Was ist Gaslighting?
Kurzform:
Gaslighting ist eine Form psychischer Manipulation, bei der eine Person systematisch versucht, die Wahrnehmung, das Gedächtnis oder das Urteilsvermögen einer anderen Person zu destabilisieren.
Das Ziel besteht darin, Zweifel zu säen, Kontrolle auszuüben und die betroffene Person in ihrer Selbstsicherheit zu schwächen.
Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Theaterstück Gas Light (1938), in dem ein Mann seine Frau absichtlich verunsichert, indem er die Gaslampen im Haus dimmt und anschließend behauptet, sie bilde sich die veränderte Helligkeit nur ein.
Dieser Mechanismus — das Leugnen offensichtlicher Realität — ist typisch für Gaslighting.
Weitere Infos zum Gaslighting im Allgemeinen
Als Namensgeber des Begriffs „Gaslighting“ steht das berühmte Drama „Gas Light“ von 1938, bei dem ein Mann mit grausamen Psychotricks seine Frau an den Rand des nervlichen Zusammenbruchs treibt. Ursprung ist das Theaterstück des britischen Dramatikers Patrick Hamilton, In dem die Praxis des systemischen Gaslightings erstmals thematisiert - und durch den Film „Das Haus der Lady Alquist“ mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle schließlich weltbekannt wurde.
In dem besagten Film versucht der Ehemann, seine Frau in den Wahnsinn zu treiben, indem er z.B. die Beleuchtung durch Gaslichter verändert, dies seiner Frau gegenüber, die er in den Wahnsinn treiben will, aber immer wieder überzeugend leugnet, so dass das Opfer schließlich am eigenen Verstand zweifelt.
Seit den 60er Jahren ist "Gaslighting" ebenfalls als psychologischer Fachbegriff und bezeichnet eine Form subtilen psychischen Missbrauchs, mit der das Opfer verunsichert, manipuliert und gezielt desorientiert wird, um sein Realitätsbewusstsein anzugreifen.
Beim Gaslighting wird von einer oder mehreren Personen oder einer Gruppe oder Organisation die Wahrnehmung der Realität eines Opfers über einen längeren Zeitraum systemisch in Frage gestellt:
Real existierenden Dinge oder Ereignissen werden geleugnet, so dass das Opfer mit der Zeit an seinem Gedächtnis, seiner Wahrnehmung und letztendlich sogar an seinem Verstand zweifelt.
Die Verdrehung der Realität wird beim „Gaslighting“ so lange systematisch betrieben, bis das Opfer - ähnlich wie bei der Wahn-Symbiose - schließlich nicht mehr zwischen Wahrheit und Einbildung unterscheiden kann - und schließlich entweder für unzurechnungsfähig gehalten wird oder sich selbst für geisteskrank bzw. psychotisch (z.B. an Sinnestäuschungen leidend oder an Schizophrenie oder einer Wahn-Störung erkrankt) erachtet.
Gaslighting dient den Tätern dazu, bei ihren Opfern Selbstzweifel zu schüren, um sie schwach und gefügig zu machen. Ziel des Gaslightings ist der Verlust des Vertrauens ihrer Opfer in ihr eigenes Urteilsvermögen sowie der Verlust des Vertrauens des sozialen Umfeldes in das Opfer.
Besonders stark ist die Wirkung, wenn Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers mitwirken - z.B. wenn sie derart manipuliert werden, dass sie die Aussagen des zumeist "fürsorglichen" Gaslighters bestätigen oder ebenfalls die Wahrnehmungen des Opfers anzweifeln und so völlig unbewusst zu Mittätern werden.
Der oder die Täter wollen mehr und mehr Macht über das Opfer gewinnen. Dies funktioniert insbesondere dann, wenn das Opfer oder das soziale Umfeld des Opfers dem Täter vertraut. Oft stellen die Opfer erst nach Jahren fest, dass sie systematisch manipuliert wurden.
Durch Gaslighting wird innerhalb kurzer Zeit das Selbstvertrauen des Opfers derart zerstört, dass es zutiefst verunsichert und ggf. sozial isoliert wird. Gaslighting kann zur Verwirrung, Schwächung und Schädigung des Selbstbewusstseins, der Persönlichkeit und der Widerstandskraft des Opfers bis hin zu Angstzuständen, Wahnvorstellungen, Panikattacken und psychotischen Zuständen führen.
Sofern man Gaslighting Tätern auf die Schliche kommt und sie durchschaut, halten Täter wie narzisstisch perverse Persönlichkeiten die Menschen in ihrem Umfeld durch Gaslighting und die Erzeugung von Druck und Angst in Schach. Dies führt dazu, dass die Opfer der Täter an sich selbst zweifelt und und auch deren näheres soziales Umfeld irgendwann nicht mehr weiß, was real ist und was nicht.
Wie zeigt sich Gaslighting?
Gaslighting verläuft häufig subtil und schleichend. Die betroffene Person merkt oft erst spät, dass sie manipuliert wird.
Typische Anzeichen für Gaslighting sind:
1. Leugnen oder Verdrehen der Realität
Der Gaslighter behauptet, etwas sei nie passiert, obwohl klare Hinweise oder Erinnerungen vorliegen.
Beispiel: „Das habe ich nie gesagt. Du fantasierst.“
2. Das Infragestellen von Wahrnehmungen
Gefühle, Gedanken oder Wahrnehmungen der betroffenen Person werden abgewertet oder lächerlich gemacht.
Beispiel: „Du reagierst völlig übertrieben.“ / „Du bist viel zu empfindlich.“
3. Schuldumkehr
Der Gaslighter dreht Konflikte so, dass die Schuld immer bei der anderen Person liegt.
Beispiel: „Wenn du nicht so schwierig wärst, müssten wir überhaupt nicht streiten.“
4. Manipulatives Vergessen
Die manipulierende Person behauptet, sich an wichtige Gespräche oder Ereignisse „nicht zu erinnern“.
Beispiel: „Davon weiß ich nichts — du musst dich irren.“
5. Verwirrung und Selbstzweifel
Mit der Zeit beginnen Betroffene zu zweifeln: an ihren Erinnerungen, an ihrem „Bauchgefühl“, manchmal sogar an ihrer geistigen Stabilität.
6. Kontrolle über Informationen und Umfeld
Gaslighter versuchen häufig, Betroffene von Freund*innen, Familie oder anderen unterstützenden Personen zu isolieren, um ihre Realität stärker kontrollieren zu können.
Beispiele für individuelles Gaslighting:
1. Gezielte Verunsicherung
Von „Gaslighting“ spricht man, wenn jemand versucht, einen anderen Menschen gezielt zu verunsichern, in dem man dem Opfer die Realität und damit eine gesunde Wahrnehmung ausredet - und das Opfer z.B. durch 1:1-Umkehrung der Tatsachen im wahrsten Sinn des Wortes in die "Irre" führt bzw. vorsätzlich in den Irrsinn treibt.
Diese Form der invalidierenden Kommunikation, dient dazu, bewusst und gezielt die Selbstwahrnehmung eines anderen Menschen zu erschüttern: Durch Lügen, Verdrehungen, Unterstellungen.
Beispiel:
Lisa und Tom haben eine Diskussion über die Finanzen der Familie. Lisa macht sich Sorgen darüber, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre Rechnungen zu bezahlen, und schlägt vor, dass sie ihre Ausgaben überprüfen und einen Budgetplan erstellen sollten. Tom reagiert mit: "Du machst immer so ein Drama um Geld. Es ist nicht so schlimm, wie du es darstellst. Du übertreibst mal wieder. Warum kannst du nicht einfach entspannen und die Dinge auf dich zukommen lassen?"
Hier versucht Tom, Lisas berechtigte Sorgen zu bagatellisieren und zu diskreditieren, indem er behauptet, sie dramatisiere die Situation und übertreibe. Indem er Lisas Gefühle herunterspielt und sie als übertrieben oder irrational darstellt, versucht er, ihre Wahrnehmung zu manipulieren und ihre berechtigten Bedenken zu delegitimieren. Dies ist ein Beispiel für Gaslighting, bei dem die Realität verzerrt wird, um die Kontrolle zu behalten und das Opfer zu verunsichern.
2. Säen von Zweifeln
Auch geht es bei Gaslighting darum, Zweifel zu säen.
Beispiel:
Sarah arbeitet in einem Teamprojekt und hat viel Zeit und Mühe in ihre Aufgaben investiert. Ihr Kollege, Alex, ist jedoch eifersüchtig auf ihre Leistung und versucht, Zweifel an ihrem Engagement zu säen.
Alex könnte sagen: "Sarah, ich habe gehört, dass einige Leute denken, du seist nicht wirklich so engagiert in diesem Projekt, wie du vorgibst zu sein. Einige glauben, dass du deine Arbeit nicht wirklich ernst nimmst und nur so tust, als ob du viel tust."
In diesem Beispiel verdreht Alex die Wahrnehmung von Sarahs Engagement und Leistung, indem er Gerüchte oder falsche Behauptungen einführt. Er versucht, Zweifel bei anderen Teammitgliedern zu säen und Sarahs Glaubwürdigkeit zu untergraben.
Diese Art von manipulativer Kommunikation kann dazu dienen, das Vertrauen in Sarah zu erschüttern und sie in einem negativen Licht darzustellen, ohne konkrete Beweise oder Fakten zu präsentieren. Doch "Gaslighting" kann noch viel weiter gehen.
3. Diskreditieren / vor anderen unglaubwürdig machen
Der Gaslighter kann versuchen, das Image des Opfers innerhalb der Familie zu zerstören, indem er falsche Geschichten erzählt oder das Opfer als instabil darstellt. Durch Manipulation kann der Gaslighter die Unterstützung anderer Familienmitglieder gewinnen und Verbündete gegen das Opfer schaffen.
Das Opfer kann isoliert werden, da der Gaslighter versucht, das Vertrauen und die Loyalität der Familie zu gewinnen. Auch kann der Gaslighting-Täter bestrebt sein, das Opfer bei rechtlichen Auseinandersetzungen in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen, um die Glaubwürdigkeit des Opfers zu beeinträchtigen.
Hier ein Beispiel für Gaslighting, bei dem eine Frau als psychisch krank dargestellt wird, um sie vor anderen unglaubwürdig zu machen:
Anna und Mark sind in einer Beziehung. Mark hat begonnen, Anna zu manipulieren und zu kontrollieren. Anna erkennt das problematische Verhalten von Mark und spricht es an.
Mark könnte reagieren, indem er sagt: "Anna, du bist wirklich nicht in Ordnung. Ich mache mir wirklich Sorgen um dich. Du vergisst Dinge, die du gesagt hast, und deine Stimmungsschwankungen sind extrem. Vielleicht solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Ich habe Angst um dich und um uns. Du bist einfach nicht stabil."
Hier versucht Mark, Annas emotionale Stabilität in Frage zu stellen und sie als psychisch krank darzustellen. Er nutzt diese Darstellung, um Anna vor anderen unglaubwürdig zu machen. Gleichzeitig übernimmt er die Rolle des besorgten Partners, der vorgibt, sich um Annas Wohlbefinden zu sorgen.
Dieses Beispiel zeigt, wie Gaslighting dazu verwendet werden kann, das Opfer zu diskreditieren und das Macht-Ungleichgewicht im Täter-Opfer-Verhältnis zu verstärken.
4. Das soziale Umfeld kontrollieren und manipulieren
Der Gaslighter kann versuchen, Ärzte und Therapeuten zu manipulieren, indem er das Opfer als psychisch instabil oder problematisch darstellt. Falsche Beschuldigungen können dazu führen, dass das Opfer nicht die angemessene medizinische oder therapeutische Unterstützung erhält, da die Fachleute die Realität möglicherweise verzerrt wahrnehmen.
Der Gaslighter könnte versuchen, das Jugendamt zu beeinflussen, indem er das Opfer als unfähigen Elternteil darstellt und falsche Anschuldigungen vorbringt, um das Sorgerecht zu beeinflussen.
In solchen Fällen ist es besonders wichtig, dass das Opfer sich Unterstützung sucht und sich an Fachleute wendet, die in der Lage sind, die Realität zu erkennen und zu verstehen. Dies kann Anwälte, Therapeuten oder andere professionelle Unterstützungspersonen umfassen. Es ist auch entscheidend, dass diese Fachleute für Gaslighting und die Täter - wie z.B. narzisstisch-perverse Persönlichkeiten und narzisstisch-perverse Dynamiken sensibilisiert sind, um das Opfer effektiv unterstützen zu können.
Problem zu 4
Manchen Gaslighting-Täter - insbesondere Psychopathen und narzisstisch perverse Persönlichkeiten - beherrschen das Sozialtuning oft in Perfektion. Sie wirken absolut glaubwürdig, kennen die sozialen Codes und spielen mit ihnen sehr erfolgreich, was zugleich erklärt, warum viele Menschen extrem überrascht sind, wenn sie das wahre Verhalten dieser Manipulatoren entdecken.
In Fällen von Gaslighting kann es für das Opfer sehr herausfordernd sein, andere davon zu überzeugen, insbesondere wenn der Täter geschickt manipuliert und die Wahrnehmung des Opfers verzerrt. Daher ist es wichtig, alle relevanten Ereignisse zu dokumentieren, einschließlich Datumsangaben, Beschreibungen von Gesprächen und Handlungen. Eine solche Dokumentation kann als Beweismittel dienen.
Systemisches Gaslighting
Tritt individuelles Gaslighting mehrfach, regelmäßig und miteinander verzahnt auf, kann ein systemisches Gaslighting vorliegen. Denn manchmal hat Gaslighting System und kann systemisch betrieben werden.
Besonders starke Indizien für ein systemisches Gaslighting liegen vor, wenn das zuletzt genannte individuelle Gaslighting beobachtet wird: Konkret geht es um Diskreditieren bzw. darum, das Opfer vor anderen unglaubwürdig zu machen.
Hier geht es darum, dem Opfer einzureden, es sei mit seiner Wahrnehmung bzw. Sichtweise allein und anormal - dies, obgleich Gaslighting stets von Einzelpersonen oder einer kleinen Täter-Gruppe ausgeht.
Systemisches Gaslighting kann Menschen in schwere Krisen treiben und erheblich belasten, bis hin zu einer psychischen Erkrankung, die nicht von den Tätern nicht selten angestrebt wird, um ihre Opfer zu beherrschen und gegenüber Dritten unglaubwürdig erscheinen zu lassen.
Warum ist bereits leichtes Gaslighting für die Opfer so gefährlich?
