Außerkörperliche Erfahrung - Nahtoderfahrung

Wissen aus der Sterbeforschung: Nahtoderfahrung, Nahtoderlebnisse, Außerkörperliche Erfahrungen, Höllenerfahrung, Sterben, Jenseitskontakte, Erlebnisberichte, wissenschaftliche und spirituelle Erklärungsversuche

Außerkörperliche Erfahrungen (AKE)

Außerkörperliche Erfahrungen (AKE)  sind spontan oder willentlich herbeigeführte Zustände, bei denen sich das Ich-Bewusstsein ganz bewusst vom physischen Körper löst, so dass sich Menschen mit AKE als körperlos wahrnehmen, getrennt vom physischen Körper.

 

Eine außerkörperliche Erfahrung (englisch out-of-body experience) ist ein Erlebnis, bei dem sich die Betroffenen nach eigenen Angaben außerhalb ihres eigenen Körpers befinden und dabei ihren eigenen ruhenden Körper von außen betrachten können.

 

Außerkörperliche Erfahrungen werden aus spiritueller Sicht, aus psychologischer Sicht, aus neurowissenschaftlicher Sicht und aus medizinischer Sicht unterschiedlich gedeutet. Aus medizinischer Sicht kann das AKE-Phänomen bei Übermüdung oder bei Klarträumen auftreten, ebenso in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen und auch unter Einfluss von psychotropen Substanzen. AKE konnten auch künstlich und wiederholbar im Labor erzeugt werden, sowohl durch eine bestimmte Verfälschung der Wahrnehmung durch multimediale Simulationen als auch durch gezielte physikalische Beeinflussung der Nervenaktivität des Gehirns von außen.

 

In der Neurowissenschaft und der Psychiatrie werden AKE-Erlebnisse den dissoziativen Störungen zugeordnet, die etwa durch Unfälle oder vorübergehendes Kreislaufversagen hervorgerufen werden können oder durch Müdigkeit oder Stress zustande kommen, ebenfalls bei Migräne-Anfällen oder epileptischen Anfällen. Außerkörperliche Erfahrungen können auch Symptome einer sogenannten Depersonalisationsstörung sein, die in Deutschland aber sehr selten diagnostiziert wird, zum Beispiel nur, wenn die Betroffenen darunter leiden.

AKE-Erlebnisse sind von unterschiedlicher Länge und Intensität und außerhalb eines Gefühls für Raum und Zeit. Typisch für AKE ist das Gefühl der Loslösung vom Körper, die Vollständigkeit (inklusive eigentlich amputierter Körperteile), die Schmerzlosigkeit, die umfassende Beweglichkeit durch schwereloses Schweben und Vorwärtsgleiten, die Unsichtbarkeit und veränderte Wahrnehmungszustände wie eine „360°-Umsicht“ und „geistiges Erfühlenkönnen“ von Gegenständen. Ein körperliches Erfühlen ist bei AKE angeblich nicht möglich, dafür aber die Fähigkeit, Türen, Gegenständen, Lebewesen, Mauern oder die Zimmerdecke mühelos durchdringen zu können. 

 

Das AKE-Phänomen kann bei Übermüdung, beim Meditieren, beim Einschlafen (Hypnagogie) oder während des Träumens (Klartraum) sowie bei Migräne, epileptischen Anfällen und vaskulären Hirnschädigungen auftreten. Das AKE-Phänomen wird oft von Menschen geschildert, die sich in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen, beispielsweise unter Hypnose, in Trance oder Ekstase, aber auch in Todesnähe (Nahtod-Erfahrung). Außerkörperliche Erfahrungen machen Menschen insbesondere während sogenannter Nahtoderlebnisse:

 

 

Nahtoderfahrungen / Nahtod-Erfahrungen (NTE)

Nahtoderfahrungen bzw. Nahtod-Erfahrungen (NTE) umfassen ein breites Spektrum von Erlebnisberichten über außergewöhnliche (anomale) Bewusstseinszustände, die beim Sterbeprozess bzw. beim Übergang ins Jenseits bzw. beim Übergang in eine andere Dimension gemacht werden, zumeist von Personen, die sich in einer lebensbedrohenden Lage befinden, die einen Herz- Kreislaufstillstand zur Folge hat oder einen psychisch-mentalen Aussetzer (zum Beispiel wegen eines Sekunden später bevorstehenden Unfalls, einem epileptischen Anfall oder aber auch bei intensiver Meditation).

