Wissen: Lernpsychologie

Lerntheorien, Lernmethoden, Lerntechniken - Logik, Relevanz, Differenzierung

Lernen als Grundlage aller Entwicklung

Lernen ist der zentrale Prozess, durch den wir uns als Menschen entwickeln. Alles, was wir können, wissen und wie wir uns in der Welt orientieren, basiert auf Lernprozessen.

 

Unsere Persönlichkeit entsteht durch Erfahrungen, die wir interpretieren und abspeichern. Unsere sozialen Kompetenzen und unsere Kommunikation entwickeln sich, weil wir im Austausch mit anderen fortlaufend lernen, was funktioniert und was nicht.

 

Auch unser Selbstbild, unsere Überzeugungen, unsere Weltanschauung und unsere individuellen Erfolge beruhen auf Lernprozessen, in denen wir Erfahrungen deuten, bewerten und in unser Verhalten integrieren. Lernen ist daher kein einzelner Vorgang, sondern die Grundlage für jede Form psychischer, sozialer und persönlicher Entwicklung.

 

Wir glauben Erfahrungen zu machen,

aber die Erfahrungen machen uns

(Eugene Ionesco)

 

Lernpsychologie

Die Lernpsychologie beschäftigt sich mit dem Lernen und den entsprechenden Prozessen des Lernens, folglich damit, wie Menschen oder Tiere Informationen erwerben, verarbeiten und speichern. Die Lernpsychologie steht u.a. in einem engen Zusammenhang mit der Verhaltensforschung, der Pädagogik (Pädagogische Psychologie) und der Didaktik. 

 

Viele verstehen unter "Lernen" die bewusste Anhäufung von Wissen, die bewusste, teilweise anstrengende Arbeit des Einprägens und Übens von Begriffen, Wissen, Kenntnissen oder Fertigkeiten. In Wahrheit ist Lernen viel mehr:

 

Lernen ist ein nicht beobachtbarer dauerhafter Prozess des Erwerbs und/oder der Änderung bestehender Verhaltensweisen als Folge von Erfahrungen und Übungen durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Umweltsituationen. Tatsächlich lernen wir das meiste unbewusst und intuitiv.

 

Da das Lernen selbst ein nicht beobachtbarer Prozess ist, erklärt man Lern- bzw. Verhaltensänderungsprozesse mit Hilfe von Lerntheorien. Auf diesen Lerntheorien basieren dann entsprechende Lernmethoden - und darauf dann entsprechende Lerntechniken. Beginnen wir mit den Lerntheorien - vorab mit den bekanntesten: 

  

 

Die bekanntesten Lerntheorien:

 

Das klassische Konditionieren / Die klassische Konditionierung

(Ivan P. Pawlow 1849-1936)

Bei der klassischen Konditionierung wird ein ursprünglich neutraler Reiz mit einem bedeutungsvollen Reiz gekoppelt, bis der neutrale Reiz dieselbe Reaktion auslöst. Lernen erfolgt hier durch Assoziation. Dieses Modell erklärt automatische, emotionale oder reflektorische Reaktionen. Beispiel: Ein Geräusch (neutral) wird mit einem Schreckreiz gekoppelt und löst später selbst Schreck aus.

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Das operante Konditionieren

z.B. Lernen durch Versuch und Irrtum

(Edward Thorndike 1874-1949) 

Die operante Konditionierung beschreibt Lernen durch Konsequenzen. Verhalten wird häufiger, wenn es belohnt wird, und seltener, wenn es unangenehme Folgen hat. Hier steht das aktive Handeln im Vordergrund: Wir probieren Verhalten aus und lernen anhand der Ergebnisse.
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Lernen durch Verstärkung

(Burrhus F. Skinner (1904 - 1990)

Verstärkung ist ein Kernelement der operanten Konditionierung (siehe oben), aber als Lernform breiter gedacht: Jede Erfahrung, die eine Verhaltenstendenz stärkt – sei es durch Lob, Erfolg, Erleichterung oder innere Befriedigung – führt zu stabilerem Verhalten. Lernen durch Verstärkung erklärt, warum bestimmte Verhaltensmuster dauerhaft bestehen bleiben.

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Das Lernen am Modell (Modell-Lernen / Soziales Lernen)

z.B. die sozial-kognitive Lerntheorie

(Albert Bandura, Walter Rischel)

Beim Lernen am Modell wird Verhalten nicht durch eigene Konsequenzen gelernt, sondern durch Beobachtung. Menschen nehmen sich andere Menschen bewusst oder unbewusst zum Vorbild - als positives, neutrales oder negatives Vorbild.  Dieses Vorbild dient als Modell dafür, wie man sich dann selbst verhält. Menschen lernen, indem sie Handlungen anderer wahrnehmen, deren Folgen beobachten und dieses Verhalten anschließend nachahmen oder bewusst vermeiden. Dieses Modell erklärt besonders gut soziale Kompetenzen, Sprache oder Rollenverhalten.

 

Das Lernen durch Einsicht

(Max Wertheimer 1880-1943, Wolfgang Köhler 1887-1967, Kurt Koffka 1886-1941, Rolf Oerter)

Lernen durch Einsicht entsteht nicht durch Versuch und Irrtum, sondern durch ein plötzliches Erkennen der Zusammenhänge eines Problems. Das Individuum versteht die Struktur der Aufgabe und findet eine Lösung bewusst und logisch. Dieses Modell betont Denkprozesse, Kreativität und Problemlösen.

 

 

 

Abgrenzung der bekanntesten Lerntheorien

 

Klassische Konditionierung: Lernen durch Verknüpfung von Reizen.

 

Operante Konditionierung & Verstärkung: Lernen durch Konsequenzen von Verhalten.

 

Modelllernen: Lernen durch Beobachtung anderer.

 

Einsichtlernen: Lernen durch Denken und Verstehen.

 

Während die ersten beiden Modelle stärker automatische bzw. verhaltensbezogene Prozesse erklären, betonen die letzten beiden die Bedeutung sozialer und kognitiver Vorgänge. Zusammen zeigen sie, wie vielseitig und umfassend menschliches Lernen ist.

 

 

 

Weitere Lerntheorien:

 

Kognitivismus

Der Kognitivismus betrachtet Lernen als aktiven, inneren Verarbeitungsprozess. Informationen werden aufgenommen, verarbeitet, gespeichert und in bestehende Wissensstrukturen integriert.

Kernidee: Lernen = Informationsverarbeitung.

Beispiele: Gedächtnisstrategien, Problemlösen, Denkprozesse.

 

Konstruktivismus

Nach konstruktivistischen Ansätzen wird Wissen nicht einfach „übertragen“, sondern vom Lernenden selbst konstruiert. Menschen interpretieren Erfahrungen subjektiv und erschaffen daraus ihre eigene Wirklichkeit.

Kernidee: Lernen ist ein individueller Bedeutungs-Konstruktionsprozess.

Beispiele: Selbstgesteuertes Lernen, entdeckendes Lernen, projektorientiertes Lernen.

 

Sozialkonstruktivismus

Sozialkonstruktivismus erweitert den Konstruktivismus um die Rolle sozialer Interaktion.

Lernen entsteht durch Austausch, Dialog, Zusammenarbeit und kulturelle Einbettung.

Kernidee: Wissen wird gemeinsam ausgehandelt.

Beispiele: Kooperatives Lernen, gemeinschaftliche Wissenskonstruktion (z. B. im Unterricht).

 

Informationsverarbeitungstheorie

Es handelt sich um eine spezifische Form des Kognitivismus, die Lernen als Ablauf in „Stufen“ beschreibt (Sensorisches Register → Kurzzeitgedächtnis → Langzeitgedächtnis).

Kernidee: Lernen = effektive Verarbeitung von Informationen durch Aufmerksamkeit, Kodierung, Speicherung und Abruf.

Beispiele: Gedächtnisstrategien, Chunking, Wiederholung.

 

Humanistische Lerntheorien

Humanistische Ansätze betonen die Bedeutung von Motivation, Selbstbestimmung, Emotionen und persönlicher Entwicklung. Kernidee: Lernen gelingt am besten unter Bedingungen von Freiheit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung.

Beispiele: Carl Rogers’ klientenzentriertes Lernen.

