Massenpsychologische Konditionierung zur ideologischen Programmierung und Meinungslenkung
zur Erreichung der Informationsherrschaft & Narrativmacht im Sinne der Wahrnehmungspolitik
Warum Menschen ungeprüft Mediennarrative übernehmen –
Psychologie, Propaganda und historische Muster
Einleitung
Dass Medien die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Realität prägen, ist kein Geheimnis. Doch warum übernehmen so viele Menschen das, was sie hören und lesen, nahezu ungefiltert?
Warum wirken Propaganda-Strategien bis heute – in demokratischen wie autoritären Systemen? Und weshalb gelingt es Machthabern immer wieder, Teile der Bevölkerung gegen „Feindgruppen“ zu mobilisieren?
Um diese Fragen zu beantworten, lohnt ein Blick in die Psychologie, in klassische Propagandamethoden und in historische Beispiele. Ebenso lohnt sich ein Blick in die sozialpsychologischen Erkenntnisse zum Thema "Sozialer Einfluss" inklusive Einfluss von Autoritäten und Einfluss der Massenmedien.
Schauen wir uns zu Beginn den Begriff "Massenpsychologische Konditionierung" an. Dieser setzt sich aus zwei relevanten Begriffen und Bereichen zusammen: a) Massenpsychologie und b) Konditionierung, ein Begriff aus der Lernpsychologie.
Worum geht es?
Letztendlich geht es bei der massenpsychologischen Konditionierung um die Konditionierung der
Massen bzw. von großen Teilen der Bevölkerung.
Es geht um ideologische Programmierung und um Meinungslenkung zur Erreichung der Informationsherrschaft und Narrativmacht im Sinne einer Wahrnehmungspolitik, die eigentlich von totalitären Regimen angestrebt wird.
Diese findet sich aber auch in Systemen, die sich offiziell "Demokratie" nennen (Beispiel: Deutsche "demokratische" Republik) - und von konditionierten Bürgern dann auch tatsächlich für "Demokratien" gehalten werden.
Dies, während z.B. echte Demokratien oder Demokratie-Bestrebungen im Rahmen der 1:1-Umkehr-Rhetorik als "Faschismus" bzw. "faschistisch" geframt werden, was bei den Rezipienten dann irgendwann als reale "Tatsache" (programmiert) verankert ist - und damit das politisch gewünschte Narrativ bestimmt und die gewünschte Wirkung zeigt.
Kontext zur kollektiven Affektmobilisierung
Massenpsychologische Konditionierungsprozesse stehen in engem Zusammenhang mit der kollektiven Affektmobilisierung, also der systematischen Erzeugung und Steuerung gemeinschaftlicher emotionaler Zustände innerhalb großer Gruppen zur Erreichung von gesellschaftlicher Spaltung, Ausgrenzung von Andersdenkenden und Bekämpfung politischer Oppositionen.
Während Konditionierung auf die Verknüpfung bestimmter Reize mit erwünschten Reaktionen abzielt, fungiert die kollektive Affektmobilisierung als deren emotionaler Motor:
Durch gezielte Ansprache von Angst, Wut, Bedrohungsgefühlen oder Euphorie werden Gruppen in ein gemeinsames emotionales Erregungsniveau versetzt, das ihre Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit beeinflusst und sie empfänglicher für manipulative Botschaften macht. Beide Prozesse verstärken sich gegenseitig und bilden damit einen zentralen Mechanismus moderner Massenbeeinflussung.
Wichtig ist klarzustellen:
Die Mechanismen, die im 20. Jahrhundert wirksam waren - etwa im Nationalsozialismus oder in der DDR - existieren weiterhin. Sie haben lediglich neue Formen, Kanäle und rhetorische Verpackungen erhalten.
Es sind die gleichen Regeln und Muster- nur in jeweils anderer Gewandung.
Das Zitat „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus»“ von Ignazio Silone gilt in diesem Kontext als Warnung gegen autoritäre Bewegungen, die sich als antifaschistisch und sogar als "demokratisch" präsentieren, aber in Wirklichkeit dem Faschismus dienen.
