Wissen: Framing

Psychologisches Wissen zum Thema Framing: Von der Gehirn-Ökonomie zur Einschränkung des Urteilsvermögens und manipulativen Beeinflussung / Lenkung von Entscheidungen

Einführung

Der Begriff "Framing" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Rahmung" - hier konkret das (künstliche) Setzen eines Rahmens um eine Sache, ein Thema, eine Person oder eine Personengruppe zum Zwecke einer  Einordnung bzw. Zuordnung zu anderen Themen, Gruppen etc.

 

Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und derart so hervorzuheben, dass eine bestimmte Definition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.

 

Frames fungieren als Heuristiken = Entscheidungshilfen oder Faustregeln, die das Abwägen und Bewerten der vorliegenden Information verkürzen. Framing hilft einfach strukturierten Menschen, eine Sache, ein Thema, ein Ereignis, eine Person oder eine Personengruppe mit Hilfe eines Schema-Konzeptes (mit Interpretations- und Deutungsmustern zur Informationsverarbeitung) schnell,  einfach und pragmatisch zu erfassen, um die eigene Denkleistung gehirnökonomisch zu minimieren und  Ressourcen zu sparen.

 

Schließlich sind viele Themen sehr komplex und erfordern eine hohe Denkleistung. Durch Framing und die Nutzung entsprechender Schemata wird die Komplexität reduziert, wobei bestimmte Aspekte und Narrative selektiert werden. Durch ein solches Schema-Konzept weisen Menschen ihrer Umwelt Sinn und Ordnung zu, um sich in ihr pragmatisch zurechtzufinden.

 

Gerade in spontanen alltäglichen Entscheidungssituationen greifen Menschen auf Frames bzw. Schemata zurück, um Objekte, Personen oder Ereignisse (möglichst schnell und einfach) zu beurteilen. Zugleich erklärt dies die Bildung von Vorurteilen, die nicht logisch-rational, sondern schemaorientiert stattfindet. Was erst einmal sehr pragmatisch und okönomisch ist, hat somit also zugleich einen Nachteil: 

Von Pragmatismus und Gehirn-Ökonomie zur Einschränkung des Urteilsvermögens
und manipulativen Beeinflussung bzw. Lenkung von Entscheidungen

Psychologisches Wissen zum Thema Framing: Von der Gehirn-Ökonomie zur Einschränkung des Urteilsvermögens und manipulativen Beeinflussung / Lenkung von Entscheidungen

Was in der Lernpsychologie eigentlich einem positiven Lern-Effekt dient, birgt zugleich die Gefahr einer Manipulation von außen, was in der persuasiven Kommunikation bzw.  Rhetorik sehr effizient von Manipulatoren (z.B. Medien, Werbung, Propaganda) zum Zwecke der gelenkten Meinungsbildung im Sinne des jeweiligen Manipulators und dessen Zielen genutzt wird. 

 

In diesem Kontext handelt es sich beim Framing um einen von außen bewusst gesteuerten Prozess der Einbettung von Dingen, Themen, Ereignissen, Personen und Personengruppen in Deutungsraster und Narrative bzw. Erzählmuster, oft mit dem Ziel einer nachhaltigen Bewertung durch den Rezipienten, wobei insbesondere der sogenannte "Halo-Effect"- bzw. "Hof-Effekt" sowie der Primacy Effect (Wahrnehmungsfehler des ersten Eindrucks) zum tragen kommt.

 

Durch den Einsatz von Framing werden komplexe Informationen selektiert und strukturiert aufbereitet, sodass bezüglich der jeweiligen Thematik eine bestimmte Problem-Definition, Ursachenzuschreibung, moralische Bewertung und/oder Handlungsempfehlung im Sinne des Framing-Erstellers suggeriert wird. Beim Framing werden bestimmte  Informationen hervorgehoben und andere in den Hintergrund gestellt – je nachdem, wer bestimmte Themen vermitteln oder bestimmte Wahrnehmungen, Meinungen, Urteile und Entscheidungen im Sinne eines bestimmten Ziels steuern will. 