 

Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan)

Eine bedeutsame moderne Theorie zur Motivation beim Lernen. Lernen ist erfolgreicher, wenn drei psychologische Grundbedürfnisse erfüllt sind:

- Autonomie

- Kompetenzerleben

- soziale Eingebundenheit

Kernidee: Intrinsische Motivation ist der Motor nachhaltigen Lernens.

 

Metakognition / Selbstreguliertes Lernen

Konzentriert sich darauf, wie Lernende ihr eigenes Lernen steuern: Ziele setzen, Strategien wählen, Fortschritte beobachten, reflektieren und anpassen. Kernidee: Lernen = Fähigkeit, das eigene Lernen bewusst zu managen.

Beispiele: Lernstrategien, Reflexionsmethoden.

 

Situiertes Lernen

Wissen ist an den Kontext gebunden, in dem es erworben wird. Menschen lernen am effektivsten in realen, authentischen Situationen. Kernidee: Lernen findet in Handlungssituationen statt.

Beispiele: Praktisches Lernen, Communities of Practice.

 

Erfahrungslernen (Kolb)

Betont die zyklische Abfolge von konkreter Erfahrung → Reflexion → Begriffsbildung → Experimentieren.

Kernidee: Lernen entsteht aus dem aktiven Durchlaufen von Erfahrungen und Reflexion.

 

Transformatorisches Lernen (Mezirow)

Beschreibt tiefgreifende Lernprozesse, bei denen Menschen ihre grundlegenden Sichtweisen, Werte und Annahmen hinterfragen und neu strukturieren. Kernidee: Lernen = Veränderung des persönlichen Weltbildes.

 

 

 

 

Die wichtigsten und anerkanntesten Lerntheorien –
nach Relevanz in Psychotherapie, Coaching, Schule und selbstständigem Lernen sortiert

 

 

1. Behavioristische Lerntheorien
(Klassische und operante Konditionierung, Verstärkung)

 

Kernidee:
Lernen erfolgt durch Reiz–Reaktions-Verbindungen oder durch die Konsequenzen von Verhalten.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★★

Hoch relevant in der Verhaltenstherapie: Exposition, Habituation, Verstärkerpläne, Angstlöschung, Training alternativer Reaktionen.

 

b) Coaching: ★★★☆☆

Hilfreich beim Aufbau neuer Gewohnheiten, Verhaltensmodifikation, Zielverfolgung, Feedback- und Verstärkungstechniken.

 

c) Schule: ★★★★☆

Wichtig für Klassenführung, Lernmotivation (positive Verstärkung), Verhaltensmodifikation, Aufbau von Grundlagenfertigkeiten.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★☆☆

Relevanz v. a. für Habit-Building, Routinen, Selbstbelohnung und Selbstdisziplin.

 

 

 

2. Kognitivistische Lerntheorien

(Informationsverarbeitung, Gedächtnismodelle, Problemlösen)

 

Kernidee:

Lernen ist das Verarbeiten, Strukturieren und Speichern von Informationen.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★☆

Grundlage vieler kognitiver Verfahren (z. B. Veränderung von Denkmustern, Informationsverarbeitung bei Depression/Angst).

 

b) Coaching: ★★★★☆

Relevanz für Entscheidungsprozesse, Problemlösen, mentale Modelle, Zielplanung und Denkstrategien.

 

c) Schule: ★★★★★

Grundlage moderner Didaktik, Unterrichtsplanung, kognitiver Strategien, Lernmethoden.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★★

Zentrale Bedeutung für Lernstrategien, Gedächtnistechniken, Metakognition.

 

 

 

3. Konstruktivismus (inkl. Sozialkonstruktivismus)

 

Kernidee:

Lernen ist ein aktiver, subjektiver Konstruktionsprozess;
Wissen entsteht durch Erfahrung, Interpretation und sozialen Austausch.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★☆☆

Relevanz für narrative Therapie, lösungsorientierte Ansätze, Selbstkonzeptarbeit und Neubewertung von Erfahrungen.

 

b) Coaching: ★★★★★

Sehr relevant, da Coaching stark auf Perspektivwechsel, Bedeutungsrekonstruktion und Selbstreflexion basiert.

 

c) Schule: ★★★★★

Beeinflusst modernen Unterricht: entdeckendes Lernen, Projektarbeit, Gruppenarbeit, problemorientierte Lernumgebungen.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★★

Besonders relevant für selbstorganisiertes und erfahrungsbasiertes Lernen; Lernen geschieht durch aktive Wissenskonstruktion.

 

 

 

4. Sozial-kognitive Theorie / Lernen am Modell (Bandura)


Kernidee:

Menschen lernen durch Beobachtung und Nachahmung anderer; Selbstwirksamkeit spielt eine zentrale Rolle.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★★

Zentral für Verhaltenstherapie: Soziales Lernen, Modelltraining, Erwerb neuer Kompetenzen, Stärkung der Selbstwirksamkeit.

 

b) Coaching: ★★★★★

Extrem relevant: Vorbilder, Mentoring, Rollenspiele, Selbstwirksamkeitsaufbau, Feedbackprozesse.

 

c) Schule: ★★★★☆

Rollenmodelle, Lehrerverhalten, Peer-Lernen; hoher Einfluss auf Klassenklima und Lernmotivation.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★☆

Relevanz bei Vorbildern, Tutorials, Youtube-Lernen, Mentorship, Selbstwirksamkeitsüberzeugungen.

 

 

 

5. Lernen durch Einsicht (Gestaltpsychologie)


Kernidee:

Lernen entsteht durch Erkennen von Zusammenhängen („Aha-Erlebnis“), nicht durch Ausprobieren.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★☆

Wichtig für kognitive Umstrukturierung, Perspektivwechsel, „Aha-Momente“ in Gesprächstherapien.

 

b) Coaching: ★★★★★

Coaching zielt oft genau auf solche Einsichtsprozesse: neue Lösungen sehen, Muster erkennen, blinde Flecken verstehen.

 

c) Schule: ★★★☆☆

Relevant vor allem im Mathematik- und Problemlösebereich; weniger für reines Faktenlernen.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★☆

Gerade bei schwierigen Problemen, Konzeptverständnis und kreativen Prozessen entscheidend.

 

 

 

6. Humanistische Lerntheorien

(z. B. Rogers: Selbstentfaltung, intrinsische Motivation)

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★★

Fundament der klientenzentrierten Therapie; Fokus auf Selbstverwirklichung, Autonomie, Wachstum.

 

b) Coaching: ★★★★★

Wesentlich für Motivation, Werteorientierung, Ressourcenaktivierung, Selbstentwicklung.

 

c) Schule: ★★★★☆

Relevanz für positive Lernumgebungen, wertschätzende Haltung, Motivation.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★★

Innere Motivation, Autonomie, Sinnbezug sind zentrale Erfolgsfaktoren.

 

 

 

7. Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan)

(Autonomie, Kompetenz, soziale Eingebundenheit)

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★☆

Motivation, Bedürfnisbefriedigung, Selbstwirksamkeit – wichtig für Therapieerfolg.

 

b) Coaching: ★★★★★

Extrem relevant für Motivation, Zielsetzung, Commitment und Flow.

 

c) Schule: ★★★★★

Moderne Bildungsforschung basiert stark auf dieser Theorie.

Intrinsische Motivation = erfolgreicheres, nachhaltiges Lernen.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★★

Eine der wichtigsten Theorien überhaupt für eigenständiges Lernverhalten.

 

 

 

8. Metakognition / Selbstreguliertes Lernen

 

Kernidee:

Lernen gelingt, wenn Menschen ihr eigenes Lernen planen, überwachen und anpassen.

 

Relevanz:

 

a) Psychotherapie: ★★★★☆

Relevanz für Emotionsregulation, Bewusstwerdung von Mustern, Umgang mit Gedanken.

 

b) Coaching: ★★★★★

Essentiell für Zielsetzung, Selbststeuerung, Produktivität, berufliche Entwicklung.

 

c) Schule: ★★★★★

Eine der einflussreichsten Theorien im modernen Unterricht; fördert nachhaltiges, tiefes Lernen.

 

d) Selbstständiges Lernen: ★★★★★

Die zentrale Schlüsselkompetenz für autodidaktisches Lernen.