Sofern das Wort "Demokratie" von Antidemokraten aber oft genug wiederholt wird, kann die Realität nicht mehr erkannt werden; sie wird ausgeblendet, gilt als unmöglich. Bereits Silone warnte davor, dass der Faschismus nicht offen als solcher auftreten würde, sondern sich als Antifaschismus verstecken könnte.
Diese Warnung ist besonders relevant in der heutigen politischen Landschaft, in der autoritäre Tendenzen von Politik und Leitmedien oft als antifaschistisch dargestellt und von naiven Bürgern genau so interpretiert werden.
Stellen wir uns nunmehr der Frage, warum Menschen ungeprüft Mediennarrative übernehmen – dies, obgleich diese ggf. gar nicht der Realität bzw. der Wahrheit entsprechen. Schauen wir und dazu einmal die Regeln, Muster, Werkzeuge und Zusammenhänge an:
Regeln und Muster
Sprache dient als Machtinstrument, anerkannte Leitmedien dienen als Überträger der Sprache und politisch-ideologischer Botschaften - und gelten als glaubwürdige Autoritäten. Es werden Narrative gebildet, die in Sprache gekleidet wird. Sprache wird interpretiert und manifestiert über Deutung / Bedeutung eine vermeintliche Realität.
Damit Sprache im Sinne des jeweiligen Machtapparates die gewünschte (neue) "Realität", "Wahrheit" und Wirkung erzielt, werden bestimmte Begrifflichkeiten gebildet oder verschleiert (siehe dazu z.B. "Wortsinnverschleierung") oder verdreht (z.B. "Krieg ist Frieden") und einen gewünschten Kontext gebracht (siehe dazu "Neusprech" oder "System-Neusprech").
Menschen übernehmen Worte, Begriffe und Narrative ,"plappern" nach, was ihnen in den Leitmedien vorgesetzt wird und dienen als weitere gesellschaftlicher Überträger zum Zwecke der Manifestationen einer ganz bestimmten vermeintlichen "Wahrheit", "Realität" und "Richtigkeit". (Siehe dazu u.a. die Ansteckungstheorie von Gustave Le Bon und die Werke eines weiteren Begründers der Massenpsychologie, Gabriel Tarde).
Eine zentrale Rolle der Massenpsychologie ist das Unbewusste beim Handeln des Menschen, das "der Vernunft in ihrer Wirkkraft weit überlegen" ist. Es geht um Konformität, Entfremdung, Gemeinschaftsbildung und Führung.
In Bezug auf die Ausgangsfrage, warum Menschen ungeprüft Mediennarrative übernehmen, ganz wesentlich relevant ist auch die Rolle und Dynamik der Feindbildbildung und des Storytellings sowie das Wissen, dass Menschen Propaganda, Absichten und Zusammenhänge kaum erkennen, insbesondere dann, wenn das, was auf die Rezipienten als regelrechtes Programm wirken soll, intelligent kommuniziert und ständig wiederholt wird.
Framing und Priming übernehmen diesbezüglich eine wichtige Rolle. Über allem steht die Nutzung des sozialen Einflusses, die Mechanismen des sozialen Drucks, der Zustimmung, des Konformismus und der pluralistischen Ignoranz: Wegschauen, mitmachen, schweigen.
Wird dies alles berücksichtigt, funktioniert die Meinungslenkung zur Erreichung der Informationsherrschaft und Narrativmacht zur erfolgreichen Ideologischen Programmierung auch ohne die Nutzung weiterer Persuasions-Techniken und spezieller Manipulations-Strategien wie z.B. Identity Hacking.
Früher wie heute
Früher wie heute funktioniert das immer und führt mit einer Quote von ca. 80 Prozent - und führt letztendlich auch dazu, dass Menschen selbst Negatives mitmachen oder zumindest tolerieren, selbst wenn sie sich damit selbst schaden oder sich zu Tätern bzw. Mittätern eines bösartigen Systems machen, sofern es
keine Gegenstrategien zur Erreichung einer individuellen und gesellschaftlichen Resilienz gibt oder derartige Gegenstrategien nicht fruchten.
Dies ist mit ein Grund, warum deutsche Bürger damals zuschauten und schwiegen, wenn jüdische Geschäfte boykottiert, und beschädigt wurden, wenn ihre jüdischen Nachbarn ausgegrenzt, öffentlich gedemütigt, schikaniert und irgendwann "abgeholt" wurden. "Das wird schon seine Richtigkeit haben", dachte man.
