Corona beatmet werden"... usw. Einige von ihnen sprechen sogar von "meterhohen Leichenbergen" und "Massen an beatmeten Covid-Patienten", die auf den Intensivstationen alle jämmerlich "verrecken" würden. Der Anblick der "Verreckenden" sei erschreckend.

 

Die Nachfrage (teils der Angehörigen) in den jeweils örtlichen Kliniken ergab jedoch ein völlig anderes Bild. Obwohl die Betroffenen von diesem vermeintlichen "Erleben" erzählen und auf dieser angeblich "selbst gesehenen" vermeintlichen Realität beharren, lässt sich feststellen, dass fast alle Betroffenen niemals tatsächlich selbst vor Ort waren. Sie haben die Bilder aus dem Fernsehen übernommen. Die Bilder sind zu ihrer eigenen Realität geworden. Jene, die tatsächlich vor Ort waren, wurden in der Konfrontationstherapie mit eben jenem Ort konfrontiert, wo sie - diesmal in professioneller Begleitung - etwas Anderes vorfanden und dann selbstwertdienlich erklärten, dass das vorher angeblich anders war (z.B. das "10-Fache").

 

Während die meisten Angststörungen gut behandelbar sind, ist dies bei Menschen mit Corona-Angst aufgrund der massiven Anhängigkeit von der Beeinflussung von außen, der fehlenden Einsichtsfähigkeit und dem Paradoxon der sogenannten Umkehr nur sehr schwer möglich - auch da die Betroffenen eine Realitätsprüfung verweigern. Zudem reagieren die Betroffenen zumeist sehr aggressiv auf die Konfrontation mit ihren phantastischen Trugbildern, die ähnlich wie bei der Pseudologia phantastica durch ständige Wiederholung sich irgendwann zur eigenen Realität manifestieren.

 

Was auffällt ist, dass ähnlich wie bei der Pseudologia phantastica auch bei der wahnhaften Corona-Angst die Betroffenen beim Verdrehen von Tatsachen sowie beim Erfinden von "Erfahrungen" mit angeblichen "Corona-Opfern" auf Intensivstationen derart kreativ und geschickt sind, dass dies bei Menschen, die die eigene neue Realität der Betroffenen nicht hinterfragen, nicht auffällt. Die Betroffenen schlüpfen - ähnlich einem Rollenspiel - in eine andere Rolle - und zwar konkret in die Rolle von Politik und Medien und legen sich ihre Welt so zurecht, dass ihr Selbstbild möglichst erhalten wird.

 

Da Menschen mit dieser wahnhaften Angststörung, die letztendlich auf einer kollektiven Psychose begründet ist, sehr aggressiv auf die Konfrontation mit ihren phantastischen Trugbildern reagieren, die im Zuge der Wahn-Symbiose kollektiv übernommen werden und die Trugbilder dadurch noch verstärken, hilft in den besagten Fällen nur die Behandlung mit Psychopharmaka, was wiederum allerdings voraussetzt, dass die Betroffenen einsichtig und einsichtsfähig sind, was zumeist aber leider nicht der Fall ist.

 

Sollte dies doch der Fall sein oder bei Selbst- oder Fremdgefährdung eine Einweisung über PsychKG erfolgen, hilft hier die - auf eine Angststörung ausgerichtete - übliche Gabe von Benzodiazepinen und serotonerg wirkende Substanzen nicht allein: Wahnhafte Vorstellungen sind schwer zu behandeln. Fakt ist: Neuroleptika, auch Antipsychotika genannt, sind die einzige Medikamentengruppe, die auf psychotische Symptome wie Wahn wirken. Ihnen gemeinsam ist eine antagonistische Wirkung an Dopaminrezeptoren, worüber sie vermutlich die antipsychotische Wirkung entfalten. Bezüglich der Feindseligkeit der Betroffenen dieser Gruppe gegenüber ihrem Umfeld bzw. gegenüber Personen, vor denen sie Angst haben (allein weil sie ihnen gefühlt oder real widersprechen) Kommt Solian bzw. der Wirkstoff Amisulprid zum Einsatz. 

 

In der Regel fällt die besagte Angststörung den Betroffenen selbst nicht auf. Eine Intervention gibt es zumeist nur über das familiäre Umfeld, das ihr Familienmitglied entweder nicht widererkennt, als "gefährdet" wahrgenommen wird - oder von dem Betroffenen aggressiv angegangen wird, wodurch es zu inneren wie äußeren Konflikten von der physischen wie psychischen Abspaltung bis hin zu Familienstreit und Trennungen kommt.

