Einleitung & Kontext
Während die Ausführungen zum Thema Massenpsychologische Konditionierung die Mechanismen der
massenpsychologischen Konditionierung beleuchtet, geht es hier um eine andere, gefährlichere Dynamik, die mit der massenpsychologischen Konditionierung in einem unmittelbaren Kontext steht.
Hier geht es konkret darum, wie kollektive Erregungszustände entstehen können, die normale Menschen zu moralisch entgrenztem Verhalten, Hass und Gewalt verleiten.
Solche Prozesse sind historisch belegt - in totalitären Systemen, Revolutionen, Kriegen, Massenpaniken, aber auch in medial erzeugten moralischen Kampagnen.
Sie entfalten ihre destruktive Kraft besonders dann, wenn starke Emotionen (Angst, Empörung, moralische Entrüstung) gezielt verstärkt werden.
Auch heute sind Mechanismen zu erkennen, die stark an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern, nicht, weil die Menschen „gleich“ wären oder weil Geschichte sich exakt wiederholt, sondern weil bestimmte psychologische, soziale und mediale Dynamiken zeitlos sind.
Für den Laien sind sie schwer zu erkennen, weil sie heute a) viel dezenter und b) in einer anderen Gewandung auftreten. Vor dem eigentlichen Hauptteil finden Sie nachfolgend vorab kurz die wichtigsten Faktoren, die eine solche Entwicklung auch heute begünstigen:
1. Psychologische Mechanismen
Gruppendenken & soziale Identität
Menschen orientieren sich stark an ihrer Gruppe. Wird eine klare Grenze „wir vs. sie“ gezogen, sinkt die Hemmschwelle gegenüber angeblich „Fremden“, „Feinden“ oder „Sündenböcken“.
Deindividuation in der Masse
In einer großen, emotionalisierten Gruppe fühlen sich Menschen weniger persönlich verantwortlich. Aggressionen werden dadurch leichter entfesselt.
Angst & Unsicherheit
Krisenzeiten machen Menschen besonders empfänglich für simple Erklärungen und starke Führungsfiguren. So wie Hitler und Goebbels auf diese emotionalen Schwachstellensetzten tun dies heute moderne Politiker und Medien, die sich selbst als "demokratisch" bezeichnen, es letztendlich aber nicht sind.
2. Medienpsychologische Faktoren
Emotionalisierende Kommunikation
Propaganda arbeitet nicht mit Argumenten, sondern mit Gefühlen – Angst, Wut, Bedrohung. Auch moderne Medien verstärken emotional aufgeladene Inhalte, weil sie Reichweite bringen.
Wiederholung
Ständige Wiederholung einer Botschaft macht sie vertraut – und Vertrautes wird als „wahr“ erlebt (mere-exposure effect).
Inszenierung von Autorität
Leitmedien und renommierte Zeitungen wirken auf die meisten Menschen, die deren frühere Seriosität gewohnt sind - automatisch wichtiger, glaubwürdiger und mächtiger als neue alternative Medien mit anderslautenden Informationen.
3. Strukturelle und gesellschaftliche Bedingungen
Polarisierung
Wenn Gesellschaften sich stark spalten, wächst die Bereitschaft, Andersdenkende als Bedrohung zu sehen.
Informationsblasen
Algorithmen verstärken bereits vorhandene Überzeugungen. Dadurch entstehen Echokammern, die radikale Ansichten normalisieren.
Opfer- und Feindbilder
Akteure nutzen gezielt Feindbilder, weil sie Zusammenhalt schaffen – allerdings durch Ausgrenzung, nicht durch Integration.
Hauptteil: Die Psychologie der aufgestachelten Masse
Wie kollektive Emotionen eskalieren
Mechanismen sozialer Konditionierung und gruppendynamischer Radikalisierung
Wenn Manipulation zu Massenwut wird: Die Psychologie kollektiver Enthemmung / Wie politisch-medial angestachelte gruppendynamische Prozesse zu Hass, Enthemmung und Gewalt führen
1. Die psychologische Grundlage:
Kollektive Emotion statt individueller Reflexion
1.1 Emotionale Ansteckung (Emotional Contagion)
Menschen übernehmen die emotionale Stimmung ihrer Gruppe. Je stärker die Gruppe emotionalisiert wird, desto weniger bleiben:
- kritische Distanz
- individuelle Urteilskraft
- Empathie für Außenseiter
Diese kollektive Atmosphäre wird oft durch intensive Medienberichterstattung, moralische Appelle oder dramatische Sprache erzeugt.
2. Die Mechanismen, die Hass auslösen und verstärken
2.1 Moralisierung als Brandbeschleuniger
Wenn politische oder gesellschaftliche Konflikte moralisch aufgeladen werden („gut“ gegen „böse“), entsteht eine Atmosphäre, in der Andersdenkende nicht mehr als Menschen, sondern als moralisch minderwertige „Gefährder“ gelten.
Moral ersetzt Argumentation — und ermöglicht psychologisch die Entmenschlichung.
2.2 Dehumanisierung
Dies ist einer der stärksten Prädiktoren für Gewalt in der Sozialpsychologie. Sie tritt auf, wenn Gruppen so dargestellt werden, dass sie:
- weniger rational
- weniger moralisch
- weniger „Menschen wie wir“ erscheinen.
Sobald Dehumanisierung erfolgt, fallen Hemmschwellen rapide.
2.3 Feindbildnarrative und Sündenbockmechanismen
In gesellschaftlichen Konflikten werden bestimmte Gruppen symbolisch mit Verantwortung für Missstände beladen.
Dies kann zu echter Feindseligkeit führen — bis hin zu Gewaltlegitimierung.
3. Kollektive Enthemmung: Der Moment, in dem Menschen „anders“ werden
3.1 Deindividuation
In Gruppen verlieren Menschen ihr individuelles Selbstgefühl. Sie fühlen sich:
- weniger verantwortlich
- weniger beobachtet
- stärker im „Wir“-Rausch
Das führt zu enthemmtem Verhalten — im Extremfall zu Ausschreitungen, Gewalt, körperlichen Angriffen oder Zerstörung.
3.2 Wahrnehmungsengführung (Tunnelperspektive)
Unter hoher emotionaler Erregung entstehen kognitive Verzerrungen:
- Gegner werden als allgegenwärtig empfunden
- Gefahren erscheinen übersteigert
- Neutrale Signale werden als Bedrohung interpretiert
Diese Verzerrungen lassen sich von außen kaum durch rationale Argumente korrigieren.
4. Kollektive Wahnähnlichkeit: Wenn Narrative stärker wirken als Realität
In der Sozialpsychologie spricht man in solchen Situationen von:
- Moral Panic
- Collective Frenzy (kollektives Aufschaukeln)
- Shared Delusions (geteilte irrationale Überzeugungen, nicht im klinischen Sinn)
Kennzeichnend ist:
- Fakten haben kaum noch Einfluss
- Widerspruch steigert die Aggression
- Die eigene Gruppe gilt als moralisch überlegen
Diese „kollektiv geteilten Überzeugungssysteme“ können extrem stabil werden.
5. Warum Menschen unterschiedlich stark reagieren
Jeder Mensch bringt individuelle Dispositionen mit:
- Impulskontrolle
- Frustrationstoleranz
- Aggressionsneigung
- Bindungsmuster
- Emotionale Regulation
- Bedürfnis nach Zugehörigkeit
Menschen, die Schwierigkeiten mit Selbstregulation oder sozialer Einbettung haben, können in solchen kollektiven Erregungszuständen besonders anfällig für aggressive Dynamiken sein. Das bedeutet nicht, dass bestimmte Diagnosen automatisch zu Gewalt führen — sondern dass individuelle Vulnerabilitäten mit kollektivem Druck interagieren.
6. Warum solche Massenaffekte kaum zu stoppen sind
6.1 Gruppendruck ersetzt Realität
Wenn eine Gruppe emotional und moralisch aktiviert ist, werden:
- widersprechende Informationen ausgeblendet
- differenzierte Argumente abgelehnt
- Andersdenkende automatisch bekämpft
Diese Prozesse sind gut erforscht (u. a. Zimbardo, Asch, Festinger).
6.2 Gewalt normalisiert sich selbst
Sobald erste aggressive Akte stattfinden — Beschimpfungen, Schubsen, Beschädigungen — wird die Hemmschwelle für weitere Übergriffe dramatisch reduziert.
6.3 Der Rückweg ist selten rational
Kollektive Affektzustände lösen sich selten durch Fakten auf, sondern meist erst, wenn:
- der emotionale Druck nachlässt,
- die Gruppe sich sozial neu ordnet,
- äußere Bedingungen sich verändern.
Fazit
Gezielte Stimulierung von Emotionen, moralische Polarisierung und wiederholte Feindbildkommunikation können in Gruppen Prozesse auslösen, die weit über normale Meinungsunterschiede hinausgehen. Die daraus entstehenden kollektiven Affektzustände — Wut, Empörung, Hass — können dazu führen, dass sonst friedliche Menschen in Gruppen enthemmt handeln.
Es handelt sich nicht um individuelle „Wahnsinnszustände“, sondern um kollektive psychologische Dynamiken, die historisch immer dann besonders gefährlich wurden, wenn Machtstrukturen, Medien und öffentliche Erregung sich gegenseitig verstärkten.
Kollektive Affektmobilisierung führt zu Deindividuation, zu Verantwortungsdiffusion und zu impulsivem Verhalten - und kann zu einem regelrechten Macht-Rausch führen bei der massenpsychologisch konditionierte Menschen in ihrer Wahn-Symbiose und im "Rausch der Sinne" ihre Macht ungehemmt ausleben.
Historisch betrachtet reichen die Auswüchse von exzessiver Anfeindung, Beschimpfung und Schikane von Menschen bis hin zu jenen Gewalt-, Vergewaltigungs-, Folter- und Vernichtungs-Exzessen - wie man diese aus der Geschichte eben nun mal kennt. Oft vollzieht sich Derartiges im Zuge der Deindividuation.
Deindividuation und Verantwortungsdiffusion
Deindividuation bezeichnet das Phänomen, dass ein Individuum, wenn es sich in einer bestimmten Situation in einer Gruppe befindet, weniger stark entsprechend den gesellschaftlichen Verhaltenseinschränkungen handelt, als wenn es alleine in der Situation ist.