 

 

 

Welche Lerntheorie ist in welchem Bereich am bedeutsamsten?

 

a) Psychotherapie:

- Behaviorismus

- Modelllernen

- Kognitive Theorien

- Humanistische Ansätze

- Selbstbestimmungstheorie

 

b) Coaching:

- Modelllernen

- Konstruktivismus

- Einsichtlernen

- Selbstbestimmungstheorie

- Metakognition

 

c) Schule:

- Kognitivismus / Informationsverarbeitung

- Sozialkonstruktivismus

- Selbstbestimmungstheorie

- Modelling

- Behavioristische Strategien

 

d) Selbstständiges Lernen:

- Metakognition / Selbstregulation

- Kognitivismus

- Konstruktivismus

- Selbstbestimmungstheorie

- Einsichtlernen

Differenzierung zwischen
"Lerntheorien" und "Lernmethoden"

Lerntheorien und Lernmethoden hängen eng zusammen – aber sie sind nicht dasselbe. Lerntheorien erklären wie Lernen funktioniert, während Lernmethoden beschreiben, wie man auf Basis dieser Erkenntnisse konkret lernt.

 

Die Theorien liefern also die „Motorik“ oder das „Prinzip“, die Methoden bauen darauf auf und übersetzen die Prinzipien in praktische Vorgehensweisen.

1. Lerntheorien sind Erklärungsmodelle – nicht automatisch Methoden

Lerntheorien beschreiben Grundprinzipien, Mechanismen und Prozesse, durch die Menschen lernen.

 

Beispiele:

Klassische Konditionierung → Lernen durch Assoziation

Operante Konditionierung → Lernen durch Konsequenzen

Modelllernen → Lernen durch Beobachtung

kognitives Lernen → Lernen durch Denken, Problemlösen

Konstruktivismus → Lernen als aktive Konstruktion von Wissen

Selbstbestimmungstheorie → Lernen durch intrinsische Motivation

Metakognitives Lernen → Lernen durch Reflexion und Selbststeuerung

 

Diese Theorien beantworten Fragen wie:

„Warum bleibt Verhalten bestehen?“

„Wie entstehen Einsichten?“

„Was motiviert Lernende?“

„Wie speichern wir Informationen?“

 

Sie sagen aber zunächst nichts darüber, wie man im Alltag lernen soll.

 

 

2. Lernmethoden entstehen als praktische Anwendung der Lerntheorien

Aus jeder Theorie lassen sich konkrete Methoden ableiten. Hier ein paar klare Beispiele:


a) Behaviorismus → Methoden der Verhaltensänderung

Theorie: Lernen durch Reize, Belohnung, Wiederholung


Methoden:

- Verstärkerpläne

- Habit-Tracker

- Belohnungssysteme

- Drills / Wiederholungslernen

- Expositionsverfahren in der Therapie

 

Beispiel: Vokabeln üben mit Wiederholungen + sofortigem Feedback.

 


b) Modelllernen → Methoden des Beobachtungslernens

Theorie: Lernen durch Vorbilder


Methoden:

- Mentoring

- Rollenspiele

- Demonstrationen

- Lernvideos / Tutorials

- Peer-Learning

 

Beispiel: Eine komplizierte Aufgabe erst beobachten, dann nachahmen.

 

 

c) Kognitivismus → Methoden zur Informationsverarbeitung

Theorie: Lernen = Denken, Gedächtnis, Verstehen


Methoden:

- Mindmaps

- Strukturieren, Gliedern

- Eselsbrücken

- Wiederholungsintervalle (Spacing)

- Elaboriertes Lernen („Warum ist das so?“)

 

Beispiel: Informationen durch Chunking leichter merken.

 

 

d) Konstruktivismus → Methoden des selbstständigen Lernens

Theorie: Wissen wird selbst konstruiert


Methoden:

- Projektarbeit

- Fallbeispiele

- Exploratives Lernen

- Problembasiertes Lernen

- Lernumgebungen mit offenen Aufgaben

 

Beispiel: Eine komplexe Situation selbstständig analysieren und Lösungen entwickeln.

 

 

e) Humanistische Theorie / Selbstbestimmungstheorie → Methoden der Motivationsförderung

Theorie: Menschen lernen besser, wenn Bedürfnisse erfüllt sind


Methoden:

- Autonomie ermöglichen

- Sinnbezug herstellen

- Selbstwirksamkeit stärken

- Individuelle Ziele formulieren

 

Beispiel: Lernziele so wählen, dass sie persönlich bedeutsam sind.

 

 

f) Metakognition → Methoden der Selbststeuerung

Theorie: Lernen durch Planung, Überwachung, Reflexion


Methoden:

- Lerntagebuch

- Reflexionsfragen

- Selbsttests

- SMART-Ziele

- Planungs- und Zeitmanagement-Tools

Beispiel: Nach jeder Lernphase reflektieren: „Was lief gut? Was ändere ich?“

 

 

3. Entscheidung: Theorie → bestimmt → Methode

Die Theorien bilden die Grundlage, die Methoden sind die konkrete Umsetzung.

Lerntheorie erklärt…   führt zu…
Behaviorismus   Wie Verhalten belohnt wird   Gewohnheitstraining, Drills
Modelllernen   Lernen durch Beobachtung   Mentoring, Video-Lernen
Kognitivismus Wie das Gehirn Informationen verarbeitet Mindmaps, Chunking
Konstruktivismus Lernen als aktives Konstruieren    Projektlernen, problembasiertes Lernen
Humanismus Motivation & Selbstentfaltung Coaching-Stil, Ziele, Sinn
Metakognition  Selbststeuerung Reflexion, Selbsttests

Lernmethoden / Lern- und Trainingsmethodik

Im Bereich der Lernmethoden und Trainingsmethodik geht es darum, Lernprozesse praktisch, logisch, effektiv, effizient und strukturiert zu gestalten. Während Lerntheorien erklären, wie Menschen lernen, beschäftigt sich die Methodik mit der konkreten Gestaltung des Trainings. Welche Lernmethoden gibt es?  Nachfolgend 7 Haupt-Methoden mit entsprechenden Unterpunkten bzw. mit Methoden, die man den relevanten Haupt-Methoden 1 - 7 zuordnen kann:

 

 

1. Kognitive Lernmethoden (geistige Verarbeitung & Strukturierung)

Diese Methoden unterstützen das tiefere Verstehen und die bewusste Verarbeitung von Informationen:

 

-  Elaborationsmethoden (Warum-Fragen, Verbindungen herstellen)

-  Mind Mapping

-  Concept Mapping

-  Chunking

-  SQ3R-Methode (Survey, Question, Read, Recite, Review)

-  Notizmethoden (Cornell-Methode)

-  Problemstrukturanalyse

-  Zusammenfassen / Paraphrasieren

-  Vergleichsmethoden

 

Ziel: Verständnis, Verknüpfung, Organisation.

 

 

2. Konstruktivistische Lernmethoden (entdeckendes & selbstgestaltetes Lernen)

Hier geht es um aktives, eigenes Konstruieren von Wissen:

-  Projektarbeit

-  Fallstudien

-  Problembasiertes Lernen (PBL)

-  Entdeckendes Lernen

-  Forschendes Lernen

-  Lernen in realen Problemsituationen

 

Ziel: Eigenständigkeit, Transfer, Problemlösen.

 

 

3. Sozial-interaktive Lernmethoden

Methoden, die soziale Dynamiken und Interaktionen nutzen:

-  Kooperatives Lernen

-  Partnerarbeit

-  Gruppenarbeit

-  Peer-Learning

-  Diskussionsmethoden

-  Socratic Dialogue / sokratische Gesprächsmethode

-  Lernen durch Lehren (LdL)

 

Ziel: Sozial geteiltes Wissen, Perspektivenwechsel, Motivation.

 

 

4. Modell- & Beobachtungsbasierte Lernmethoden

Auf Grundlage des Modelllernens nach Bandura:

-  Demonstrationsmethode

-  Mentoring

-  Vormachen & Nachmachen

-  Video-Modeling

-  Rollenspiele mit Modellrolle

-  Shadowing / Professionelles Beobachten

 

Ziel: Imitation, Strategieübernahme, soziales Lernen.