 

Dazu zählen z.B. gesellschaftliche Akteure (z.B. Nachrichtenorganisationen, Politiker, Unternehmen, Werbung), die versuchen, einen bestimmten Blickwinkel auf bestimmte  Themen oder Gruppen durchzuringen und das Verhalten der Rezipienten gemäß ihren Zielen maßgeblich zu beeinflussen. In diesem Kontext dient Framing dem sogenannten „Kampf um die Deutungshoheit“ und dem sogenannten "Agenda-Setting". In dem Maße, wie es den persuasiv-manipulativ agierenden Medien gelingt, die Aufmerksamkeit und Zuordnung von Themen und Personen über entsprechende Frames zu lenken, gewinnen sie die Wirkmächtigkeit über Einstellungen, Meinungen, Urteile und entsprechende Entscheidungen der Rezipienten in ihrem Sinne. 

 

Durch Framing und den Einsatz gezielter Frames wird eine vom Manipulator erwünschte neue Wirklichkeit geschaffen, die im Gehirn des Rezipienten durch Selektion von Erfahrungen und der Etablierung von Denkkategorien erzeugt wird. Indem wir komplexe Informationen aus unserer Umwelt ‚rahmen‘, konstruieren wir gleichzeitig unsere Alltagsrealität. 

 

 

"Achte auf konkrete Worte, denn Sie werden zu Deinen Gedanken...

...und Deiner vermeintlichen Realität!" 

 

 

Folgen des Framings

Weil sie so einfach und praktisch sind, werden Frames - nicht zuletzt aufgrund des Strebens nach Ökonomie - zumeist weder bemerkt noch hinterfragt. Die Gefahr durch Missbrauch und die Folgen dessen sind außerordentlich hoch und geradewegs dramatische Folgen für die Meinungsbildung und Urteilsfindung haben (siehe dazu: Gehirnwäsche), die zum Nachteil und Schaden Anderer und - wenn auch unbewusst - letztendlich auch für sich selbst führen kann.

 

Der massenhafte Einsatz von Framing durch (teils bösartige) Manipulatoren führt nicht nur zur Erzeugung einer neuen - letztendlich fremdgesteuerten - Realität, sondern auch zur Verkümmerung der eigenen Wahrnehmung, Interpretation und Denkleistung. Es gilt also, sich dessen bewusst zu werden - und durch Frames erzeugte Vorausurteile und Vorurteile stetig aufs Neue zu hinterfragen - ebenso die Motive Jener, die sich des Framings bedienen, um bestimmte Ziele zu erreichen.

 

Eine besondere - und sehr schrille - Form des Framings ist die Wortsinn-Umdeutung und das "politisch korrekte" "System-Neusprech". Ebenso schrille - und geradewegs peinlich anmutende - Auswüchse des Framings findet man beim sogenannten "Papageiensprech", dem unreflektierten Nachplappern etablierter Framing-Wiederholungen im Kontext zum sogenannten Priming - unbewusst ausgeführt von unreflektierten - da einfach strukturierten - kollektivistisch orientierten Persönlichkeiten, die - völlig unbewusst - letztendlich selbst Opfer des Framings geworden sind - und sich in dieser Hinsicht durch das unreflektierte Nachplappern von Framing-Floskeln und -Phrasen verraten.  

 

Papageiensprech wird von gebildeten Menschen, die bestrebt sind, selbst zu denken und quer zu denken, zumeist mit Dummheit assoziiert, was an den intellektuellen bzw. geistigen Einschränkungen sowie dem Niveau und den charakterlichen Verwerfungen der - gesellschaftlich zumeist extrem angepassten sogenannten "Papageien"-Menschen liegt, die vorgegebene Floskeln und Phrasen ohne Hinterfragung zum Zwecke der sogenannten "Fütterung" (Psychologische Fütterung zwecks Erhaschen von Anerkennung von vermeintlich Gleichgesinnten) einfach ohne Sinn und Verstand nachplappern, so wie der "Herr" (eine Gruppe, System, eine Organisation, ein Unternehmen) dies wünscht.

 

Die von den Frame-Buildern (den sogenannten "Herren" / auch "Herrchen") vorgegebenen Floskeln und Phasen werden von einfach strukturierten Persönlichkeiten (den sogenannten "Papageien" / auch "Hündchen") ohne Hinterfragung von Sinnhaftigkeit, Logik, Richtigkeit und Wahrheitsgehalt einfach nachgeplappert, seien sie auch noch so dümmlich, falsch und unlogisch.