Die Sozialpsychologen Aronson, Wilson und Akert definieren die Deindividuation als ein Lockern der normalen Verhaltenseinschränkungen beim Einzelnen, wenn er sich in einer Gruppe befindet, wobei es vermehrt zu impulsiven und von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Handlungen kommt. Verstärkt wird der Effekt durch massenpsychologische Konditionierung und die damit einhergehende kollektive Affektmobilisierung.
Das Individuum vollzieht somit in der Gruppe Handlungen, die es alleine nicht ausüben würde. Gewalttätige Ausschreitungen von Gruppen von Hooligans bei Fußballspielen können durch dieses Phänomen ebenso erklärt werden wie z.B. Folterungen und Misshandlungen irakischer Gefangener im Abu-Ghuraib-Gefängnis. (Siehe: Philip Zimbardo 1971 / Stanford-Prison-Experiment).
Zimbardo definiert Deindividuation als einen Zustand, der sich auszeichnet durch:
01 eine geschwächte Verhaltenskontrolle
02 geschwächte rationale und normative Urteilsprozesse
03 verringerte Bewertungsangst und in der Folge
04 eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit, im Widerspruch mit Normen zu handeln.
Sozialer Einfluss fördert ebenso böse Taten wie Anonymität: Robert Watson untersuchte 1973 das Verhalten von Kriegern gegenüber Kriegsgefangenen und stellte fest, dass Krieger, die mit Kriegsbemalung und somit anonymisiert in den Kampf zogen, signifikant öfter Kriegsgefangene töteten, verstümmelten oder folterten.
Rehm, Steinleitner und Lilli untersuchten 1987 den Einfluss der Anonymisierung durch Uniformen auf das Verantwortungsbewusstsein bzw. die Aggressivität und fanden auch hier deutlich aggressiveres Verhalten unter der anonymisierten Bedingung. In diesem Kontext sei der Begriff der "Verantwortungsdiffusion" genannt: Denn die Deindividuation führt zu verringertem Verantwortungsgefühl.
Verantwortungsdiffusion bezeichnet das Phänomen, dass bei jedem Zuschauer das Verantwortungsgefühl abnimmt, je mehr Zeugen es gibt. Brian Mullen analysierte im Jahre 1986 60 Übergriffe von Ku-Klux-Klan-Anhängern auf Amerikaner mit afrikanischer Herkunft und stellte fest, dass die Ermordungen der Opfer umso brutaler und grausamer waren, je größer die Gruppe von Anhängern war. Die Deindividuation korreliert also positiv mit der Gruppengröße (Zimbardo, 1969).
Zwei Faktoren der Deindividuation führen zu impulsivem Verhalten, das in einen Rausch münden kann:
1. Verringertes Verantwortungsgefühl:
Die Wahrscheinlichkeit, in der Gruppe entdeckt zu werden und zur Rechenschaft gezogen werden zu können, ist sehr gering, daher sinkt das Verantwortungsbewusstsein des Individuums für die eigenen
Handlungen. Durch die Bewusstmachung der eigenen Identität wird somit das Verantwortungsbewusstsein für die eigenen Handlungen wieder gestärkt. (Diener, 1980; Postmes & Spears, 1998;
Zimbardo, 1970)
2. Stärkung der Gruppennorm:
Deindividuation verstärkt das Festhalten an der Gruppennorm, diese kann von den Normen und Regeln anderer Gruppen abweichen. Es können aber auch die Normen der Gesellschaft sein, die stärker
befolgt werden, wodurch Deindividuation nicht zwangsläufig zu aggressiverem und antisozialem Verhalten führen muss. Das gezeigte Verhalten ist von den in der Gruppe akzeptierten Normen abhängig.
(Gergen; Gergen & Barton, 1973; Johnson & Dowing, 1979)
Bereits Scipio Sighele (1891) und Gustave LeBon (1895) postulierten, dass sich das Verhalten von Menschen in großen Gruppen verändert. Sigheles Interesse war kriminologischer Art. Er ging davon aus, dass der einzelne in der Masse sein Bewusstsein verändere und daher nur begrenzt für sein Handeln verantwortlich sei. Der Arzt und Soziologie Gustave LeBon interessierte sich mehr für die Prozesse, die für die Veränderung des Verhaltens verantwortlich sind, und postulierte, dass höhere psychische Prozesse in der Masse geschwächt und niedrigere gestärkt würden. Das Resultat sei, dass die Masse als Ganzes „dümmer“ sei als die Individuen im Durchschnitt.
Ein neuerer Ansatz zur Erklärung der Deindividuation ist das social identity model of deindividuation effects (SIDE) von Reicher, Spears und Postmes, 1995. Im SIDE wird davon ausgegangen, dass Deindividuation eine Art von Depersonalisation im Sinne von Selbstkategorisierungsprozessen (Turner et al., 1987) ist:
In einer Gruppe, mit der man sich identifiziert, finden Selbstkategorisierungsprozesse durch Vergleiche mit anderen Gruppen-Mitgliedern statt. Dadurch fällt die soziale Identität stärker ins Auge, was bedeutet, dass man sich selbst über die Zugehörigkeit zu der entsprechenden Gruppe und den Vergleich dieser Gruppe mit Fremdgruppen definiert. Daher wird das Verhalten stärker an Gruppennormen orientiert als an individuellen Normen. Die Folge ist, dass in der Gruppe kein Verhalten gefördert wird, das den Normen widerspricht.
Kollektive Psychose / Massenpsychose &
Massenhysterie
Kollektive Affektmobilisierung kann zur Entstehung / Erzeugung einer Massenpsychose / kollektiven Psychose führen.
Während sich der Begriff der Massenpsychose (collective psychosis) schwerpunktmäßig auf das Denken und Glauben der Menschen bezieht, die eine bestimmte Meinung und Einstellung bekommen, die schließlich zu deren vermeintlicher "Realität" und "Wahrheit" wird - und eine bestimmte Haltung und Entscheidung hervorruft, bezieht sich der Begriff Massenhysterie mehr auf das übertriebene, hysterische bzw. fanatische - unlogisch und abstrus wirkende Verhalten von Menschen, die über die Erzeugung von Ängsten und / oder Feindbildern in Hysterie verfallen, zumeist mit der Vorstellung das vermeintlich "Richtige" zu tun.
Massenhysterien im Alltag basieren auf stark erregten Menschenmassen. Bei einem Fußballspiel ist dies nicht pathologisch: Wenn aber zum Beispiel Teenager bei Popkonzerten zuckend zusammenbrechen, geht die Erregung in ein psychiatrisches Phänomen über. Bei dieser Form einer Massenhysterie (mass hysteria) spricht man dann von einer krankhaften Massenpsychose (mass psychogenic illness / MPI).
Dies bezieht sich auf psychotische Denkmuster und hysterische Verhaltensweisen von Menschen in einer (tatsächlichen oder vorgestellten) Massensituation, wobei vernunftgesteuertes Verhalten durch induziertes irrationales, möglicherweise wahnhaftes Denken (Massenwahn) und Verhalten (Massenhysterie) ersetzt wird und realitätsgerechte Ich-Funktionen und jegliche rationale Logik aufgegeben werden. Empfänglich für ein MPI sind insbesondere Menschen, die informations- und wahrnehmungstechnisch in einer regelrechten "Blase" leben.
Bezüglich des Innenlebens zeigen sich bei Massenpsychosen Realitätsverzerrung, Realitätsverlust und Realitätsleugnung, gepaart mit Ignoranz oder Abwehr in Bezug auf anderslautende Informationen außerhalb der eigenen Blase bzw. Gruppierung, in der die Massenpsychose entsteht bzw. auftritt. Äußerlich kennzeichnen sich Massenpsychosen durch hysterisches sowie durch ängstlich-abweisendes und /oder aggressives konfrontatives Verhalten.
Massenpsychosen gehen mit der Ignoranz der Realität bzw. von anderslautenden Meinungen und Wahrheiten einher, was wiederum mit Realitätsverleugnung (bzw. der Leugnung / Verleugnung der Realität) einhergeht. Ignoranz zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person z.B. über kein bestimmtes oder ausreichendes Wissen zu einem Thema oder einer bestimmten Person oder Sache verfügt, etwas nicht wissen will oder nicht zur Kenntnis nimmt (Missachtung).
Ignoranz liegt in der Entscheidungstheorie und Informationsökonomik vor, wenn ein Entscheidungsträger über keinerlei entscheidungsrelevante Informationen verfügt und sich über diese Realität hinwegsetzt.
Weitere Infos zur Massenpsychose im Kontext zur kollektiven Affektmobilisierung finden sich im übernächsten Abschnitt im Kontext zur Gewalt.
Warum aufgestachelte Menschen moralische Hemmungen verlieren
Ein zentraler Aspekt der kollektiven Affektmobilisierung besteht darin, dass sie Gruppen in einen emotionalen Zustand versetzt, der individuelle Hemmungen überschreibt.
Wenn starke Gefühle wie Angst, Wut, moralische Empörung oder Rache kollektiv erzeugt und gleichzeitig verstärkt werden, kann dies zu Enthemmung, moralischer Ausschaltung und letztlich zu Gewaltbereitschaft und tatsächlicher Gewalt führen.
Gewalt entsteht selten aus dem Nichts. Sie ist fast immer das Ergebnis eines psychologisch hochkomplexen Prozesses, in dem Emotionen systematisch geweckt, verstärkt und kanalisiert werden.
Die Geschichte zeigt immer wieder, wie aus normalen Menschen innerhalb kurzer Zeit wütende Kollektive werden können – bereit zu Ausgrenzung, Enthemmung und sogar zu physischer Gewalt.
Ob in der Bartholomäusnacht, während der Pogrome der Reichskristallnacht, in Bürgerkriegen oder in den Exzessen der Batavia-Überlebenden:
Hinter all diesen Ereignissen steht ein gemeinsamer Mechanismus – die kollektive Affektmobilisierung, also die bewusste oder unbewusste Erzeugung eines übersteigerten gemeinsamen Gefühlszustands, der moralische Hemmungen abbaut und aggressives Verhalten legitim erscheinen lässt.
In modernen Gesellschaften wird dieser Prozess oft durch massenpsychologische Konditionierung eingeleitet oder verstärkt: Durch wiederholte emotionale Botschaften, durch die Konstruktion von Feindbildern und durch die moralische Aufladung politischer und medialer Narrative.