 

Betroffen sind insbesondere Familienangehörige, die ein - von der Corona-Angst betroffenes - Familienmitglied aufgrund dessen neuen Wesenszügen - den eigenen Angaben nach - oft kaum mehr "wiedererkennen", wobei die Ausprägungen vom stumpfsinnigen Nachsprechen von Floskeln und Phrasen über plötzliche "Emotionslosigkeit" bis hin zu Apathie und Hysterie reichen, was von den vorher-nachher-Beobachtern nicht selten mit dem Begriff "Zombie"  umschrieben - oder mit "Besessenheit" und plötzlicher Bösartigkeit (teils mit Fremdgefährdung) verglichen - wird. Stößt die Corona-Angst auf depressive Persönlichkeiten kommt es eher zum sozialen Rückzug - und es besteht die Gefahr der Selbstgefährdung. 

 

"Corona Angst als Attest einer psychisch schwer kranken Gesellschaft"

Im Interview von Ahmed Al-hafedh mit Dr. med. Hans-Joachim Maaz bei YouTube geht es um die "stille gesellschaftliche Transformation im Schatten von Corona-Wahn und Spaltung". Beleuchtet wird die Corona Krise aus psychiatrischer/ psychotherapeutischer Sicht. Der bekannte Psychiater, der zum Thema offenbar ein neues Buch mit dem Titel  "Corona Angst. Was mit unserer Psyche geschieht." geschrieben hat, beschreibt die Corona Krise als Zuspitzung einer gesellschaftlichen Spaltung, bei der früh fixierte Ängste der Menschen durch medial und politisch geschürte Horrorszenarien aktiviert werden - und sich aktuell zu einer kollektiven Wahnstörung konstelliert haben.


Laut Dr. Maaz biete der Lockdown gleichzeitig ein "psychisches Schlupfloch, um das eigene Versagen zu kaschieren und die Auseinandersetzung mit der individuellen wie kollektiven Realität zu vermeiden". Der Verlust des Realitätsbezugs und der eigenen Selbständigkeit im Denken, Fühlen und Bewerten sei das Ergebnis. Unterdessen würden "von langer Hand geplante Transformationen in der Gesellschaftsordnung durchgeführt, um ein kaputtes System zu ersetzen und die Macht der Entscheidungsträger auszuweiten". Zum Video von / bei

Ahmed Al-hafedh / YouTube


Kick / Thrill - die lustvolle Angst

Was die meisten Menschen als unangenehm empfundenes Gefühl empfinden, wird von Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen (wie z.B. bei Masochisten) geradewegs als lustvolle Erfahrung gesucht und tatsächlich auch genau so erlebt. Wie kann man dieses psychische Phänomen erklären?

Kurz gesagt führt Grusel, Horror, Angst und Thrill hier geradewegs zu einem sogenannten "Kick". Bei anderen ist es das enthemmte Schlagen von Menschen oder das Zerschlagen von Gegenständen. Gerade die Kontrasterfahrung zwischen einer aufregenden Gefahrensituation und deren Bewältigung führt bei einigen Persönlichkeiten zu einer speziell gewünschten Steigerung des Lebensgefühls und gibt den betreffenden Menschen einen regelrechten „Kick“. Darunter versteht man den Wendepunkt zwischen Anspannung und Befreiung aus der Angstphase. Einen ähnlichen Effekt kennen wir vom Sport oder aus der Meditation z.B. wenn nach einer Phase der Kraftanspannung die Ruhephase einkehrt. Der Effekt wird auch bei einigen Formen der Meditation eingesetzt, um über die vorherige Anspannung eine größere Entspannung zu erzielen. 

 

Beispiel: Bergsteigen und alpines Klettern ist nicht nur eine Sache des natürlichen Fortbewegungsdranges und des menschlichen Triebes, Hindernisse zu überwinden. Ebenfalls ist dies nicht nur eine Sache eines außergewöhnlichen Naturschauspiels. Tief im Kletterer bzw. Bergsteiger steckt die Angst vor der Gefahr des Absturzes. Dies bringt die Psyche in einen Extremzustand, der den archetypischen Drang des Nach-oben-Wollens noch weiter stützt. Zusammen mit der körperlichen Anspannung und der Ausschüttung entsprechender Hormone führt dies zu einem Erlebnis, dass die Bergsteiger-Persönlichkeit sucht und geradewegs davon abhängig wird. Bei anderen bewusst gesuchten Angst-Zuständen ist dies ähnlich. Sie können geradewegs zu einer Enthemmung oder einer tiefen Todessehnsucht führen oder eben - sofern sie bereits vorliegt - diese stützen.