 

Typische Elemente solcher Berichte sind a) ein extremes Leichtigkeits- und Wohl-Gefühl des Abfallens irdischer Lasten (Körperkäfig und Körper-Schwere), b) eine Sicht von außen auf den eigenen Körper (Autoskopie), c) Desinteresse am eigenen Körper, d) Tunnel-, Licht- und Jenseits-Erscheinungen, e) das Gefühl, wieder zu Hause zu sein und f) Kontakte bzw. mentale Gespräche mit Wesen, die als große, höhere Wesenheiten beschrieben werden, die voller Liebe sind und eine unendliche Liebe ausstrahlen, die man - ebenso wie alles andere - mit dem Konstrukt menschlicher Sprache angeblich kaum oder nicht erklären kann.

 

Menschen, sie sich mit Nahtoderlebnissen beschäftigen, suchen nach Ursachen - und finden unterschiedliche spirituelle und  weltanschauliche Deutungen, zu denen auch die Existenz von Gott, die Differenzierung zwischen Gut und Böse, das Weiterleben nach dem Tod, die Karma-Lehre und die Theorie von der Erde als Mischung aus Schule, Test und Strafkolonie gehört. Von Seiten der Neurowissenschaften werden Nahtoderfahrungen hingegen als Folgen einer vorübergehenden Beeinträchtigung wichtiger Gehirnfunktionen eingestuft.

 

Der Begriff „Nahtoderlebnis“ wurde bereits im 19. Jahrhundert geprägt, als der Schweizer Geologe Albert Heim eine Eigenerfahrung und Zeugenaussagen seiner Klettergefährten über Erlebnisse nach Abstürzen protokollierte und publizierte.

Nahtoderfahrungen erhielten ihren Namen, da das Zusammentreffen der Erlebnisse mit lebensbedrohenden Situationen auffiel. Es zeigte sich jedoch, dass derartige Erlebnisse in der gleichen Intensität auch ohne Tod oder Todesnähe gemacht werden. Für die Einschätzung erschwerend ist ebenfalls die Nähe einiger Nahtoderfahrungen zu Träumen, Oneiroid-Syndromen, Halluzinationen, Illusionen, Wahnvorstellungen, autosuggestiven Elementen und dem Erleben während einer diagnostizierten Depersonalisation, ebenso die Tatsache, dass von den Überlebenden eines Herzstillstands nur etwa  20 Prozent der Betroffenen über typische Nahtoderlebnisse berichten, während bei einer allgemeinen Befragung von ca. 2000 Personen in Deutschland durch den Berliner Soziologen Hubert Knoblauch in den Jahren 1997–1998 etwa 4 Prozent der Menschen von einer Nahtoderfahrung berichteten.

 

Ein anderer Begriff für Nahtoderfahrung und zugleich wesentlicher Bestandteil von Nahtoderlebnissen ist die sogenannte "Außerkörperliche Erfahrung": Die Betroffenen haben das Gefühl, über bzw. schräg über ihrem Körper zu schweben und zu beobachten, was im Raum geschieht. Sie hören zum Beispiel sehr deutlich die Gespräche des medizinischen Fachpersonals und erleben wie der eigene tote Körper aufgegeben wird oder wie die Retter weiter darum kämpfen, den toten Körper wiederzubeleben.

 

Letzteres scheint die Betroffenen von Nahtoderlebnissen aber nur wenig zu interessieren. Viele berichten über das eigene Unverständnis, welche Mühen sich die Retter machen - und wünschen, man solle den Körper doch endlich in Ruhe lassen und aufgeben. Die Betroffenen schweben oder meinen zu "gehen" mit oder ohne dem Gefühl einer art zweitem Körper, der aber offensichtlich nicht klar definiert werden kann. Besonders interessant ist, dass die Betroffenen berichten, das Gefühl zu haben, nicht nur "Energie", sondern nach wie vor sie selbst zu sein - inklusive des bekannten eigenen Denkens, dafür aber quasi allwissend mit dem Wissen über die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft sowie dem Wissen aller anderen.     