Solche Mechanismen können Menschen in einen Zustand emotionaler Überflutung versetzen, in dem rationale Abwägung, Empathie und Selbstkontrolle zunehmend abgeschaltet werden. Was folgt, ist eine Dynamik, die das individuelle Gewissen unterdrückt, die Verantwortung auf die Gruppe überträgt und Gewalt nicht nur erleichtert, sondern in vielen Fällen sogar mit einem Gefühl von moralischer Richtigkeit verknüpft.
Die Problematik zeigt, wie gefährlich die Verknüpfung von kollektiver Emotion, politischer Mobilisierung und medialer Verstärkung ist – und warum diese Prozesse, die wir aus der Geschichte kennen, auch heute wieder wirken können. Sie zeigt auf, wie schnell sich gesellschaftliche Spannungen zu psychologischen Ausnahmezuständen entwickeln können, wenn Politik und Medien emotionalisieren, polarisieren oder Feindbilder kultivieren.
1. Die „emotionale Überflutung“ und der Verlust individueller Kontrolle
Intensive kollektive Emotionen wirken physiologisch wie ein Tunnelblick: Der präfrontale Cortex (zuständig für Rationalität, moralische Abwägung, Impulskontrolle) wird abgeschaltet, das limbische System (Angst-, Wut-, Alarm- und Triebreaktionen) übernimmt. Menschen in diesem Zustand spüren ihre Impulse stärker und ihre innere Kontrolle schwächer. Ihr Urteilsvermögen wird massiv verschoben.
2. Deindividuation: Die psychologische Anonymität der Masse
In der Menge entsteht eine Form psychologischer Anonymität:
- Verantwortung diffundiert („Ich war nur Teil der Masse“),
- Normen lösen sich auf,
- die Hemmschwelle sinkt.
Die Masse vermittelt Sicherheit und Legitimation: „Wenn alle es tun, kann es nicht falsch sein.“
Dieser Mechanismus findet sich in vielen historischen Ereignissen, z.B.:
- Bartholomäusnacht,
- Pogrome verschiedenster Epochen, u.a. die Reichspogromnacht,
- Die Exzesse / Massaker unter den aufgestachelten Schiffbrüchigen der Batavia,
- Massaker in Bürgerkriegen weltweit
Die Details unterscheiden sich, der psychologische Mechanismus ist allerdings immer der gleiche.
3. Moral Disengagement: Die innere Abschaltung moralischer Schranken
Albert Bandura beschreibt acht Mechanismen, durch die Menschen moralische Regeln „abschalten“ können. In kollektiven Affektlagen wirken insbesondere:
- Moralische Rechtfertigung („Wir verteidigen das Gute“).
- Euphemistische Umdeutung („Säuberung“, „Schutz“, „Bestrafung“).
- Entmenschlichung der Zielgruppe (die stärkste Form der moralischen Ausschaltung).
- Diffusion der Verantwortung („Die anderen haben angefangen“, „Alle machen mit“).
Politische und mediale Kommunikation kann – bewusst oder unbewusst – solche Mechanismen aktivieren, wenn sie stark emotionalisiert, polarisiert oder Feindbilder betont.
4. Die Rolle von Politik und Medien als Verstärker
Politik und Medien haben in demokratischen Gesellschaften eine enorme Agenda- und Deutungsmacht.
Sie können – wenn sie unreflektiert oder strategisch emotionalisieren – folgende Prozesse auslösen oder verstärken:
- Priming
Bestimmte Emotionen werden dauerhaft aktiviert
Bestimmte Begriffe werden sehr oft und immerwährend wiederholt bis sie sich im Gehirn festsetzen.
Selbst dann, wenn sie falsch sind oder etwas ganz anderes bedeuten, werden sie als "real" und als
unerschütterliche Wahrheit" in den Köpfen der Rezipienten verankert. Detail-Infos
- Framing
Bestimmte Gruppen werden in festen Bedeutungsrahmen dargestellt. Detail-Infos
- Wortsinn-Verschleierung
Annahme: Wenn etwas "Demokratie" bzw. "demokratisch" heißt, dann muss es auch "demokratisch" sein.
Detail-Infos
- Wortsinn-Umdeutung
Beispiel: "Krieg ist Frieden" oder: Demokratisches wird als "faschistisch" beschrieben,
der Faschismus selbst als "Demokratie" dargestellt Detail-Infos
- Feindbildkonstruktion
Eine Gruppe wird als Bedrohung definiert
- Moralische Polarisierung
„Wir“ sind die Guten, „sie“ die Gefährlichen
- Aufladung mit moralischem Absolutismus
Nur eine Haltung gilt als legitim
Wenn diese Elemente zusammentreffen, entsteht eine Art emotionaler Dauerzustand, in dem ein Teil der Bevölkerung empfänglicher für Mobilisierung, Empörung und letztlich für aggressives Gruppenverhalten wird.
5. Warum Menschen in solchen Zuständen „Freude an der Gewalt“ empfinden können
Wenn starke negative Emotionen in positive („Wir tun das Richtige“, „Wir rächen uns“, „Wir schützen uns“) umgewandelt werden, kann es zu affektiver Euphorisierung kommen. Psychologisch wirken hier:
- Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin:
Kampf- oder Angriffsverhalten kann euphorisierend wirken
- Moralische Überhöhung:
Gewalt erscheint als gerechte Tat.
- Gruppenbestätigung:
Applaus, Zustimmung und die Dynamik der Masse verstärken das Verhalten.
Besonders anfällig dafür sind Menschen mit
- hoher Aggressionsbereitschaft,
- Persönlichkeitsstörungen,
- ungelösten persönlichen Konflikten
Aber prinzipiell kann jeder Mensch in solche Zustände geraten, wenn die situativen Bedingungen stark genug sind.
6. Warum dieser Zustand kaum von außen gestoppt werden kann
Einmal ausgelöste kollektive Affektlagen haben eine hohe Eigendynamik: Kognitive Dissonanz verhindert das Umlernen:
- Menschen halten an ihrer emotional aufgeladenen Sicht fest.
- Gruppendruck verstärkt die extreme Position.
- Bestätigungsfehler filtern widersprechende Informationen aus.
- Psychologische Verschmelzung („Identity Fusion“) lässt Individuen die Gruppe als Teil des eigenen Selbst begreifen.
In diesem Zustand sind rationale Argumente wirkungslos. Was wirkt, ist nur eine emotionale Deeskalation, die jedoch sehr schwierig einzuleiten ist, wenn Politik und Medien weiterhin emotionalisieren.
Gewalt im Kontext zu einer außen erzeugten Massenpsychose
Der psychologische Zusammenhang
Der Begriff Massenpsychose wird in der Psychologie nicht im klinischen Sinn verwendet (denn Psychosen sind individuelle Erkrankungen), sondern metaphorisch für kollektive Realitätsverzerrungen,
die durch starke äußere Einflussfaktoren entstehen.
Gemeint ist ein Zustand, in dem große Gruppen von Menschen
- dieselben Emotionen teilen,
- dieselben Feindbilder übernehmen,
- dieselben verzerrten Deutungen der Realität reproduzieren,
und zunehmend unfähig werden, diese kritisch zu hinterfragen.
Solche Zustände sind nicht spontan, sondern entstehen durch systematische äußere Stimulierung — typischerweise durch:
- politische Rhetorik,
- emotionale Propagandatechniken,
- mediale Dauerbeschallung,
- starke Feindbildnarrative,
- gesellschaftliche Verunsicherung oder Krisen.
Die Verbindung zwischen einem solchen Zustand und der Entstehung von Gewalt lässt sich klar beschreiben.
1. Die Grundlage: kollektiv geteilte Realitätsverzerrung
In einer massenpsychotischen Dynamik verschiebt sich die Wahrnehmung:
- Bedrohungen werden überschätzt.
- Abweichler werden als gefährlich oder moralisch minderwertig wahrgenommen.
- Ambivalenzen verschwinden; alles wird zum Schwarz-Weiß-Denken.
- Zweifel gelten als Verrat, nicht als Reflexion.
Die Gruppe lebt nicht mehr in der objektiven Realität, sondern in einer emotional aufgeladenen Ersatzrealität, die von außen erzeugt und stabilisiert wird. Dies schafft die psychologische Basis für Gewalt, denn Gewalt ist meist erst möglich, wenn die moralische Hemmschwelle durch verzerrte Wahrnehmung sinkt.
2. Die emotionale Kernzündung: Angst + Wut = Gewaltbereitschaft
Jede Massenpsychose beruht auf chronischer emotionaler Übererregung. Die zwei zentralen Treibstoffe sind:
→ Angst (Bedrohungsgefühl): Sie erzeugt den Impuls, sich zu verteidigen oder vermeintliche Gefahren zu beseitigen.
→ Wut (Moralische Empörung): Sie erzeugt den Impuls, das Böse zu bestrafen oder zu vernichten.
Werden Angst und Wut systematisch kombiniert, entsteht der gefährlichste psychologische Zustand:
„Moralisch legitimierte Aggression“
Menschen glauben dann nicht, dass sie Gewalt anwenden trotz moralischer Skrupel - sie glauben, dass sie es wegen ihrer Moral tun müssen. Dieser Zustand ist der Kern aller historischen Gewaltwellen.
3. Verlust der Individualität: Deindividuation und Identitätsverschmelzung
In massenpsychotischen Phasen verschmelzen Menschen psychologisch miteinander:
- die eigene Identität löst sich zugunsten der Gruppenidentität auf,
- eigenständiges Denken wird durch kollektives Denken ersetzt,
- die Gruppe dient als moralischer Bezugspunkt.
Wenn eine Gruppe glaubt, im Besitz der Wahrheit oder in Verteidigungsmission zu sein, dann:
- verlieren Individuen die Selbstkontrolle,
- Verantwortung diffundiert („wir haben es getan“ statt „ich habe es getan“),
- Hemmungen sinken drastisch.
Dies erklärt, warum „normale Menschen“ in Kollektiven Handlungen ausführen, die sie allein nie begehen würden.