 

Auch das systemisch-manipulative System-Neu- und Gender-Sprech kann sich über den Kanal der viralen Botschaften-Verbreitung ausgezeichnet etablieren - und sich in den Köpfen naiver Wenig-Denker recht unkompliziert einnisten, festsetzen und schließlich etablieren. Daraus bildet sich für die betroffenen "Frame-Hörigen" eine neue Schein-Wahrheit, abgekoppelt von der objektiven Realität.

 

In der Dystopie spricht man hier vom sogenannten "Sklavensprech", weil die Benutzer derartiger "Sprechs" aus gehirnökomischen Gründen - im übertragenen Sinne - ihr "Gehirn ausschalten" und Vorgaben geschickter Manipulatoren unhinterfragt nachplappern, verinnerlichen und schließlich nachleben, ohne sich der Manipulation selbst bewusst zu sein.

 

Sie glauben der gezielten Schubladen-Zuordnung der jeweiligen Frames, die sie unüberlegt nachplappern - und schließlich zu ihrer eigenen Überzeugung und Gewohnheit werden. Damit machen sie sich - im übertragenen Sinne -  quasi zu Leibeigenen der ursächlich verantwortlichen Framing-Builder, die ihr Ziel aufgrund der außerordentlich hohen Wirksamkeit des geprimten Framings immer erreichen, weil die meisten Menschen die entsprechende Frames selten bzw. kaum hinterfragen, allein schon deshalb, weil sie die Methode des Framings gar nicht kennen oder die Methodik sowie die Absicht dahinter nicht durchschauen.

 

 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte!
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten!
Achte auf Deine Taten, denn sie werden Deine Gewohnheit!
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter!
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal! 

(aus dem jüdischen Talmud)

 

 

Ursprung des Framebegriffs 

Der Ursprung des Framebegriffs geht auf den Psychiater Gregory Bateson zurück, der 1972 entsprechende psychologische Phänomene beschrieb, konkret die Exklusion und Inklusion bestimmter Informationen in Nachrichten. Von der Psychiatrie ausgehend und parallel dazu wurde das Konzept des Framings dann ab den 1970er Jahren dann auch in der Psychologie, Linguistik, Politikwissenschaft, Soziologie und Ökonomie behandelt. In diesem Kontext zu nennen, wäre die sogenannte "Frame Analysis" von Erving Goffman (1974). Goffman hatte den Frame-Begriff von Gregory Bateson übernommen, um menschliches Verhalten im Alltag zu erläutern. Nach Goffman sind Frames Definitionen von Situationen, die Ereignisse in Sinnstrukturen wiedergeben. Ihre Funktion für den sozialen Akteur besteht darin, Situationen zu erkennen und hieraus Verhalten und Handlungsanweisungen abzuleiten.

 

Schemata

In der Kognitionspsychologie hat sich statt ‚Frame‘ der Begriff des ‚Schemas‘ durchgesetzt (siehe Schema-Theorie). Hier befasst sich man sich weniger mit Phänomenen öffentlicher Kommunikation, sondern mit Informationsverarbeitung, Wissenserwerb und Gedächtnisbildung. Gemäß der Kognitionspsychologie werden Informationen bzw. Wissen über Ereignisse, Situationen und Objekte durch Schemata in ein Netzwerk von Assoziationen eingegliedert.

Man geht davon aus, dass das Gedächtnis ähnlich wie eine ‚kognitive Landkarte‘ aufgebaut ist - und Wissen in eine Art ‚flexibles Schubladensystem‘ eingeordnet wird. Konkrete Informationen werden nicht objektiv wahrgenommen und gespeichert, sondern über abstrakte Deutungsmuster: Der einströmende Input wird entweder in bereits vorhandene Wissenskomplexe eingegliedert (top-down Informationsverarbeitung) oder zu neuen Schemata verknüpft (bottom-up),

 

Robert Entman: Framing: Towards a Clarification of a Fractured Paradigm (1993)

Robert Entman versteht Frames als Perspektiven auf politische Themen. Es geht hier um Deutungsmuster, die in allen Phasen massenmedialer Kommunikation Informationen selektieren und strukturieren. Die Definition von Entman konkretisiert den Begriff durch vier Frame-Elemente: Laut Entman haben die Frames in Medientexten eine a) Problemdefinition, b) Ursachenzuschreibung, c) moralische Bewertung und d) Handlungsempfehlung, wobei nicht immer alle vier Elemente in einem Frame enthalten sein müssen. 