Warum? Weil entsprechende Narrative übernommen und nicht wirklich aktiv hinterfragt wurden. Weil die massenpsychologische Konditionierung zur ideologischen Programmierung und Meinungslenkung zur Erreichung der Informationsherrschaft und Narrativmacht im Sinne der Wahrnehmungspolitik ihre Wirkung zeigte...
...Genau so wie heute auch wieder
Heute heißen jene, denen es an den Kragen gehen soll "Querdenker", "Coronaleugner", "Putin-Versteher", "Ratten", "Faschisten", "Nazis" - und erneut "Volksschädlinge", die es (auch in der Neuzeit) angeblich "auszumerzen gilt.
Die Bezeichnungen, Zuschreibungen und Framings erfolgen stets so wie Autoritäten (Politik und Leitmedien) es den Konsumenten entsprechender Informationen und Botschaften in ihrer Propaganda vorgeben.
Letztendlich geht es um eine von oben (Regierung und Leitmedien) ideologisch gelenkte systemische Ausgrenzung und Bekämpfung von Andersdenkenden, Kritikern und Oppositionellen, wozu auch heute wieder alle Mittel angeblich recht sind.
Schizophren anmutend
Ausgerechnet jene, die sich wie "Antidemokraten" und waschechte "Nazis" verhalten und wie die Nazis selbst vielleicht sogar noch selbst Sozialisten sind, bezeichnen Aufklärer und ihre Gegner im Zuge der 1:1-Umkehr-Rhetorik, die der Laie (und auch der jeweilige Täter als Opfer der Mächtigen) gar nicht kennt, als "Antidemokraten" und "Nazis". Vielen Tätern ist dies gar nicht bewusst. Hinzu kommt, dass die normalen Bürger als Rezipienten derartiger neuzeitlicher Goebbels-Rhetorik und und die dahinter stehende Umkehr-Rhetorik gar nicht kennen.
Erneut gilt: "Kritik ist ein Hass-Verbrechen", "Krieg ist Frieden" usw. Und wer den Frieden will, ist ein XY (was auch immer). Hauptsache die unreflektierte Masse, die nicht weit denkt, schluckt es und plappert es nach.
Und nicht wenige von ihnen fühlen sich aufgrund ihrer entsprechenden Konditionierung - genauso wie früher - dazu berufen, den Willen der Regierenden auf der Straße - oder früher in den Lagern - auch handgreiflich umzusetzen, um vermeintlich "Gutes" zu tun - und das Land von angeblichen "Schädlingen" zu "säubern" bzw. zu befreien.
Hier greift das Prinzip und System der kollektiven Affektmobilisierung, das nicht nur
Soziopathen auf die Straße treibt und zur Gewalt gegen Andersdenkende, Regime-Kritiker und Oppositionelle aufruft - quasi gegen jeden, der dem vorgegebenen programmierten Narrativ nicht
folgt.
Auch ganz normale Menschen werden dazu motiviert. Sie werden dazu gebracht - wie ferngesteuert - ein Verhalten an den Tag zu legen, das für den Laien geradewegs schizophren anmutet z.B. wenn massenpsychologisch konditionierte Menschen FÜR Verbrechen, FÜR Gewalttäter, FÜR Terroristen und FÜR Mörder demonstrieren.
Zu Zeiten von Corona, kämpften sie offen GEGEN das Grundgesetz bzw. FÜR einen Bruch der Verfassung, weil deren Programmierer ihnen suggerierten, dass ausgerechnet jene, die sich für die
Einhaltung der Verfassung stark machten im Zuge der Umkehr-Rhetorik angeblich "Verfassungsfeinde" seien Finde den Fehler!