Bereits leichtes Gaslighting greift tief in das Selbstwertgefühl und die Identität eines Menschen ein. Langfristig kann es zu chronischem Stress, Angststörungen, Selbstzweifeln, Entscheidungsschwäche und emotionaler Abhängigkeit führen. Je länger der Prozess andauert, desto schwerer ist es für Betroffene, die Manipulation zu erkennen und sich abzugrenzen.
Konsequenzen des Gaslightings für die Opfer
Die Konsequenzen des Gaslightings - insbesondere des systemischen Gaslightings - können schwerwiegend sein, insbesondere wenn falsche Anschuldigungen dazu führen, dass eine Person in die Psychiatrie eingewiesen wird oder ihr die Kinder weggenommen werden.
Es ist wichtig zu betonen, dass Gaslighting nicht nur eine manipulative Kommunikationstechnik oder systemische Strategie zur Verunsicherung ist, sondern auch ernsthafte Auswirkungen auf das Leben und Wohlbefinden der betroffenen Person haben kann. Gaslighting kann nicht nur emotionale und psychologische, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben.
Wenn jemand durch Gaslighting dazu gebracht wird, falsche Anschuldigungen zu akzeptieren oder dessen Ruf geschädigt wird - und dies insgesamt zu ernsthaften Konsequenzen führt, ist es ratsam, rechtliche und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies könnte die Zusammenarbeit mit Anwälten, Therapeuten oder anderen Fachleuten umfassen, um die Fakten zu klären, das Opfer zu unterstützen und Schritte zu unternehmen, um die falschen Anschuldigungen zu widerlegen.
Es ist wichtig, dass in solchen Situationen angemessene Unterstützung angeboten wird, um das Opfer vor weiterem Schaden zu schützen und sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Psychologische Mechanismen & wichtige Aspekte
Realitätsverzerrung / Selbstzweifel:
Gaslighting zielt darauf ab, dass das Opfer an seiner Wahrnehmung, seinen Erinnerungen oder seinem Urteilsvermögen zweifelt.
Epistemische Macht:
Gaslighter haben epistemische Macht — das heißt, sie beeinflussen, was in der Beziehung als „Wahrheit“ gilt.
Langsamer, schleichender Prozess:
Gaslighting ist keine einmalige Lüge, sondern eine Strategie, die sich über längere Zeit aufbaut.
Isolation:
Oft fordern Gaslighter, dass das Opfer Beziehungen zu Freunden oder Familie reduziert – damit das Opfer keine anderen Bezugspunkte hat.
Bestimmte Gaslighting-Täter-Typen
Bewusst oder unbewusst bzw. minderbewusst handelnder Gaslighting-Täter kann im Prinzip jeder sein. Oft handelt es sich schlichtweg um Menschen mit Kommunikationseigenschaften, die eine a) invalidierende Wirkung oder b) invalidierende Absicht haben. Zum Gaslighting-Täter kann man also auch unbewusst werden.
Bei bewusstem Gaslighting mit System handelt es sich in der Regel um "böse" bzw. böse agierende Menschen mit einem schlechten Charakter oder einer bestimmten Persönlichkeitsstörung - z.B. um eine psychopathischen Persönlichkeit.
In der Psychiatrie versteht man unter "Psychopathie" eine extrem schwere Form der antisozialen bzw. dissozialen Persönlichkeitsstörung (APS), die mit einem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen sowie mit antisozialen Verhaltensweisen einhergeht.
Derartige "Psychopathen" sind auf den ersten Blick charmant und verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen, wobei sie sehr manipulativ sein können, um ihre Ziele zu erreichen. Sie weisen grenzwertige bis abnorme Charakterzüge, Wesensmerkmale und Eigenschaften auf, die zu Reaktionen und psychosozialer Konsequenzen für alle Beteiligten führen. Nachfolgend werden 5 Charakter-Merkmale genannt, die Psychopathen beschreiben:
1. Starrsinn
Starr, uneinsichtig, wenig flexibel, wenig angepasst, situationsunangemessen / situationsunangepasst gepasst, unbeeindruckt von realen Gegebenheiten und unbeeindruckt von den Konsequenzen konfliktträchtigen Handelns
2. Extrovertiertheit
Übertriebene Außenwahrnehmung, übertriebenes Verhalten nach außen,
Wahrnehmung und Verhalten der Umwelt zugewandt
3. Projektion
Eigene Probleme werden auf die Umwelt projiziert, eigene Gefühle, Wünsche, Begehrlichkeiten und Vorurteile
werden anderen unterstellt und fälschlicherweise als real angenommen (Realitätsverlust).
4. Tatsachenverdrehung
Andere werden für die Umstände eigener Probleme verantwortlich gemacht (siehe "Umkehr")
5. Angriff
Innere Spannungen werden offen an anderen abreagiert, alternativ gibt es eine stille bzw. "stumme" Vorwurfshaltung
Psychopathen sind typische Tätern, die sich des Gaslightings bedienen. Sie missachten die Rechte ihrer Opfer - und es fehlt ihnen das entsprechende Schuldbewusstsein. Auch Soziopathen (Menschen mit einer dissoziale bzw. antisozialen Persönlichkeitsstörung) zählen dazu.
Eigentlich handelt es sich bei letzterer Form um eine Störung, die Soziale Inkompetenz bereits namentlich spiegelt. Dennoch können diese Menschen soziale Kompetenzen nach außen zeigen, was jedoch rein geschauspielert ist, was ihnen durchaus liegt.
Dennoch: Hier geht es um alles andere als um sozial kompetentes Verhalten. Dennoch könnte es vorab so wirken, denn Dissoziale Persönlichkeiten haben zum Zwecke der Erreichung ihrer Ziele eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie dann, wenn sie von anderen etwas wollen, gezielt und souverän einsetzen können. Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken sogenannter Psychopathen oder Soziopathen ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele.
Doch nicht alle Gaslighter sind Psychopathen. Zudem spricht man im allgemeinen Sprachgebrauch nämlich auch im generellen Hinblick auf Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen von Psychopathologie und bei persönlichkeitsgestörten Menschen von Psychopathen. Psychopathologie ist nämlich die allgemeine Lehre von den krankhaften Veränderungen des Seelenlebens und damit der Persönlichkeit. Folglich kommen hier auch andere Täter ins Spiel.
Bei Gaslighting-Tätern, die mit Vorsatz agieren, handelt es sich oft um narzisstisch perverse Persönlichkeiten, die ihr Opfer dominieren und gefügig machen wollen. Krankhaft eifersüchtige wollen dies letztendlich auch, aber zumeist unbewusst und oft lediglich von der reinen Wirkung auf ihren Partner bzw. ihre Partnerin her. Die Auswirkungen auf die Opfer sind letztendlich identisch, doch das dahinter stehende Seelenleben ist unterschiedlich.
Narzisstisch perverse Persönlichkeiten gehen hier weiter: Ziel narzisstisch perverser Persönlichkeiten ist das Gefühl der Hoheit über andere und die Allmächtigkeit (Siehe dazu auch "Gott-Komplex"). Um dieses Ziel zu erreichen und sich als "Herrscher" bzw. "Machthaber" zu fühlen, sind sie bestrebt, ihre Mitmenschen regelrecht zu zähmen und gefügig zu machen.
Dies erreichen sie sowohl durch ein bestimmtes Verhalten gegenüber ihren Opfern, als auch durch die Schaffung und Manipulation eines Netzwerkes, das ihnen im Zweifelsfall (z.B. bei Flucht oder Widerstand bzw. Gegenwehr des Opfers) den Rücke stärkt. Narzisstisch perverse Persönlichkeiten weben ihr Netz auf sehr subtile Weise um das Opfer herum, damit es akzeptiert, was sie wollen. Dabei benutzen sie u.a. das Wertesystem des Opfers, um es zu lähmen.
Ebenso weben sie ihr soziales Netz um das Opfer herum derart geschickt und glaubwürdig, so dass ihr Opfer bei anderen weder Gehör noch Glauben findet. Besonders hinterhältige narzisstisch perverse Persönlichkeiten sorgen sogar dafür, ihr Opfer als psychisch krank darzustellen. Sie sind vortreffliche Gaslighter, Umkehr-Rhetoriker und Zersetzer, die auch vor Erpressung und Nötigung nicht zurückschrecken und deren Hinterhältigkeit und Bösartigkeit aufgrund ihrer schauspielerischen Fähigkeiten nur selten auffliegen.
Narzisstisch Perverse präsentieren sich anderen gegenüber zumeist als seriöse und verständnisvolle Menschen. Doch dies ist reine Show - eine Rolle, die sie grandios beherrschen und nutzen, damit ihr wahres ICH nicht auffliegt. Insofern haben sie zwei Gesichter, die sich stark voneinander unterscheiden - ein Konstrukt, das ihnen Sicherheit gibt. Sie haben eine großartige Seite, die sie in sozialen Situationen nach außen sehr erfolgreich zur Schau stellen, während sie in ihrem unmittelbaren (z.B. häuslichen) Beziehungsleben ein sadistischer Tyrann sind, der alle beherrscht und das familiäre Umfeld "in den Sack steckt".
Narzisstisch perverse Persönlichkeiten beherrschen das Sozialtuning anscheinend in Perfektion. Sie kennen die sozialen Codes und spielen mit ihnen sehr erfolgreich, was zugleich erklärt, warum viele Menschen extrem überrascht sind, wenn sie das wahre Verhalten dieser Manipulatoren entdecken. Sofern man ihnen auf die Schliche kommt und sie durchschaut, halten narzisstisch perverse Persönlichkeiten die Menschen in ihrem Umfeld durch Gaslighting und die Erzeugung von Druck und Angst in Schach.
Der narzisstisch-perverse Täter-Typ
Wie gesagt, zählen narzisstisch perverse Persönlichkeiten nicht selten zu den Täter-Typen, die ihr Opfer gefügig machen wollen. Ziel narzisstisch perverser Persönlichkeiten ist das Gefühl der Hoheit über andere und die Allmächtigkeit (Siehe dazu auch "Gott-Komplex"). Um dieses Ziel zu erreichen und sich als "Herrscher" bzw. "Machthaber" zu fühlen, sind sie bestrebt, ihre Mitmenschen zu zähmen und gefügig zu machen.
Dies erreichen sie sowohl durch ein bestimmtes Verhalten gegenüber ihren Opfern, als auch durch die Schaffung und Manipulation eines Netzwerkes, das ihnen im Zweifelsfall (z.B. bei Flucht oder Widerstand bzw. Gegenwehr des Opfers) den Rücke stärkt. Narzisstisch perverse Persönlichkeiten weben ihr Netz auf sehr subtile Weise um das Opfer herum, damit es akzeptiert, was sie wollen. Dabei benutzen sie u.a. das Wertesystem des Opfers, um es zu lähmen.
Ebenso weben sie ihr soziales Netz um das Opfer herum derart geschickt und glaubwürdig, so dass ihr Opfer bei anderen weder Gehör noch Glauben findet. Besonders hinterhältige narzisstisch perverse Persönlichkeiten sorgen sogar dafür, ihr Opfer als psychisch krank darzustellen. Sie sind vortreffliche Gaslighter, Umkehr-Rhetoriker und Zersetzer, die auch vor Erpressung und Nötigung nicht zurückschrecken und deren Hinterhältigkeit und Bösartigkeit aufgrund ihrer schauspielerischen Fähigkeiten nur selten auffliegen.
Narzisstisch Perverse präsentieren sich anderen gegenüber zumeist als seriöse und verständnisvolle Menschen. Doch dies ist reine Show - eine Rolle, die sie grandios beherrschen und nutzen, damit ihr wahres ICH nicht auffliegt. Insofern haben sie zwei Gesichter, die sich stark voneinander unterscheiden - ein Konstrukt, das ihnen Sicherheit gibt. Sie haben eine großartige Seite, die sie in sozialen Situationen nach außen sehr erfolgreich zur Schau stellen, während sie in ihrem unmittelbaren (z.B. häuslichen) Beziehungsleben ein sadistischer Tyrann sind, der alle beherrscht und das familiäre Umfeld "in den Sack steckt".
In Beziehungen mit narzisstisch-perversen Tätern kann Gaslighting besonders ausgeprägt und schädlich sein. Hier ist ein Beispiel-Szenario:
Sarah ist in einer Beziehung mit James, einem narzisstisch-perversen Partner. Sarah beginnt, James' manipulatives und respektloses Verhalten zu erkennen und spricht ihre Bedenken an.
Das Gaslighting durch den narzisstisch-perversen Täter erfolgt wie folgt: James reagiert mit: "Sarah, du bist so überempfindlich. Jeder, den ich kenne, sagt mir, dass du instabil bist. Ich mache mir wirklich Sorgen um dich. Du solltest wirklich professionelle Hilfe suchen, bevor du dich noch weiter in deine Paranoia hineinsteigerst."
In diesem Beispiel nutzt James Gaslighting, um Sarah als instabil und paranoid darzustellen. Indem er behauptet, dass andere ihn vor Sarah gewarnt haben und vorgibt, sich um sie zu sorgen, versucht er, ihre Selbstwahrnehmung zu manipulieren und sie vor anderen als unglaubwürdig erscheinen zu lassen.
Narzisstisch-persönliche Merkmale wie Manipulation, Lügen und das Verdrehen von Realität sind in solchen Beziehungen häufig anzutreffen. Es ist wichtig, dass Personen in solchen Situationen professionelle Unterstützung suchen, um sich selbst zu schützen und aus der toxischen Beziehung herauszukommen.
Doch dies ist oft mit enormen Schwierigkeiten verbunden, insbesondere dann, wenn das soziale Umfeld des Opfers manipuliert wird. Narzisstisch-persönliche Menschen, insbesondere solche, die Gaslighting als Manipulationstechnik verwenden, können das soziale Umfeld des Opfers stark beeinflussen. Hier sind einige Möglichkeiten, wie dies geschehen könnte:
Täter-Zwischenformen
Doch nicht immer haben wir es bei den Tätern mit klassischen "Psychos" zu tun - und nicht immer ist Böses angestrebt bzw. böse Absicht dahinter - wie dies bei Psychopathen und bei narzisstisch perversen Persönlichkeiten der Fall ist.
Täter sind ebenfalls Menschen mit kognitiven Dissonanzen und ggf. starken Schuldgefühlen, die sie nicht ertragen können, weil sie selbst zu sensibel sind. Folglich schützt der Täter, nachdem er sich bei einer vorangegangenen Tat selbst tatsächlich ertappt hat, seinen Selbstwert dadurch, indem er sich mit dem Gaslighting selbst ein phantastisches Wunschdenken (hier: Die Schuld des Opfers) künstlich einredet und sein Handeln zur Vermeidung kognitiver Dissonanzen somit selbstwertdienlich erklärt bzw. "entschuldigt".