Psychologisches Wissen zum Thema Framing: Von der Gehirn-Ökonomie zur Einschränkung des Urteilsvermögens und manipulativen Beeinflussung / Lenkung von Entscheidungen

Methodologie / Frame-Building

Unter Nutzung des Primacy-Recency-Effekts (Erster und letzter Eindruck / siehe "Perpetuierende Wahrnehmung") erfolgt das Framing mittels Nennung entsprechender Frames zumeist zu Beginn bzw. am Anfang und Ende einer entsprechenden Aussage (Nachricht). Dazwischen erfolgt idealerweise eine Wiederholung der Frames mittels Priming, wobei ein tatächlicher bzw. objektiv messbarer Zusammenhang ebenso wenig ein Rolle spielt wie z.B. eine genannte "hohe Zahl" beim sogenannten "Anker-Effekt" (siehe Wahrnehmungsfehler).   

 

Die konkreten Frames (z.B. in Form bestimmter Begriffe) dienen der selektiven Zuordnung zu Stereotypen (siehe "Stereotype Wahrnehmung" und "Stereotype Kopplung"), denen die gewünschte Wirkung (positive oder negative Einordnung: Einordnung ins Glaubwürdige oder Unglaubwürdige, Einordung ins Seriöse oder Unseriöse usw.) unter Nutzung des Halo-/Hof-Effekts (siehe Wahrnehmungsfehler) zugeschrieben wird (Wer dick ist, ist zugleich gemütlich", "wer einmal stiehlt, stiehlt immer" usw.). Alles Andere (andere gewonnene Eindrücke, die objektiv messbare Realität) wird im Gehirn überlagert und führt automatisch zu neuen - oft falschen - Gesamt-Interpretationen, mit denen der Rezipient in die jeweils gewünschte Denk-, Interpretations-, Meinungs- und Entscheidungs-Richtung gelenkt - und im übertragenen Sinne - "gefügig" (und bei kollektivistisch orientierten Persönlichkeiten) zugleich zum Sprachrohr des Frame-Builders gemacht wird, allein bereits dadurch, dass er seine Meinung und seine Urteile automatisch in Richtung des Ziels des Frame-Builders ändert und dies in Gesprächen mit Anderen ebenso verbreitet (siehe Papageien-Sprech).     

 

Hier ein einfaches Beispiel für Framing
auf Basis eines am 13.10.2023 veröffentlichten Artikels von Kristin Dowe im "Solinger Tageblatt"

 

Titel:
"Ehemalige Jugendherberge"

"Naturschule Burg: Bezüge ins Querdenker-Milieu?"

 

Text-Anfang: 

Bild-Text: "Die Betreiber der geplanten Naturschule haben die ehemalige Jugendherberge in Oberburg inzwischen erworben". Erster Satz: "Für das Projekt in der ehemaligen Jugendherberge wird in einer einschlägigen Telegram-Gruppe um Spenden geworben. Schuldezernentin Dagmar Becker sieht die Pläne kritisch.

 

Negativ-Frames:
a) "Querdenker-Milieu?"

b) "Einschlägige Telegram-Gruppe"


Verstärkender Positiv-Frame in Relation: 

"Schuldezernentin" ist kritisch
Fragezeichen unerheblich, dient lediglich der rechtlichen Absicherung und der Wahrung des seriösen Scheins

 

Suggestion:

"Aussätzige Eigenbrödler & ggf. Spinner"
"Seriöse Berufe finden die Schule unseriös"

 

Framing:
Gezielt hergestellte Bezüge zum sogenannten "Querdenker-Milieu" sollen über die Nutzung des zuvor bereits politisch-medial etablierten Kampfbegriffs "Querdenker-Milieu" unmittelbar zu Beginn den Eindruck erwecken, dass man es hier mit "unseriösen Aussätzigen" und ggf. "Spinnern" zu tun hat - und man sich gegen ein solches Projekt wehren müsse.