Letztendlich begehen derart konditionierte Mitläufer (erneut) bösartige Verbrechen - und sie werden es im Zuge einer entsprechenden massenpsychologischen Konditionierung im Verlaufe der Geschichte immer wieder tun, ohne es selbst zu realisieren. Nachfolgend eine kurze Auflistung und Erklärung der wesentlichen Wirkungs-Aspekte:
1. Psychologische Grundlagen: Warum Menschen Narrative übernehmen
1.1 Kognitive Abkürzungen (Heuristiken)
Menschen haben ein natürliches Bedürfnis nach Orientierung und schneller Einordnung. Medien bieten fertige Deutungsmuster. Daher greifen Menschen häufig bzw. bevorzugt zurück auf folgende Heuristiken:
- Autoritätsheuristik („Wenn Experten/Journalisten das sagen, wird es stimmen.“)
- Mehrheitsheuristik („Alle sagen es — also wird es richtig sein.“)
- Verfügbarkeitsheuristik (Wenn ein Thema ständig präsent ist, wird es als besonders wichtig oder gefährlich empfunden.)
Solche Heuristiken sind evolutionär sinnvoll, aber anfällig für manipulative Nutzung.
1.2 Bedürfnis nach Sicherheit und Zugehörigkeit
Propaganda wirkt nicht nur kognitiv, sondern emotional: Menschen möchten zu einer moralisch „richtigen“ Gruppe gehören.
Die Angst, Außenseiter oder „abweichend“ zu wirken, fördert Konformität. Soziale Sanktionen (Spott, Ausschluss, Diffamierung) werden als reale Bedrohung empfunden. Je polariserter das gesellschaftliche Klima, desto stärker funktionieren diese Mechanismen.
1.3 Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)
Menschen suchen bevorzugt Informationen, die ihre Sicht bestätigen, und vermeiden solche, die widersprechen.
Medien bieten dafür ein perfektes Umfeld: Narrative Geschlossenheit, klare Freund-Feind-Schemata, moralische Bewertungen.
1.4 Beeinflussung durch Manipulative Rhetorik / Persuasive Rhetorik
Manipulative und persuasive Rhetorik zielt auf Beeinflussung und Überzeugung von Menschen von einer bestimmten Realität ab - und damit zur Beeinflussung von Emotionen, Urteilen, Entscheidungen und Einstellungsänderungen.
Erzeugt wird eine derart starke Wirkung auf Gefühle und Gedanken, dass alle weiteren Gedankengänge, die zu Wahrnehmungen, Einstellungen, Urteilen und Entscheidungen führen, darauf basieren und von selbst manipuliert werden, was selbst nicht erkannt werden kann. Über einfache "logische" Schlüsse und dadurch erzeugte Denkfehler manifestiert sich ein neues Denkschema, welches alle Beobachtungen, Wahrnehmungen, Beurteilungen und Entscheidungen lenkt.
Zur manipulativen und persuasiven Rhetorik zählt auch die schwarze Rhetorik. Hier geht es nicht um Wahrheit, Fairness oder Argumentationsqualität, sondern ausschließlich um Beeinflussung und Machtgewinn (siehe dazu auch Punkt 3. "Sprache als Macht-Instrument"). Besonders deutlich wird die Wirksamkeit von manipulativer / persuasiver Rhetorik anhand der Methodik des Framings, des Storytellings, des Primings und der Kontaminierung durch historische Analogie.
Allein die Methodik / Technik der Kontaminierung durch historische Analogie zur Zuschreibung / Erzeugung von Schuld durch Assoziation (Gilt by Association) ist eine der mächtigsten Manipulationsmethoden moderner politischer Kommunikation. Es geht darum, mit Vorsatz einen gezielten Fehlschluss zu erzeugen. Die Wirksamkeit ist sehr hoch, weil nur wenige Menschen so etwas kennen und erkennen können. Die Technik wirkt auf der emotionalen Ebene, nicht der rationalen und funktioniert immer. Sie wirkt sehr stark, sicher und nachhaltig. Detail-Infos
2. Propaganda damals und heute – gleiche Muster, neue Verpackung
2.1 Die Grundprinzipien bleiben konstant
Ob nationalsozialistische Propaganda, DDR-Medien oder moderne politisierte Kommunikation — die Muster ähneln sich:
- Vereinfachung komplexer Themen zu moralischen Schwarz-Weiß-Geschichten
- Wiederholung („Priming“), bis Begriffe emotional aufgeladen sind
- Feindbildkonstruktion („Die Bösen / Schuldigen sind…“)
inklusive geschickte Freund-Feind-Bild-Verdrehung im Rahmen der 1:1 Umkehr-Rhetorik
- Moralische Aufladung politischer Positionen („Unsere Position = das Gute“)
- Sprachmanipulation (Begriffe umdeuten, euphemisieren, stigmatisieren)
Diese Strategien sind heute wissenschaftlich gut dokumentiert.