 

 

5. Metakognitive und selbstregulative Lernmethoden

Methoden zur Planung, Steuerung und Reflexion des eigenen Lernens:

-  Lerntagebuch

-  Selbstreflexion

-  Selbsttests

-  Zielsetzungs-Methoden (z. B. SMART)

-  Planungs- und Strukturierungsmethoden

-  Fehleranalysen

 

Ziel: Selbststeuerung, Lernkompetenz, Nachhaltigkeit.

 


6. Emotionale & motivationale Lernmethoden

Methoden, die besonders im Coaching und in der Psychotherapie relevant sind:

 

-  Ressourcenorientierte Methoden

-  Motivational Interviewing (MI)

-  Selbstwirksamkeitsstärkung

-  Positive Psychologie Ansätze

-  Visualisierungsmethoden (mentales Training)

 

Ziel: Motivation, Selbstbewusstsein, emotionales Lernen.

 


7. Übungs-, Automatisierungs- und körperorientierte Methoden
 

Diese Kategorie umfasst deine bisher beschriebenen Methoden – plus viele verwandte:

 

a) Repetitives Lernen

– Wiederholung, Spaced Repetition, Interleaving

 

b) Drill-/Übungsmethoden

– standardisierte Abläufe, Techniktraining, ständige Wiederholung

 

c) Methodik der Automatisierung

– Training bis zur Routine, Stressresistenz, Prozeduralisierung

 

d) Overlearning (Lernen über das eigentliche Ziel hinaus)

-  Fehlertraining / Fehlertoleranztraining

-  Simulationen

-  Rollenspiele

 

e) Expositions- und Desensibilisierungsmethoden

 

f)  Habituationstraining

 

g)  Muscle Memory-Training

 

h)  Situatives Training (z. B. rhetorische Stresssituationen)


Ziel: Stabilität, Geschwindigkeit, Automatisierung, Belastbarkeit.

 

Weitere Übungsmethoden Overlearning, Simulationen, Exposition, Fehlertoleranztraining usw.

Exkurs zur Lernmethodik 7 (s.o)
Übungs- und Automatisierungsmethodik
Übungsmethodik ist ein Teil der Trainingsmethodik. Hier geht es darum, wie Lerninhalte so vermittelt werden, dass sie automatisiert werden und  dauerhaft wirken. Unter dieser Rubrik lassen sich alle Methoden zusammenfassen, die durch Wiederholung, Routinebildung und Belastungshärtung wirken.

 

Zu 1. Methodik der Automatisierung

Dies ist der Oberbegriff für alle Trainingsformen, die darauf abzielen, ein Verhalten, eine Fähigkeit oder ein Muster so tief einzuüben, dass es:

 

-   schnell,

-   fehlerarm,

-   stressresistent und

-   unbewusst abrufbar

 

wird. Automatisierung spielt eine zentrale Rolle in:

 

-   Musik und Sport

-   Kommunikation und Rhetorik

-   kognitiven Fertigkeiten (Kopfrechnen, Grammatik, Vokabelmuster)

-   psychologischen Trainings (Resilienz, Anti-Mobbing, Selbstbehauptung)

-   Verhaltenstherapie (Habituation, Exposition, neue Reaktionsmuster)

 

Ziel: Vom bewussten, angestrengten Lernen → zum routinierten, automatisierten Können.

 

2. Drill- und Übungsmethoden

Dies sind strukturierte, systematische Übungsformate, die häufig klar repetitive Elemente enthalten.

Der Begriff „Drill“ hat kulturell oft einen negativen Klang, ist aber fachlich neutral und beschreibt

 

-   wiederholtes Einüben klar definierter Abläufe

-   feste Sequenzen

-   hohe Wiederholungszahl

-   präzises, standardisiertes Training

 

Drill-Methoden sind z. B.:

-   Technikdrills im Sport

-   Skalenübungen im Musikunterricht

-   Einüben von rhetorischen Standardantworten

-   Kommunikationsdrills zur Schlagfertigkeit

-   Verhaltenstraining in Selbstbehauptungskursen

 

Sie bauen Verhaltenssicherheit, Geschwindigkeit, Präzision und Stressstabilität auf.

 

3. Repetitives Lernen / Übungslernen

„Repetitives Lernen“ ist der fundierte psychologische Kennbegriff für Lernen durch Wiederholung.

Es ist weniger streng als Drill, umfasst aber:

 

-   Wiederholtes Durchgehen von Fakten, Abläufen oder Denkprozessen

-   Wiederholung in verschiedenen Abständen (Spacing)

-   Variieren und Wiederholen (Interleaving)

-   Üben bis zur Festigung

-   Wiederholen zur Fehlerkorrektur

-   Wiederholen zur emotionalen Entkopplung (Desensibilisierung)

 

Repetitives Lernen ist der Grundbaustein von:

 

-   Vokabellernen

-   Grammatiktraining

-   Kopfrechenfähigkeiten

-   mentaler Stärkung

-   motorischem Fertigkeitstraining

-   emotionaler Gewöhnung (z. B. im Rahmen von Angstabbau oder Resilienztraining)

 

Wie die drei Bereiche zusammenhängen

Man kann sie als Stufenmodell verstehen:

 

Repetitives Lernen

– einzelne Elemente, Muster oder Inhalte werden wiederholt.

 

Drill- und Übungsmethoden

– Wiederholung wird systematisch, strukturiert und häufig standardisiert organisiert.

 

Methodik der Automatisierung

– durch drillartige Wiederholungsprozesse entsteht ein automatisiertes, robustes Können.

 

 

Hinweis
Außer den drei genannten Übungsmethoden gibt es zahlreiche weitere Lernmethoden:

-   Kognitive Methoden (Strukturierung, Verstehen)

-   Konstruktivistische Methoden (Projekt-, Problem-, entdeckendes Lernen)

-   Sozial-interaktive Methoden (Kooperatives Lernen, LdL)

-   Modellbasierte Methoden (Vormachen-Nachmachen, Video-Modeling)

-   Metakognitive Methoden (Selbststeuerung, Reflexion)

Lernen durch Wiederholung

 

Der unterschätzte Kern nachhaltiger Verhaltens- und Kompetenzentwicklung

Ein grundlegender, aber oft unterschätzter Mechanismus der Lernpsychologie ist das Lernen durch systematische (und regelrecht stupide wirkende) Wiederholung. Während viele moderne Lernansätze betonen, dass Lernen bedeutungsvoll, verstehend, kreativ oder explorativ sein sollte, zeigt die Forschung ebenso klar:

 

Ohne Wiederholung findet kein stabiles, dauerhaft abrufbares Lernen statt – weder auf kognitiver, emotionaler noch auf motorischer Ebene. Durch Wiederholung entsteht ein Automatismus; erst durch Wiederholung entsteht ein Programm, das Sicherheit beim Abrufen von Lernstoff erzeugt. 

 

Wiederholung ist der Prozess, durch den das Gehirn

-  Verbindungen stärkt,

-  Reaktionsmuster automatisiert,

-  Unsicherheiten abbaut und

-  Verhalten in schnelle, zuverlässige Routinen verwandelt,

 

was in vielen Bereichen sehr relevant und zugleich ökonomisch ist, da es weniger Ressourcen und Anstrengung erfordert.

Wiederholung stellt somit die Basis für Automatisierung, Kompetenzaufbau und Resilienz dar.

 

Warum Wiederholung funktioniert: Neuropsychologische Hintergründe

Wiederholung verstärkt synaptische Verbindungen („Hebb’sches Lernen“) und führt zu Langzeitpotenzierung (LTP) – dem zentralen Mechanismus, durch den das Gehirn dauerhafte Speicherungen bildet.

Je häufiger ein Muster aktiviert wird, desto:

 

-  schneller

-  energiesparender

-  störungsresistenter

-  und emotional neutraler

 

kann es abgerufen werden. Das erklärt, warum Wiederholung nicht nur Fähigkeiten, sondern auch emotionale Reiz-Reaktions-Kopplungen beeinflusst.

 

Anwendungsfelder – und warum Wiederholung hier unverzichtbar ist


1. Musizieren, Sport, motorische Fertigkeiten

Hier wird der Zusammenhang am deutlichsten: Technik, Timing, Bewegungsabläufe und Präzision entstehen erst durch tausendfache Wiederholung. Dadurch wandert Verhalten vom „bewussten Lernen“ in das automatisierte prozedurale Gedächtnis – die Grundlage aller professionellen Performances.