Eine reale verbale Entschuldigung dem Opfer gegenüber könnte ein solcher Täter - insbesondere wenn es sich um Narzissten handelt - nicht über seine Lippen bringen, da dies einem Schuldeingeständnis gleichkommt, das seine "heile Traumwelt", in der er sich verkriecht, zerstören würde.
Sich selbst als Monster zu erkennen würde er nicht ertragen. Ebenso wenig könnte er eine Entschuldigung aussprechen, wenn andere Menschen (z. B. die eigenen Eltern) sich bei negativem Verhalten damals auch nicht entschuldigt haben - und wenn diese sich ebenfalls der Methode des Gaslightings bedienten, was dann quasi von Generation zu Generation weitergegeben wird, sofern dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird.
Im Allgemeinen wird pauschal behauptet, dass Gaslighting insbesondere eine Strategie bzw. Methode von Narzissten sei, was man so nicht zwingend sagen kann. Allein die gezielte gezielte Nutzung des Gaslightings durch Psychopathen zeigt dies. Gemeint sind vermutlich solche Täter, die ihre kognitive Dissonanzen lindern und ihren Selbstwert schützen wollen, folglich die zuletzt genannte Gruppe, die Gaslighting teilweise vermutlich sogar völlig unbewusst einsetzt, um sich selbst (als Täter) zu schützen und die Täter-Rolle abzuwerfen. Psychopathen nutzen das Gaslighting hingegen eher bewusst bzw. gezielt: Hier geht es nicht um die (intuitive) Aufrechterhaltung des Selbstwertes, sondern um die Erreichung bewusster analytischer Ziele.
Hinzu kommt, dass der Leser angesichts diverser Beispiele vielleicht Wut auf den (auch narzisstischen) Täter verspürt, der Menschen - insbesondere Kindern - so etwas antut. Doch man darf nicht vergessen, dass derartige Täter - sofern es sich denn z.B. um Narzissten handelt - früher ggf. selbst einmal Opfer waren - und ihr Verhalten ggf. ein Produkt früherer seelischer Verletzungen und Grausamkeiten sind - oder auf einem Mangel an Zuneigung und Anerkennung in der eigenen Kindheit basieren.
Moderne gesellschaftliche Einflüsse verstärken und fördern narzisstische Züge jedoch in ihrer Entwicklung - ebenso wie die Einflüsse von Verkauf, Werbung und Marketing dies tun, wenn sie Menschen loben und hofieren.
Die Täter im Kontext zur Psychopathologie / Bewusstes und unbewusstes Gaslighting
Gaslighting wird nicht nur bewusst und gezielt mit Vorsatz betrieben; Gaslighting kann auch unbewusst erfolgen:
Bewusstes versus unbewusstes Gaslighting
Der Begriff "Gaslighting" bezieht sich auf das "bewusste" Verhalten eines "Täters". Gaslighting kann aber auch unbewusst betrieben werden z.B. durch krankhaft bis wahnhaft eifersüchtige, ängstlich-paranoide oder neidische Menschen oder den Umgangs-Stil kontrollierender-bestimmender Persönlichkeiten, die durch ihr Verhalten und ihre Kommunikation über ein ständiges Dauer-Priming eine regelrechte Gehirn-Programmierung betreiben und damit ihr Umfeld regelrecht in den Wahnsinn treiben oder entmutigen.
Dazu folgendes Beispiel-Szenario:
Sarah, die Tochter, beginnt ihre Unabhängigkeit zu entwickeln und möchte ihre eigenen Entscheidungen treffen. Die Mutter, Emma, ist von Natur aus kontrollierend und möchte, dass Sarah ihre Vorstellungen und Erwartungen erfüllt.
Das unbewusstes Gaslighting der Mutter könnte wie folgt erfolgen:
Emma sagt: "Sarah, du machst wieder ein Drama aus allem. Ich sage dir nur, was das Beste für dich ist. Du solltest wirklich lernen, nicht so rebellisch zu sein. Deine Entscheidungen sind immer so impulsiv." Hier versucht Emma unbewusst, Sarahs Wahrnehmung ihrer eigenen Fähigkeiten und Entscheidungen zu manipulieren.
Indem sie Sarah als rebellisch und impulsiv darstellt, versucht sie, ihre Tochter zu beeinflussen, ihre eigenen Entscheidungen infrage zu stellen und sich mehr nach den Wünschen der Mutter zu richten. Dies kann dazu führen, dass Sarah ihre Selbstständigkeit zurücknimmt und die Kontrolle von Emma weiterhin akzeptiert.
Auch ein solches unbewusstes Gaslighting kann mit systematisch erfolgen, selbst wenn dieses System seitens des Täters bzw. der Täterin selbst gar nicht bewusst ist. Systemisch wäre insbesondere die unbewusste Suggestion von Glaubenssätzen und Leitgedanken. Diese können seitens der Eltern oder durch einen Partner / eine Partnerin, aber auch durch den Arbeitgeber, die Kollegen oder (vermeintlichen) Freunde bzw. den Bekanntenkreis bzw. ein spezifisches soziales Umfeld erfolgen.
Unbewusstes Gaslighting: Wenn gut gemeintes Verhalten verletzt –
Psychologische Hintergründe eines wenig verstandenen Alltagsphänomens
Einleitung
Immer mehr Menschen berichten von Beziehungssituationen, die sich verwirrend, verletzend oder zermürbend anfühlen, obwohl der andere Mensch eigentlich gar keine bösen Absichten hat.
Aussagen wie „Das habe ich nie gesagt“, „Du übertreibst“, „Reg mich jetzt nicht auf“, „Das kann nicht sein“ oder die Weigerung, offensichtliche Probleme anzuerkennen, sind Symptome eines Verhaltens, das oft unter den Begriff unbewusstes Gaslighting fällt.
Auch sogenannte "Gesprächsstörer", die das Gegenteil von aktivem Zuhören darstellen oder Negativ-Priming durch ständiges Wiederholen negativer Aussagen, Negativ-Formulierungen oder das ständige Beginnen von Sätzen mit „nein" oder „aber…“ können wie Gaslighting wirken und Menschen regelrecht in den Irrsinn treiben oder aggressiv machen - ebenso andere aversive Stimulationen und Formen von Kommunikation mit negativistischer Grundhaltung und aversiver oder invalidierender Wirkung.
Invalidierende Kommunikation bezeichnet eine Art des Sprechens oder Reagierens, bei der die Gefühle, Bedürfnisse oder Wahrnehmungen einer anderen Person abgewertet, ignoriert oder als ungültig dargestellt werden. Oft passiert das unbewusst – aber es kann starke negative Auswirkungen haben. Eine Person wird invalidiert, wenn ihr vermittelt wird:
- „Das, was du fühlst, stimmt nicht.“
- „Du reagierst falsch.“
- „Das darf man nicht so sehen.“
Typische Beispiele für invalidierende Kommunikation
Bagatellisieren:
- „Stell dich nicht so an.“
- „Das ist doch kein Grund traurig zu sein.“
Leugnen/Absprechen von Emotionen:
- „Du bist doch gar nicht wütend.“
- „So kannst du dich unmöglich fühlen.“
Rationalisieren statt Empathie zeigen:
- „Objektiv gesehen ist das gar kein Problem.“
- Themenwechsel statt auf Gefühle einzugehen.
Unerwünschte Ratschläge statt Verständnis:
- „Mach’s einfach anders.“
- „Dann hör halt auf damit.“
Vergleiche, die Gefühle relativieren:
- „Andere haben viel schlimmere Probleme.“
Warum ist das problematisch?
Invalidierung kann dazu führen, dass Menschen beginnen,...
- an ihren eigenen Gefühlen zu zweifeln,
- sich unwichtig oder unverstanden fühlen,
- Konflikte entstehen oder verstärken,
- langfristig ein geringeres Selbstwertgefühl entwickeln.
Während klassisches Gaslighting eine bewusste Manipulationsstrategie ist, basiert unbewusstes Gaslighting entweder auf schlechten Angewohnheiten und Bildungslücken in Sachen Kommunikation und kommunikationspsychologischer Wirkung oder auf automatisierten psychischen Abwehrprozessen.
Wie auch immer: Die Person, die diese Verhaltensmuster zeigt, erkennt ihr eigenes Verhalten nicht – und fühlt sich selbst häufig als Opfer, überfordert oder missverstanden.
Dieser Artikel erklärt psychologische Mechanismen, Beispiele aus dem Alltag, Ursachen, Hintergründe, Auswirkungen und den inneren Zustand von Menschen, die solch ein Verhalten unbewusst zeigen.
1. Was ist „unbewusstes Gaslighting“? / Abgrenzung zu bewusstem Gaslighting
Bewusstes Gaslighting ist eine Manipulationstechnik, die darauf abzielt:
- Macht oder Kontrolle zu erlangen,
- das Opfer zu verunsichern,
- die eigene Version der Realität durchzusetzen.
Beim unbewussten Gaslighting passiert das Gegenteil von Absicht: Die Person will nicht manipulieren. Sie kann es einfach nicht besser oder will unangenehme Informationen schlichtweg nicht akzeptieren. Sie verfälscht Wahrnehmung oder Erinnerung, ohne es zu merken. Sie schützt sich selbst psychisch – nicht bewusst, aber effizient. Für Betroffene fühlt es sich trotzdem absolut zerstörerisch an.
2. Unbewusst bzw. minderbewusste handelnde Gaslighting-Täter
Unbewusster Gaslighting-Täter kann im Prinzip jeder sein, dem sein Handeln nicht bewusst ist. Das verantwortliche unbewusste Handeln kann sich wie folgt zeigen:
- Kommunikationsfehler (z.B. sogenannte "Gesprächsstörer", aversive Kommunikation, Negativ-Formulierungen,
Verallgemeinerungen / Generalisieren, Vergangenheits-Sprech und Stacheldrahtformulierungen, unbewusste Nutzung
von Killerphrasen und Totschlagargumenten.
- Abblocken („Reg mich nicht auf!“)
- Beschwichtigen („Vertragt euch einfach.“)
- Ständiges „Nein, aber…“
- Realitätsverzerrung („Das ist nicht so.“)
3. Die psychologischen Mechanismen dahinter
2.1. Abwehrmechanismen: Das Fundament des unbewussten Gaslightings
Viele Verhaltensweisen lassen sich durch klassische Abwehrmechanismen erklären:
Verleugnung
Unangenehme Realität wird automatisch ausgeblendet.
Beispiel: „Das Essen ist schlecht.“ – „Das kann nicht sein!“
Verdrängung
Informationen, die Schuld oder Fehler enthalten, werden nicht gespeichert oder sofort vergessen.
„Das habe ich nicht gesagt.“ – und die Person glaubt das wirklich.
Projektion
Eigene Unsicherheit oder Schuldgefühle werden anderen zugeschrieben.
„Was hast du ihnen getan, dass sie dich schlagen?“
Rationalisierung
Konflikte werden klein- oder weggeredet:
„Das ist nun mal so.“, „Bei anderen ist das auch so.“
Diese Mechanismen schützen das fragile Selbstwertgefühl der Person, wirken für Außenstehende jedoch manipulativ oder destruktiv.
2.2. Hoher Harmoniezwang und Konfliktangst
Viele Menschen, die unbewusstes Gaslighting zeigen, haben ein extrem starkes Bedürfnis nach Harmonie. Konflikte lösen in ihnen Angst, Stress, Überforderung, Schuldgefühle und körperliche Anspannung aus. Deshalb greifen sie zu scheinbar irrationalen Reaktionen wie:
- Abblocken („Reg mich nicht auf!“)
- Beschwichtigen („Vertragt euch einfach.“)
- Ständiges „Nein, aber…“
- Realitätsverzerrung („Das ist nicht so.“)
Sie greifen nicht an – sie flüchten.
2.3. Kognitive Dissonanz und Selbstbildschutz
Menschen möchten ein positives Selbstbild aufrechterhalten:
„Ich bin ein guter Mensch.“, „Ich mache keine Fehler.“ „Ich tue mein Bestes.“
Wenn dieses Selbstbild durch Kritik oder Konflikte bedroht ist, entsteht kognitive Dissonanz – ein innerer Druck, der unbewusst durch Realitätsveränderung reduziert wird. Das erklärt z.B. Erinnerungslücken, logische Brüche, widersprüchliche Aussagen oder hartnäckiges Leugnen, was ihr Gegenüber in die Verzweiflung treibt oder "auf die Palme bringt".
Sie lügen nicht bewusst – ihr Gehirn schützt sie vor emotionalem Schmerz.
2.4. Emotionale Unreife und mangelnde Emotionsregulation
Viele Betroffene haben nie gelernt:
- eigene Emotionen richtig zu benennen,
- die Gefühle anderer wahrzunehmen,
- Kritik auszuhalten,
- negative Emotionen zu regulieren.
Folge:
- Konflikte überfordern
- Verantwortung ist beängstigend
- Komplexe Sachverhalte werden vereinfacht („Ist doch egal.“)
- Daher wirken sie kindlich, unlogisch oder „blockiert“.
2.5. Beziehungsgeschichte und Herkunftsfamilie
Herkunftsprägungen sind fast immer beteiligt:
- Eltern, die Streit verboten haben → Konfliktvermeidung
- Eltern, die das Kind für Fehler beschämten → Angst vor Kritik
- Emotional distanzierte Familien → kein emotionales Lernen
- Überforderte Eltern → Kind übernimmt Harmonieaufrechterhaltung
- Geschwisterrollen, in denen Verantwortung aufgeladen wurde
Dadurch entsteht ein Erwachsener, der:
- sich für Harmonie verantwortlich fühlt,
- gleichzeitig keine Werkzeuge für Konflikte besitzt,
- seine eigenen Gefühle kaum kennt.
4. Typische Beispiele aus dem Alltag
Diese Beispiele stammen häufig aus Familien:
4.1. Das Nicht-Zuhören und Widersprechen
- Du sagst etwas, und die Person reagiert automatisch mit:
- „Nein.“
- „Aber…“
- „Das stimmt nicht.“
Nicht, weil sie bewusst widersprechen will – sondern weil ihre Psyche alles abwehrt, was potenziell unangenehm ist.
4.2. Aussagen werden nicht behalten oder sofort vergessen
Die Person sagt etwas – widerspricht sich 2 Minuten später – und ist überzeugt, dass sie es nicht gesagt hat.
Dies wirkt auf das Gegenüber wie Manipulation. Für die Person, die sich so verhält, ist es psychische Selbstkonservierung.