3. Sprache als Macht-Instrument: Framing, Euphemismus und Orwell’sches „Neusprech“
Das Denken folgt der Sprache – nicht umgekehrt. Sprache schafft Realität. Wer Begriffe kontrolliert, kontrolliert Wahrnehmung.
3.1 Umdeutung politischer Begriffe
Historisch und aktuell finden sich häufige Beispiele: „Demokratie“ wird als moralischer Besitzstand einer Gruppe dargestellt, statt als pluralistisches Verfahren. Personen oder Meinungen, die vom dominanten Narrativ abweichen, werden als „undemokratisch“, „extrem“ oder „gefährlich“ etikettiert — unabhängig vom tatsächlichen Inhalt. Gleichzeitig können autoritäre oder ausgrenzende Praktiken sprachlich als „Schutz“, „Solidarität“ oder „Verantwortung“ dargestellt werden.
Die DDR bezeichnete sich selbst als „demokratisch“, während Westdeutschland offiziell als „faschistisch“ deklariert wurde – ein klassisches Beispiel staatlicher Bedeutungsumkehr.
3.2 Der Mechanismus des „Neusprech“
Orwell beschreibt, wie politische Sprache systematisch...
... den Wortschatz verengt,
... alternative Deutungen verunmöglicht,
... moralische Urteile bereits in der Sprache selbst einbaut.
Beispiele:
- „Kritiker“ → „Gefährder“
- „Opposition“ → „Radikalisierung“
- „Zwang“ → „Maßnahme“
- „Zensur“ → „Desinformationseindämmung“
4. Die Dynamik der Feindbildbildung
4.1 Warum Feindbilder so mächtig sind
Feindbilder sind psychologisch entlastend: Sie vereinfachen politische Komplexität. Sie schaffen ein Kollektivgefühl („Wir gegen die“). Sie richten Frust über gesellschaftliche Probleme auf symbolische Gruppen. Historisch wurden Juden, Kommunisten, Homosexuelle oder politische Gegner stigmatisiert. Heute sind es andere Gruppen sein — das Muster ist identisch.
4.2 Medien als Verstärker
Wenn Medien Feindbild-Narrative übernehmen oder verstärken, entsteht:
- Gruppendruck
- Konformitätszwang
- Normalisierung von Ausgrenzung
Menschen hinterfragen dann weniger, weil sie glauben, „alle“ denken so.
5. Warum Menschen Propaganda kaum erkennen
5.1 Die Illusion der eigenen Unmanipulierbarkeit
Fast jeder glaubt: „Die anderen sind beeinflussbar — ich nicht.“ Dieser psychologische blinde Fleck macht Propaganda extrem wirkungsvoll.
5.2 Informationsüberlastung
Moderne Medien bombardieren Menschen mit Reizen. Das Gehirn weicht auf narrative Muster aus, um Chaos zu ordnen. Propaganda nutzt diese Überforderung gezielt aus.
5.3 Moral statt Fakten
Moderne Propaganda arbeitet weniger mit Lügen und mehr mit:
- emotionalen Frames,
- moralischen Imperativen,
- selektiven emotionalisierenden Bildern,
- vereinfachenden Geschichten (siehe dazu auch Storytelling)
Menschen folgen moralischen Erzählungen oft selbst dann, wenn Fakten widersprechen. Das vermittelt ihnen sogar ein Gefühl der „Güte“ — selbst wenn sie objektiv destruktive Entscheidungen unterstützen.
6. Wegschauen, Mitmachen, Schweigen – die Mechanismen der Zustimmung
Historisch hat sich immer wieder gezeigt:
- Die Mehrheit will Ruhe, Sicherheit, Normalität.
- Sie stellt Systemnarrative selten in Frage, solange ihr eigenes Leben nicht unmittelbar bedroht ist.
- Wer es doch tut, riskiert sozialen oder beruflichen Schaden.
Propaganda sorgt dafür, dass Nicht-Mitmachen als riskant erscheint — und Mitmachen als moralisch richtig.