 

2. Sprachlernen, Grammatik, Vokabeln

Wiederholung ist der Schlüssel, um Informationen im Langzeitgedächtnis zu verankern.

Spaced Repetition, Drill-Übungen und das „stupide Wiederholen“ von Mustern (z. B. Konjugationen) sind neurologisch effizient, auch wenn sie subjektiv wenig spannend wirken.

 

3. Rhetorik, Schlagfertigkeit, kommunikative Automatismen

In Stresssituationen greift der Mensch nicht auf logisches Denken, sondern auf trainierte Reaktionsmuster zurück.

Schlagfertigkeit entsteht daher nicht durch theoretisches Wissen, sondern durch:

 

-  wiederholtes Üben

-  Trainieren von Standardreaktionen

-  Desensibilisierung durch Rollenspiele

-  Aufbau von automatischen, verlässlichen Mustern

 

Regelmäßige Wiederholung führt dazu, dass neue Kommunikationsroutinen instinktiv abrufbar werden.

 

4. Psychotherapie: Resilienz-Training, Exposition, Desensibilisierung

Die psychologische Wirksamkeit der Wiederholung zeigt sich besonders deutlich in:

 

-  Expositionsverfahren

-  systematischer Desensibilisierung

-  Aufbau neuer Kognitions- und Verhaltensmuster

 

Personen mit Ängsten, Überempfindlichkeit oder geringer Resilienz profitieren davon, belastende Situationen schrittweise und wiederholt zu durchlaufen. Mit jeder Wiederholung verliert der Reiz seine Bedrohlichkeit: Erfahrungsintegration statt theoretischer Einsicht.

 

5. Anti-Mobbing-Training / Selbstbehauptung

Hier dient Wiederholung drei zentralen Zielen:

 

-  Automatisierung von Schutz- und Reaktionsmustern

-  Aufbau neuer Überzeugungen („Ich kann mich wehren“)

-  Abbau von Angst durch Gewöhnung und Erfolgserlebnisse

 

Personen, die angegriffen oder eingeschüchtert werden, können durch häufiges Üben lernen, rasch, klar und selbstbewusst zu reagieren. Damit entsteht eine neue Identität des Handelns, die erst durch Wiederholung stabil wird.

 

Warum Wiederholung so oft unterschätzt wird

In unserer lernpsychologischen Kultur ist „stupides Wiederholen“ oft negativ konnotiert. Doch:

Wiederholung ist nichts anderes als die präzise Form neuronalen Lernens. Die moderne Hirnforschung bestätigt:

Kompetenz, Selbstvertrauen und Resilienz entstehen nicht zuerst durch Verstehen – sondern durch Training.

 

 

 

Lernintervalle 

Warum regelmäßige Lernintervalle entscheidend sind

Wiederholung allein reicht nicht aus – entscheidend ist der richtige Abstand zwischen den Wiederholungen.

Für nachhaltiges Lernen braucht das Gehirn systematische, regelmäßig getaktete Übungsintervalle, in denen die neuen Erfahrungen immer wieder gestärkt, stabilisiert und weiter ausgebaut werden.

 

Besonders in Coachings wie Schlagfertigkeit, Souveränität, Anti-Mobbing, Selbstbehauptung, Rhetorik, Reden oder Resilienz gilt: Der Fortschritt entsteht nicht durch einzelne starke Trainingseinheiten, sondern durch eine Abfolge von aufeinander aufbauenden Übungen – im richtigen zeitlichen Rhythmus.

 

1. Warum regelmäßige Intervalle unverzichtbar sind

Neue Verhaltens- und Denkmuster müssen sich im Gehirn bahnen, also neuronale Spuren bilden.

Diese neuen Muster sind anfangs:

 

-  zerbrechlich

-  instabil

-  leicht überformbar

-  durch alte Muster schnell wieder überschrieben

 

Ohne regelmäßige Wiederholung in kurzen Abständen wird jedes neue Verhalten vom alten Muster quasi „überrollt“.

 

Darum gilt: Je größer die vorhandenen Defizite oder Unsicherheiten, desto enger müssen die Lernintervalle sein. Eine Woche Pause bedeutet z.B. bei unsicheren Jugendlichen mit Mobbingerfahrung oft faktisch Rückfall ins alte Selbstbild. Dann beginnt das Coaching wieder am Punkt, an dem man zuvor schon war – und wertvolle Entwicklungszeit geht verloren.

 

2. Lernen funktioniert wie ein Muskel

Kein Muskel wächst durch eine einzelne Trainingseinheit. Er wächst durch:

 

-  regelmäßige Belastung

-  richtige Abstände

-  zu Beginn eng getaktete Wiederholungen

-  Wiederholung der Wiederholung

 

Wenn z.B. ein Jugendlicher zu Beginn eines Anti-Mobbing-Coachings nicht zweimal pro Woche kommt, oder zwischen Terminen eine Woche pausiert, entsteht im Gehirn keine ausreichende Festigung, um stabil neue Reaktionsroutinen aufzubauen. Gleiches gilt für Erwachsene mit Hemmungen, Angstmustern, Perfektionismus oder überangepasstem Verhalten: Eine Woche Pause bedeutet, dass sofort wieder die alten Muster übernehmen. Genau dies ist der Grund, warum z.B. die Schüler von Sprachkursen, die nur 1 x pro Woche stattfinden und dann ggf. nur 3 - 4 Stunden dauern, so wenig lernen, sofern sie sich allein auf die Teilnahme im Kurs verlassen und zuhause nicht regelmäßig üben. 

 

3. Die Rolle der Intervalle: Priming & Programmierung

Regelmäßige Intervalle sorgen dafür, dass das Gehirn:

 

-  ein neues Grundprogramm entwickelt

-  automatische Erstreaktionen umprogrammiert

-  alte Reflexe abschwächt

-  neue Verhaltensroutinen stabilisiert

-  Selbstsicherheit zunehmend unbewusst speichert

 

Dieser Prozess wird als Priming bezeichnet: Das Gehirn wird durch wiederkehrende Stimuli in die richtige Richtung „vorausgestimmt“. Damit diese Programmierung gelingt, müssen die Impulse häufig genug gesetzt werden. Wird das Intervall zu groß, passiert Folgendes:

 

-  Die Priming-Wirkung geht verloren

-  Alte Muster kehren zurück

-  Unsicherheit nimmt wieder zu

-  Der Fortschritt „entgleist“

-  Man muss wieder neu anfangen („Reset-Effekt“)

 

4. Warum punktuelle Motivation nicht reicht

Motivation ist wandelbar. Routinen nicht. Deshalb entsteht echte Entwicklung nicht durch:

 

-  einzelne „motivierende“ Einheiten

-  gelegentliches Üben

-  sporadische Erfolge

-  unregelmäßige Teilnahmen / Übungen

 

sondern durch:

 

-  Kontinuität

-  Strukturierte Intervalle

-  Regelmäßige Wiederholung der Wiederholung

-  Stetig wachsende Übungsintensität

 

Besonders zu Beginn – in den ersten 4–8 Wochen – muss eine enge Taktung gewährleistet sein. Erst dann stabilisiert sich das Selbstbild so weit, dass größere Abstände möglich werden.

 

5. Warum unregelmäßige Teilnahme den Fortschritt massiv behindert

Wenn zwischen den Terminen:

 

-  zu viel Zeit vergeht

-  ein Termin ausgelassen wird

-  eine Woche Pause entsteht

-  das Üben unregelmäßig erfolgt

 

dann:

 

-  schwächen sich alle neuen Muster ab

-  die Entwicklungsstufe rutscht zurück

-  der Trainer muss wiederholen, statt weiterzuführen

-  der Prozess verliert Wirksamkeit

-  der Klient verliert Selbstvertrauen

 

Die Folge ist ein „Neu-Anfang-Effekt“: Man beginnt wieder von vorne, obwohl man eigentlich schon weiter war.