 

"Kick" als Markt und gesellschaftliches Phänomen

Aufgrund der Vielzahl an Menschen mit Persönlichkeitsstörungen nutzen unterschiedliche Märkte (z.B. der Sport- und Freizeitmarkt, Film) Angst geradewegs als Konsumgut, das mit großem Erfolg gewinnbringend vermarktet wird. Extremsportarten wie Bungee Jumping oder bestimmte Fahrgeschäfte auf Jahrmärkte seien hier ebenso kurz genannt wie Horrorfilme oder Sado-maso Studios. Im alten Rom waren dies Tier- und Gladiatorenkämpfe und Massen-Massaker und in anderen Epochen Ritterturniere, öffentliche Hinrichtungen, Verstümmelungen, Hexen- und Ketzerverbrennungen, Folter, Teufelsabbildungen oder Totentanz-Szenarien. Immer schon existierten Menschen, die an dem, was andere fürchten und anderen Angst macht, geradewegs eine helle Freude empfinden.

 

Angst in der Geschichte

Nicht nur die Gebrüder Grimm wussten, dass man von Angst bzw. Angst machenden Erzählungen sehr gut profitieren kann. Insbesondere die Obrigkeit war stets bemüht, Angst zu schüren und zu nutzen, um das Volk bzw. a) gefährliche angstfreie Persönlichkeits-Typen zu befriedigen und auch b) alle anderen zu befrieden (ruhig zu stellen bzw. klein zu halten).

 

Kirche und Klerus bedienten sich der Angst ebenso als Instrumentarium wie die weltlichen Herrscher, die oftmals nur über den Machtfaktor Angst und Schrecken (sogenannte Schreckensherrschaft) regieren konnten. Bei der Umsetzung von Revolutionen war dies nicht anders und es gab immer schon viele Menschen mit entsprechenden Persönlichkeitsstörungen, die sich an Angst, Schmerz, Folter, Verstümmelung und Hinrichtungen geradewegs erquickten oder sogar eine regelgerechte Wissenschaft daraus machten wie die Geschichte der Guillotine ebenso zeigt wie die vielzähligen Folter-Handbücher und detaillierten Prozess-Akten der Inquisition und sonstigen Hexenprozesse.

 

Als einer der vielen in die Geschichte eingegangenen und von Bram Stoker als Romanfigur Dracula stilisierten Gesellen des Angst-Machens bzw. des frühen Psycho-Terrors sei hier der Woiwode Vlad III mit dem Beinamen Draculea (1431-1476/77), auch Vlad Tepes / Tepez (der Pfähler genannt) erwähnt. Zugleich muss betont werden, dass Gräueltaten (hier das massenhafte Pfählen und öffentliche Blut trinken) sowie Spaß an Angst und Grauen früher allgemein übliche Tagesordnung war und ein Vlad Tepez nicht etwa ein blutrünstiger Sonderfall war. Auch muss hinzugefügt werden, dass sich Angst in der Geschichte immer schon eine Art Lebensgefühl war, dass eng mit dem Leben und der Sinnhaftigkeit des Lebens verbunden war.

 

Angst und Wirtschaft

Ängste bilden die Grundlage der Wirtschaft. Viele Produkte und Dienstleistungen basieren nicht nur auf einem praktischen Nutzen, sondern auf Emotionen. Neben Lust, Spaß oder Langeweile sind Sorgen, Probleme und Ängste ein starker Bedürfnis-Auslöser. Entsprechend dieser Bedürfnis-Nachfrage bestehen entsprechende Produkte und Dienstleistungen. 