7. Gefahr einer Massenpsychose / kollektiven Psychose
Massenpsychologische Konditionierung kann in Verbindung mit kollektive Affektmobilisierung zur Entstehung / Erzeugung einer Massenpsychose / kollektiven Psychose führen.
Psychosen bezeichnen Zustände einer verzerrten Wahrnehmung, die mit Realitätsverlust einhergehen können. Eine Massenpsychose (collective psychosis) - auch Kollektive Psychose und Massenhysterie - bezieht sich auf psychotische / hysterische Verhaltensweisen von Menschen in einer (tatsächlichen oder vorgestellten) Massensituation, wobei vernunftgesteuertes Verhalten durch induziertes irrationales, möglicherweise wahnhaftes Denken und Verhalten ersetzt wird und realitätsgerechte Ich-Funktionen aufgegeben werden.
Der Begriff der Massenpsychose (collective psychosis) bezieht sich schwerpunktmäßig auf das Denken und Glauben von Menschen, die mittels entsprechender Beeinflussung (Siehe: Sozialer Einfluss / Einfluss von Medien) eine bestimmte Meinung und Einstellung bekommen, die schließlich zu deren vermeintlicher "Realität" und "Wahrheit" wird - und nachfolgend dann eine bestimmte Haltung und Entscheidung hervorruft. Den Betroffenen kommt die Einsichtsfähigkeit abhanden bzw. die Einsicht in die Tatsache, dass sie die Dinge nicht mehr klar und nüchtern sehen.
Eine Form der Psychose ist der Wahn, auch jener, der durch massenpsychologische Konditionierung ggf. erzeugt werden kann. Ein Wahn bezeichnet eine irreale Überzeugung, die aber nach objektiv messbaren Aspekten nicht zutrifft, an welcher der Betroffene bzw. hier konkret die vom kollektiven Wahn Betroffenen jedoch unbeirrt festhält / festhalten, obgleich diese nicht mit der der objektiv nachprüfbaren Realität übereinstimmt.
Zugleich ist Wahn ein Krankheitssymptom aus dem Fachgebiet der Psychiatrie, die eine Störung der Urteilsfähigkeit zur Folge haben kann. Ein Wahn kommt bei verschiedenen psychischen Störungen vor und reicht bis von reiner Einbildung (z.B. Unterstellung grundsätzlicher Abneigungen anderer der eigenen Person gegenüber) bis hin zum völligen Realitätsverlust.
Menschen mit wahnhaften Störungen, ob diese nun krankhaft sind oder von außen (z.B. über den Prozess der massenpsychologischen Konditionierung) induziert wurden (siehe induzierter Wahn) deuten Wahrnehmungen oder Erlebnisse um und konstruieren gelegentlich komplexe, für den (nicht gleichsam konditionierten reflektierten) Außenstehenden konfuse, für den Betroffenen allerdings schlüssige "Wahnsysteme", in denen sie wie in einer zweiten, subjektiven Realität leben, welche sie ggf. durch neue Konstrukte erklären, schützen und verteidigen.
Durch massenpsychologische Konditionierung kann es auch zu einer Hysterie kommen - insbesondere in Verbindung mit kollektiver Affektmobilisierung. Hysterie bezeichnet eine hohe emotionale Erregung, die mit nach außen gerichteten histrionischen Reaktion einhergeht. Hysterie beschreibt übertriebene Reaktionen: Zum Einen a) auf Basis von unbegründeten Ängsten - und b) auf Basis von Geltungssucht.
In Verbindung mit induzierten Psychosen steht auch die - wie bei manchen regulären psychiatrisch relevanten Störungsbildern - die fehlende Einsicht bzw. Einsichtsfähigkeit in die Falschheit der eigenen Gedanken und ebenso in die etwaige Schadhaftigkeit des eigenen Verhaltens. Ihre eigenen Gedanken und Handlungen halten sie für schlüssig und logisch. Selbst gegenteilige Beweise können sie nicht davon abbringen. Menschen, die gegenteilige Beweise antreten, werden von Menschen mit einem Wahn für Feinde oder selbst für krank (bzw. verrückt) gehalten.