 

6. Stein auf Stein: Was Lernende im Coaching / Training verstehen müssen

Ein Coachingprozess ist wie ein Bauwerk. Jede Einheit legt einen Stein. Aber nur Regelmäßigkeit sorgt dafür, dass diese Steine sich zu einer stabilen Struktur verbinden. Wer zu viel Pausen lässt, entfernt jedes Mal Bausteine – und wundert sich, warum das Gebäude nicht hoch wird. Darum gilt: Regelmäßige Intervalle sind kein organisatorischer Luxus. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass Lernen überhaupt funktioniert.

 

 

Hausaufgaben: Warum Hausaufgaben unverzichtbar sind

Hausaufgaben sind beim Lernen - auch in Coaching-Kontexten - kein Zusatz, sondern ein zentrales Element, damit der Lernprozess zwischen den Terminen weiterläuft und die regelmäßigen Lernintervalle überhaupt wirksam werden können.

 

 

1. Hausaufgaben füllen die Lernlücken zwischen den Terminen

 

Das Gehirn aber lernt jeden Tag – und es vergisst auch jeden Tag. Ohne gezielte Übungen zwischen den Terminen entstehen „Lernlöcher“, in denen:

 

-  neue Muster wieder schwächer werden

-  alte Reaktionen zurückkehren

-  der Lernrhythmus unterbrochen wird

 

Hausaufgaben überbrücken diese Lücken und halten die neuronalen Bahnen aktiv.

 

 

2. Hausaufgaben sichern die regelmäßigen Lernintervalle

Hausaufgaben sorgen dafür, dass die Lern-Intervalle nicht zu groß werden, dass die Wiederholung der Wiederholung stattfindet, dass Priming weiterläuft, dass kein Reset-Effekt entsteht. Sie sind also der „Treibstoff“, der den Prozess zwischen den offiziellen Lernsitzungen Sitzungen am Laufen hält.

 

3. Hausaufgaben machen Lernen alltagsrelevant

In Bezug auf manche Themen oder Coaching- bzw. Trainingsziele reicht es nicht, etwas in der Schule oder im Coaching zu können. Es muss auch im Alltag funktionieren. Besonders relevant ist dies beim Lernen einer Sprache oder bei Anti-Mobbing-, Schlagfertigkeits- oder Souveränitäts-Coachings. Hausaufgaben helfen:

 

-  das Gelernte in echte Situationen zu übertragen

-  Sicherheit aufzubauen

-  die Hemmungs- oder Angstbarriere Schritt für Schritt zu senken

-  den Transfer in Schule, Arbeit oder Familie zu sichern

 

Damit wird aus theoretischem Wissen gelebte Kompetenz.

 

4. Hausaufgaben verstärken den Priming-Effekt

Priming bedeutet, dass das Gehirn durch wiederkehrende Reize in eine bestimmte Richtung „gestimmt“ wird. Hausaufgaben:

 

-  liefern genau diese wiederkehrenden Reize

-  setzen kontinuierlich Fokusreize

-  programmieren automatische Erstreaktionen

-  reduzieren die Dominanz alter Muster

 

Ohne Hausaufgaben findet Priming nur bruchstückhaft statt.

 

5. Hausaufgaben verhindern Rückfälle

Fehlende Übungspraxis zwischen offiziellen Lern- , Coaching-, Trainings-Terminen führt häufig zu:

 

-  Rückfall in alte Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster

-  Verlust des zuvor aufgebauten Selbstvertrauens

-  Wiedererstarken alter Schutzstrategien

-  Stagnation oder Rückschritte

 

Regelmäßiges Üben stoppt diese Rückfallmechanismen.

 

6. Hausaufgaben beschleunigen den Lernprozess

Bei Menschen mit hoher Unsicherheit, Angstmustern, sozialer Hemmung, fehlendem Selbstwert, Mobbing-Vorgeschichte usw. würde ein Coaching mit dem Ziel der Verbesserung ohne Hausaufgaben kaum Fortschritte erzielen, da die Hürde zwischen den Terminen zu groß ist. Hausaufgaben bauen Kontinuität auf – und sorgen dafür, dass:

 

-  der Lernprozess sich verdichtet

-  das Selbstbild schneller stabiler wird

-  neue Fähigkeiten früher automatisiert werden

 

Kurz: Sie verdoppeln oder verdreifachen die Lernwirkung.

 

7. Hausaufgaben schaffen Verantwortung & Selbstwirksamkeit

Gerade bei Jugendlichen hat das einen enormen Effekt: Sie merken, dass sie selbst etwas bewegen können. Sie übernehmen Verantwortung. Sie erleben Erfolg nicht nur im Coaching, sondern im Alltag. Sie fühlen sich weniger hilflos. Sie erkennen eigene Fortschritte Dieser Selbstwirksamkeitseffekt ist z.B. im Anti-Mobbing-Coaching oft der wichtigste Baustein.

 

Zusammengefasst

Hausaufgaben helfen, weil sie:

-  die Lernintervalle sichern

-  das Vergessen verhindern

-  Priming und Neuprogrammierung unterstützen

-  Fortschritte stabilisieren

-  Transfer in den Alltag ermöglichen

-  Rückfälle minimieren

-  Selbstwirksamkeit steigern

 

Ohne Hausaufgaben wird Lernen und Coaching zu einer Abfolge einzelner Impulse. Mit Hausaufgaben wird es zu einem durchgehenden Entwicklungsprozess.

Lerntheorie als unmittelbare Methodik

am Beispiel Lernen am Modell

 

Konkret: Lernen am Vorbild im Coaching und Training

Das - unter der Rubrik "Lerntheorien" erwähnte - klassische Lernen am Modell beschreibt den Prozess, bei dem Menschen durch Beobachtung anderer Personen neue Verhaltensweisen, Einstellungen und Handlungsmuster übernehmen. Dabei können Modelle reale Personen, symbolische Darstellungen oder abstrahierte Verhaltensmuster sein.

 

Ein oft übersehener, aber hochrelevanter Spezialfall ist das Lernen am Vorbild – also das Lernen von einer realen, anwesenden Person, deren Auftreten und Verhalten als konkrete Orientierung dient.

 

Lernen am Vorbild: Wenn Coaches und Trainer selbst zum Modell werden

Im Coaching und Training – besonders in Bereichen wie Anti-Mobbing, Selbstsicherheit, Souveränität, Resilienz, Lockerheit, Spontaneität, Schlagfertigkeit oder Selbstbehauptung – reicht es nicht aus, dem Klienten theoretische Modelle zu vermitteln oder Verhalten verbal zu erklären. In diesen Bereichen braucht der Klient ein lebendiges, erfahrbares Vorbild, das ihm zeigt, wie das gewünschte Verhalten im echten Leben aussieht, klingt und sich anfühlt.

 

Der Coach oder Trainer übernimmt in solchen Settings daher bewusst eine Modellrolle:

Er zeigt – teils verstärkt, teils zugespitzt, teils schauspielerisch –, wie souveränes, lockeres, mutiges oder humorvolles Verhalten in der Praxis wirkt. Diese Darstellung ist nicht Ausdruck seiner privaten Persönlichkeit oder momentanen Verfassung, sondern ein professionell eingesetztes Werkzeug, das den Lernprozess ermöglicht.

 

Warum diese Modellrolle notwendig ist

Viele Klienten, die an solchen Coachings teilnehmen, verfügen (noch) nicht über:

-  innere Vorbilder

-  stabile Souveränitätsmuster

-  gelernte Reaktionsroutinen

-  Rollenvorbilder für Mut, Lockerheit oder Selbstschutz

 

Das Verhalten, das sie lernen sollen, ist für sie häufig neu, ungewohnt oder emotional herausfordernd. Ohne ein menschliches Vorbild, das diese Verhaltensweise sichtbar verkörpert, bleibt der Prozess abstrakt – die Wirkung verpufft.

Der Coach wird daher zum „Player“, zu einer Art funktionalem Vorbild, das zeigt:

 

„So sieht Selbstbewusstsein aus.“

„So fühlt sich Souveränität an.“

„So klingt ein klares Nein.“

„So wirkt eine lockere Haltung.“

„So begegnet man einer Provokation.“

 

Das Lernen erfolgt dabei nicht nur bewusst, sondern vor allem unbewusst:

Klienten orientieren sich automatisch an Körpersprache, Tonfall, Energie, Präsenz und Mikroverhalten des Trainers.