 

Ein großer Teil der Betroffenen beschreibt einen Übergang vom Jenseits zum Diesseits, der am häufigsten als Durchgang durch einen Tunnel beschrieben wird, an dessen Ende ein extrem helles und warmes Licht mit einer geradewegs magnetischen Anziehungskraft zu sehen ist. Am Ende des Tunnels warten helle Wesenheiten voller Liebe, nicht selten auch verstorbene Verwandte, die einen alle zu Hause alle herzlich willkommen heißen, die Betroffenen vor die Wahl stellen, zurückzukehren oder weiter ins Licht zu gehen oder die Betroffenen wieder zurückschicken, da deren Zeit angeblich noch nicht gekommen sei.

 

Ein Zehntel bis zwei Drittel der Betroffenen von Nahtod-Erlebnissen berichten vom Jenseits, wo sie von bereits verstorbenen Verwandten aus dem Leben oder Vorleben oder von übernatürliche Gestalten und Lichtwesen empfangen und ggf. abgeholt und geführt werden: Bereits in den von Papst Gregor dem Großen gesammelten Berichten erscheinen Apostel, Verwandte oder Freunde zur Abholung der Seelen der Verstorbenen. In den untersuchten "Totenbettvisionen" aus Indien und Amerika kommen solche Wesen in etwa 78 % der Fälle vor. Bei den Amerikanern handelt es sich überwiegend um verstorbene Verwandte, in Indien eher religiöse Figuren. Doch auch Lebende können in Nahtoderfahrungen auftauchen.

 

In 40–77 % der Nahtoderfahrungen nimmt die betroffene Person ein extrem helles und sehr weißes und wohlig-warmes Licht wahr, welches  je nach Religionszugehörigkeit als Sonne, Gott, Engel oder als Widerspiegelung des allerhöchsten Bewusstseinszustandes des Menschen identifiziert wird. In etwa einem Drittel der Nahtod-Schilderungen wird von einer Lebensbilderschau bzw. einem Lebensrückblick bzw. Lebensfilm berichtet, der vor dem inneren Auge abläuft oder anderen unbekannten Medien entspringt. In Nahtoderfahrungen vor Beginn der Neuzeit oder aus Ländern der Dritten Welt wie Indien tritt dieses Motiv meist in Form einer Bewährungsprobe, einer Gerichtsszenerie oder in Form eines Lebensbuches auf.

 

In 8–41 Prozent der Nahtoderfahrungen taucht eine Grenze, ein Schleier, ein Nebel, eine Mauer oder etwas Ähnliches auf, das der Betroffene nicht überschreiten darf, wenn er nicht endgültig sterben will. In einigen Nahtoderfahrungen erscheinen die Wiederbelebungsmaßnahmen als Grund der Rückkehr. Es wird aber auch von bewussten Entscheidung zur Rückkehr berichtet. Manchmal fällt die berichtete Entscheidung zur Rückkehr erst nach einem Gespräch bzw. einer mentalen Diskussion mit einem höheren Leitwesen, das erklärt, dass die Rückkehr wichtig bzw. von großer Bedeutung für den Betroffenen bzw. das weitere Wirken des Betroffenen auf der Erde ist. Auffällig ist dabei, dass offenbar niemand berichtet, zur Rückkehr gezwungen worden zu sein. Es erfolgte mehr ein empfehlendes und ermutigendes Zureden mit dem Hinweis, dass man sowieso wieder ins Jenseits zurückkehre und in dieser geistigen Welt immer herzlich willkommen ist.        

 

Die meisten Nahtod-Erlebenden beschreiben ein starkes Glücksgefühl: Für viele Menschen sind starke Gefühle von Schmerzfreiheit, Frieden, Freude und Glückseligkeit der bemerkenswerteste Teil ihrer Erfahrung, ebenso das Gefühl, zu Hause zu sein. Von einem Allwissenheitsempfinden ist ebenso die Rede. In 3 bis 6 Prozent der Fälle wird auch über das Gefühl berichtet, bestimmte Ereignisse der Zukunft vorhersagen bzw. in die Zukunft sehen zu können. Viele Menschen sind nach einem solchen Nahtoderlebnis von der Existenz Gottes überzeugt und geben in ihrem weiteren Leben nun religiösen und ethischen Werten deutlichen Vorrang. Sie haben eine höhere Wertschätzung von Sinnfragen und zur eigenen Person.  Die Kürze und Kostbarkeit der Lebenszeit wird ebenfalls von ihnen beschrieben.