4. Die Mechanik des Wahns: Von außen erzeugt, von innen stabilisiert
Eine massenpsychologische Realitätsverzerrung wird extern produziert, aber intern gepflegt.
a) Externe Erzeugung
- Narrative, Schlagworte, Bilder, Feindbildkonstruktionen
- „Wir gegen sie“ – Rhetorik
- ständige Wiederholung (Priming, Wiederholungs-Effekt)
- erzeugter sozialer Druck
- Bestätigung durch die treibenden Anstachelungs-Organe (z.B. Politiker, Medien-Propaganda)
(Bestätigung durch Lob, Fehlendes oder halbherziges Eingreifen der Polizei, Nichtberichterstattung, Halbwahrheiten)
b) Interne Stabilisierung
- gefühlter / erlebter sozialer Druck
- Gruppenzugehörigkeit
- Bestätigungsfehler
- emotionale Belohnung (Euphorie, erlebte externe Bestätigung, Stolz, Zusammenhalt)
So entsteht eine Dynamik, in der die Gruppe keine korrigierbaren Impulse mehr annimmt – ein entscheidendes Merkmal massenpsychotischer Zustände.
5. Die Gewaltentladung: Warum Massenpsychosen eskalieren
Gewalt eruptiert, wenn drei Bedingungen zusammentreffen:
- Ein klares Feindbild („diese Gruppe ist schuld“, „sie bedrohen uns“).
- Emotionale Dauererregung (Angst, Empörung, Wut).
Legitimierung durch Autoritäten oder die Masse („wir müssen handeln“, „wir schützen uns“). Der letzte Punkt ist entscheidend:
- Ohne äußere Bestätigung bricht Gewalt oft nicht aus.
Mit Bestätigung jedoch entsteht eine Situation, in der Menschen:
- ihre moralische Bremse verlieren,
- sich euphorisiert fühlen,
- Gewalt als Pflicht erleben.
Dies ist der psychologische Kern von Pogromen, Lynchmobs, Bürgerkriegsgewalt und politisch motivierten Gewaltausbrüchen aller Epochen.
6. Die Rolle von Politik und Medien
Politik und Medien können — bewusst oder unbewusst — als Taktgeber fungieren:
- Sie definieren Feindbilder
- Sie verstärken Emotionen
- Sie bestimmen die Erzählung über Gefahr und Schuld
- Sie schaffen ein moralisches Klima, in dem Gewalt „verständlicher“ wirkt.
Wenn diese Kräfte emotional, moralisch oder polarisierend kommunizieren, kann dies Massen in einen Zustand versetzen, der funktional einer Psychose ähnelt: Eine geschlossene, hochaffektive Ersatzrealität, in der Gewalt als gerechtfertigt erscheint.
Kurz gesagt: Eine von außen erzeugte Massenpsychose führt zu Gewalt, weil sie:
- die Wahrnehmung verzerrt,
- Angst und Wut chronisch aktiviert,
- Individuen in der Masse enthemmt,
- moralische Regeln außer Kraft setzt,
- Feindbilder legitimiert,
- die Gruppe emotional überhitzt.
Genau diese Kombination macht gewaltsame Ausschreitungen möglich – gestern wie heute.
Das Mitläufertum
Ein besonderer Nährboden für massenpsychologische Konditionierung und kollektive Affektmobilisierung ist das Mitläufertum (Infos dazu auch Konformismus / kollektivistisch orientierte Persönlichkeiten).
Besonders anfällig für das Mitläufertum und dann auch zum Vollzug von Gewalt-Exzessen neigend, sind Menschen, die sich Autoritäten und bestimmten Gruppierungen andienen (die sogenannten Beflissenen) und jene Menschen, die sich stumpfsinnig oder aus dem "Herdentrieb" und "Schwarmverhalten" heraus - oder aber aus Angst (und Feigheit) - an Systeme anpassen, sich über entsprechende Medien aus mangelnden intellektuellen Fähigkeiten heraus oder aber bereitwillig indoktrinieren lassen - und sich im Rahmen des sozialen Einflusses totalitären und bösen Systemen fügen. In diesem Kontext sei auch das Phänomen der Pluralistischen Ignoranz sowie der Effekt der Massenpsychologie genannt.
Ohne diese vorgenannten "beflissenen" und "dumben" - für die Realität "tauben" - angepassten Mitläufer und die vorgenannten Effekte würde es weder totalitäre Systeme geben, noch könnten sich bösartige Ideologien und Machenschaften etablieren und durchsetzen. Laut Sophie Scholl, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime im 3. Reich entsteht der größte Schaden durch die schweigende Mehrheit, die sich fügt und alles mitmacht. Infos zur Persönlichkeit von Mitläufern finden sich hier.
Im damaligen Entnazifizierung-Verfahren war „Mitläufer“ die vierte von fünf Kategorien, in die die Betroffenen im Spruchkammerverfahren eingeteilt wurden. Nach Art. V der Kontrollratsdirektive Nr. 38[1] war Mitläufer, wer nur als nomineller Parteigänger mitgemacht oder die Täter unterstützt hat. Dazu zählte u.a. auch, wer als Mitglied der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen Mitgliedsbeiträge bezahlt oder an deren Versammlungen teilgenommen hat.
Mitläufer mutieren schnell zu Menschen, die Unrecht und anderes Böse passiv geschehen lassen oder mitmachen, ohne dabei für
ihr eigenes Verhalten Rechenschaft abzulegen oder Verantwortung zu übernehmen. Andere Bezeichnungen für "Mitläufer" sind zum Beispiel "Sympathisant", "Konformist" oder "Opportunist". Die
"Beflissenen" sind - sich konform verhaltende - „Opportunisten“, die sich schnell und bedenkenlos (skrupellos) an Systeme anpassen und das System oder ihre eigene Lage und/oder die Lage
anderer ausnutzen, um (im narzisstischen Sinne) Sympathie und Ansehen der Haupttäter bzw. Anführer zu erhaschen oder im egoistischen Sinne auf persönliche Vorteile aus sind.
Gemäß den Ergebnissen der bekannten Konformitäts- und Autoritäts-Experimente (siehe sozialer Einfluss) werden die meisten
Menschen recht schnell zu Mitläufern und Mittätern unter denen sich dann immer besonders "Beflissene" befinden, die selbst die irrsinnigsten Anweisungen und Befehle engagiert ausführen. Auch
Fanatiker zählen dazu. In diesem Kontext sei auch die Anpassung über den Effekt der sogenannten Wahnsymbiose erwähnt.
In Bezug auf das Mitläufertum im Kontext zum Bösen besonders nennenswerte Beispiele in der Geschichte sind a) die Hexen- und Ketzerverfolgung, b) das Schreckens-Regime der Wiedertäufer zu Münster, c) das Schreckens-Regime der schiffbrüchigen Überlebenden der Batavia unter ihrem Rädelsführer, d) die Massenverfolgung und Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern des NS-Regimes und e) die medial gelenkten politischen wie gesellschaftspolitischen Zustände in Deutschland seit der sogenannten 2. "Wende" im Jahr 2015 inklusive der sogenannten "Corona"-"Krisen"-Politik.
Sozialer Einfluss & Konformität als Regulator des Bösen
Aus der Sozialpsychologie wissen wir: Der Mensch neigt zu Konformität. Willenlose haltlose Persönlichkeiten verhalten sich dabei besonders konform. Konformität ist bequemer.
Zudem ist der Mensch ein soziales Wesen und unterliegt dem sozialen Einfluss, wozu auch der Einfluss von Autoritäten und den Medien zählt.
Mit dem Strom zu schwimmen, gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Richtigkeit. Das Denkmuster: Das machen schließlich alle bzw. die meisten Anderen auch so.
Menschen, die aufgrund ihrer Intelligenz, ihrer Persönlichkeit und ihres Charakters selbst denken oder quer denken haben es viel schwerer als die "dumbe" Masse, die für die Stimmen von Minderheiten nicht empfänglich sind.
Wer nicht konform denkt und sich nicht konform verhält, gilt schnell als Querulant, Unruhestifter, Außenseiter und Eigenbrötler, ggf. als Ketzer. Als Konformität bezeichnet man die Übereinstimmung und Anpassung an die Einstellung und das Verhalten anderer oder einer ganzen Gruppe.
Es geht um Verhaltensweisen, Meinungen, Einstellungen, Urteile, Moralvorstellungen oder gelebten Normen. Motor der Konformität ist die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Da der Mensch ein Herdentier ist, gehört es beim Durchschnittmenschen zu den Devisen, nicht negativ aufzufallen. Zugleich ist dies ein zutiefst menschliches Bedürfnis.
Hinzu kommt die Denkfaulheit: Es ist anstrengender, sich eine eigene Meinung zu bilden, diese zu vertreten und gegen Häme oder Kritik von außen zu verteidigen, als ganz "pragmatisch" und simpel die Ansichten von Autoritäten zu übernehmen.
Zu diesen sogenannten "Autoritäten" zählen gehypte Politiker und Stars und vor allem die Massenmedien. In der sogenannten "Papageiensprache" wiederholen, was die meisten bzw. vermeintlich "alle" sagen, kann jeder; sich informieren, analysieren und reflektieren, bereitet den meisten (einfach strukturierten) Menschen hingegen Mühe.
Majoritätsdruck und Autoritätsdruck
Bezüglich des Gruppenzwangs unterscheidet man zwischen "Majoritätsdruck" - dem unbewussten Anpassen an die (tatsächliche oder zumeist aber vermeintliche bzw. vorgestellte) "Mehrheit" nach dem Motto „Das macht man hier halt so.“ (Meinungen und Verhaltensweisen werden automatisch übernommen) und dem "Autoritätsdruck" (Chef, Politik, Medien, vermeintliche Experten und Koryphäen, natürliche Autoritäten z.B. Stars). Sanktionen und Belohnungen können Bestandteil des Autoritätsdrucks sein, ebenso Ausschluss und Bestätigung.
Angst als besonderes Wirkmittel zur kollektiven Affektmobilisierung
De Erzeugung von Ängsten bzw. von Angst gilt als besonders wirksames Hilfsmittel zur zur kollektiven Affektmobilisierung.
Was bewirkt "Vorsicht Gefahr!"? Ergreifen wir die Flucht? Oder mobilisieren wir unsere Kräfte, um ein vermeintliches Problem zu lösen? Lassen wir uns von Angst entmutigen? Oder werden wir über Abwehrmaßnahmen nachdenken? Reagieren wie maßvoll? Oder reagieren wir über? Angst kann hemmen. Angst kann aber auch zum Handeln auffordern.
Zum Zwecke der kollektiven Affektmobilisierung zielt die massenpsychologische Konditionierung autoritärer Systeme / Regime darauf ab, dass die Erzeugung von Angst in Verbindung mit der Erzeugung von Feindbildern bei den entsprechend konditionierten Menschen Kräfte erzeugt, um Abwehrmaßnahmen im Sinne eines Angriffes gegen vorgegebene Feindbilder zu erzeugen.