 

Warum die persönliche „Chemie“ hier nicht das entscheidende Kriterium ist

Besonders Eltern (im Kindertraining) und verunsicherte Erwachsene neigen dazu, das Coaching zunächst danach zu beurteilen, ob ihnen der Coach „sympathisch“, „ähnlich“ oder im privaten Sinne „passend“ erscheint. Doch genau diese Erwartung führt in solchen Spezialsettings in die Irre.

 

Ein Coach, der Souveränität trainiert, darf nicht verunsichert auftreten. Ein Coach, der Schlagfertigkeit trainiert, darf nicht zögerlich wirken. Ein Coach, der Resilienz trainiert, darf nicht seine privaten Verletzlichkeiten in den Vordergrund stellen.

Ein Anti-Mobbing-Coach muss Stärke und Klarheit zeigen – sonst lernt das Kind oder der Erwachsene genau nicht das gewünschte Verhalten. Das Ziel ist nicht, dass der Coach „so wie der Klient“ ist – sondern dass der Coach zeigt, wohin sich der Klient entwickeln kann.

 

Die Frage „Stimmt die Chemie?“ ist in diesen Kontexten daher fachlich unpassend, weil sie voraussetzt, dass der Coach seine private Persönlichkeit präsentiert. In spezialisierten Trainings tritt der Coach jedoch nicht als Privatmensch auf, sondern als professionelles Vorbild, das eine modellhafte Rolle erfüllt. Diese Rolle soll neu - aber eben möglich - erscheinen und dadurch irritieren, weil der Klient das selbst ja gar nicht kennt.

Warum der Coach in bestimmten Fällen bewusst „übertreiben“ oder schauspielern muss

Damit der Klient das gewünschte Verhalten nicht nur intellektuell versteht, sondern emotional erlebt, muss das Modellverhalten:

-  klar erkennbar

-  konsistent

-  deutlich unterscheidbar

-  einprägsam

-  emotional spürbar

 

sein. Das bedeutet nicht Unauthentizität, sondern professionelle Pädagogik: Ein Trainer zeigt eine verstärkte Version der Zielkompetenz – ähnlich wie ein Schauspieler eine Rolle spielt, um emotionale Wirkung zu erzeugen. Diese Verdichtung erleichtert das Lernen und ermöglicht die unbewusste Orientierung, die für viele Klienten wesentlich wirksamer ist als rein kognitive Vermittlung.

 

Die Logik dahinter / Wie Lernen am Vorbild wirkt

Das Lernen am Vorbild beruht auf mehreren Mechanismen:

-  Aufmerksamkeitslenkung (Was wirkt stark? Wer strahlt Sicherheit aus?)

-  Identifikation (So möchte ich sein.)

-  Imitation (Ich mache das nach.)

-  Internalisierung (Ich übernehme den Stil – er wird Teil meiner Persönlichkeit.)

-  emotionale Resonanz (So fühlt es sich an, souverän zu sein.)

 

Ein gutes Coaching nutzt all diese Ebenen – bewusst und unbewusst.

 

Warum Trainer nicht gleichzeitig Modell und „verletzlicher Mensch“ sein können

Wenn ein Coach sich in diesen Settings emotional „privat“ zeigt, Schwächen betont oder sich „menschlich normal“ präsentieren möchte, verliert er die Wirkung als Vorbild. Der Klient bekommt dann kein kohärentes Modellverhalten, an dem er sich orientieren kann. Der Coach ist nicht weniger authentisch – er erfüllt nur eine professionelle Funktion.

Ähnlich wie ein Chirurg, ein Pilot oder ein Dirigent bestimmte Eigenschaften verkörpern muss, damit das System funktioniert.

 

Was Klienten beim Lernen am Vorbild unbedingt wissen sollten

Der Coach zeigt im Training nicht seine Privatperson, sondern eine professionelle Modellrolle. Das Verhalten des Coaches ist ein pädagogisches Werkzeug zur Orientierung. „Chemie“ im alltagssprachlichen Sinne ist nicht das relevante Kriterium.

Die Modellrolle ist entscheidend für den Erfolg in Bereichen wie Selbstsicherheit, Anti-Mobbing, Resilienz und Schlagfertigkeit. Durch die Präsenz eines starken, klaren Vorbilds kann der Klient Verhalten lernen, das er allein kognitiv

niemals erreichen würde. 

 

Welche Herausforderung / Problematik kann sich für Klienten
mit einer problematischen Persönlichkeit / Vergangenheit ergeben?

Aufgrund des Strebens nach Konsistenz kann es bei Problem-Persönlichen z.B. Klienten mit einer problematischen Vergangenheit zu Aversionen und Abwehrverhalten kommen, wie man dies vom positiv-aversiven Selbstschädigungskomplex (Paradoxe Positiva-Abwehr - Antivalenzmuster - Selbstbestätigender Negativpräferenzkomplex, - Positiva-Aversion) kennt.

 

Beim positiv-aversiven Selbstschädigungskomplex handelt es sich um ein psychologisches Muster, bei dem Personen positive Erfahrungen, hilfreiche Angebote, Förderung, Zugewandtheit oder unterstützende Interventionen vermeiden, abwerten oder als unangemessen empfinden und stattdessen unbewusst Verhaltensweisen bevorzugen und Entscheidungen treffen, die ihre bisherigen negativen Erfahrungen bestätigen – oft aus Gründen der Selbstschutzlogik, Identitätskohärenz oder kognitiver Konsistenz.

 

Kurzum: Manche Menschen wehren positive, förderliche oder unterstützende Angebote ab, weil ihnen diese anders bzw. fremdartig erscheinen, obwohl diese für sie objektiv vorteilhaft wären.  Unbewusst streben sie nach selbsterfüllender Prophezeiung und Bestätigung der bisherigen (negativen) Erfahrung, von der man ja eigentlich weg will. 

 

Woran liegt das? Negative oder gar traumatische Erfahrungen in der Kindheit und Jugend suchen bei den betreffenden Persönlichkeiten stets nach einer Bestätigung im Jetzt und Heute. Letztendlich wurden negative Erfahrungen unbewusst als "richtig", regulär und üblich gelernt. Positive neue Erfahrungen würden dies nicht bestätigen, sondern der alten Erfahrung widersprechen, weshalb sie dann als befremdlich, unnormal, zweifelhaft, anmaßend und bedrohlich empfunden werden.

 

Es geht um kognitive Konsistenz und Schema-Erhaltung. Menschen streben danach, dass ihre inneren Überzeugungen stabil bleiben. Das bedeutet, das neue positive Erfahrungen - solche, die letztendlich ja genau das repräsentieren, was man anstrebt - wie eine kognitive Bedrohung wirken können. Die Abwehr des Positiven schützt das Schema – nicht den Menschen.

 

Das Bedürfnis nach Konsistenz zählt zu den grundlegenden psychologischen Motivationen des Menschen. Es beschreibt das Streben danach, dass Wahrnehmungen, Überzeugungen, Erwartungen, Emotionen und Verhalten miteinander übereinstimmen. Menschen wollen eine innere Ordnung – selbst dann, wenn diese Ordnung objektiv nachteilig ist.

 

Manche Menschen bevorzugen unbewusst Situationen, Beziehungen oder Interaktionsformen, die zu ihren internalisierten Mustern passen – selbst wenn diese schmerzhaft oder destruktiv sind. Dieser Mechanismus ist zentral für die beschriebene Dynamik der paradoxen Positiva-Abwehr, bei der Hilfe abgewehrt wird, Lern-Vorbilder als irritierend und aversiv stimulierend wahrgenommen werden und es statt zum Lernen / Umlernen ggf. zum Fluchtverhalten kommt.

Lerntechniken

Unter Lerntechniken versteht man im Allgemeinen Techniken des bewusst geplanten Lernens mit dem Ziel, Wissen abzuspeichern, sich dieses Wissen zu merken - und es bei Bedarf wieder abzurufen - zum Beispiel in einer Prüfung.


Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Coachings oder der Psychotherapie Techniken, die dazu dienen, neue, andere und möglichst positive Erfahrungen zu sammeln, einen neuen Blickwinkel und Standpunkt einzunehmen, die alte selektive und einseitige Erfahrung zu relativieren - und ein neues Bewusstsein - und damit eine andere Wahrnehmung zu erlangen, welches zu neuen und positiven Erfahrungen führt.