Ängste und Marketing

Ängste werden auch im Marketing genutzt und von einigen Branchen und Anbietern geradewegs missbraucht z.B. wenn Ängste, die vorher noch gar nicht vorhanden sind, bewusst erzeugt, geschürt und verstärkt werden. Sie werden geradewegs in die Köpfe der Konsumenten eingepflanzt, nicht nur, weil Ängste Bedürfnisse (z.B. nach Schutz, Fürsorge, Sicherheit etc.) wecken, sondern unter Angst auch andere Aspekte stärker wirken. Nicht selten werden Angst machende Zwangslagen ausgenutzt, um z.B. höhere Preise zu verlangen.  Manchmal werden Ängste auch nur als Aufhänger genutzt, um den eigentlichen Werbe- und Marketing-Informationen, die mit den Angstauslösern in keiner Verbindung stehen, ein Interesse und eine höhere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Oft bilden Angst-Themen im Marketing sogar eine regelrechte Hauptaussage und formen damit das Image des betreffenden Unternehmens, was sich für das jeweilige Unternehmen wiederum auch kontraproduktiv gestalten kann, weil das Unternehmen stets mit dem Thema Angst in eine unmittelbare Verbindung gebracht wird.

  
Angst-Mache

Wer anderen Menschen Angst macht, verfolgt dabei stets ein Ziel. Zudem ist das Schüren von Angst zugleich eine Methode,

um Menschen kontrollieren, führen, lenken und bestimmen zu können. Daher gab und gibt es unterschiedlichste Strategie-Papiere, in denen das Schüren von Angst zur Lenkung und Manipulation von Menschen empfohlen wird - und erklärt wird, wie dies geht. Auch in der Argumentation sowie in der persuasiven Rhetorik  gilt Angstmache als wirkungsvolles Silmittel (siehe: Appell an die Angst), das in Werbung, Marketing und Vertrieb beflissentlich genutzt wird. Als typisches Beispiel seien hier die bekannten Scheinargumente (Sophismen) von Versicherungsvertretern genannt, die motivatorisch bei der Angst ansetzen und das Gefühl vermeintlicher Sicherheit verkaufen. Hinzu kommt, dass sich bestimmte politische Ziele (z.B. Kirchliche Unterordnung im Mittelalter,  die Ausgrenzung und Vernichtung unbequemer Menschen (z.B. als Hexe), der "Totale Krieg" im 3. Reich sowie aktuelle "Klima"-Ziele mit erheblichen Verteuerungen) wissentlich nur und ausschließlich über die Methodik der Angstmache sicher und zuverlässig über die "kollektive Angst" zur individuellen Angst des Individiuums umsetzen lassen.  Dies läuft über Informationen, Sprachbilder, Framing und entsprechende Demagogie.

 

Schüren von Angst zwecks Lenkung der Massen

Der französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe, Soziologe und Erfinder Gustave Le Bon (1841 - 1931) gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie, einem Teilgebiet der Sozialpsychologie. Sein bekanntestes Werk ist das 1895 veröffentlichte Buch Psychologie der Massen. Le Bons Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß.

 

Von der unter anderem von Le Bon untersuchten Psychologie der Massen und der Erfahrung mit totalitären Systemen wissen wir, dass das Schüren von Ängsten bewusst zur Steuerung der Massen eingesetzt wird. In totalitären Systemen oder Gesinnungs-Systemen bestimmt die politisch gewünschte und medial gezielt erzeugte und geschürte Angst sämtliche Bereiche des Lebens. Menschen derartiger Regime, sollen Angst haben, ihre Meinung offen zu äußern, die sollen Angst haben, das Falsche zu sagen oder Angst davor haben, diskriminiert, diffamiert und ausgegrenzt zu werden. Die Angst vor Existenzverlust, nur, weil man seine Meinung sagt ist in politischer Hinsicht ebenso wirksam wie die Angst vor Krankheiten.  Genutzt wird insbesondere der Soziale Einfluss inklusive der Pluralistischen Ignoranz.

 

Die Angst und das Böse - Die Psychologie des Bösen

Empfänglich für das Böse macht in der Essenz insbesondere die Angst von Menschen vor dem Tod in Verbindung mit besonders stark ausgeprägter Selbstliebe - insbesondere in Bezug auf jene Menschen, denen der Glaube fehlt, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Anfang von etwas Neuem. Wer von einer gähnende schwarze Leere nach dem Tod ausgeht - und seine Existenz und Sinnhaftigkeit lediglich in seinem materiellen Körper glaubt, der klammert an sein Leben bzw. seiner Existenz auf dieser Welt - und wird somit empfänglich für die Angst als Nährboden des Bösen. Insbesondere dann, wenn diese Menschen statt Gottglaube eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung haben - und sich selbst zu einer Art Gottheit "ermächtigen" (siehe Selbstermächtigung und Gottkomplex) z.B. in dem sie sich gegen die Natur stellen oder regelrecht davon besessen sind, diese derart zu manipulieren.