Letztendlich ist Angst das, was unsere Gedanken daraus machen. Und unsere Gedanken hängen von entsprechenden Informationen ab.
Bei der kollektiven Affektmobilisierung durch massenpsychologische Konditionierung geht es nicht um individuelle Ängste, sondern um die Erzeugung einer kollektiven Angst im Zuge des Sozialen Einflusses.
Menschen können ihre gegenseitigen Handlungen beobachten und miteinander kommunizieren - und reagieren auf Angst machende Ereignisse ähnlich wie ein Vogel- oder Fisch-Schwarm, wobei die Individuen sich stets an Artgenossen orientieren und der unmittelbar beobachtbaren Masse folgen, was Gustave Le Bon als Begründer der Massenpsychologie zu der Vermutung führte, dass es aufgrund dieser Interaktion zur Ausbildung einer sogenannten "Massenseele" komme, der der Einzelne unterworfen sei.
Dies führt zum Verlust des Verantwortungsgefühls sowie zu einer Zunahme von normverletzenden und irrationaler Verhaltensweisen. Die Masse kann sich in einer vermeintlichen Gefahrensituation mit
der Angst einzelner ängstlicher oder panischer Menschen quasi anstecken, wobei die verängstigten Menschen ihre Panik zusätzlich gegenseitig verstärken.
Nicht nur die Gebrüder Grimm wussten, dass man von Angst bzw. Angst machenden Erzählungen sehr gut profitieren kann. Insbesondere die Obrigkeit war früher stets bemüht, Angst zu schüren und zu nutzen, um das Volk bzw. a) gefährliche angstfreie Persönlichkeits-Typen zu befriedigen und auch b) alle anderen zu befrieden (ruhig zu stellen bzw. klein zu halten).
Kirche und Klerus bedienten sich der Angst ebenso als Instrumentarium wie die weltlichen Herrscher, die oftmals nur über den Machtfaktor Angst und Schrecken (sogenannte Schreckensherrschaft) regieren konnten. Bei der Umsetzung von Revolutionen war dies nicht anders und es gab immer schon viele Menschen mit entsprechenden Persönlichkeitsstörungen, die sich an Angst, Schmerz, Folter, Verstümmelung und Hinrichtungen geradewegs erquickten oder sogar eine regelgerechte Wissenschaft daraus machten wie die Geschichte der Guillotine ebenso zeigt wie die vielzähligen Folter-Handbücher und detaillierten Prozess-Akten der Inquisition und sonstigen Hexenprozesse.
An der Erzeugung von Hemmungen und Ängsten, bestimmte Dinge zu tun oder nicht zu tun (unterlassen) erkennt man übrigens besonders perfide autoritäre Regime. Ziel und Wesen von Demokratien ist nicht nur die politische Angstfreiheit, sondern auch die Ermutigung dazu konträre Dinge zu sagen oder zu tun.
Wer andere Menschen in ihrer Meinungsäußerung in Bezug auf konträre Ansichten oder Kritik hemmt und wer Menschen Angst macht, verfolgt dabei stets ein Ziel - zumeist ein böses. Das Schüren von Angst ist eine Methode, um Menschen kontrollieren, führen, lenken und bestimmen zu können. Daher gab und gibt es unterschiedlichste Strategie-Papiere, in denen das Schüren von Angst zur Lenkung und Manipulation von Menschen empfohlen wird - und erklärt wird, wie dies geht.
Auch in der Argumentation sowie in der persuasiven Rhetorik gilt Angstmache als wirkungsvolles Stilmittel (siehe: Appell an die Angst), das in Werbung, Marketing und Vertrieb beflissentlich genutzt wird. Als typisches Beispiel seien hier die bekannten Scheinargumente (Sophismen) von Versicherungsvertretern genannt, die motivatorisch bei der Angst ansetzen und das Gefühl vermeintlicher Sicherheit verkaufen.
Hinzu kommt, dass sich bestimmte politische Ziele (z.B. Kirchliche Unterordnung im Mittelalter, die Ausgrenzung und Vernichtung unbequemer Menschen (z.B. als Hexe), der "Totale Krieg" im 3. Reich sowie aktuelle "Klima"-Ziele mit erheblichen Verteuerungen) wissentlich nur und ausschließlich über die Methodik der Angstmache sicher und zuverlässig über die "kollektive Angst" zur individuellen Angst des Individuums umsetzen lassen. Dies läuft über Informationen, Sprachbilder, Framing und entsprechende Demagogie.
Der französischer Mediziner, Anthropologe, Psychologe, Soziologe und Erfinder Gustave Le Bon (1841 - 1931) gilt als einer der Begründer der Massenpsychologie, einem Teilgebiet der Sozialpsychologie. Sein bekanntestes Werk ist das 1895 veröffentlichte Buch Psychologie der Massen. Le Bons Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß.
Von der unter anderem von Le Bon untersuchten Psychologie der Massen und der Erfahrung mit totalitären Systemen wissen wir, dass das Schüren von Ängsten bewusst zur Steuerung der Massen eingesetzt wird. In totalitären Systemen oder Gesinnungs-Systemen bestimmt die politisch gewünschte und medial gezielt erzeugte und geschürte Angst sämtliche Bereiche des Lebens.
Menschen derartiger Regime, sollen Angst haben, ihre Meinung offen zu äußern, die sollen Angst haben, das Falsche zu sagen oder Angst davor haben, diskriminiert, diffamiert und ausgegrenzt zu werden. Die Angst vor Existenzverlust, nur, weil man seine Meinung sagt ist in politischer Hinsicht ebenso wirksam wie die Angst vor Krankheiten. Genutzt wird insbesondere der Soziale Einfluss inklusive der Pluralistischen Ignoranz.
Schüren von Angst am Beispiel "Corona": In ihrer Neujahrsansprache zum Jahr 2021 sprach die Kanzlerin zum Beispiel von einem angeblich "völlig neuartigen Virus, das in unsere Körper uns unsere Leben eindringt". Doch ALLE "Viren" dringen in unseren Körper ein. Jeder menschliche Körper ist ein guter Viren-Wirt. Ein Leben ohne Viren gibt es nicht. Zudem ist das besagte Virus keineswegs neu. Es handelt sich um eine Mutation von anderen SARS-Viren, von denen fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal betroffen war, manche sogar jeden Herbst/Winter.
Dennoch fruchtete die besagte Angstmache - und sorgte dafür, dass sich über massenpsychologische Konditionierung eine kollektive Affektmobilisierung vollzog, die zur Ausgrenzung und auch zur Gewalt gegen jene Menschen führte, die sich bezüglich der massenpsychologischen Konditionierung immun zeigten.
Menschen die zu einem bestimmten Denken und Handeln konditioniert werden sollten, wird Angst gemacht - und die erzeugte Angst über Priming täglich neu gefüttert. Dies dient zum Beispiel dazu, dass wird Bürger für geplante politische Ziele und Veränderungen offen sind - und (ggf. mit Freude) bereit sind, alles Mögliche zu akzeptieren, was sonst kein normaler (gesunder) Mensch ohne Todesängste tolerieren würde.
Diese Erkenntnis wird auch und insbesondere im Marketing genutzt. Allein die Emergency-Rhetorik ("My house is on fire"), der sogenannte "Appell an die Furcht" und die Foot-in-the-door-Technik reichen aus, um Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen. Das entsprechende Fachwissen wird gelehrt und in entsprechende Strategiepapiere eingebracht. Dazu ein Beispiel.:
In einem Kommunikations-Strategiepapier des Bundesinnenministeriums der deutschen Bundesregierung vom März 2020 heißt es in Bezug auf "Corona" unter anderem: "Es muss Angst geschürt werden. Die Menschen müssen unter Druck gesetzt werden. Die Kinder sollen ein schlechtes Gewissen haben..." .
Wie bereits erwähnt: Angstmache ist ein Instrument totalitärer Regime. In der ehemaligen DDR wurde zum Beispiel Angst vor sogenannten "Faschisten" und "Imperialisten" geschürt, um dieser Angst und damit Fluchtversuche der Bürger durch einen "imperialistischen Schutzwall" zu begegnen.
Die nach dem Vorbild des 3. Reichs" gekleidete, gedrillte und marschierende "Wehrmachts"-artige faschistisch anmutende DDR Volksarmee war gemäß Propaganda angeblich "antifaschistisch". Man sieht: Solange das Wort "demokratisch" hundertfach wiederholt wird (Priming) glaubten viele dann selbst, die DDR sei demokratisch, der politische Gegner im Westen aber nicht. Diese wurden als Faschisten, Imperialisten und Nazis verkauft.
Auch im 3. Reich wurde das Schüren von Angst methodisch genutzt: Zum Beispiel die Angst, in der Familie zum Aussätzigen zu werden, weil man eine andere Meinung hat. Die frühe Indoktrination der Kinder half dabei. Sie übernahmen in ihrer Familie die Rolle von Beobachtern, weshalb deren Eltern nicht wirklich offen sprechen konnten. Im Hintergrund war stets die Angst, die eigenen Kinder könnten draußen etwas erzählen, was Rückschlüsse darauf zuließ, dass die Familie oder ein Elternteil ggf. nicht Regime konform handelte oder sich kritisch oder gar abfällig äußerte.
Spätestens als irgendwann alles sinnlos wurde wurde die Angst von Propagandaminister Goebbels derart geschürt (z.B. in seiner bekannten Sportpalast-Rede), dass die meisten Menschen bereit waren, alle Einschnitte zu akzeptieren und mitzutragen. "Totaler Krieg" nannte man das damals.
In totalitären Systemen wird den Menschen Angst durch Politik und Medien regelrecht eingetrichtert. Denn mit Angst bekommt der Staat die Bürger unter Kontrolle. Mit Hilfe von Angst werden Menschen regelrecht "sturmreif" geschossen. Auf Basis von Angst kann alles Mögliche beschlossen werden, auch Dinge, die gegen geltendes Recht verstoßen.