4.3. Beschwerden oder Probleme werden nicht anerkannt
„Das Essen ist schlecht.“ – „Das kann nicht sein!“
„Die Milch ist sauer.“ – „Nein, das stimmt nicht.“
Grund: Fehler → Schuld → innere Bedrohung → Verleugnung.
4.4. Kinder werden mit Schuld konfrontiert
Ein Kind sagt: „Ich werde gemobbt.“ Antwort: „Was hast du getan?“
Die Person kann nicht aushalten, dass Unrecht passiert, ohne dass jemand schuld ist – also sucht sie reflexhaft nach einer Ursache, die das Kind selbst „kontrolliert“.
4.5. Harmonie wird erzwungen
„Vertragt euch!“
„Ich will davon nichts hören.“
„Reg mich nicht auf.“
Konflikt → stressbedingter Shutdown.
4.6. Wiederholte Missachtung von Bedürfnissen
Trotz mehrfacher Hinweise wird immer wieder Essen serviert, das man nicht mag.
Nicht aus Bosheit – sondern weil die Person Bedürfnisse anderer emotional nicht „begreifen“ kann.
5. Warum wirkt das Verhalten auf Betroffene so verstörend?
Für empathische Menschen wirkt unbewusstes Gaslighting unlogisch, respektlos, realitätsverzerrend, niederdrückend, wie emotionale Folter, wie „Besessenheit“ oder „ein Dämonenmodus“. Man spürt intuitiv: Hier stimmt etwas nicht. Die Worte passen nicht zum Verhalten.
Die Folge: Ohnmacht, Wutanfälle, Schuldgefühle, Scham, Selbstzweifel, chronische Überforderung. Diese Dynamik kann über Jahre seelische Spuren hinterlassen.
6. Warum tun manche Menschen das?
Weil sie emotional überfordert sind und Selbstschutzmechanismen automatisiert ablaufen. Sie sind oft konfliktscheu, harmoniebedürftig, unsicher, emotional unreif, selbstwertlabil, überangepasst, traumatisiert oder überfordert. Sie tun es nicht bewusst – aber es hat reale Auswirkungen.
7. Wie kann man mit solchen Personen umgehen?
Einige grundlegende Prinzipien:
7.1. Klare, direkte Kommunikation
Statt: „Du hörst nie zu!“. Lieber: „Ich brauche, dass du diese Information kurz wiederholst, damit wir sicher sind, dass wir beide dasselbe meinen.“
7.2. Grenzen statt Erklärschleifen
Kein Diskutieren über Realitäten. Grenze setzen: „Ich sehe das anders und bleibe dabei.“
7.3. Gespräche zeitversetzt führen
Nicht im Stress, nicht in der Emotion.
7.4. Verantwortung klar halten
Nicht übernehmen, was der andere nicht fühlen kann.
7.5. Psychoedukation
Manchmal hilft es, Muster sanft aufzuzeigen – aber nur, wenn die Person offen dafür ist.
7.6. Eigene emotionale Hygiene
Es ist nicht die Aufgabe des Empathischen, den anderen „zu retten“.
7.7. Therapie: Was Betroffene (Gaslighter) brauchen würden
Erfolgreich sind vor allem:
- Schematherapie
- Emotionsfokussierte Therapie (EFT)
- Psychodynamische Therapie
- Training von Emotionsregulation
- Arbeit an Selbstwert und Scham
Der Weg ist lang – aber möglich.
9. Fazit
Unbewusstes Gaslighting entsteht nicht aus Böswilligkeit, sondern aus mangelnder Kenntnis der Wirkung ihrer eigenen kommunikativen Aussagen oder aus innerer Überforderung. Es ist ein Zusammenspiel aus tief sitzenden Abwehrmechanismen, Konfliktangst, Selbstwertschutz, emotionaler Unreife und Prägungen aus der Kindheit. Für Betroffene ist es dennoch hoch belastend und kann zu schweren emotionalen Reaktionen führen. Ein Verständnis der psychologischen Mechanismen kann helfen, das Verhalten einzuordnen – und Wege zu finden, mit solchen Menschen gesünder umzugehen.
Weitere Formen von unbewusstem / minderbewusstem Gaslighting
Unbewusstes Gaslightings durch einen kontrollierenden-bestimmten Kommunikations-Stil
Ein
kontrollierender-bestimmender Kommunikations- und Erziehungsstil wirkt oft ebenso wie Gaslighting, teils mit gravierenden Folgen für die Gesprächspartner und Familienmitglieder - insbesondere für
Kinder.
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die unter dem Einfluss kontrollierender-bestimmender Persönlichkeiten stehen, kann das Selbstvertrauen derart zerstört werden, dass sie zutiefst verunsichert werden, ein schlechtes Gewissen bekommen, sich "schuldig" fühlen und irgendwann sogar "Stimmen" hören, wobei die besagte "Stimme" letztendlich durch den Gaslighter (z.B. die Bezugspersonen bzw. den verantwortlichen Erzieher) verursacht bzw. programmiert wurde.
Auch ein solches Gaslighting kann zur Verwirrung, Schwächung und Schädigung des Selbstbewusstseins, der Persönlichkeit und der Widerstandskraft des Opfers bis hin zu Angstzuständen, Wahnvorstellungen, Panikattacken und psychotischen Zuständen führen. Hier besteht de Gefahr, dass sich die Betroffenen (seelisch / psychisch) krank fühlen bzw. dass ihnen eine (psychische) Krankheit entsprechend eingeredet wird oder allein durch die Umstände suggeriert wird. ggf. erfolgt dann eine Behandlung, die den Betroffenen selbst nichts bringt, sondern das vermeintliche Krankheitsbild festigt bzw. erst entstehen lässt.
Bei Kindern liegt dann eine regelrechte Kindeswohlgefährdung vor, die aber nur schwer nachzuweisen ist, da sich der Gaslighter zumeist als liebevoller "Kümmerer" zeigt, dem das Wohl des Kindes (oder des Partners) an höchster Stelle steht. Zudem ist das eigene Verhalten dem besagten Gaslighter in Form einer kontrollierenden-bestimmenden Persönlichkeiten ja zumeist auch gar nicht bewusst.
Alternativ kommt es zu selbstwertdienlichen Verzerrungen, zur Uminterpretation oder gar zu Formen der Pseudologia phantastica. Dabei können Selbstbelügungsstrategien und Lügengebilde entstehen, welche die Gaslighter und ihr Umfeld selbst gar nicht mehr realisieren, da der Zweck die Mittel heiligt, um die Kontrolle über Andere zu behalten.
Daraus kann sich eine regelrechte pseudologische Störung entwickeln. Eines dieser Gaslighting-Phänomene, das auf Selbstbelügungs- bzw. Lügenkonstrukten basiert, ist das Münchhausen-by-proxy-Syndrom bei dem der Gaslighter Anderen (z.B. Schutzbefohlenen) Krankheiten einredet, um so die Kontrolle über diesen tunlichst zu behalten.
Die Bestimmtheit und Verlässlichkeit von bestimmenden-kontrollierenden Persönlichkeiten scheint Sicherheit zu geben. Doch die Opfer werden durch diese "Sicherheit" immer abhängiger und schließlich krank. Die ständige Lenkung und Kontrolle sowie das durchgehende Dauer-Priming wird derart stark auf das Opfer, dass es irgendwann zur Flucht, zu inneren Stimmen oder zur Persönlichkeitsspaltung kommt, um diese "Folter" irgendwie zu ertragen.
Unbewusstes Gaslighting auf Basis von Eifersucht oder unterschwelliger Missgunst
Auch kann das unbewusste, für faktisches Gaslighting letztendlich aber verantwortliche Handeln auch auf Basis von krankhafter Eifersucht, einem Eifersuchtswahn oder schwarzem Neid (Missgunst) erfolgen und letztendlich auf einer Selbstwertstörung des verantwortlichen Gaslighters beruhen.
Menschen, die krankhaft eifersüchtig sind, reagieren in der Regel heftig und kommunikativ schädigend. Hinzu kommt ein Vertrauensentzug und krankhaftes Misstrauen, das den jeweiligen Partner bzw. die Partnerin regelrecht zermürbt und in den sprichwörtlichen Wahnsinn treiben kann. Dahinter steckt oft ein gemindertes Selbstwertgefühl bis hin zu einer depressiven Symptomatik. Krankhafter oder pathologischer Eifersucht liegt meist eine tieferliegende Störung zu Grunde, die es zu behandeln gilt.
So ist dies auch beim Eifersuchtswahn, dem sogenannten "Othello Syndrom". Die wahnhafte Überzeugung, vom Partner betrogen und hintergangen zu werden, ist ggf. das Symptom einer Psychose z.B. bei einer paranoiden Schizophrenie, einer wahnhaften Depression oder einer neurologischen Erkrankung) (nach DSM IV: Subtypus der Wahnhaften Störung (DSM-IV: 297.1). Der Eifersuchtswahn zeichnet sich, ähnlich wie auch bei anderen Wahnformen, durch die subjektive Gewissheit aus, dass das Erlebte bzw. Unterstellte genauso so und nicht anders ist.
Der wahnhaft Kranke kann auch durch Klärungsversuche nicht von dieser Meinung abgebracht werden, so dass er sich von seiner Fehleinschätzung ebenso wenig distanzieren kann. Derartig ausgeprägte Wahnvorstellungen wirken sich auf den jeweiligen Partner bzw. die Partnerin nicht nur ggf. symbiotisch (siehe Wahnsymbiose) aus, sie haben letztendlich die gleiche Wirkung wie Gaslighting durch andere Täter wie z.B. Psychopathen oder narzisstisch perverse Persönlichkeiten.
Eifersucht ist auch eine Form des Neides bzw. der Missgunst gegenüber einer Person, die man in Relation zu sich selbst für begünstigt hält. Neid bezeichnet den Wunsch, selbst über die (materiellen oder nicht materiellen) Güter anderer Personen zu verfügen. Neid unterscheidet sich in mehrere Formen mit unterschiedlichen Ausprägungen.
Eifersucht ist von Neid jedoch abzugrenzen, weil hier vorrangig Ängste bestehen. Der Unterschied zwischen Eifersucht und Neid besteht insbesondere darin, dass ein eifersüchtiger Mensch eher Angst hat (z.B. den anderen, den er liebt oder braucht, zu verlieren) während ein neidischer Mensch das begehrt, was andere besitzen. In Bezug auf das Gaslighting-Verhalten sind die Auswirkungen auf die Opfer jedoch nahezu identisch.
Statt krankhafter Eifersucht, einem Eifersuchtswahn oder Neid kann auch eine etwaige Paranoia, eine bipolare Störung oder eine Schizophrenie des Täters eine Rolle spielen. Auch kann es sich bei den Tätern, die eher unbewusst Gasligting betreiben um bestimmende-kontrollierende Persönlichkeiten handeln.
Letztendlich geht es darum, dass die Täter ihre jeweiligen Störungsbilder an den Opfern ausleben und die Opfer in ihr Störungs- bzw. Krankheitsbild mit hineinziehen, wenn auch - wie in den vorgenannten Fällen - unbewusst. Bewusst oder unbewusst: Es kommt zur Schädigung der Opfer.
Unbewusstes Gaslighting durch direkt oder indirekt kommunizierte Denkmuster krankhaft eifersüchtiger Persönlichkeiten und Menschen mit einer stark ausgeprägten Selbstwertproblematik
Die auf die zwischenmenschliche Kommunikation übertragenen Glaubenssätze und Denkmuster von krankhaft eifersüchtigen Persönlichkeiten und Menschen mit einer stark ausgeprägten Selbstwertproblematik erzeugen beim Gegenüber zumeist automatisch Gaslighting. Hier einige dieser Glaubenssätze, Denkmuster und Handlungen, die dies bewirken:
- Freundschaften zwischen Mann und Frau gibt es nicht. Einer von beiden will immer mehr.
- Man kann / darf seinem Partner bzw. seiner Partnerin nicht 100ig trauen und muss / sollte immer davon ausgehen,
dass er oder sie ggf. fremdgeht.
- Ich mag es nicht, wenn mein Partner / meine Partnerin Freunde hat, die das gleiche Geschlecht haben wie ich.
- Ich misstraue meinem Partner / meiner Partnerin.
- Ich werfe meinem Partner / meiner Partnerin vor, dass er / sie mich nicht wirklich liebt.
- Ich unterstelle meinem Partner häufig, dass er / sie untreu ist.
- Ich habe Angst, dass mich mein Partner / meine Partnerin verlassen könnte.
- Ich zeige / artikuliere / sage meinem Partner, dass ich Angst davor habe, dass er / sie mich verlassen könnte.
- Ich würde am liebsten genau wissen, was mein Partner / meine Partnerin gerade macht
- Es trifft mich, wenn mein Partner / meine Partnerin positiv über Kollegen oder Freunde berichtet,
die das gleiche Geschlecht habe, wie ich.
- Ich beobachte meinen Partner / meine Partnerin genau, z.B. wen er / sie anschaut, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.
- Ich frage andere Menschen über meinen Partner / meine Partnerin und seine / ihre Aktivitäten aus.
- Ich kontrolliere meinen Partner / meine Partnerin, indem ich ihn / sie zum Beispiel anrufe oder bestimmte Frage stelle. - Ich brauche viel Rückversicherung meines Partners / meiner Partnerin, dass er / sie mich noch liebt.
- Ich erbitte aktiv die Bestätigung meines Partners / meiner Partnerin, dass er / sie mich noch liebt.
- Ich bin angespannt und fühle mich schnell ausgeschlossen, wenn mein Partner / meine Partnerin
Unternehmungen mit anderen macht.
- Ich spioniere meinem Partner / meiner Partnerin hinterher.
- Ich versuche Gespräche, die mein Partner / meine Partnerin mit Personen, die das gleiche Geschlecht wie ich haben,
zu unterbinden oder zu unterbrechen.
- Ich werde unruhig, wenn mein Partner / meine Partnerin später nachhause kommt, als üblich oder als verabredet.
- Ich glaube meinem Partner / meiner Partnerin oft nicht, wenn er / sie mir versichert, dass er / sie treu ist.
Gaslighting als selbstwertdienliche Strategie zur Reduzierung kognitiver Dissonanzen
„Gaslighting“ ist nicht nur - wie in
den o.g. allgemeinen Ausführungen zum Thema erwähnt - eine Methode, um andere Menschen gezielt zu verunsichern, um sie "gezielt" "fertig zu machen", sondern auch eine Strategie von Tätern zur
kognitiven Dissonanz-Reduktion. Es geht dabei darum, die eigene Schuld abzustreiten und etwaige Schuldgefühle selbstwertdienlich zu reduzieren (siehe Konzept der Selbstwertdienlichen Verzerrung zur Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes und zur Reduktion kognitiver Dissonanzen.