 

Doch nicht jede Nahtoderfahrung verläuft angenehm und lichtvoll. Manche Menschen erleben negative Nahtoderfahrungen oder auch sogenannte "Höllenerfahrungen". Während die meisten der befragten und berichtenden Menschen bezüglich ihrer Nahtoderfahrung sehr positiv berichten, was sie auf ihre extrem positiven Gefühle zurückführen, gibt es - wenn auch in geringerer Anzahl - auch Fälle, in denen Menschen bezüglich ihrer Nahtoderfahrung von sehr "erschreckenden" Erlebnissen sprechen. Einige berichten von einer Angst einflößenden gähnenden Leere im absoluten Nichts und andere von regelrechten "Höllenerfahrungen", nach denen Menschen von angeblich "unvorstellbar" grässlichen "Dämonen" und ebenso unvorstellbar grausamen Erlebnissen bzw. Gefühlen - ja von regelrechte Torturen und Höllenqualen berichten, die kein lebender Mensch ermessen könne und schlimmer seien als alles, was man sich im Diesseits jemals vorstellen könne. Dies stellt Sterbeforscher unweigerlich vor die Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Lebensführung eines Menschen und der Art seiner Nahtoderfahrung?

 

Das Interesse an diesem Fachgebiet wurde ursprünglich von den Schriften von Raymond Moody (Life After Life,1975) ausgelöst.  Bald darauf (1981) folgte die Gründung der Internationalen Vereinigung für Nahtod-Studien (IANDS). Hier geht es um die wissenschaftliche Forschung und Bildung in Bezug auf die physische, psychologische, soziale und spirituelle Natur der Nahtoderfahrung.  Zu ihren Publikationen gehören das Peer-Review Journal of Near-Death Studies und der vierteljährliche Newsletter Vital Signs. Bruce Greyson (Psychiater), Kenneth Ring (Psychologe) und Michael Sabom (Kardiologe) haben dazu beigetragen, das Studium der Nahtoderfahrungen in die akademische Forschung einzuführen.

 

Die Thematik fällt letztendlich aber immer noch unter Parapsychologie - ein sehr stiefmütterich behandelter und vom Mainstream belächelter bis verlachter Wissenschaftszweig mit geringer medialer und daher gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und entsprechend geringem Budget. Der Mainstream versucht in der Regel die Thematik eher wissenschaftlich-psychologisch zu erklären. Unter anderem spricht man hier von Projektionen der eigenen Psyche. Die Psychiatrie hat zusätzliche Erklärungsansätze. Auch in der Hirnforschung beschäft man sich mit Nahtod-Erlebnissen: Bei einem wiederbelebten Patienten, der aus medizinischen Gründen in ein künstliches Koma versetzt worden war, fielen bis dahin unbekannte Hirnaktivitäten auf. Daraufhin wurden 2013 im Rahmen einer kanadischen Studie Katzen mittels Analgosedierung in ein vergleichbares künstliches Koma versetzt. Trotz des Vorliegens eines Null-Linien-EEG gelang es den Wissenschaftlern der Universität Montreal bei den Katzen in einer tieferliegenden Gehirnregion, dem Hippocampus, impulsartige Neuronalschwingungen zu beobachten.

 

Da Nahtoderfahrungen auch während eines Herzstillstands erlebt werden, gibt es folgende Problematik: Sobald das Gehirn nach einem Herzstillstand nicht mehr mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt wird, stellt das Gehirn nach etwa 15 Sekunden seinen normalen Betrieb ein, d. h. das Gehirn fällt in einen Zustand der Bewusstlosigkeit. Dieser bedeutet jedoch kein vollständiges, sondern ein teilweises Abschalten. Es sind demnach Zustände verminderter Bewusstheit möglich, die nur nach außen hin als Bewusstlosigkeit erscheinen. Bei Ratten wurde beobachtet, dass in einer bestimmten Zwischenphase nach dem Kreislaufstillstand und vor dem Hirntod ein Teil der Gehirnaktivität noch zunimmt. In einer Studie an der Universität von Michigan wurden 2013 bei sterbenden Ratten mittels implantierten EEG-Elektroden die Hirnaktivitäten bis zum endgültigen Hirntod aufgezeichnet. Im Zeitraum zwischen dem Herzstillstand und dem Null-Linien-EEG beobachteten die Forscher kein langsames Abebben der neuronalen Hirnaktivitäten, sondern im Gegenteil ein extremes Ansteigen der kognitiven Verarbeitungsprozesse.