Unter dem Einfluss von Angst nehmen Menschen alles mögliche in Kauf und folgen vermeintlichen Autoritäten selbst in den Untergang. Da Ängste eine wirksame Waffe und ein mächtiges Lenkmittel ist, wird auch in der persuasiven Rhetorik gern an Ängste appelliert. Sobald Sie irgendwo hören und lesen: "Warnung vor dem Hunde" oder "Vermeiden Sie XY" sollten Sie folglich prinzipiell ebenso achtsam sein wie beim rhetorischen Mittel in Form sogenannter "Appelle an die Furcht" durch Versicherungsvertreter, die man heute als sogenannte "Finanzdienstleister" bezeichnet.
1. Politische Motive hinter Affektmobilisierung
Politische Akteure haben oft klare Gründe, warum sie Emotionen gezielt ansprechen:
a) Machtkalkül und Stabilisierung der eigenen Position
Durch das Schüren von Angst, Wut oder Empörung gegen „Feinde“ können Regierungen oder Parteien ihre eigene Machtbasis festigen. Beispiel: Ein politischer Gegner oder eine Minderheit wird als Bedrohung stilisiert, um Loyalität innerhalb der eigenen Gruppe zu erhöhen.
b) Ablenkung von eigenen Problemen
Wenn politische Führung Probleme nicht offen lösen kann, lenken sie Aufmerksamkeit auf äußere Bedrohungen. Emotionalisierte Feindbilder helfen, den Fokus weg von internen Problemen zu lenken.
c) Mobilisierung von Unterstützern
Emotionale Narrative – Empörung, Angst, Hass – motivieren Menschen eher zu politischem Handeln, zu Protesten oder Wahlen. Subtile Aufstachelung kann auch Gewaltbereitschaft verstärken, ohne dass die Akteure direkt „zu Gewalt“ aufrufen müssen.
2. Mediale Motive
Medien sind zumeist nicht neutral, insbesondere wenn sie politisch oder wirtschaftlich gesteuert werden. Agenda-Setting und Framing spielen hier eine herausragende Rolle. Medien entscheiden durch Auswahl und Formulierung von Themen, welche Narrative dominant werden. Beispiel: „Wir vs. Sie“ – Narrative erzeugen kollektive Wut oder Angst und beeinflussen so die öffentliche Meinung. Motive von Medien sind:
- Grundsätzliches Streben der Medienhäuser, Medienanstalten und (gemäß Berufswahl, Arbeitgeber-/ Auftraggeberwahl
und Persönlichkeitsdisposition) politisch motivierter Journalisten nach politischer Einflussnahme. Medien können und
wollen gezielt Emotionen verstärken, um politische Akteure zu unterstützen oder Gegner zu delegitimieren.
Emotionalisierung steigert die Bereitschaft, politische Maßnahmen zu akzeptieren oder bestimmte Gruppen zu
stigmatisieren.
- Streben, die bevorzugte Politik, Agenda, Ideologie im Sinne der eigenen politischen Gesinnung zu stärken / auszubauen
a) institutionelle Motive der Medienorganisationen / Medienhäuser b) individuelle Motive der Journalisten und Zuträger,
c) kollektive Motive der jeweiligen Gruppierungen mit denen Journalisten sympathisieren und in denen Journalisten
sozialisiert worden sind.
- Echte oder gefühlte Liefer-/ Bringschuld: a) aufgrund von Karriereabsichten bzw. Streben nach Job-Erhalt, Anerkennung
oder Sicherheit, b) Bemühen entsprechende Medien-Finanziers durch medialen politischen Aktivismus zu unterstützten
- Aufmerksamkeit und Reichweite durch a) dramatische, emotional aufgeladene Berichterstattung (zieht Leser, Klicks und
Werbeeinnahmen) und b) Gewaltandrohende oder polarisierende Geschichten werden stärker geteilt.
3. Beispiel: NS-Deutschland und Deutschland heute
Die kollektive Affektmobilisierung im NS-Regime sowie im neuzeitlichen Deutschland ab 2015 zeigt, wie kollektive Affekte systematisch genutzt werden. Beispiele:
Früher: Propaganda gegen Juden, kontinuierliche Verbreitung von Angst, Ressentiments und Hass über Medien (Zeitungen, Filme, Radio) und öffentliche Reden. a) Juden wurden als „Bedrohung“ für das deutsche Volk und als "Parasiten" dargestellt, wodurch kollektive Wut und Angst mobilisiert wurden - ebenso durch die Erzeugung von schwarzem Neid (Missgunst) im Hinblick auf deren oft erfolgreiche selbstständige Geschäftstätigkeit und wirtschaftliches Geschick. b) Auch wurden Juden als minderwertige sogenannte "Untermenschen" dargestellt. Dies a) führte zu - und b) verstärkte die gesellschaftliche Zustimmung für Diskriminierung, Boykottaufrufen ("Kauft nicht bei Juden!"), Ausschluss, Gewalt und letztendlich Völkermord.
Heute sind Politik und Medien seit 2015 bestrebt, kollektive Affekte systematisch zu nutzen und zu produzieren. Diesmal, um die einzige relevante Opposition zu diskriminieren, auszuschließen und zu bekämpfen. Die Partei wird als als "Bedrohung" - dargestellt und deren Wähler oder Sympathisanten sowie jene, die sich nicht offen gegen die Partei aussprechen) als aussätzig oder minderwertig.
Besonders relevant für die Mobilisierung: Mitglieder und Sympathisanten werden - so wie dies z.B. früher das SED-Regime in Bezug auf Westdeutschland propagierte - als "Nazis" oder "Faschisten" dargestellt und als "Abschaum" und "Ratten" bezeichnet, die es laut den Aufheizern der kollektiven Affektmobilisierung "auszumerzen" gilt.
Ins Auge fallen: Einseitige Berichterstattung, politisch-mediale Verleumdungen, Beobachtung, Boykottaufrufe, Ausschluss von Wahlen, Bedrohung, Zersetzung, Aufrufe zur Gewalt und tatsächliche
Gewaltausübung (Nötigung, Sachbeschädigung und körperliche Gewalt) gegenüber AfD-Politikern, Wahlkampfständen, AfD-Sympathisanten, Besuchern von Veranstaltungen wie Parteitagen usw.). Selbst
Aufrufe zur Tötung "Nazis töten" sind bereits gefallen. Die Anstachelung erfolgt sogar von höchster Stelle - und erneut schauen viele Menschen und Organisationen weg oder verhalten sich
aufgrund des systemisch medial erzeugten sozialen Drucks konform bzw. opportunistisch.
Erneute Absicht ist das gezielte Erreichen von gesellschaftlicher Zustimmung für Ablehnung, Diskriminierung, Ausschluss und letztlich Gewalt, wobei die für die kollektive Affektmobilisierung Verantwortlichen offen signalisieren und bekunden, dass sie die Partei mit allen erdenklichen - auch mit unlauteren Mitteln - verhindern und verbieten wollen. Wie im Vorgänger-Regime wird seitens der dafür Verantwortlichen und Mitverantwortlichen signalisiert, dass entsprechende Straftaten nicht oder nur geringfügig verfolgt und geahndet werden, wodurch spätere Gewaltexzesse systematisch vorprogrammiert sind und offen hingenommen werden.
Während sich für den beginnenden Terror früher die einstige SA (die sogenannten "Braunhemden") - verantwortlich zeigte, übernehmen diese Rolle heute sogenannte "Antifaschisten" (der sogenannte "schwarze Block" mit schwarzer Kleidung und Vermummung) und eine mit Steuergeldern finanzierte und / oder geförderte sogenannte Zivilgesellschaft inklusive entsprechender sogenannter NGO´s, deren Finanzierung von der Regierung und vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Angelegenheiten sichergestellt wird.
Besonders relevant sind auch die staatlichen Kirchen und die vielen - unter dem von der Regierung ins Leben gerufenen Motto "Demokratie leben" tätigen und finanzierten Nichtregierungsorganisationen (sogenannte NGO´s), die Öffentlichkeitsarbeit und sozialen Druck im Sinne der Regierung ausüben. Darunter Denunziationsportale und sogenannte Faktenchecker. Organisationen wie Stasi oder ein "Wahrheitsministerium" wird heute nicht mehr gebraucht.
Selbst Unternehmen machen mit und erklären dies öffentlich. Wie früher auch, so ist auch heute davon auszugehen, dass viele der Täter gar nicht wissen, was sie da in Wirklichkeit wieder tun. Doch so war das letztendlich immer in der Geschichte. Ebenso waren die daraus resultierenden Exzesse, die zu schwersten Staaten führen, niemals aufzuhalten. Wer Maßnahmen zur kollektiven Affektmobilisierung initiiert, durchführt, unterstützt oder mitträgt hat letztendlich dieses Ziel und weiß bis auf das einzelne Mitläufer-Individuum ganz genau was er oder sie da tut und wohin dies führt.
In diesem Kontext sei noch einmal an den Mechanismus der kollektiven Affektmobilisierung erinnert:
Emotionalisierung → Entmenschlichung → kollektive Gewaltbereitschaft
Viele Menschen wurden und werden nicht direkt gezwungen, sondern durch subtile, systematische Affektmobilisierung in die Gewalt hinein „sozialisiert“, machen mit, schauen zu und finden das, was sie tun "richtig".
4. Psychologische Mechanismen
In-Group / Out-Group Dynamik
Emotionale Erregung stärkt die eigene Gruppe und schwächt Empathie für die „anderen“.
Massenpsychologie
In Gruppen wirken Angst und Wut verstärkend („Ansteckung“), wodurch Gewaltbereitschaft steigt.
Kognitive Vereinfachung
Emotionale Erregung reduziert kritisches Denken. Komplexe politische Probleme werden auf einfache „Feindbilder“ reduziert.
Warum wir durch massenpsychologische Konditionierung und kollektive Affektmobilisierung erneut „auf dem Weg in den Faschismus“ sind
Warum sind wir aufgrund massenpsychologischer Konditionierung und kollektiver Affektmobilisierung
erneut „auf dem Weg in den Faschismus“ ?
Zum einen, a) weil auffällt, dass die Begriffe "Demokratie" und "Faschismus" im Zuge der massenpsychologischen Konditionierung und der damit einhergehenden Wahrnehmungs- und Sprachpolitik heute mit System umdefiniert werden, womit offenbar eine neue "Realität" bzw. Schein-Realität erzeugt werden soll, die nicht der Demokratie, sondern ganz klar und unmissverständlich dem Faschismus dient.
b) Zum anderen, weil viele Menschen meinen, dass es heute viele Schutzmechanismen gibt, die es in den 1930ern nicht gab. Doch dies ist falsch.