Dazu ein kleiner Exkurs zum Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion, das - einfach ausgedrückt - besagt, dass wir uns negative Dinge (hier z.B. solche Dinge, die wir selbst "verbockt" haben) im Nachhinein schön reden, insbesondere solche, die in uns einen gedanklichen Missklang bzw. einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand bzw. einen Widerspruch auslösen.
Wenn wir z.B. feststellen, dass wir jemandem Unrecht taten oder uns vielleicht im Ton vergriffen haben - und uns dies danach bewusst wird - auch da solch ein eigenes Verhalten ja vielleicht gar nicht mit unseren eigenen Überzeugungen, Gefühlen und Wertvorstellungen übereinstimmt - und wir daran im Nachhinein nur schwerlich etwas ändern können, interpretieren wir unsere Taten oder die Motive hinter unseren Taten einfach um, damit wir uns dann wohler fühlen.
Dieser nützliche automatische psychologische Mechanismus, der uns selbst die widersprüchlichsten, schlechtesten und schadhaftesten Dinge durch die rosarote Brille sehen lässt und Negatives schön färbt, wurde 1957 von dem US-amerikanischen Psychologen Leon Festinger entdeckt. Seine "Theorie der kognitiven Dissonanz" besagt, dass Gedanken, Meinungen und Wünsche, die einen inneren Konflikt erzeugen auftreten, wenn unsere Gedanken unserer logischen Auffassung bzw. bisherigen Meinung widersprechen.
Passt unser Verhalten und unser Denken (auch Ansichten, Wert- und Moralvorstellungen etc.) nicht zusammen, erscheint unser Selbstkonzept gefährdet bzw. unser Selbstwert bedroht. Zur Erhaltung dieses unseres Selbstwertes setzt unser Denken oft starke Erklärungs- bzw. Selbstentschuldigungs-Mechanismen in Gang, welche die Realität und ursächliche Zusammenhänge stark verzerren. Da wir einem inneren Streben nach gedanklicher Harmonie folgen, missachten wir die Feststellung unangenehmer Wahrheiten, interpretieren sie einfach um und entwickeln andere neue Gedanken, welche die unangenehme Realität dann wieder in ein erträgliches, angenehmes oder günstiges Licht rückt.
Mit anderen Worten: Hat man z.B. eine im Nachhinein ungünstige Entscheidung getroffen, wertet man die Entscheidung bzw. die Gründe für diese Entscheidung nachträglich um und auf - oder schreibt sie irrationalen Gründen und Zusammenhängen zu. Möglich gewesene Alternativen wertet man hingegen ab oder negiert sie im Nachhinein völlig.
Dabei gilt das Prinzip: Je wichtiger und unumkehrbarer die Entscheidung war, desto stärker wirkt der Effekt.
Nun gut, jetzt könnte man aber fragen: Warum entschuldigt sich der Täter bzw. die Täterin nicht einfach? Zugleich würde dies Einsicht, Stärke und Souveränität zeigen? Die Antwort: Richtig,
souveräne Menschen mit gesunder Psyche (ohne Störungen) und mit positivem Charakter würden sich natürlich entschuldigen. Fakt ist aber, dass die besagten "Täter" zumeist eben nicht aus einer
souveränen positiven Persönlichkeit und gesunder Psyche heraus handeln. Deshalb werden sie ja zu Tätern und/oder Mittätern.
Auch Intellekt und Empathie spielen eine Rolle. Wir setzen so etwas zwar voraus; doch in Wirklichkeit sind Intellekt und Empathie bei sehr vielen Menschen eben nicht so selbstverständlich wie
Viele glauben. Zurück zur Frage, warum sich solche Täter eben nicht entschuldigen: Weil das Schuldgefühl und das dadurch eingeschränkte Selbstwertgefühl bei manchen Menschen (z.B.
Persönlichkeiten bei haltschwachen Persönlichkeiten oder Narzissten) dann noch mehr leiden würden und manche Menschen (z.B. Narzissten) dies als "Schwäche" erachten und sie aus ihrer Sicht nach
außen hin angreifbar(er) werden, was Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen aus ihrer Sicht "angreifbarer"
macht.
Soweit zu den täterseitig zumeist eher unbewussten Sonderformen des Gaslightings. Zumeist erfolgt Gaslighting aber bewusst, also mit Vorsatz - und vom Grundprinzip des Gaslightings geht man (fälschlicherweise) allein aufgrund der Begriffs-Entstehung davon aus, dass Gaslighting eigentlich immer mit Vorsatz erfolgt.
Unbewusstes Gaslighting:
Wenn gut gemeintes Verhalten verletzt
Psychologische Hintergründe eines wenig verstandenen Alltagsphänomens
Einleitung
Immer mehr Menschen berichten von Beziehungssituationen, die sich verwirrend, verletzend oder zermürbend anfühlen, obwohl der andere Mensch eigentlich gar keine bösen Absichten hat.
Aussagen wie „Das habe ich nie gesagt“, „Du übertreibst“, „Reg mich jetzt nicht auf“, „Das kann nicht sein“ oder die Weigerung, offensichtliche Probleme anzuerkennen, sind Symptome eines Verhaltens, das oft unter den Begriff unbewusstes Gaslighting fällt - insbesondere dann, wenn sich bestimmte Aussagen immer und immer wieder wiederholen, dem Gegenüber Stress bereiten, die Motivation rauben, ein schlechtes Gewissen machen, Schuldgefühle erzeugen.
Auch sogenannte "Gesprächsstörer", die das Gegenteil von aktivem Zuhören darstellen oder Negativ-Priming durch ständiges Wiederholen negativer Aussagen, Negativ-Formulierungen oder das ständige Beginnen von Sätzen mit „nein" oder „aber…“ können wie Gaslighting wirken und Menschen regelrecht in den Irrsinn treiben oder aggressiv machen - ebenso andere aversive Stimulationen und Formen von Kommunikation mit negativistischer Grundhaltung und invalidierender Wirkung.
Dazu kann auch ein bestimmtes paraverbales Verhalten gehören: Ein bestimmter Tonfall, eine hohe Stimme, eine schnelle, hektische Sprechweise ohne Punkt, Komma und Pausen, ein vorwurfsvoller oder fordernder oder weinerlicher oder aggressiver Unterton - endlose Satzgebilde und Satzschleifen und vor allem die regelmäßige Wiederholung der immer gleichen Muster.
Während klassisches Gaslighting eine bewusste Manipulationsstrategie ist, basiert unbewusstes Gaslighting entweder auf schlechten Angewohnheiten und Bildungslücken in Sachen Kommunikation und kommunikationspsychologischer Wirkung oder auf automatisierten psychischen Abwehrprozessen.
Wie auch immer: Die Person, die diese Verhaltensmuster zeigt, erkennt ihr eigenes Verhalten nicht – und fühlt sich selbst häufig als Opfer, überfordert oder missverstanden.
Dieser Artikel erklärt psychologische Mechanismen, Beispiele aus dem Alltag, Ursachen, Hintergründe, Auswirkungen und den inneren Zustand von Menschen, die solch ein Verhalten unbewusst zeigen.
1. Was ist „unbewusstes Gaslighting“? / Abgrenzung zu bewusstem Gaslighting
Bewusstes Gaslighting ist eine Manipulationstechnik, die darauf abzielt:
- Macht oder Kontrolle zu erlangen,
- das Opfer zu verunsichern,
- die eigene Version der Realität durchzusetzen.
Beim unbewussten Gaslighting passiert das Gegenteil von Absicht: Die Person will nicht manipulieren. Sie kann es einfach nicht besser oder will unangenehme Informationen schlichtweg nicht akzeptieren. Sie verfälscht Wahrnehmung oder Erinnerung, ohne es zu merken. Sie schützt sich selbst psychisch – nicht bewusst, aber effizient. Für Betroffene fühlt es sich trotzdem absolut zerstörerisch an.
2. Unbewusst bzw. minderbewusste handelnde Gaslighting-Täter
Unbewusster Gaslighting-Täter kann im Prinzip jeder sein, dem sein Handeln nicht bewusst ist. Das verantwortliche unbewusste Handeln kann sich wie folgt zeigen:
- Kommunikationsfehler (z.B. sogenannte "Gesprächsstörer", aversive Kommunikation, Negativ-Formulierungen,
Verallgemeinerungen / Generalisieren, Vergangenheits-Sprech und Stacheldrahtformulierungen, unbewusste Nutzung
von Killerphrasen und Totschlagargumenten.
- Abblocken („Reg mich nicht auf!“)
- Beschwichtigen („Vertragt euch einfach.“)
- Ständiges „Nein, aber…“
- Realitätsverzerrung („Das ist nicht so.“)
3. Die psychologischen Mechanismen dahinter
2.1. Abwehrmechanismen: Das Fundament des unbewussten Gaslightings
Viele Verhaltensweisen lassen sich durch klassische Abwehrmechanismen erklären:
Verleugnung
Unangenehme Realität wird automatisch ausgeblendet.
Beispiel: „Das Essen ist schlecht.“ – „Das kann nicht sein!“
Verdrängung
Informationen, die Schuld oder Fehler enthalten, werden nicht gespeichert oder sofort vergessen.
„Das habe ich nicht gesagt.“ – und die Person glaubt das wirklich.
Projektion
Eigene Unsicherheit oder Schuldgefühle werden anderen zugeschrieben.
„Was hast du ihnen getan, dass sie dich schlagen?“
Rationalisierung
Konflikte werden klein- oder weggeredet:
„Das ist nun mal so.“, „Bei anderen ist das auch so.“
Diese Mechanismen schützen das fragile Selbstwertgefühl der Person, wirken für Außenstehende jedoch manipulativ oder destruktiv.
2.2. Hoher Harmoniezwang und Konfliktangst
Viele Menschen, die unbewusstes Gaslighting zeigen, haben ein extrem starkes Bedürfnis nach Harmonie. Konflikte lösen in ihnen Angst, Stress, Überforderung, Schuldgefühle und körperliche Anspannung aus. Deshalb greifen sie zu scheinbar irrationalen Reaktionen wie:
- Abblocken („Reg mich nicht auf!“)
- Beschwichtigen („Vertragt euch einfach.“)
- Ständiges „Nein, aber…“
- Realitätsverzerrung („Das ist nicht so.“)
Sie greifen nicht an – sie flüchten.
2.3. Kognitive Dissonanz und Selbstbildschutz
Menschen möchten ein positives Selbstbild aufrechterhalten:
„Ich bin ein guter Mensch.“, „Ich mache keine Fehler.“ „Ich tue mein Bestes.“
Wenn dieses Selbstbild durch Kritik oder Konflikte bedroht ist, entsteht kognitive Dissonanz – ein innerer Druck, der unbewusst durch Realitätsveränderung reduziert wird. Das erklärt z.B. Erinnerungslücken, logische Brüche, widersprüchliche Aussagen oder hartnäckiges Leugnen, was ihr Gegenüber in die Verzweiflung treibt oder "auf die Palme bringt".
Sie lügen nicht bewusst – ihr Gehirn schützt sie vor emotionalem Schmerz.
2.4. Emotionale Unreife und mangelnde Emotionsregulation
Viele Betroffene haben nie gelernt:
- eigene Emotionen richtig zu benennen,
- die Gefühle anderer wahrzunehmen,
- Kritik auszuhalten,
- negative Emotionen zu regulieren.
Folge:
- Konflikte überfordern
- Verantwortung ist beängstigend
- Komplexe Sachverhalte werden vereinfacht („Ist doch egal.“)
- Daher wirken sie kindlich, unlogisch oder „blockiert“.
2.5. Beziehungsgeschichte und Herkunftsfamilie
Herkunftsprägungen sind fast immer beteiligt:
- Eltern, die Streit verboten haben → Konfliktvermeidung
- Eltern, die das Kind für Fehler beschämten → Angst vor Kritik
- Emotional distanzierte Familien → kein emotionales Lernen
- Überforderte Eltern → Kind übernimmt Harmonieaufrechterhaltung
- Geschwisterrollen, in denen Verantwortung aufgeladen wurde
Dadurch entsteht ein Erwachsener, der:
- sich für Harmonie verantwortlich fühlt,
- gleichzeitig keine Werkzeuge für Konflikte besitzt,
- seine eigenen Gefühle kaum kennt.
4. Typische Beispiele aus dem Alltag
Diese Beispiele stammen häufig aus Familien:
4.1. Das Nicht-Zuhören und Widersprechen
- Du sagst etwas, und die Person reagiert automatisch mit:
- „Nein.“
- „Aber…“
- „Das stimmt nicht.“
Nicht, weil sie bewusst widersprechen will – sondern weil ihre Psyche alles abwehrt, was potenziell unangenehm ist.
4.2. Aussagen werden nicht behalten oder sofort vergessen
Die Person sagt etwas – widerspricht sich 2 Minuten später – und ist überzeugt, dass sie es nicht gesagt hat.
Dies wirkt auf das Gegenüber wie Manipulation. Für die Person, die sich so verhält, ist es psychische Selbstkonservierung.
4.3. Beschwerden oder Probleme werden nicht anerkannt
„Das Essen ist schlecht.“ – „Das kann nicht sein!“
„Die Milch ist sauer.“ – „Nein, das stimmt nicht.“
Grund: Fehler → Schuld → innere Bedrohung → Verleugnung.
4.4. Kinder werden mit Schuld konfrontiert
Ein Kind sagt: „Ich werde gemobbt.“ Antwort: „Was hast du getan?“
Die Person kann nicht aushalten, dass Unrecht passiert, ohne dass jemand schuld ist – also sucht sie reflexhaft nach einer Ursache, die das Kind selbst „kontrolliert“.
4.5. Harmonie wird erzwungen
„Vertragt euch!“
„Ich will davon nichts hören.“
„Reg mich nicht auf.“
Konflikt → stressbedingter Shutdown.
4.6. Wiederholte Missachtung von Bedürfnissen
Trotz mehrfacher Hinweise wird immer wieder Essen serviert, das man nicht mag.
Nicht aus Bosheit – sondern weil die Person Bedürfnisse anderer emotional nicht „begreifen“ kann.
5. Warum wirkt das Verhalten auf Betroffene so verstörend?
Für empathische Menschen wirkt unbewusstes Gaslighting unlogisch, respektlos, realitätsverzerrend, niederdrückend, wie emotionale Folter, wie „Besessenheit“ oder „ein Dämonenmodus“. Man spürt intuitiv: Hier stimmt etwas nicht. Die Worte passen nicht zum Verhalten.
Die Folge: Ohnmacht, Wutanfälle, Schuldgefühle, Scham, Selbstzweifel, chronische Überforderung. Diese Dynamik kann über Jahre seelische Spuren hinterlassen.