In der Regel werden wahnhafte Gedanken, Vorstellungen und Annahmen von den Betroffenen gegenüber der Außenwelt vehement verteidigt. Wahnhafte Gedanken, Vorstellungen und Annahmen werden von den Betroffenen gegenüber der Außenwelt so stark verteidigt, dass Zuschreibungen oder Anschuldigungen jeglicher Art zu einer sogenannten "Umkehr" führen.
Wenn z.B. wahnhafte Menschen auf ihre wahnhaften Gedanken angesprochen werden - auch, um sie ggf. mit der Falschheit ihrer Wahrnehmungen zu konfrontieren, werden diese "verrückt" gehalten oder in ihnen Feinde erachtet. Letzteres kann zu heftigem aggressiven Verhalten führen. Interessant ist, dass von einem Wahn Betroffene sämtliche Zuschreibungen fast 1:1 umkehren.
7.1 Einfluss bedingte Massenpsychosen und gezielt herbeigeführte Massenpsychosen / Massenhysterien
Während sich der Begriff der Massenpsychose (collective psychosis) schwerpunktmäßig auf das Denken und Glauben der Menschen bezieht, die eine bestimmte Meinung und Einstellung bekommen, die schließlich zu deren vermeintlicher "Realität" und "Wahrheit" wird und eine bestimmte Haltung und Entscheidung hervorruft, bezieht sich der Begriff Massenhysterie mehr auf das übertriebene, hysterische bzw. fanatische - unlogisch und abstrus wirkende Verhalten von Menschen, die über die Erzeugung von Ängsten und / oder Feindbildern in Hysterie verfallen, zumeist mit der Vorstellung das vermeintlich "Richtige" zu tun.
Bezüglich des Innenlebens zeigen sich bei Massenpsychosen Realitätsverzerrung, Realitätsverlust und Realitätsleugnung, gepaart mit Ignoranz oder Abwehr in Bezug auf anderslautende Informationen außerhalb der eigenen Blase bzw. Gruppierung, in der die Massenpsychose entsteht bzw. auftritt. Äußerlich kennzeichnen sich Massenpsychosen durch hysterisches sowie durch ängstlich-abweisendes und /oder aggressives konfrontatives Verhalten.
7.2 Programmierende Wirkung
Massenpsychologische Konditionierung geht aufgrund des starken Einflusses und Primings mit einer gehirnprogrammierenden Wirkung und mit der Ignoranz der Realität bzw. von anderslautenden Meinungen und Wahrheiten einher, was wiederum mit Realitätsverleugnung (bzw. der Leugnung / Verleugnung der Realität) einhergeht.
Ignoranz zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person z.B. über kein bestimmtes oder ausreichendes Wissen zu einem Thema oder einer bestimmten Person oder Sache verfügt, etwas nicht wissen will oder nicht zur Kenntnis nimmt (Missachtung). Ignoranz liegt in der Entscheidungstheorie und Informationsökonomik vor, wenn ein Entscheidungsträger über keinerlei entscheidungsrelevante Informationen verfügt und sich über diese Realität hinwegsetzt.
Als Beispiel für Ignoranz sei ein Zitat aus dem Roman Der Besuch des Leibarztes von Per Olov Enquist erwähnt: „König Christian VII. kleidete sich in einen grauen Mantel und glaubte, so werde er nicht erkannt; dass zwei Soldaten ihm ständig im Abstand folgten, auch jetzt, ignorierte er.“
Als Beispiel für Ignoranz und Realitätsleugnung bei Massenpsychosen seien hier einige Aussagen genannt, die Betroffene gegenüber Angehörigen machten, welche sie über eine vermeintliche oder tatsächliche Falschheit ihres Denkens und Glaubens aufklären wollten. Die in der Forschung zur Ignoranz und Realitätsleugnung gesammelten Aussagen der Betroffenen ähneln sich frappierend.
Hier einige Beispiel-Zitate, die bei der Konfrontation mit - vom Glauben abweichender Informationen - im Prinzip alle gleich sind z.B. : "Was soll ich mit solch einem Schwachsinn anfangen?", "Aus welcher Filterblase ist das?", "Ich höre / schaue mir so was nicht an", "Lies mal Zeitung! Schau mal TV!", "So einen Unsinn brauchst Du mir nicht zu ...!", "Geh in / nach XY und schau Dir XY (selbst) an, die da wegen XY"... usw.)