 

Eigentlich ist das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) (perceived self-efficacy) gemäß Albert Bandura) ein positiver Effekt, der auf der eigenen Erwartung basiert und die "positiven" Auswirkungen des Glaubens an sich selbst beinhaltet. Schließlich ist der Glaube an sich selbst eine wichtige Voraussetzung dafür, die Aufgaben des Lebens erfolgreich zu meistern. Überspitzt der Mensch dies jedoch, nähert er sich dem Konzept des Bösen, welches bestrebt ist, die Selbstüberhöhung regelrecht auf die Spitze zu treiben. Dies geht soweit, dass aus einer fixen Idee ein regelrechter Wahn entstehen kann, der in einen kollektiven Wahn, der das Umfeld umfasst, münden kann.

 

Auch "Empowerment" ist im Prinzip nichts Negatives. Vom bekannten Effekt der Selbstwirksamkeitserwartung abgeleitet, bezeichnet "Empowerment" entsprechende Strategien und Maßnahmen, die geeignet sind, die eigene Autonomie (Selbstautonomie / Selbstbestimmung) zu erhöhen, sowohl in Bezug auf die Einstellung zu sich selbst als auch auf die soziale Interaktion in Gemeinschaften. Dazu zählt, eigene Interessen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten. Beginnt der Mensch jedoch an der Natur zu manipulieren z.B. weil er aus Angst vor dem Tod (nicht vor dem Sterben) empfänglich wird für Einflüsse von Menschen, die aus dem Ego und/oder der Angst heraus quasi selbst Gott spielen.

 

Wer anderen Menschen Angst macht, verfolgt dabei stets ein Ziel - zumeist ein böses. Und wer auf solche Menschen hereinfällt, der tut das, weil er empfänglich für das Böse ist, weil er Angst hat, statt Gottvertrauen. Zudem ist das Schüren von Angst zugleich eine Methode, um Menschen kontrollieren, führen, lenken und bestimmen zu können. Daher gab und gibt es unterschiedlichste Strategie-Papiere, in denen das Schüren von Angst zur Lenkung und Manipulation von Menschen empfohlen wird - und erklärt wird, wie dies geht.

 

Auch in der Argumentation sowie in der persuasiven Rhetorik  gilt Angstmache als wirkungsvolles Stilmittel (siehe: Appell an die Angst), das in Werbung, Marketing und Vertrieb beflissentlich genutzt wird. Als typisches Beispiel seien hier die bekannten Scheinargumente (Sophismen) von Versicherungsvertretern genannt, die motivatorisch bei der Angst ansetzen und das Gefühl vermeintlicher Sicherheit verkaufen. Hinzu kommt, dass sich bestimmte politische Ziele (z.B. Kirchliche Unterordnung im Mittelalter,  die Ausgrenzung und Vernichtung unbequemer Menschen (z.B. als Hexe), der "Totale Krieg" im 3. Reich sowie aktuelle "Klima"-Ziele mit erheblichen Verteuerungen) wissentlich nur und ausschließlich über die Methodik der Angstmache sicher und zuverlässig über die "kollektive Angst" zur individuellen Angst des Individiuums umsetzen lassen.  Dies läuft über Informationen, Sprachbilder, Framing und entsprechende Demagogie.

 

Angst, das Böse und der christliche Gedanke: "Furchtlos & treu" versus "Phobie & Satan"

Wer Angst hat, ist laut der Bibel kein Christ. Echte Christen haben gemäß Bibel keine Angst vor dem Tod, denn sie vertrauen auf Gott und glauben daran, dass Gott auch nach dem Tod an ihrer Seite ist, so wie dies auch bei Nahtoderfahrungen von (echten) Christen der Fall ist, während "Scheinheilige" gemäß den Erfahrungsberichten in der Hölle landen.