6. Warum tun manche Menschen das?
Weil sie emotional überfordert sind und Selbstschutzmechanismen automatisiert ablaufen. Sie sind oft konfliktscheu, harmoniebedürftig, unsicher, emotional unreif, selbstwertlabil, überangepasst, traumatisiert oder überfordert. Sie tun es nicht bewusst – aber es hat reale Auswirkungen.
7. Wie kann man mit solchen Personen umgehen?
Einige grundlegende Prinzipien:
7.1. Klare, direkte Kommunikation
Statt: „Du hörst nie zu!“. Lieber: „Ich brauche, dass du diese Information kurz wiederholst, damit wir sicher sind, dass wir beide dasselbe meinen.“
7.2. Grenzen statt Erklärschleifen
Kein Diskutieren über Realitäten. Grenze setzen: „Ich sehe das anders und bleibe dabei.“
7.3. Gespräche zeitversetzt führen
Nicht im Stress, nicht in der Emotion.
7.4. Verantwortung klar halten
Nicht übernehmen, was der andere nicht fühlen kann.
7.5. Psychoedukation
Manchmal hilft es, Muster sanft aufzuzeigen – aber nur, wenn die Person offen dafür ist.
7.6. Eigene emotionale Hygiene
Es ist nicht die Aufgabe des Empathischen, den anderen „zu retten“.
7.7. Therapie: Was Betroffene (Gaslighter) brauchen würden
Erfolgreich sind vor allem:
- Schematherapie
- Emotionsfokussierte Therapie (EFT)
- Psychodynamische Therapie
- Training von Emotionsregulation
- Arbeit an Selbstwert und Scham
Der Weg ist lang – aber möglich.
9. Fazit
Unbewusstes Gaslighting entsteht nicht aus Böswilligkeit, sondern aus mangelnder Kenntnis der Wirkung ihrer eigenen kommunikativen Aussagen oder aus innerer Überforderung. Es ist ein Zusammenspiel aus tief sitzenden Abwehrmechanismen, Konfliktangst, Selbstwertschutz, emotionaler Unreife und Prägungen aus der Kindheit. Für Betroffene ist es dennoch hoch belastend und kann zu schweren emotionalen Reaktionen führen. Ein Verständnis der psychologischen Mechanismen kann helfen, das Verhalten einzuordnen – und Wege zu finden, mit solchen Menschen gesünder umzugehen.
Weitere Formen von unbewusstem / minderbewusstem Gaslighting
Unbewusstes Gaslightings durch einen kontrollierenden-bestimmten Kommunikations-Stil
Ein
kontrollierender-bestimmender Kommunikations- und Erziehungsstil wirkt oft ebenso wie Gaslighting, teils mit gravierenden Folgen für die Gesprächspartner und Familienmitglieder - insbesondere für
Kinder.
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die unter dem Einfluss kontrollierender-bestimmender Persönlichkeiten stehen, kann das Selbstvertrauen derart zerstört werden, dass sie zutiefst verunsichert werden, ein schlechtes Gewissen bekommen, sich "schuldig" fühlen und irgendwann sogar "Stimmen" hören, wobei die besagte "Stimme" letztendlich durch den Gaslighter (z.B. die Bezugspersonen bzw. den verantwortlichen Erzieher) verursacht bzw. programmiert wurde.
Auch ein solches Gaslighting kann zur Verwirrung, Schwächung und Schädigung des Selbstbewusstseins, der Persönlichkeit und der Widerstandskraft des Opfers bis hin zu Angstzuständen, Wahnvorstellungen, Panikattacken und psychotischen Zuständen führen. Hier besteht de Gefahr, dass sich die Betroffenen (seelisch / psychisch) krank fühlen bzw. dass ihnen eine (psychische) Krankheit entsprechend eingeredet wird oder allein durch die Umstände suggeriert wird. ggf. erfolgt dann eine Behandlung, die den Betroffenen selbst nichts bringt, sondern das vermeintliche Krankheitsbild festigt bzw. erst entstehen lässt.
Bei Kindern liegt dann eine regelrechte Kindeswohlgefährdung vor, die aber nur schwer nachzuweisen ist, da sich der Gaslighter zumeist als liebevoller "Kümmerer" zeigt, dem das Wohl des Kindes (oder des Partners) an höchster Stelle steht. Zudem ist das eigene Verhalten dem besagten Gaslighter in Form einer kontrollierenden-bestimmenden Persönlichkeiten ja zumeist auch gar nicht bewusst.
Alternativ kommt es zu selbstwertdienlichen Verzerrungen, zur Uminterpretation oder gar zu Formen der Pseudologia phantastica. Dabei können Selbstbelügungsstrategien und Lügengebilde entstehen, welche die Gaslighter und ihr Umfeld selbst gar nicht mehr realisieren, da der Zweck die Mittel heiligt, um die Kontrolle über Andere zu behalten.
Daraus kann sich eine regelrechte pseudologische Störung entwickeln. Eines dieser Gaslighting-Phänomene, das auf Selbstbelügungs- bzw. Lügenkonstrukten basiert, ist das Münchhausen-by-proxy-Syndrom bei dem der Gaslighter Anderen (z.B. Schutzbefohlenen) Krankheiten einredet, um so die Kontrolle über diesen tunlichst zu behalten.
Die Bestimmtheit und Verlässlichkeit von bestimmenden-kontrollierenden Persönlichkeiten scheint Sicherheit zu geben. Doch die Opfer werden durch diese "Sicherheit" immer abhängiger und schließlich krank. Die ständige Lenkung und Kontrolle sowie das durchgehende Dauer-Priming wird derart stark auf das Opfer, dass es irgendwann zur Flucht, zu inneren Stimmen oder zur Persönlichkeitsspaltung kommt, um diese "Folter" irgendwie zu ertragen.
Unbewusstes Gaslighting auf Basis von Eifersucht oder unterschwelliger Missgunst
Auch kann das unbewusste, für faktisches Gaslighting letztendlich aber verantwortliche Handeln auch auf Basis von krankhafter Eifersucht, einem Eifersuchtswahn oder schwarzem Neid (Missgunst) erfolgen und letztendlich auf einer Selbstwertstörung des verantwortlichen Gaslighters beruhen.
Menschen, die krankhaft eifersüchtig sind, reagieren in der Regel heftig und kommunikativ schädigend. Hinzu kommt ein Vertrauensentzug und krankhaftes Misstrauen, das den jeweiligen Partner bzw. die Partnerin regelrecht zermürbt und in den sprichwörtlichen Wahnsinn treiben kann. Dahinter steckt oft ein gemindertes Selbstwertgefühl bis hin zu einer depressiven Symptomatik. Krankhafter oder pathologischer Eifersucht liegt meist eine tieferliegende Störung zu Grunde, die es zu behandeln gilt.
So ist dies auch beim Eifersuchtswahn, dem sogenannten "Othello Syndrom". Die wahnhafte Überzeugung, vom Partner betrogen und hintergangen zu werden, ist ggf. das Symptom einer Psychose z.B. bei einer paranoiden Schizophrenie, einer wahnhaften Depression oder einer neurologischen Erkrankung) (nach DSM IV: Subtypus der Wahnhaften Störung (DSM-IV: 297.1). Der Eifersuchtswahn zeichnet sich, ähnlich wie auch bei anderen Wahnformen, durch die subjektive Gewissheit aus, dass das Erlebte bzw. Unterstellte genauso so und nicht anders ist.
Der wahnhaft Kranke kann auch durch Klärungsversuche nicht von dieser Meinung abgebracht werden, so dass er sich von seiner Fehleinschätzung ebenso wenig distanzieren kann. Derartig ausgeprägte Wahnvorstellungen wirken sich auf den jeweiligen Partner bzw. die Partnerin nicht nur ggf. symbiotisch (siehe Wahnsymbiose) aus, sie haben letztendlich die gleiche Wirkung wie Gaslighting durch andere Täter wie z.B. Psychopathen oder narzisstisch perverse Persönlichkeiten.
Eifersucht ist auch eine Form des Neides bzw. der Missgunst gegenüber einer Person, die man in Relation zu sich selbst für begünstigt hält. Neid bezeichnet den Wunsch, selbst über die (materiellen oder nicht materiellen) Güter anderer Personen zu verfügen. Neid unterscheidet sich in mehrere Formen mit unterschiedlichen Ausprägungen.
Eifersucht ist von Neid jedoch abzugrenzen, weil hier vorrangig Ängste bestehen. Der Unterschied zwischen Eifersucht und Neid besteht insbesondere darin, dass ein eifersüchtiger Mensch eher Angst hat (z.B. den anderen, den er liebt oder braucht, zu verlieren) während ein neidischer Mensch das begehrt, was andere besitzen. In Bezug auf das Gaslighting-Verhalten sind die Auswirkungen auf die Opfer jedoch nahezu identisch.
Statt krankhafter Eifersucht, einem Eifersuchtswahn oder Neid kann auch eine etwaige Paranoia, eine bipolare Störung oder eine Schizophrenie des Täters eine Rolle spielen. Auch kann es sich bei den Tätern, die eher unbewusst Gasligting betreiben um bestimmende-kontrollierende Persönlichkeiten handeln.
Letztendlich geht es darum, dass die Täter ihre jeweiligen Störungsbilder an den Opfern ausleben und die Opfer in ihr Störungs- bzw. Krankheitsbild mit hineinziehen, wenn auch - wie in den vorgenannten Fällen - unbewusst. Bewusst oder unbewusst: Es kommt zur Schädigung der Opfer.
Unbewusstes Gaslighting durch direkt oder indirekt kommunizierte Denkmuster krankhaft eifersüchtiger Persönlichkeiten und Menschen mit einer stark ausgeprägten Selbstwertproblematik
Die auf die zwischenmenschliche Kommunikation übertragenen Glaubenssätze und Denkmuster von krankhaft eifersüchtigen Persönlichkeiten und Menschen mit einer stark ausgeprägten Selbstwertproblematik erzeugen beim Gegenüber zumeist automatisch Gaslighting. Hier einige dieser Glaubenssätze, Denkmuster und Handlungen, die dies bewirken:
- Freundschaften zwischen Mann und Frau gibt es nicht. Einer von beiden will immer mehr.
- Man kann / darf seinem Partner bzw. seiner Partnerin nicht 100ig trauen und muss / sollte immer davon ausgehen,
dass er oder sie ggf. fremdgeht.
- Ich mag es nicht, wenn mein Partner / meine Partnerin Freunde hat, die das gleiche Geschlecht haben wie ich.
- Ich misstraue meinem Partner / meiner Partnerin.
- Ich werfe meinem Partner / meiner Partnerin vor, dass er / sie mich nicht wirklich liebt.
- Ich unterstelle meinem Partner häufig, dass er / sie untreu ist.
- Ich habe Angst, dass mich mein Partner / meine Partnerin verlassen könnte.
- Ich zeige / artikuliere / sage meinem Partner, dass ich Angst davor habe, dass er / sie mich verlassen könnte.
- Ich würde am liebsten genau wissen, was mein Partner / meine Partnerin gerade macht
- Es trifft mich, wenn mein Partner / meine Partnerin positiv über Kollegen oder Freunde berichtet,
die das gleiche Geschlecht habe, wie ich.
- Ich beobachte meinen Partner / meine Partnerin genau, z.B. wen er / sie anschaut, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.
- Ich frage andere Menschen über meinen Partner / meine Partnerin und seine / ihre Aktivitäten aus.
- Ich kontrolliere meinen Partner / meine Partnerin, indem ich ihn / sie zum Beispiel anrufe oder bestimmte Frage stelle. - Ich brauche viel Rückversicherung meines Partners / meiner Partnerin, dass er / sie mich noch liebt.
- Ich erbitte aktiv die Bestätigung meines Partners / meiner Partnerin, dass er / sie mich noch liebt.
- Ich bin angespannt und fühle mich schnell ausgeschlossen, wenn mein Partner / meine Partnerin
Unternehmungen mit anderen macht.
- Ich spioniere meinem Partner / meiner Partnerin hinterher.
- Ich versuche Gespräche, die mein Partner / meine Partnerin mit Personen, die das gleiche Geschlecht wie ich haben,
zu unterbinden oder zu unterbrechen.
- Ich werde unruhig, wenn mein Partner / meine Partnerin später nachhause kommt, als üblich oder als verabredet.
- Ich glaube meinem Partner / meiner Partnerin oft nicht, wenn er / sie mir versichert, dass er / sie treu ist.
Gaslighting als selbstwertdienliche Strategie zur Reduzierung kognitiver Dissonanzen
„Gaslighting“ ist nicht nur - wie in
den o.g. allgemeinen Ausführungen zum Thema erwähnt - eine Methode, um andere Menschen gezielt zu verunsichern, um sie "gezielt" "fertig zu machen", sondern auch eine Strategie von Tätern zur
kognitiven Dissonanz-Reduktion. Es geht dabei darum, die eigene Schuld abzustreiten und etwaige Schuldgefühle selbstwertdienlich zu reduzieren (siehe Konzept der Selbstwertdienlichen Verzerrung zur Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes und zur Reduktion kognitiver Dissonanzen.
Dazu ein kleiner Exkurs zum Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion, das - einfach ausgedrückt - besagt, dass wir uns negative Dinge (hier z.B. solche Dinge, die wir selbst "verbockt" haben) im Nachhinein schön reden, insbesondere solche, die in uns einen gedanklichen Missklang bzw. einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand bzw. einen Widerspruch auslösen.
Wenn wir z.B. feststellen, dass wir jemandem Unrecht taten oder uns vielleicht im Ton vergriffen haben - und uns dies danach bewusst wird - auch da solch ein eigenes Verhalten ja vielleicht gar nicht mit unseren eigenen Überzeugungen, Gefühlen und Wertvorstellungen übereinstimmt - und wir daran im Nachhinein nur schwerlich etwas ändern können, interpretieren wir unsere Taten oder die Motive hinter unseren Taten einfach um, damit wir uns dann wohler fühlen.
Dieser nützliche automatische psychologische Mechanismus, der uns selbst die widersprüchlichsten, schlechtesten und schadhaftesten Dinge durch die rosarote Brille sehen lässt und Negatives schön färbt, wurde 1957 von dem US-amerikanischen Psychologen Leon Festinger entdeckt. Seine "Theorie der kognitiven Dissonanz" besagt, dass Gedanken, Meinungen und Wünsche, die einen inneren Konflikt erzeugen auftreten, wenn unsere Gedanken unserer logischen Auffassung bzw. bisherigen Meinung widersprechen.