Nachfolgend einige Ausführungen zu a) und b):
Hintergrund zu a)
Bestimmte Wörter, Begriffe und Wendungen dienen im Rahmen der manipulativen und persuasiven Rhetorik der Wortsinn-Verschleierung und Wortsinn-Umdeutung zur Schaffung einer neuen künstlichen
Realität mit Leugnung der Wahrheit und eigentlichen Realität. Die Rezipienten sollen die kommunizierten Sachverhalte in einem anderen Licht sehen. Mehr noch:
Menschen - insbesondere kollektivistisch orientierte Persönlichkeiten - sprechen ("plappern") und denken das nach, was Ihnen medial vorgegeben und stetig wiederholt (Priming) wird. Wer die Dinge
ggf. nicht "nachplappert" (siehe "Papageien-Sprech") macht sich zumindest Gedanken, bewusst oder unbewusst (z.B. wenn man sich ärgert oder die Dinge hinterfragt).
Wie auch immer: Auf Basis von Gedanken, die sich über Priming (= Bahnbrechung) wiederholen, bilden sich durch Synapsen bzw. neuronale Bahnen, aus denen sich dann letztendlich automatisch (unbewusst) neue (vermeintliche) Wahrheiten / Realitäten und entsprechende Urteile ableiten. Es kommt automatisch zur Realitäts(ver)leugnung bis hin zum Reaitätsverlust.
Daraus ergibt sich (neues) Verhalten, das sich durch Tun oder Unterlassen zeigt. Beides ist bei derartigen Sprachprogrammen (über Begrifflichkeiten) erwünscht - bis hin zur Umkehr (1:1-Verdrehung) jeglicher Logik, was Realitätsverlust ebenso mit einschließt wie die "Sicherheit" der vermeintlichen Unbeirrbarkeit durch Realitätsleugnung (durch Abwehr gegenteiliger Gedanken), die sich automatisch einstellt.
Wie man beobachten kann, wird dieses Konzept seit 2015 in sehr vielen politischen und gesellschaftlichen Bereichen genutzt. Genutzt wird etwas, um ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.
Besonders deutlich wird dies im Hinblick auf den Begriff und das eigentliche Wesen der Demokratie im Vergleich mit der Neu-Definition des Begriffes und der Durchsetzung dessen, was sich dann mit Nichtwahrnehmung oder Billigung der Rezipienten tatsächlich messbar im Alltag zeigt. Eingeführt wurde die Bezeichnung "Unsere Demokratie". "Unsere Demokratie" steht dem Begriff der sogenannten "Antidemokraten" gegenüber.
"Unsere Demokratie" ist dem reinen Wort nach (vermeintlich) auch eine Demokratie. Sofern der Begriff im Kontext zu völlig neuen und faschen Inhalten nur oft genug wiederholt wird, wird kaum mehr erkannt und hinterfragt, dass dieser Begriff das genaue Gegenteil von Demokratie darstellt, nämlich Faschismus. Umgekehrt beobachtet man - dem gegenübergestellt - auch die systemische Neu-Definition des Begriffes "Faschismus".
Werden beide wahnwitzige Neudefinitionen oft genug wiederholt, wird die im Sinne der massenpsychologischen Konditionierung, die einer geradewegs schizophren anmutenden regelrechten Verdummung gleicht, von der naiven Masse irgendwann verinnerlicht und geglaubt. Nachfolgend einige Beispiele für die Verdrehung von Tatsachen:
Beispiele für Begriffs-Um-/Neu-Definitionen im Sinne der Umkehr-Rhetorik
am Beispiel der Ansichten / Auslegungen zu / von Begriffen wie "Demokratie", "Unsere Demokratie" und "Faschismus"
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alt (vor 2015) |
neu (nach spätestens 2015) Um- / Neu-Definition | |||||||||||||
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dem Lehrbuch entsprechend,
aber seit 2015 angeblich schlecht, falsch, gegenteilig) |
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| Demokratie | "Unsere Demokratie" | |||||||||||||
| Herrschaft des Volkes |
Angeblich: Herrschaft einer Einheits-Partei oder eines Parteienkartells ("Die Guten") mit einheitlicher Marschrichtung ohne echte Opposition (Partei mit anderer Auffassung) = Feind, der bekämpft werden muss. Der Begriff "Volk" gilt als gefährlich. Aussage eines Ministers: "Es gibt kein Volk" |
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| Die Individuen und Gruppen des Volkes vertreten naturbedingt unterschiedliche Ansichten und Meinungen | Bündelung um ausschließlich bestimmte (zulässige) (konkret linke / sozialistische) Ideen und Weltrettungs-Ideen herum ("Wir sind alle für XY", "Wir sind gegen XY"). Es gilt als unmenschlich und gefährlich anderer Meinung zu sein. | |||||||||||||
| Kein Ausschluss anderer Meinungen. Keine Meinung ist unzulässig. Unterschiedliche Meinungen zählen zum Grundwesen des Menschseins und zum Grundwesen einer Demokratie | Ausschluss und Bekämpfung derjenigen, die sich um diese allgemeingültigen zulässigen Ideen nicht bündeln wollen | |||||||||||||
| Vertreter unterschiedlicher Ansichten und politischer Richtungen diskutieren fair miteinander und führen offene Debatten | Es diskutieren nur diejenigen miteinander, die grundlegend einer "zulässigen" Meinung sind. Es geht nur noch um Details. Ansichten und Meinungen, die mit den Ansichten, Meinungen und Narrativen der Regierung oder eines Parteienkartells nicht konform sind, sind auszuschließen oder zu verbieten. Sie gelten automatisch als radikal. | |||||||||||||
| Ein Parlament besteht dem demokratischen Grundkonzept nach aus unterschiedlichen Parteien mit unterschiedlichen Ansichten und Konzepten von links bis rechts = Vielfalt | rechte = konservative Ansichten sind zu vermeiden und zu bekämpfen, notfalls zu verbieten. Sie gelten als "Nazi" | |||||||||||||
| In den Parlamenten sitzen vom Volk bei Wahlen gewählte Volksvertreter | Nicht alle Volksvertreter sind unmittelbar vom Volk gewählt. In den Parlamenten sitzen auch Politiker, die von den Wählern kaum Stimmen bekommen haben. Sie wurden von ihrer Partei bestimmt / vorgeschickt | |||||||||||||
| Das Staatsoberhaupt wird vom Volk gewählt | Das Staatsoberhaupt wird von einer von oben handverlesenen elitären Gruppe gewählt | |||||||||||||
| Die obersten Richter werden vom Volk gewählt | Die obersten Richter werden von den Regierungsparteien ausgesucht, damit diese im Sinne der Regierung urteilen | |||||||||||||
| Das Volk ist der Souverän und kontrolliert die Regierung. | Die Regierung kontrolliert das Volk. Das Volk wird durch einen inneren Geheimdienst beobachtet und ausspioniert. Der Geheimdienst zur Kontrolle des Volkes untersteht dem Innenminister. Chef des Geheimdienstes und des Innenministeriums ist ein weisungsgebundener treuer Politiker aus den Reihen der herrschenden Regierung | |||||||||||||
| Es gibt eine offene Gesellschaft. Jeder redet mit jedem. Vetternwirtschaft ist tabu | Es gibt eine geschlossene Gesellschaft um bestimmte Meinungen und "zulässige" politische Richtungen und Gruppierungen herum. Vetternwirtschaft ist der Standard und gilt als schick | |||||||||||||
| Es gibt keine elitären Kreise und keine "Majestäten" |
Es gibt elitäre Kreise und erneut Gesetze, die "Majestäts"beleidigungen unter Strafe stellen und Politikern Sonderrechte zur Kritikvermeidung zubilligen |
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| Es gibt Meinungsfreiheit / das Recht auf freie und unbeschnittene Meinungsäußerung | Freie Meinungsäußerung ist nur im Sinne der vorherrschenden Politik zulässig. Andere Meinungen als die vorherrschende sind in der Öffentlichkeit unzulässig. Andersdenkende müssen sich zurückhalten, da sie sonst sanktioniert werden | |||||||||||||
| Volksvertreter müssen bereit sein, sich der Kritik der Bürger zu stellen | Kritik an Politikern aus den Kreisen der Regierung und linker Parteien gilt als Hassrede und wird als Hassverbrechen sanktioniert. | |||||||||||||
| Politische Ziele dürfen nicht mit Hilfe bestimmter Einrichtungen / Organisationen beeinflusst werden. Es darf keine Beeinträchtigung durch bestimmte Gruppen oder Gewalt erfolgen | Politische Ziele werden mit Gewalt durchgesetzt. Gegen Oppositionen werden staatlich über NGP´s finanzierte / geförderte "Demonstranten" sowie Terror-, Randale- und Schlägertrupps aufgefahren und weitestgehend toleriert. Diese haben die gleiche Funktion wie die frühere SA. | |||||||||||||
| Politische Ziele dürfen nicht mit Hilfe bestimmter Einrichtungen / Organisationen beeinflusst werden | Von der Regierung finanzierte / geförderte Einrichtungen und Organisationen (NGO´s) dienen als Helfer der politischen Beeinflussung und helfen bei der Umsetzung politischer Ziele. | |||||||||||||
| Freiheit und Gleichheit aller Bürger | Ungleichbehandlung von Menschen mit unterschiedlicher politischer Meinung von Medien und in Parlamenten | |||||||||||||
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| Offenheit des demokratischen Willensbildungsprozesses, der ein „Prozess freier Kommunikation“ sein muss, der nicht beeinträchtigt werden darf |
Bekämpfung von Ansichten und Meinungen, die mit den Ansichten und Meinungen der Regierung oder eines Parteienkartells nicht konform gehen. Der Prozess freier Kommunikation wird beeinflusst und sanktioniert (NGO´s, Meldestellen, Limitierte Redezeiten usw.
Ausgrenzung und Bekämpfung von Andersdenkenden und Kritikern. Zersetzung und Bekämpfung etwaiger Oppositionen mit Hilfe psychischer und körperlicher Gewalt. Aufrufe zur Gewalt gegenüber Oppositionellen. Oppositionelle sind wie im NS-Regime mit allen Mitteln zu bekämpfen, auszugrenzen und tunlichst auszumerzen. |
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| Innerhalb der staatlichen Ordnung darf es in einer Demokratie kein Freund-Feind-Verhältnis geben. |
Schaffung von Feindbildern und abschreckenden Begrifflichkeiten für etwaige Andersdenkende und Kritiker (z.B. Feinde der Demokratie, Nazis, Rechte, Covidioten, Bauernpack, Kartoffel-Mob, etc.) sowie für Personengruppen, die das System nicht will (z.B. Alte weiße Männer, Umweltsäue etc.). Politisch-mediale Aufrechterhaltung eines klaren Freund-Feindverhältnis. Es gibt die Anhänger "unserer Demokratie" und solche mit anderer Meinung, die sogenannten "Demokratiefeinde".