 

Fürchte nicht!" ist laut Pastor Jakob Tscharntke von der Evangelischen Freikirchen (Predigt vom 16.05.2021 / YouTube.com)

keine Verheißung oder Zusage, sondern ein Befehl - eine verbindliche Anweisung. Und dennoch sei der Aufruf "Fürchte nicht!" dennoch mit der Ankündigung von Leiden verbunden z.B. wenn der Teufel Andersdenkende und Kritiker von Satans Werk ins Gefängnis werfen will. Wer die Hosen voll habe, könne laut Tscharntke nicht treu sein. "Furchtlos" heißt laut Tscharntke aber nicht etwa, keine Furcht zu haben. Solche Leute würden in ihrer auf Naivität und Dummheit begründeten "Furchtlosigkeit" und Ignoranz die echte Gefahr gar nicht wahrnehmen, weshalb die Dummen in diesen Tagen zumeist glücklicher seien. Denn sie sehen die wirklichen Gefahren um sich herum gar nicht. Zudem wird wird denen von den Verführern ja eine ganz andere vermeintliche Gefahr eingeredet. Daher würden die Lemminge sorglos in den Untergang laufen.

 

Tscharntke: "Sorglos strömen sie zur Impfbank und träumen vom nächsten Urlaub. Benebelt von ihrer eigenen Ignoranz leben sie fröhlich in den Tag und in ihren Untergang hinein - und spüren nicht einmal die endzeitlichen Erschütterung, die unter ihren Füßen bebt. Zu den christlichen Tugenden gehöre laut Tscharntke aber nicht die Ignoranz, sondern die Wachsamkeit. Wer wachsam sei und die Zeichen erkenne, lasse sich nicht in lähmende Panik versetzen, sondern stelle sich dem Bösen mit der Kraft Gottes entgegen. Wer gemäß der korrekten Übersetzung aber eine Phobie habe, würde von der Angst beherrschrt. Der könne nicht mehr klar denken und es komme zur Kapitulation (vor dem Bösen). Denn sein Verhalten werde von der Furcht bestimmt. 

 

Die "Spritze" sei keine "Gottesgabe" wie von Verführern behauptet und von naiven Papageien-Menschen nachgeplappert, sondern das Werk Satans. Der böse Zweck heilige eben nicht die Mittel - wie von Einigen behauptet. Es sei der Teufel, der das Böse tut. Deshalb sei das Böse auch ungeschminkt und ungeschönigt als Böse zu benennen, zu beurteilen und abzuweisen und nicht zu verharmlosen. Das größte Böse komme aus dem Kreise der selbst inszenierten scheinfrommen vermeintlichen "Christen". Diejenigen, die sagen würden, sie seien "Gottes Volk" aber in Wahrheit die "Synagoge Satans" seien, würden die wahre Christenheit bedrängen und die Welt gegen sie aufhetzen. Die schlimmsten Feinde der wahren Christenheit seien folglich die sogenannten "Scheinchristen". 

 

Im Christentum die Rede von "Lucifer" der "Erlösung vom Bösen", von der "Endzeit", dem Abfallen von Gott, dem "Antichrist" und der "Entrückung". Dazu ein Vortrag des Theologen und Bibelübersetzers Dr. Roger Liebi (Die Entrückung / YouTube), der davon ausgeht, dass wir mitten in der Endzeit - in der Zeit des Abfallens von Gott - stehen, der dazu führt, dass viele vom Glauben abfallen, die natürliche göttliche Ordnung in Frage gestellt und über den Haufen geworfen wird, das Böse über Verführer zum Schein siegt - und in der sich der Weizen vom Spreu trennt. Nachfolgend tritt laut der Bibel der Antichrist (Irrlehrer, falscher Prophet) in Erscheinung, der sich an Jesus Stelle setzt.

 

Manche Christen sehen die Zeit für die Wiederkehr Jesus und die Entrückung jetzt schon gekommen. Angesichts der aktuellen "Zeichen" gibt es dazu sogar  das erste "Entrückungs-Abschiedsvideo", das der Autor für seine Familie, Freunde und Bekannten erstellt hat, damit sie es nach der Entrückung sehen. Auch andere echte Christen oder jene, die es werden wollen, soll das Video dazu animieren, ebenfalls eine Abschiedsbotschaft für die Menschen nach der Entrückung zu drehen, die Anpassung an das Böse und seine Verführung" tunlichst zu vermeiden - und stattdessen ein Bekenntnis zu Gott abzugeben (ChristSeinHeute / YouTube.com).