Bezüglich der letzten Aussage ist erwähnenswert, dass die Betroffenen, welche die "Aufklärer" bzw. (Neu)Informations-Überbringer dazu bewegen wollten, selbst zu einen bestimmten Ort zu "gehen" und sich von der vermeintlichen "Realität" selbst "überzeugen" sollten, selbst aber gar nicht (bzw. sogar nie) an jenem Ort waren, zu dem die Aufklärer "gehen" sollten bzw. zu den sie die Aufklärer schicken wollten.
Auch wenn die Betroffenen von den Angehörigen etwas Schriftliches bekamen, wurde dies ignoriert. In jeden Fällen, in denen die Betroffenen den Text tatsächlich lasen (bzw. ihn sich anschauten und überflogen) wurde tatsächlich etwas ganz anderes herausgelesen, als dort nachweislich schwarz auf weiß stand.
Die Programmierung durch Informationen, die Gewöhnung an diese Informationen bis zur Gewohnheit und die dadurch erfolgende Ausblendung und Ignoranz anderer Informationen, die der Wahrheit bzw. Realität entsprechen, führt folglich dazu, dass die Falschheit zur eingebildeten "Wahrheit" wird und Fakten bzw. Wahrheiten, die kognitive Dissonanzen erzeugen, ausgeblendet, anders decodiert und uminterpretiert werden.
Ähnlich wie bei nachfolgendem bekannten Beispiel zu einer ähnlichen Denk-Problematik,...
Das
Ist ein
ein interessantes Buch
Das
ist der Tropfen auf
auf dem heißen Stein
...bei dem zumeist etwas Anderes gelesen wird als dort steht. Denn allein aufgrund unseres Wissens und unserer Erfahrungen (unseres bereits fest im Gehirn verankerten Programmes / Schemas haben wir das Ende der Sätze bereits vorausgeahnt (ähnlich wie bei Vorausurteilen und Vorurteilen) und deshalb nicht mehr so genau beachtet, was wirklich dort steht.
Wie auch in Bezug auf sogenannte (vermeintliche) "Menschenkenntnis") und andere Wahrnehmungsfehler folgen einfach den Mustern, die wir seit Jahren verinnerlicht haben - und können uns nur schwer von ihnen lösen. Derartige Muster können durch Priming verstärkt werden. Folgender Test zur Veranschaulichung:
Johnny´s father has five sons.
1. Zaze
2. Zeze
3. Zise
4. Zose
What ist the name of the fifths son?
...und jetzt noch diesen Test zur Veranschaulichung:
Ein Mann der hat zwei Söhne:
Tick, Trick und .....?
8. Gegenstrategien: Wie individuelle und gesellschaftliche Resilienz entsteht
- Die eigene Wahrnehmung und eigene Denkmuster und Glaubenssätze hinterfragen
- Medien / Medienmacher hinterfragen
- Medienkompetenz fördern (Quellenkritik, Narrative erkennen)
- Pluralismus verteidigen (Opposition als demokratischen Kern begreifen)
- Sprachkritik üben (Euphemismen, Framing, Umdeutungen, Wortsinnverschleierung und Priming identifizieren)
- Psychologische Manipulation erkennen und verstehen
- Persuasive Konzepte und Methoden kennen, verstehen und erkennen
- Ambiguitätstoleranz stärken – die Fähigkeit, Grautöne auszuhalten
- Whistleblower-, Minderheiten- und Oppositionsschutz sichern
- Bewusstmachung: Demokratie lebt nicht von Einheitsmeinung, sondern vom Streit um Wahrheit.
Fazit
Propaganda war nie nur ein Instrument des 20. Jahrhunderts. Die psychologischen Mechanismen, die Menschen empfänglich machen, sind universell und zeitlos. Moderne Medienumgebungen haben ihre Wirkung sogar verstärkt: Mehr Geschwindigkeit, mehr Emotionalisierung, mehr moralischer Druck.
Nur wenn Menschen verstehen, wie Manipulation funktioniert, können sie ihr widerstehen. Die zentrale Erkenntnis lautet:
Demokratie braucht Vielfalt – und kritische Distanz zu jeder Form von medial vermittelter Gewissheit.