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| Entscheidungen werden auf der Basis freier Willensentscheidungen getroffen, die nicht (z.B. medial) beeinflusst werden dürfen. | Der freie Wille der Bürger ist gefährlich. Entschieden wird daher von oben nach unten. Willensentscheidungen werden über öffentlich-rechtliche Medien, in deren Aufsichtsgremien Regierungs-Politiker sitzen im Sinne der Regierung / der vorherrschenden Politik / eines Meinungskartells maßgeblich beeinflusst | |||||||||||||
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Viele unterschiedliche Medien, die alle politischen Denkrichtungen
abbilden und zu Wort kommen lassen. Medien dienen der Kontrolle der Regierung |
Die Aufgabe der Medien ist es, das (dumme) Volk zu "erziehen". Angeblich gibt es einen öffentlich-rechtlichen Erziehungsauftrag, der von sogenannten "Journalisten" umgesetzt wird | |||||||||||||
| Jede Gewaltanwendung - ob psychische oder körperliche - zur Durchsetzung vermeintlich "demokratischer" Ziele ist ohne "Wenn und Aber" antidemokratisch. Ein demokratischer Staat darf Gewaltanwendung auch zur Durchsetzung vermeintlicher „guter“ politischer Ziele nicht anwenden oder tolerieren. | Die sogenannte "Unsere Demokratie" muss ihre Ziele mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln umsetzen und muss im Sinne der sogenannten "wehrhaften" Demokratie auch zu unlauteren Mitteln wie Zersetzung und Gewalt greifen. | |||||||||||||
| Der freiheitlich demokratische Staat lebt davon, dass alle akzeptieren, dass es keine absolute Gewissheit über die „Wahrheit“ gibt. Es gibt unterschiedliche Ansichten, Meinungen, Wahrheiten und Erkenntnisse. In einer offenen demokratischen Gesellschaft wird in einer offenen geistigen Auseinandersetzung über die Wahrheit gestritten |
Es gibt nur eine festgelegte Wahrheit. Andere politische Überzeugungen, müssen weder akzeptiert noch toleriert werden. Es gibt eine absolute bzw. absolutistische Gewissheit über die Wahrheit. Der Wahrheitsanspruch muss mit allen Mitteln durchgesetzt werden. Kritik und Streit gilt als Hassrede |
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| Jeder kann davon überzeugt sein, dass er selbst Recht hat mit seiner politischen Überzeugung, muss aber akzeptieren, dass andere einer anderen Auffassung dazu haben. Es muss dann mit Argumenten darüber gestritten werden. | Widerspruch ist zwar zulässig, muss aber als gefährliche Fake News bezeichnet und letztendlich ausgemerzt werden. Widersprüchler werden diskreditiert, bekämpft und sanktioniert | |||||||||||||
| Derjenige entscheidet, der sich bei freien Wahlen durchgesetzt hat, darf aber trotzdem niemanden ausgrenzen, ihn gar zum „Feind“ erklären oder das Recht auf politische Existenz absprechen. | Die Wahlen - sofern diese noch stattfinden - sind so zu beeinflussen, dass sich in der Einheits-Marschrichtung nichts ändert. Notfalls sind Wahlen rückgängig zu machen. Nötigung, Erpressung und Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ebenso möglich und ratsam wie Ausgrenzung, Ausschluss, Redeverbot, Auftrittsverbot, Parteiverbot, Sanktionierung etc. | |||||||||||||
| Die Wissenschaft arbeitet frei und unabhängig von Staat und Politik. | Die Wissenschaft wird von der vorherrschenden Politik bzw. vom Staat und ggf. von der Wirtschaft abhängig finanziert und passt sich den politischen Sichtweisen und Argumenten an, ansonsten Ausschluss, Trockenlegung oder Bekämpfung. | |||||||||||||
| Die Justiz handelt unabhängig / autonom von Politik und Regierung. Richter und Staatsanwälte handeln und entscheiden ím Sinne bzw. "im Namen des (gesamten) Volkes" und dürfen keine politische Sichtweisen vertreten. Es gilt die Neutralitätspflicht. Richter, die politisch befangen sind, dürfen keine Urteile sprechen. |
Die Justiz IST im Sinne des Staates - konkret im Sinne der Regierung - tätig. Richter und Staatanwälte werden von oben - also letztendlich von der vorherrschenden Politik - gewählt oder direkt / indirekt gestellt. Sie dürfen und sollen politische Ansichten vertreten und sollen politische Sichtweisen vertreten und durchsetzen.
Zu hohen Gerichten (z.B. als Richter des Verfassungsgerichtes) werden Politiker / Parteizugehörige als Richter bestellt, die im Sinne der vorherrschenden Politik urteilen. Persönliche Kontakte der Richter zu politischen Größen inklusive Einladungen zum Essen sind üblich und von Vorteil. |
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| Angstfreiheit in Bezug auf Meinungsäußerung und Äußerung von Kritik. Ermutigung dazu, konträre Positionen zu beziehen und Kritik zu äußern | Angst haben, öffentlich "das Falsche" zu sagen, Narrative zu hinterfragen, der vorherrschenden Meinung zu widersprechen und Kritik in Bezug auf die Regierung zu äußern. Im Volksmund mittlerweile etablierter Spruch: "Den Bademantel schon mal rauslegen" | |||||||||||||
| Faschismus | Um- / Neu-Definition | |||||||||||||
| kommt von "bündeln" = Bündelung. Eine Gruppe einer Gesellschaft bündelt sich um eine bestimmte Idee bzw. ein bestimmtes Argument herum (z.B. "Wir sind alle für XY", Wir sind gegen XY") und schließt diejenigen aus, die sich um dieses Argument nicht bündeln wollen. | Angeblich: Wenn jemand oder eine Gruppe anderer Meinung ist, sich nicht mit bündeln und nicht der Einheits-Meinung anpassen will (z.B. "Wir sind nicht alle für XY"), der Einheits-Idee und der Einheits-Meinung nicht folgt, dieser Einheits-Idee und Einheits-Meinung widerspricht oder gar die Regierung kritisiert. Faschisten sind gemäß Neuauslegung und Beobachtung der öffentlichen Kommunikation alle, die nicht auf Seiten der Regierung bzw. der einheitlichen Politik stehen, andere wissenschaftliche Erkenntnisse kommunizieren, Aufklärer, Impfverweigerer, Oppositionelle, Regierungskritiker, Menschen ohne extrem linke Gesinnung, Journalisten freier / alternativer Medien außerhalb des linken Mainstreams, Menschen, die nach Frieden und Diplomatie mit Russland streben. Über 50 Prozent der US-Amerikaner (Trump-Wähler), Besitzer oder Fahrer von Tesla-Autos, Besitzer / Fahrer von Autos mit Diesel- und Otto-Motor usw. | |||||||||||||
| Moralische Schließung von einer offenen Gesellschaft zu einer geschlossenen Gemeinschaft, die alle Andersdenkenden ausschließt und Kritiker bekämpft. | ||||||||||||||
| Diejenigen, die bei der Einheits-Idee nicht mitmachen wollen oder Gegenargumente, sind werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und bekämpft. |
Zu b)
weil viele Menschen meinen, dass es heute viele Schutzmechanismen gibt, die es in den 1930ern nicht gab.
- "Unabhängige" Medienlandschaften
- "Demokratische" Institutionen
- Eine "breite" "Zivilgesellschaft"
- Historische Aufarbeitung
- Internationale Kontrollmechanismen
Doch die Medien sind nicht "unabhängig" - weder in Bezug auf deren Finanzierung, noch in Bezug auf die politische Gesinnung der Medienschaffenden. Das Gleiche gilt auch für Institutionen: Nicht alle "demokratischen" Institutionen agieren demokratisch. Sie sind weisungsgebunden und erhalten Weisungen von entsprechenden Ministern der Regierung. Zudem sind die Leiter dieser Institutionen in Deutschland selbst Politiker aus den Reihen der Regierungsparteien.
Was als "richtig" oder "falsch" gilt, entscheidet heute zwar kein Propagandaministerium, aber z.B. sogenannte "Faktenchecker", die nur zum Schein unabhängig sind und vielmehr staatlich bezuschusst werden. Sie gehören zur sogenannten "Zivilgesellschaft". Das klingt "zivil", ist es aber gar nicht, weil der Staat bzw. die Regierung sie finanziert oder bezuschusst. Hier gilt die Regel: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."
Die sogenannte Zivilgesellschaft unterstützt die Staatsdoktrin und verteidigt die entsprechende Ideologie gegenüber Andersdenkenden, Regierungskritikern und Oppositionellen, die von der sogenannten Zivilgesellschaft als ausführende Organe bekämpft werden. Organisationen wie die einstige "SA" oder "SS" werden heute nicht mehr benötigt, um linke faschistische Ziele mit sozialem Einfluss, Machtdemonstrationen, Druck, Ausgrenzung, Terror und Gewalt umzusetzen.
Auch eine "Stasi" - wie es sie in der einstigen DDR gab - wird heute nicht mehr benötigt. Dafür gibt es heue vielfältige Denunziationsportale und Organisationen, die der Einschüchterung jener Bürger dienen, die andere Meinungen oder Kritik gegenüber der Regierung offen äußern oder Doktrine und Ideologien argumentativ widerlegen.
Die sogenannte "Zivilgesellschaft" ist nicht "breit" aufgestellt; sie besteht ausschließlich aus links-grünen und eben nicht aus liberalen, konservativen oder rechten Organisationen, die zudem nicht unabhängig sind: Sie werden von der Regierung staatlich finanziert oder bezuschusst - entweder unmittelbar oder über Umwege. Mehr noch: Die sogenannte "Zivilgesellschaft", "NGO´s" und die staatlichen Kirchen beteiligen sich mit dem Wissen, was dies bewirkt und bewirken soll selbst bei der kollektiven Affektmobilisierung.