 

Schüren von Angst am Beispiel "Corona"

In ihrer Neujahrsansprache zum Jahr 2021 sprach die Kanzlerin zum Beispiel von einem angeblich "völlig neuartigen Virus, das in unsere Körper uns unsere Leben eindringt". Doch ALLE "Viren" dringen in unseren Körper ein. Jeder menschliche Körper ist ein guter Viren-Wirt. Ein Leben ohne Viren gibt es nicht.  Zudem ist das besagte Virus keineswegs neu. Es handelt sich um eine Mutation von anderen SARS-Viren, von denen fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal betroffen war, manche sogar jeden Herbst/Winter. Auch sind immer schon ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen durch die Schwächung des Immunsystems bei Infektion mit einem Grippe-Virus gestorben - manchmal wesentlich mehr als aktuell. Auch das Sterben von Menschen ist nichts Neues.

Das Leben hat sich NICHT "durch das Virus" verändert (wie z.B. damals bei der Pest), sondern durch die Maßnahmen der Politik, die - im Gegensatz zu früher - plötzlich als "notwendig" deklariert wurden - und die tief in unser Leben eingegriffen haben - und das Leben, das wir uns in unserer Demokratie über viele Jahre erkämpft haben, zerstören, wobei diese Zerstörung ein angebliche "Berechtigung" habe und bei verängstigten  Menschen findet.

 

Die Kanzlerin sagte, das Corona Virus mache Umarmungen und andere menschliche Nähe unmöglich. Die Kanzlerin gibt dies als "neue Erkenntnis" wieder, obgleich dies Allgemeinwissen ist:  Fast jede ansteckende Krankheit überträgt sich über entsprechende direkt Kontakte. Die neueste Horrormeldung vermeldet, das Virus würde mutieren. Auch dies weiß man seit Ur-Zeiten. Man kennt es von jedem Grippe-Virus. Immer wenn zum Beispiel Grippe-Impfungen stattfinden, dann sind das Impfungen gegen eine Mutation, die aber schon wieder abgelöst worden ist von einer anderen Mutation. Deshalb muss man sich jedes Jahr neu impfen lassen, wenn man das denn möchte.

Aber auch diese Mutationen sind etwas völlig Normales - und keineswegs eine überraschende Katastrophe. Doch dies wird den Menschen eingeredet und die erzeugte Angst täglich neu gefüttert (Priming), damit der Unmut der Bevölkerung nicht zu groß wird - und die Bürger für die geplanten politischen Veränderungen offen sind - und (ggf. mit Freude) bereit sind, nachfolgend alles Mögliche zu akzeptieren, was sonst kein normaler (gesunder) Mensch ohne Todesängste tolerieren würde. Jeder der sich nicht damit beschäftigt, nicht recherchiert und nachliest oder nicht nachdenkt oder generell wenig gebildet ist, übernimmt dies 1:1 und fängt an sich zu fürchten. So wird es seit Jahrhunderten gelehrt und ist auch aus öffentlich zugänglichen - folglich nachlesebaren - Strategiepapieren bekannt.

 

Gleichzeitig weiß man aber auch, dass die meisten Menschen gar nicht mehr (richtig) lesen und dass sich lediglich ein minimaler Bruchteil von Menschen die Mühe macht, zu recherchieren und dies zu prüfen. Diese Erkenntnis wird insbesondere im Marketing genutzt, wo im Prinzip alles Mögliche behauptet wird, was dann letztendlich kaum einer der Kunden prüft. Besonders deutlich wird dies bei Versicherungen, den entsprechenden Bedingungen und der tatsächlichen Versicherungssumme. So erhält letztendlich nur ein geringfügiger Bruchteil, im konkreten Bedarfsfall zu 100 Prozent die Leistung, die er erwartet. Die bekannten psychologischen Prinzipien der Manipulation und Persuasion. Allein die Emergency-Rhetorik ("My house is on fire"), der sogenannte "Appell an die Furcht" und die Foot-in-the-door-Technik reichen aus. Das entsprechende Fachwissen wird gelehrt und in entsprechende Strategiepapiere eingebracht. Dazu ein Beispiel.:  

 

In einem Kommunikations-Strategiepapier des Bundesinnenministeriums der deutschen Bundesregierung vom März  2020 heißt es in Bezug auf "Corona" unter anderem: "Es muss Angst geschürt werden. Die Menschen müssen unter Druck gesetzt werden. Die Kinder sollen ein schlechtes Gewissen haben..." .