Ziel / Denkergebnis:

"Eine Schule, die von aussätzigen Eigenbrödlern und Spinnern betrieben - und von der etablierten seriösen Schuldezernentin argwöhnisch betrachtet wird, kann nur unseriös sein". "Wenn ich selbst "seriös" sein will und von anderen (sozialer Einfluss) nicht als unseriös wahrgenommen werden will (Streben nach Anerkennung) muss ich diese Schule ebenfalls unseriös finden und darf die "Autoritäten" nicht hinterfragen". "Vor solchen Outlaws muss man sich in Acht nehmen". Im Sinne der (in ihrem Text voreingenommenen und eindeutig politisch aktiven) Autorin sind die Betreiber dieser Schule zu verachten und zu bekämpfen. Vergleich / Erinnerung an damals: "Kauft nicht bei Juden!"

 

 

Andere Beispiele: z.B. "Mehrdeutige Texte"

In der Linguistik wird die Existenz von Frames zum Beispiel über mehrdeutige Texte nachgewiesen. So werden etwa die Sätze „Peter rief den Kellner. Er bestellt sich Wein“ von den meisten Lesern so verstanden, dass Peter den Wein bestellt. Das Schema ‚Restaurant‘ legt uns nahe, dass Peter als Gast Getränke ordert und der Kellner diese Bestellungen entgegennimmt. Tatsächlich wird aus den Sätzen in Wirklichkeit aber gar nicht ersichtlich, wer von beiden nach Wein verlangt.

 

Allein schon eine winzige Verschiebung der Betonung oder eines Kommas setzt einen anderen Rahmen und gibt einer Aussage neue bzw. andere Inhalte. Hier ein Beispiel in Bezug auf "Peter", einen Schüler, der vom Lehrer Hausaufgaben bekommen hat, die er aber nicht erledigt hat - am nächsten Tag jedoch vom Lehrer abgefragt werden, wobei der Lehrer Peter an die Tafel bittet und ihn  auffordert, das Gelernte an die Tafel zu schreiben. Wie ordnen wir Peter nun ein? Welchen Charakter hat Peter? In welche Schublade können wir Peter packen, wenn die Nachricht lautet: "Peter traute sich nicht zu schreiben".

 

Bei diesem Beispiel erfolgt die Rahmensetzung zur jeweils gewünschten  "Einordnung" allein durch das beliebig zu versetzende Komma, alternativ durch die konkrete Betonung, die das schriftliche Komma ersetzt: "Peter traute sich, nicht zu schreiben" oder "Peter traute sich nicht, zu schreiben". Im ersten Fall wird Peter als "mutig" und von seinen Mitschülern ggf. als "Held" erachtet, während Peter im zweiten Fall "ängstlich" wirkt - und von seinen Mitschülern ggf. als "Angsthase" verlacht wird. Da die meisten Menschen nicht auf so etwas achten, kann man sie in die gewünschte Richtung lenken oder täuschen (z.B. bei Verträgen).

 

Die Methodik des Framings erfolgt ebenfalls in Konklusion mit den persuasiven Techniken der Wortsinn-Verschleierung und Wortsinn-Umdeutung. Hier werden z.B. neutrale oder sogar positive Begriffe in einen negativen Kontext gebracht und mit vorausgegangenen bzw. gelernten negativen Reizen verknüpft und durch entsprechende Zusatzinfos und Bilder zusätzlich verstärkt. 

 

In Bezug auf die Methodik der Rahmen-Setzung greifen Frame-Builder gern auf Begriffe zurück, die abfällig klingen - ebenso auf Begrifflichkeiten, die mittels der Wirksamkeit des "Halo-/ Hof-Effektes" eine - zumeist völlig an den Haaren herbeigezogenen - und ggf. sogar sogar völlig unlogische - da ggf. gegensätzliche - Zuordnung zu Dingen, Themen, Personen oder Gruppen zum Zwecke der Diskreditierung (Image- und Vertrauensverlust) oder Dehumanisierung (Vogelfreier-Effekt) bezwecken. 

 

Die Folgen einer solchen "Gehirnwäsche" wirken aus Sicht der Psychologie - und auch der Psychiatrie - geradewegs skurril, wobei messbar damit einhergehende schwerwiegende Störungen, die durch kognitive Dissonanzen insbesondere bei sehr intelligenten Menschen entstehen, offenbar billigend in Kauf genommen werden. Weitere Infos zu Methoden des Frame-Buildings finden Sie hier: Persuasive Kommunikation