Passt unser Verhalten und unser Denken (auch Ansichten, Wert- und Moralvorstellungen etc.) nicht zusammen, erscheint unser Selbstkonzept gefährdet bzw. unser Selbstwert bedroht. Zur Erhaltung dieses unseres Selbstwertes setzt unser Denken oft starke Erklärungs- bzw. Selbstentschuldigungs-Mechanismen in Gang, welche die Realität und ursächliche Zusammenhänge stark verzerren. Da wir einem inneren Streben nach gedanklicher Harmonie folgen, missachten wir die Feststellung unangenehmer Wahrheiten, interpretieren sie einfach um und entwickeln andere neue Gedanken, welche die unangenehme Realität dann wieder in ein erträgliches, angenehmes oder günstiges Licht rückt.
Mit anderen Worten: Hat man z.B. eine im Nachhinein ungünstige Entscheidung getroffen, wertet man die Entscheidung bzw. die Gründe für diese Entscheidung nachträglich um und auf - oder schreibt sie irrationalen Gründen und Zusammenhängen zu. Möglich gewesene Alternativen wertet man hingegen ab oder negiert sie im Nachhinein völlig.
Dabei gilt das Prinzip: Je wichtiger und unumkehrbarer die Entscheidung war, desto stärker wirkt der Effekt.
Nun gut, jetzt könnte man aber fragen: Warum entschuldigt sich der Täter bzw. die Täterin nicht einfach? Zugleich würde dies Einsicht, Stärke und Souveränität zeigen? Die Antwort: Richtig,
souveräne Menschen mit gesunder Psyche (ohne Störungen) und mit positivem Charakter würden sich natürlich entschuldigen. Fakt ist aber, dass die besagten "Täter" zumeist eben nicht aus einer
souveränen positiven Persönlichkeit und gesunder Psyche heraus handeln. Deshalb werden sie ja zu Tätern und/oder Mittätern.
Auch Intellekt und Empathie spielen eine Rolle. Wir setzen so etwas zwar voraus; doch in Wirklichkeit sind Intellekt und Empathie bei sehr vielen Menschen eben nicht so selbstverständlich wie
Viele glauben. Zurück zur Frage, warum sich solche Täter eben nicht entschuldigen: Weil das Schuldgefühl und das dadurch eingeschränkte Selbstwertgefühl bei manchen Menschen (z.B.
Persönlichkeiten bei haltschwachen Persönlichkeiten oder Narzissten) dann noch mehr leiden würden und manche Menschen (z.B. Narzissten) dies als "Schwäche" erachten und sie aus ihrer Sicht nach
außen hin angreifbar(er) werden, was Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen aus ihrer Sicht "angreifbarer"
macht.
Soweit zu den täterseitig zumeist eher unbewussten Sonderformen des Gaslightings. Zumeist erfolgt Gaslighting aber bewusst, also mit Vorsatz - und vom Grundprinzip des Gaslightings geht man (fälschlicherweise) allein aufgrund der Begriffs-Entstehung davon aus, dass Gaslighting eigentlich immer mit Vorsatz erfolgt.
Beispiel für perfide selbstwertdienliche Alltags-Misshandlung in Familie und Partnerschaft
durch Gaslighting- und Umkehr-Strategie
Ein Elternteil verhält sich seinem Kind gegenüber unfair und ggf. kommt es vielleicht sogar zu einer körperlichen und/oder seelischen Misshandlung, die in dem bis dato unschuldigem Kind
vermutlich starke seelische Spuren hinterlässt, schließlich agiert hier nicht irgendeine fremde Person, sondern eine - der für das Kind wichtigsten - Bezugspersonen.
Sofern es sich bei dem betreffenden Elternteil nicht um einen Empathie losen Psychopathen handeln sollte, bekommt der Täter - sofern er sein Tun intellektuell wie moralisch überhaupt mitbekommt -
im Normalfall ggf. ein schlechtes Gewissen. Dieses schlechte Gewissen löst kognitive Dissonanzen mit einem unguten Gefühl aus. Ggf. kratzt das schlechte Gewissen sowie die nachträgliche
Erkenntnis über die Negativität und Destruktivität des eigenen Handelns auch am eigenen Selbstwert, wodurch insgesamt ein unerträgliches Gefühl der eigenen Person gegenüber entsteht -
ähnlich einem Totschläger, der den Tod seines Opfers eigentlich gar nicht konkret beabsichtigte, sondern "lediglich" eine Verletzung.
Beim selbstwertdienlichen Gaslighting passiert nun folgendes: Der besagte Elternteil greift zur Abwehr-Strategie der "Umkehr" und dreht den Spieß zum Zweck der Reduzierung seiner kognitiven Dissonanzen, zur Tilgung bzw. Verdrängung des eigenen Schuldgefühls und zur Aufrechterhaltung des eigenen Selbstwertes nun einfach herum - und wirft dem eigentlichen Opfer mehr oder weniger direkt oder mehr subtil (z.B. durch Weinen unter Tränen) vor: "Immer musst Du mich provozieren! oder "Immer musst Du mich wütend machen", "Immer gibt es Probleme mit Dir" oder "Wie Du mit Deinen Eltern umgehst, ist nicht korrekt (oder böse)" oder "Wir wissen nicht mehr wie wir uns (anders) mit Dir helfen sollten. Du bist ein so schwieriges Kind." oder "Wie du mich behandelst... Dabei habe ich dich unter Schmerzen geboren" usw.
Beim Gaslighting erfolgt die Umkehr stetig, so dass das Kind irgendwann an seinen vermeintlich "schlechten und schwierigen Charakter" glaubt. Verstärkt wird das Gaslighting auch hier durch die Einbindung Dritter zur Nutzung der massiven Wirkung des sozialen Einflusses und / oder des Einflusses von Autoritäten.
Wie im Allgemeinen Teil bereits erwähnt, ist die Wirkung des Gaslightings ganz besonders stark, wenn Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers (anderes Elternteil, Geschwister, Nachbarn etc.) mitwirken - z.B. weil sie den Ausführungen des Täters glauben schenken und das Verhalten (z.B. Weinen und Klagen), das aufgrund der besagten kognitiven Dissonanzen hervortritt, ja schließlich mit eigenen Augen selber sehen. Sie sehen zwar nicht die Tat des schuldigen Täters, sondern dessen Gefühlsausbrüche und / oder die Verzweiflung anhand konkret beobachtbaren Verhaltens. Sofern sie derart manipuliert werden, dass sie die Aussagen des zumeist "fürsorglich" erscheinenden Gaslighters bestätigen oder ebenfalls die Wahrnehmungen des Opfers anzweifeln, werden Dritte hier schnell völlig unbewusst zu Mittätern.
"Umkehr" & "Gaslighting" als Taktik notorischer Fremdgänger
Ähnlich wie beim Gaslighting so wird die Methodik der Umkehr auch von Spielsüchtigen und notorischen Fremdgängern systemisch genutzt - darunter auch jene mit psychopathischen Tendenzen. Sie sind eitel und selbstbewusst, gehen gerne alleine (mit angeblichen Freunden, Kollegen oder Geschäftspartnern) aus, flirten ungeniert und finden - genauso schnell wie sie kecke Baggersprüche aus dem Ärmel zaubern - stets plausible Ausreden, die sie gegenüber ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner überzeugend und selbstsicher präsentieren
Ähnlich wie klassische Psychopathen haben Notorische Fremdgeher haben meist kein Schuld- bzw. Unrechtsbewusstsein.
Obgleich ihnen echte Empathie und echte soziale Kompetenzen zumeist fehlen, können diese Menschen soziale Kompetenzen nach außen aber sehr gut zeigen, was jedoch rein geschauspielert ist, ihnen aber durchaus liegt. Vieles ist dabei erlernt bzw. von Filmen abgeguckt. Im Vordergrund steht aber keine Empathie, sondern ihr Ego und die Erreichung ihrer Ziele. Dazu haben sie oft eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie gezielt und souverän einsetzen können.
Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele. Psychopathen denken Gefühle nur, sie fühlen sie aber nicht. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung verstehen die Welt und ihr Umfeld als eine Art "Supermarkt", in dem sie sich als "Kunde" lediglich bedienen brauchen. Dissoziale Persönlichkeiten sind nicht therapierbar. Sich selbst halten sie für vollkommen in Ordnung, ja sogar für die "Allergrößten" und das lassen sie andere spüren.
Inn der Rolle notorischer Fremdgänger führen ein gut organisiertes Doppelleben, sind Trophäensammler mit ausgeprägtem Jagdinstinkt, die "mitnehmen", was geht – immer auf Eroberung aus - und das, während sie parallel dazu zumeist eine langjährige Beziehung führen und sich hier (dem Augenschein nach) eine nahezu "perfekte" Beziehung führen, da sie ihre pseudologischen, rhetorischen, paraverbalen und körpersprachlichen Fähigkeiten eben nicht nur beim Beutefang, sondern auch zuhause einsetzen.
Häufig wird Sexsucht als Grund für die Untreue vermutet. Doch zumeist stecken Narzissmus und/oder Masochismus dahinter, gefolgt von Fetischismus. Fakt ist, dass die Ursache für notorisches Fremdgehen oftmals viel tiefer sitzt. Der übersteigerte Sexualtrieb und das Bedürfnis nach Bestätigung und Anerkennung sind nur Symptome.
Motive wie Abwechslung bei Bequemlichkeit sind ebenfalls relevant: Während die feste Partnerin eine Art Mutter-Ersatz mit der Funktion einer Energietankstelle darstellt, wird der Seitensprung
zumeist eher als reine "Beute" erachtet, die es "abzuschleppen", zu "reißen" und zu "vernaschen" gilt. Je zickiger und naiver die Beute, desto stärker der Kick. Danach lassen die Fremdgänger ihre
"Opfer" nicht selten "im Regen stehen" und finden nach entsprechender Befriedigung am liebsten gleich wieder sofort eine Ausrede, warum sie angeblich "dringend" wieder nach Hause müssen.
Bei notorischen Fremdgängerinnen - also dem weiblichen Geschlecht - spielt nicht selten die Eroberung von Status-"Beute" oder vulgäres "Exoten"- "Gerammel" eine Rolle, während der korrekte und
liebevolle, aber eben auch "spießige" Versorger zu Hause vorm Computer sitzt oder arbeitet. Eine solche Affäre bringt sowohl eine gewisse Spannung als auch einen erotischen Reiz mit und
fungiert zugleich als Ego-Booster. Kommt der Partner bzw. die Partnerin dem Fremdgänger "auf die Schliche", greift dieser gerne zur "Umkehr" und dreht den Spieß ganz einfach um. Zumeist
erfolgt dies aber bereits als "Präventiv-Taktik" und zur Reduktion kognitiver Dissonanzen (siehe oben).
"Umkehr" & "Gaslighting" in Personal- Konfliktgesprächen
Allein bereits die Tatsache, das
die "Umkehr" eine Methode der manipulativen / persuasiven Kommunikation ist und Personal- und Konfliktgespräche zumeist mit tiefergehenden Emotionen einhergehen, zählt beides
ggf. zu den klassischen Abwehr-Strategien der Beteiligten in derartigen Gesprächen, insbesondere dann, wenn es um Anschuldigungen und/oder die Schuldfrage - und ein ggf. damit
einhergehendes "schlechtes Gewissen" geht. Darauf sollte man als Gesprächsführer und/oder Mediator tunlichst vorbereitet sein, weil insbesondere ein solches Lösungen von vorne herein verhindert
und innere wie äußere Spannungen umso mehr aufschaukelt.
"Umkehr" & "Gaslighting" als Strategie von Psychopathen / Soziopathen
"Umkehr" & "Gaslighting" sind eine typische Strategien von Psychopathen und Soziopathen. Konkret geht es um die Nutzung durch Menschen mit einer Dissozialen Persönlichkeitsstörung bzw. Antisozialen Persönlichkeitsstörung bzw. einer Psychopathischen Persönlichkeitsstörungen oder Soziopathischen Persönlichkeitsstörung. Allein das hier typische "Fehlen von Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen" und das "Fehlen von Einfühlungsvermögen bzw. die geringe (echte) Einfühlung in die Gefühle anderer Menschen" führen zur Nutzung, um Menschen zu ärgern, zu provozieren, zu diskreditieren und / oder kommunikativ oder gesellschaftlich unschädlich zu machen. Die Dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörung ist eigentlich die typischste Störung, die Soziale Inkompetenz bereits namentlich spiegelt.
Obgleich ihnen echte soziale Intelligenz fehlt haben Dissoziale Persönlichkeiten zum Zwecke der Erreichung ihrer Ziele eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie dann, wenn sie von anderen etwas wollen, gezielt und souverän einsetzen können. Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken sogenannter Psychopathen oder Soziopathen ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele. Sie können die Gefühle anderer nicht wirklich wahrnehmen und/oder verstehen.
Sie verletzen andere - und wenn sie dann merken, dass die Verletzung wirkt und ggf. zu einem Schaden führt, nutzen sie "Umkehr" und "Gaslighting" um a) Ihr Gegenüber noch mehr in den Wahnsinn zu treiben und/oder b) sich nach außen hin geschickt als "Unschuldslamm" zu "verkaufen" und das Opfer als Täter darzustellen und/oder c) so dafür zu Sorgen, dass ihr jeweiliges Opfer noch mehr Druck bekommt - nun sogar von außen über den sozialen Einfluss bzw. durch Dritte, Kollegen, das Team bzw. den oder die Vorgesetzte(n).
Besonders häufig fällt die gezielte Nutzung der Strategie von "Umkehr" und "Gaslighting" bei sogenannten Wohlstands-Psychopathen ins Auge. Vermutlich liegt dies zum Einen an deren geringer Ambiguitätstoleranz (Fähigkeit, mit Widersprüchen umzugehen und locker und gelassen zu bleiben) gepaart hoher Aggressivität - und zum Anderen an deren zumeist weniger stark ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten, die im Umkehrschluss wiederum mit ursächlich ist für die geringe Ambiguitätstoleranz und niedrige Reizschwelle. Wohlstands-Psychopathen, darunter auch sogenannte naiv-aggressive Persönlichkeiten sind bei Widersprüchen stets auf Angriff gebürstet. Ihre liebsten rhetorischen Stilmittel sind Sophismen und die Umkehr (Details).
"Umkehr" & "Gaslighting" zur Erzielung einer Anpassung
Im Zuge des Gaslightings wird die Umkehr-Rhetorik auch genutzt, damit sich Menschen anpassen - z.B. an ein (neues) System bzw. die Änderung eines Systems, z.B. ein System, dem sich die Menschen - vom logischen Denken heraus - niemals fügen würden - z.B. weil es mit Nachteilen freiheitsrechtlicher und/oder ökonomischer Art verbunden wäre.