 

Aus der Psychopathologie sind autoskopische Halluzinationen bekannt, bei denen jemand ein Bild von sich selbst außerhalb seines eigenen Körpers sieht, ähnlich den außerkörperlichen Erlebnissen. Heinrich Klüver hat in den 1930er Jahren aus optischen Halluzinationen abstrakte Grundformen isoliert, deren Entstehung er dem Auge und dem Zentralnervensystem zuschrieb. Eines dieser Grundmuster ist ein Tunnel. Halluzinogene wie LSD, Meskalin, Ketamin, Ibogain, Dimethyltryptamin und Tetrahydrocannabinol können vereinzelt ebenso solche Erlebnisse hervorrufen. Deshalb gehen einige Autoren davon aus, dass die diesen psychotropen Substanzen entsprechenden körpereigenen Botenstoffe und die zuständigen Rezeptoren im Gehirn für die Nahtoderfahrungen verantwortlich seien, und daraus folgend die Nahtoderfahrungen komplexe halluzinatorische Erfahrungen seien.

 

Nahtoderfahrungen wurden ebenfalls mit anderen außergewöhnlichen (anomalen) Bewusstseinszuständen verglichen, insbesondere mit dem Erleben während eines bewussten Traums (Klartraum), eines traumartigen illusionären Bewusstseins (Oneiroid-Syndrom) und eines fliehkraft-induzierten teilweisen Bewusstseinsverlusts. Bei der Depersonalisation handelt es sich um eine krankhafte Selbstwahrnehmung, bei der die betroffene Person den Eindruck hat, dem eigenen Körper oder der eigenen Persönlichkeit fremd gegenüberzustehen. Im Gegensatz zu NTE besteht hier jedoch keine Sicht von außen auf sich selbst (Autoskopie).

 

In gezielten Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass Nahtoderlebnisse – zumindest in einem Teil der Fälle – auf Sauerstoffabwesenheit im Gehirn (zerebrale Anoxie), Sauerstoffmangel (Hypoxie) oder einen Überschuss an Kohlendioxid (Hyperkapnie) zurückgeführt werden können. Bei künstlich erzeugten Ohnmachtsanfällen durch Sauerstoffmangel im Gehirn bei 42 gesunden Versuchspersonen wurden am Universitätsklinikum Rudolf Virchow in Berlin sehr oft NTE-artige Erlebnisse ausgelöst: 16 % hatten außerkörperliche Erfahrungen, 35 % Gefühle von Frieden und Schmerzlosigkeit, 17 % Lichterscheinungen, 47 % Erleben einer anderen Welt, 20 % Zusammentreffen mit unbekannten Lebewesen, und 8 % Tunnelerlebnisse. Zwei Personen hatten sogar Rückerinnerungen an frühere, spontane NTE.

 

Im Hinblick auf die heute verbreitete Ansicht, dass unser Bewusstsein mit Gehirnfunktionen erlischt, müsste man annehmen, dass es sich bei Nahtoderlebnissen um Träume handelt. Auch gibt es zahlreiche weitere Erklärungsansätze, wie diese Nahtoderfahrungen zustande kommen, vom Sauerstoffmangel bis zu körpereigenen Drogen. Der Arzt und Sterbeforscher Reto Eberhard Rast sieht das anders: Der Präsident der „Schweizerischen Gesellschaft zur Erforschung von Nahtoderfahrungen“ (Swiss-IANDS) geht im Rahmen der Forschung von der Erklärung von Nahtoderfahrungen durch die „Überlebenshypothese“ aus – von einem Leben nach dem körperlichen Tod. Zugleich liegt der Vergleich mit religiösen Ansichten nahe, schließlich gibt es einige Parallelen zu religiösen Sichtweisen und Überlieferungen. Dazu zählt auch das Bild vom Himmel und der Hölle. Tatsächlich sind einige Nahtod-Erfahrene gewiss Wesen begegnet zu sein, die sie für Gott halten oder die Vorstellung von Jesus Christus verkörpern. In nicht-christlichen Religionen meinen die Menschen mit Nahtoderfahrung im Jenseits anderen religiösen Wesen zu begegnen, die zu ihrer Kultur und Religion passen. 

Beispiele Nahtoderfahrungen

Weitere Infos