 

Video von Dr. Josef Thoma mit dem Titel  
"Noch nie so viele Patienten mit Depressionen"  

PI Politik Spezial / YouTube.com

 

Angstmache in totalitären Regimen
Angstmache ist ein Instrument totalitärer Regime. In der ehemaligen DDR wurde zum Beispiel Angst vor sogenannten "Faschisten" und "Imperialisten" geschürt, um dieser Angst und damit Fluchtversuche der Bürger durch einen "imperialistischen Schutzwall" zu begegnen. Die nach dem Vorbild des 3. Reichs" gekleidete, gedrillte und marschierende "Wehrmachts" artige faschistisch anmutende DDR Volksarmee war gemäß Propaganda angeblich "antifaschistisch". Solange das Wort "demokratisch" hundertfach wiederholt wird (Priming) glaubten viele dann selbst, die DDR sei demokratisch, der politische Gegner im Westen aber nicht. Diese wurden als Faschisten und Imperialisten verkauft.

 

Auch im 3. Reich wurde das Schüren von Angst methodisch genutzt: Zum Beispiel die Angst, in der Familie zum Aussätzigen zu werden, weil man eine andere Meinung hat. Spätestens als irgendwann alles sinnlos wurde wurde die Angst von Propagandaminister Göbbels derart geschürt (z.B. in seiner bekannten Sportpalast-Rede), dass die meisten Menschen bereit waren, alle Einschnitte zu akzeptieren und mitzutragen. "Totaler Krieg" nannte man das damals. 

 

In totalitären Systemen wird den Menschen Angst durch Politik und Medien regelrecht eingetrichtert. Denn mit Angst bekommt der Staat die Bürger unter Kontrolle. Mit Hilfe von Angst werden Menschen regelrecht "sturmreif" geschossen. Auf Basis von Angst kann alles Mögliche beschlossen werden, auch Dinge, die gegen geltendes Recht verstoßen. Unter dem Einfluss von Angst nehmen Menschen alles mögliche in Kauf und folgen vermeintlichen Autoritäten selbst in den Untergang. Da Ängste eine wirksame Waffe und ein mächtiges Lenkmittel ist, wird auch in der persuasiven Rhetorik gern an Ängste appelliert. Sobald Sie irgendwo hören und lesen: "Warnung vor dem Hunde" oder "Vermeiden Sie XY" sollten Sie folglich prinzipiell ebenso achtsam sein wie beim rhetorischen Mittel in Form sogenannter "Appelle an die Furcht" durch Versicherungsvertreter, die man heute als sogenannte Finanzdienstleister bezeichnet!

 

Das genaue Gegenteil:
Von der Politik in Abrede gestellte Angst

Wie bereits erwähnt, ist Angst - sofern diese nicht vorsätzlich geschürt wird - ein natürlicher Schutzmechanismus. Der wird jedoch dann von der Politik in Deutschland in Abrede gestellt, wenn hohe Risiken eingegangen werden sollen. Als Beispiel sei die persuasive Phrase „Angst ist kein guter Ratgeber“ von Kanzlerin Angela Merkel genannt. Aus Angst vor der Angst der Bürger und auch aus Angst vor dem Bürger an sich, der ein bestimmtes Spiel durchschauen könnte, wird viel Aufwand getrieben, damit die Bürger Angst vor dem Aussprechen sogenannter „falscher Meinungen“ haben. So auch aktuell: 

 

Wer sich hinsichtlich waghalsiger politischer Entscheidungen ängstlich zeigt, gilt als "Regime-Kritiker" und damit als eine Art Staatsfeind. Die Infragestellung von Ängsten ist ebenso Teil der systemischen Propaganda wie das gezielte Schüren von Angst. Besonders perfide daran ist, dass Ängste zuerst bewusst geschürt und dann zugleich wieder in Frage gestellt werden - eine beliebte Standard-Technik, die in totalitären Regimen übrigens auch bei Verhören und Folterungen aktiv genutzt wurde.

 

Zurück zur in Abrede gestellten Angst: Ebenfalls beobachtet wird, dass Jene, die Angst vor den konkreten Folgen des Regierungshandelns haben, als psychisch krank („-phob“) diffamiert und als Unperson bekämpft werden. Wichtige und zutiefst menschliche Wörter wie „besorgt“ werden zu Schimpfwörtern umgedeutet. Sorge und Angst um sein Leben zu haben, gilt als Schwäche. Kanzlerin Merkel, geschützt von Mauern, gepanzerten Limousinen und Bodyguards, hat wiederholt die Parole ausgegeben, Angst „sei immer ein schlechter Ratgeber“. Stattdessen gelte es, „mal wieder in einen Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein“. 

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