Sofern es um die Anpassung und Unterwerfung einer Gesellschaft bzw. des Großteils einer Gesellschaft geht, bedarf dies der (direkten oder indirekten) Kontrolle der Medien (z.B. durch Unterwanderung dieser Medien durch politische Aktivisten bzw. Medienschaffende mit einer bestimmten Gesinnung, die eine bestimmte mediale Kultur formen bzw. etablieren und ungewünschte Informationen außerhalb dieser neuen Leit-"Kultur" ausblenden oder bekämpfen (z.B. durch sogenannte "Fakten-Checks" und / oder zersetzende Informationen, die Medien außerhalb der künstlich geschaffenen neuen "Leit-Kultur", in Misskredit bringen und als "unglaubwürdig" und / oder "feindlich" darstellen (sog. "Cancel Culture").
Im Sinne der "Umkehr" geht es nun darum, so ziemlich alles was "normal" ist bzw. als "logisch", "richtig", "gut" und "normal" galt, als "anormal", "falsch" und "böse" darzustellen - quasi alles "auf den Kopf" zu drehen - und derartige Darstellungen dann stetig und kontinuierlich zu wiederholen. Ziel dieser Strategie ist die Erreichung der Verzweiflung der Menschen, die einem solchen "Irrsinn" und "Wahnsinn" aufgrund der so entstehenden kognitiven Dissonanzen auf Dauer nicht gewachsen sind, so dass das "Wirkungsprinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion" eintritt.
Das Wirkungs-Prinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion erreicht, dass man sich Informationen, Dinge und Handlungen, die einen gedanklichen Missklang bzw. einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand bzw. einen Widerspruch auslösen, weil diese nicht mit unseren eigenen Überzeugungen, Gefühlen und Wertvorstellungen übereinstimmen, schönredet und uminterpretiert, damit man nicht durchdreht und sich wohler fühlt.
Dieser nützliche automatische psychologische Mechanismus, der uns selbst die widersprüchlichsten, schlechtesten und schadhaftesten Dinge durch die rosarote Brille sehen lässt und Negatives schön färbt, wurde 1957 von dem US-amerikanischen Psychologen Leon Festinger entdeckt. Seine "Theorie der kognitiven Dissonanz" besagt, dass Gedanken, Meinungen und Wünsche, die einen inneren Konflikt erzeugen auftreten, wenn unsere Gedanken unserer logischen Auffassung bzw. bisherigen Meinung widersprechen.
Passt unser Verhalten und unser Denken (auch Ansichten, Wert- und Moralvorstellungen etc.) nicht zusammen, erscheint unser Selbstkonzept gefährdet bzw. unser Selbstwert bedroht. Zur Erhaltung unseres Selbstwertes setzt unser Denken oft starke Erklärungs- bzw. Selbstentschuldigungs-Mechanismen in Gang, welche die Realität und ursächliche Zusammenhänge stark verzerren. Das Wirkungs-Prinzip der kognitiven Dissonanz-Reduktion führt daher zu Wahrnehmungs-, Denk Beurteilungs-und Beobachtungsfehlern.
Da wir einem inneren Streben nach gedanklicher Harmonie folgen, missachten wir die Feststellung unangenehmer Wahrheiten, interpretieren sie einfach um und entwickeln andere neue Gedanken, welche die unangenehme Realität dann zum Schein in ein erträgliches, angenehmes oder günstiges Licht rückt. Der Ausweg zur Flucht vor den kognitiven Dissonanzen und den damit einhergehenden unerträglichen Gefühlen ist folglich die Annahme der Unlogik und Falschheit.
Zum Zwecke der Abwehr eines psychischen und seelischen Schadens greifen die Menschen mit Hilfe der besagten Strategie zur Erzielung einer Anpassung sogar selbst zur "Umkehr", wobei alles was "logisch", "richtig" und "gut" gilt, im Sinne der manipulatorischen Vorgaben bzw. der neuen Leit-Kultur verdreht wird. Durch derartige Konter-Reaktionen wird auf künstlichem Wege eine schwere Psychose (ähnlich einer Schizophrenie oder eines Wahns) erzeugt und dadurch das logische Denkvermögen zerstört.
Die gestörten (verdrehten) Gedanken, Vorstellungen und Annahmen werden von den Betroffenen gegenüber der Außenwelt so stark verteidigt, dass Zuschreibungen oder Anschuldigungen jeglicher Art erneut zur sogenannten "Umkehr" führen. Das eigene Denkkonstrukt der Betroffenen kann so stark sein, dass sie das, was ihnen von Außenstehenden zugeschrieben wird (der Wahn an sich oder ein bestimmtes Verhalten), in das Gegenteil umkehren und den anderen zuschreiben.
Da aufgrund des medialen Einflusses viele bzw. die meisten Menschen von einer solchen - künstlich herbeigeführten - Psychose betroffen sind, spricht man hier von einer Massenpsychose. Nachfolgend wirken Wahn-Symbiose und der soziale Einfluss (inklusive der Pluralistischen Ignoranz).
Systemisches institutionelles Gaslighting durch Identity Hacking
Identity Hacking ist eine besonders perfide gezielte Form des systemischen Gaslightings, das über massives Mobbing von Menschen bzw. bestimmter Menschengruppen / Gesellschaftskreise erfolgt, die in totalitären Systemen den Zielen der Regierenden im Weg stehen und im Sinne totalitaristischer Ziele radikal umerzogen werden sollen.
Dies geschieht, indem man die Menschen, die umerzogen werden sollen, mürbe (bis psychisch krank) macht. Beim Identity Hacking wird die eigene Identität der Menschen psychologisch gebrochen.
Identity Hacking dient der geplanten systemischen und zumeist staatlich über manipulative Strategien erzeugten Veränderung von Einstellungen und Verhalten zur Durchsetzung bestimmter Ziele im Rahmen bestimmter Ideologien durch Erzeugen von Zweifeln oder Unsicherheit an bisherigen völlig normalen Überzeugungen, indirektes Einreden des Falsch-Seins, des Nicht-normal und politisch nicht korrekt Seins und soziale Isolation auf der einen Seite sowie durch das Angebot einer neuen Identität mit entsprechender Belohnung und Verankerung der neuen angepassten Identität und Schein-Realität auf der anderen Seite. Detail-Infos
Was unterscheidet Gaslighting von Mobbing?
Gaslighting und Mobbing sind beide Formen von emotionaler und psychologischer Misshandlung, aber es gibt Unterschiede in ihrer Art, ihren Zielen und den angewendeten Taktiken. Obwohl beide Formen schädlich sind, sind Gaslighting und Mobbing verschiedene Ausdrucksformen emotionaler und psychologischer Misshandlung, die in unterschiedlichen Kontexten auftreten können.
Mobbing umfasst oft wiederholtes aggressives Verhalten, um das Opfer zu dominieren oder zu schikanieren. Mobbing beinhaltet häufig offensichtliche Taktiken wie physische Angriffe, Beschimpfungen, Ausgrenzung oder gezielte Handlungen, um dem Opfer zu schaden.
Beim Gaslighting liegt der Fokus auf der Manipulation der Wahrnehmung. Gaslighting konzentriert sich darauf, das Opfer zu verwirren, indem es die Wahrnehmung der Realität manipuliert. Der Täter versucht, das Opfer dazu zu bringen, an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln und sich unsicher zu fühlen.
Gaslighting zielt oft darauf ab, das Selbstwertgefühl und die psychische Stabilität eines bestimmten Individuums zu beeinträchtigen. Es kann in persönlichen Beziehungen, wie zum Beispiel in romantischen Beziehungen oder innerhalb der Familie, auftreten. Gaslighting beinhaltet oft subtile Taktiken wie Leugnen, Verdrehen von Fakten, Schuldzuweisungen und Verharmlosen, um das Opfer zu manipulieren.
Wenn Mobbing und Gaslighting aufeinandertreffen, kann dies zu einer besonders schädlichen und belastenden Situation führen. Beide Verhaltensweisen sind manipulativ und können schwerwiegende Auswirkungen auf die Opfer haben. Die Mobbingtendenzen und das Gaslighting-Verhalten können sich gegenseitig verstärken. Die beiden könnten eine Art "Allianz" bilden, um gemeinsam gegen ein Opfer vorzugehen. In solchen Fällen könnten ihre manipulativen Taktiken besonders intensiv und schädlich sein.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass zwischen dem Mobber und dem Gaslighter Konflikte oder Machtkämpfe entstehen. Beide neigen dazu, Kontrolle und Dominanz auszuüben, und wenn ihre Ziele oder Strategien kollidieren, kann dies zu inneren Konflikten führen. In manchen Fällen könnten Mobber und Gaslighter einander erkennen und ihre manipulativen Taktiken gegenüber dem anderen anwenden. Dies könnte zu einem ständigen Machtkampf führen, während jeder versucht, das Kontrollniveau aufrechtzuerhalten.
Die Behandlung von Opfern von Gaslighting
Die Behandlung von Opfern von Gaslighting erfordert oft eine umfassende und unterstützende Herangehensweise. Es ist wichtig zu betonen, dass professionelle Hilfe in Form von Psychotherapie oder Beratung oft sehr wirksam ist. Hier sind einige Ansätze, die in der Behandlung von Gaslighting-Opfern verwendet werden können:
Psychotherapie / Individuelle Therapie: Ein erfahrener Therapeut kann Opfern von Gaslighting helfen, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, ihre Selbstachtung wiederherzustellen und ihre emotionalen Reaktionen zu verstehen.
Traumatherapie: In einigen Fällen kann Gaslighting zu traumatischen Erfahrungen führen. Traumatherapie kann helfen, die emotionalen Wunden zu heilen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Selbsthilfegruppen: Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen bietet Opfern die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Der gemeinsame Austausch kann unterstützend und heilend wirken.
Stärkung der Selbstachtung:
Therapeuten können gemeinsam mit den Opfern daran arbeiten, ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Dies kann dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des Gaslighting zu mildern.
Achtsamkeit und Selbstfürsorge:
Opfer von Gaslighting können von Techniken wie Achtsamkeit und Selbstfürsorge profitieren. Diese Ansätze können dazu beitragen, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu fördern.
Familiäre Unterstützung:
Familiäre Unterstützung kann eine wichtige Rolle spielen. Freunde, Familienmitglieder und andere nahestehende Personen können Opfern helfen, sich unterstützt und verstanden zu fühlen.
Grenzen setzen: Opfer lernen, klare Grenzen zu setzen und ihre eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Dies kann dazu beitragen, zukünftiges Gaslighting zu verhindern.
Es ist wichtig zu betonen, dass jeder Fall individuell ist, und die genaue Herangehensweise kann je nach den Bedürfnissen und der Geschichte des Betroffenen variieren. Professionelle Hilfe ist entscheidend, um effektive und unterstützende Strategien für die Bewältigung von Gaslighting zu entwickeln.
Wie kann man Gaslighting erkennen und sich schützen?
Eigene Wahrnehmung ernst nehmen
Gefühle und Beobachtungen sind gültig — auch wenn andere sie abwerten.
Gespräche dokumentieren
Notizen, Nachrichten oder E-Mails können helfen, die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.
Unterstützung suchen
Gespräche mit nahestehenden Personen oder Fachleuten (Psychologinnen, Beraterinnen) können Klarheit schaffen.
Grenzen setzen
Klare Grenzen können Manipulation eindämmen oder sichtbar machen.
Wie können sich Gaslighting-Opfer wehren?
Falls es Zeugen für bestimmte Vorfälle im Zuge der Gaslighting-Aktivitäten gibt, die die Sichtweise des Opfers stützen können, sollte man diese um Unterstützung bitten. Manchmal kann die
Bestätigung durch Dritte dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit zu stärken.
Eine psychologische Untersuchung oder ein Gutachten von einem Fachmann könnte dazu beitragen, die psychische Gesundheit des Opfers zu bestätigen und falsche Anschuldigungen zu widerlegen. Aich sollte man sich an vertrauenswürdige Freunde, Familienmitglieder oder andere Unterstützungspersonen wenden, die einem zur Seite stehen könnten, sofern diese von dem Täter noch nicht manipuliert wurden.
Wenn die Situation dies erfordert, könnte der Gang zu einem Anwalt in Erwägung gezogen werden. Ein Anwalt kann rechtliche Schritte erklären und unterstützen. Stets sollte man in solchen Fällen unabhängige Fachleute in Form von auf Gaslighting spezialisierte oder zumindest kompetente und erfahrene Psychologen konsultieren, um die eigene Sichtweise und Wahrnehmung zu validieren.
Empfehlenswerte Artikel / wissenschaftliche Texte zum Thema Gaslighting
A Theoretical Framework for Studying the Phenomenon of Gaslighting
Von Willis Klein, Suzanne Wood und Jennifer A. Bartz (2025) in Personality and Social Psychology Review.
Dieser Artikel bietet ein sehr durchdachtes psychologisches Modell, in dem Gaslighting erklärt wird über Konzepte wie Vorhersagefehler-Minimierung, Selbstverifikation, Attachment-Theorie und shared reality theory.
Ziel ist, zu erklären, wie jemand durch enge, vertrauensvolle Beziehungen die epistemische (Erkenntnis-)Macht bekommt, um die Wahrnehmung des Opfers zu manipulieren. Der Artikel unterscheidet Gaslighting explizit von anderen Phänomenen wie Bullying, Lügen etc.
Frontiers: Workplace gaslighting: Conceptualization, development, and validation of a scale (2023)
Dieser Artikel untersucht Gaslighting im Arbeitskontext. Er definiert zentral, dass Gaslighting nicht einfach Lügen oder Konflikte sind, sondern ein klarer Versuch, die Realität und Urteilsfähigkeit des Opfers zu destabilisieren. Außerdem wird diagnostiziert, wenn jemand „straight rejection of others’ concerns“ – also das direkte Zurückweisen der Sorgen oder Wahrnehmungen des Opfers – betreibt.
Apotheken Umschau: „Gaslighting – wie Sie emotionale Manipulation erkennen“
Eine gut verständliche deutschsprachige Übersicht, die typische Strategien, Warnsignale und Ratschläge gibt.
Beispielsweise: „Es wird verlangt, Beziehungen … abzubrechen“, Warnsignale wie ständige Verwirrung oder das Gefühl, nichts richtig machen zu können.
GEO: „Gaslighting: So wehren Sie sich gegen Manipulation“
Erklärt, wie Gaslighting aussieht und welche typischen Sätze Manipulierende benutzen („Das bildest du dir nur ein …“).
Gaslighting wird hier als Form psychischer Gewalt beschrieben.