 

Lerntechniken nach Lernttypen

Beim Lernen gilt es, die verschiedenen Lerntypen zu berücksichtigen. Schließlich kann sich jeder Mensch komplexe Inhalte, Wissen und Erfahrungen auf unterschiedliche Weise wahrnehmen, aufnehmen, verinnerlichen und merken. Je nach Persönlichkeit reagiert der eine mehr auf optische - ein anderer wiederum auf akustische Reize.

 

Es gibt folglich den visuellen, auditiven, motorischen und kommunikativen Lerntyp und Mischformen.  Je nachdem ob es hilft,  Inhalte zu sehen, zu hören, mit Bewegungen zu verknüpfen oder sich darüber zu unterhalten, gibt es verschiedene Lerntechniken, die man anwenden kann.

 

Beispiel-Techniken: 

 

Lerntechnik-Beispiel 1: Karteikarten

Für den, der gut und gerne visuell lernt, kann es von Vorteil sein, den Lernstoff auf Karteikarten zu schreiben. So kann man  zum Beispiel durch aufgemalte Formen oder Farben verschiedene Fächer oder Themengebiete voneinander abgrenzen und gliedern. Karteikarten helfen dem Gehirn, den Überblick zu bewahren.

 

Hier erinnert man sich zuerst an die jeweilige Karte und ordnet das Gelernte bei Abrufen der Informationen automatisch entsprechend zu. Zudem kann man sich mit Karteikarten auch selber abfragen. Ein weiterer positiver Neben-Effekt ist die Tatsache, dass man sich ein Konzept überlegen muss und man das ganze dann noch mit Hilfe der Motorik aufschreiben muss. Schaubilder, Diagramme etc. verstärken den Lernprozess noch. 

 

Lerntechnik-Beispiel 2: Mind-Mapping

Auch hier geht es darum, sich Zusammenhänge mit visueller Unterstützung einzuprägen und den Überblick zu behalten, was wohin gehört - und was womit zusammenhängt. Die Gliederung in Kapitel und Unterkapitel hilft beim Lernen ungemein. 

 

Lerntechnik-Beispiel 3: Eselsbrücken

Wenn man sich zum Beispiel eine bestimmte Reihenfolge von Fachausdrücken merken muss, kann es hilfreich sein, sich sogenannte "Eselbrücken" zu bauen. Dafür nimmt man einfach die Anfangsbuchstaben der zu lernenden Inhalte - zum Beispiel "Fachausdrücke" - und bildet dann mit anderen Wörtern mit den gleichen Anfangsbuchstaben einen Satz, den man sich gut merken kann.

 

Wer zum Beispiel Gitarre spielen kernt, merkt sich die Reihenfolge von Gitarren Saiten wie folgt:
E-ine A-lte D-ame G-eht H-eute E-inkaufen. So klappt das auch mit Fachausdrücken. Ein  Reim kann ebenso helfen, sich Regeln zu merken - zum Beispiel grammatikalische - zum Beispiel im Fach "Latein". Als Merksatz für Präpositionen ist folgende Aufzählung gut geeignet: "a, ab, abs / e, ex, de / cum und sine / pro und prae" (oder: "a und ab, e, ex und de, cum und sine, pro und prae") stehen immer mit dem Ablativ".

 

Lerntechnik-Beispiel 4: Die Loci-Methode

Aufbauend auf Eselsbrücken kann man bestimmte Reihenfolgen auch mit Orten in Verbindung bringen - zum Beispiel mit dem Weg, den man jeden Morgen läuft oder fährt. Man kann zum Beispiel jedem Richtungswechsel oder jedem Straßenschild in der richtigen Reihenfolge Stichpunkte zuordnen, die man lernen will. 

 

Wenn man im Kopf dann den bekannten Weg abläuft oder fährt, kann man sich an die richtige Reihenfolge erinnern und mit dem abzurufenden Begriff verknüpfen. Empfehlenswert ist auch sie Simulation eines Gangs durch die eigene Wohnung oder dass eigene Haus. Neben Wegen kann man aber natürlich auch andere Routinen aus dem eigenen Alltag nehmen, alternativ die eigenen Körperteile. Tatsächlich sind der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt.

 

Lerntechnik-Beispiel 5: Podcasts aufnehmen

Wenn man sich am besten Sachen merken kann wenn man sie hört, kann man das, was man lernen will oder muss auch aufnehmen und sich immer wieder anhören, sogar nachts im Schlaf. Man beschäftigt sich sowohl beim Aufnehmen mit den Themen als auch beim Abhören des Gesprochenen oder (bei Musik) Gespieltem.

 

Völlig unkompliziert, kann das das Aufgenommene überall hören, egal ob man auf der Couch sitzt oder Auto fährt.  Man kann den Lernstoff beim Kochen und Duschen hören - oder wenn man unterwegs ist. Manche Menschen schwören darauf, sich ihre Aufnahmen vor dem Einschlafen und / oder im Schlaf anzuhören und dadurch spielend einfach zu lernen.

 

Für alle Lerntechniken gelten folgende Zusatztechniken:

Lern-Wiederholung 

Ohne regelmäßige Wiederholung bringt die beste Lerntechnik wenig. Es gilt folglich, das gewünschte Wissen mit der gewünschten Methode oder einer Mischung aus unterschiedlichen Lerntechniken immer wieder zu wiederholen.  

 

Verstehen & Erklären
Wichtig ist auch, die Lerninhalte wirklich zu verstehen, damit das Gehirn diese logisch abspeichern kann und nicht mit falschen Inhalten verknüpft. Manche Menschen lernen am besten wenn sie versuchen, anderen das Gelernte zu erklären oder andere von der Logik oder Richtigkeit des eigenen Wissens zu überzeugen, am besten so lange bis der andere das Wissen ebenfalls verstanden hat und es an den nächsten weitergeben kann. Hier wirkt u.a. "Lernen durch Einsicht".

 

 

 

Lernmethoden versus Lerntechniken

Der Unterschied zwischen Lernmethoden und Lerntechniken ist subtil, aber sehr wichtig – besonders in Pädagogik, Coaching und Psychologie. Hier ist eine klare, verständliche und praxistaugliche Abgrenzung:

 

Kurzfassung

Lernmethoden = übergeordnete Vorgehensweisen / Strategien des Lernens

Lerntechniken = konkrete Werkzeuge / Handgriffe innerhalb einer Methode

 

1. Lernmethoden – die „Strategien“ des Lernens

Lernmethoden sind größere, strukturierende Herangehensweisen, die definieren, wie gelernt wird. Sie geben eine logische Abfolge, eine Struktur oder ein pädagogisches Prinzip vor. Beispiele für Lernmethoden:

 

- Projektarbeit

- Problembasiertes Lernen

- Mind-Mapping als Methode, wenn es zur Strukturierung eines gesamten Lernprozesses dient

- Leitner-System (Karteikarten)

- Selbstgesteuertes Lernen

- Kooperatives Lernen / Gruppenarbeit

- Experimentelles Lernen

- Fallstudienmethode

- Modelllernen (Beobachten → Nachahmen → Üben)

 

Eine Methode ist ein kompletter Weg, wie Lernen organisiert wird.

 

2. Lerntechniken – die „Werkzeuge“ des Lernens

Lerntechniken sind kleine, konkrete Arbeitsschritte, die innerhalb einer Lernmethode eingesetzt werden.

Sie sind praktischer, kurzer, spezifischer. Beispiele für Lerntechniken:

- Markieren von Textstellen

- Eselsbrücken (Mnemonics)

- Unterstreichen

- Zusammenfassen

- Karteikarten schreiben

- Wiederholungsintervalle

- Lautes Denken

- SQ3R-Technik (Survey, Question, Read, Recite, Review)

- Clustering

- Memory-Palace (Gedächtnispalast)

 

Eine Technik ist ein einzelnes Werkzeug, das man in verschiedenen Methoden nutzen kann.

 

3. Einfaches Bild zur Unterscheidung

Methode = Rezept

Technik = einzelner Kochschritt

 

Eine Lernmethode sagt dir: „So baust du den Lernprozess auf.“

Eine Lerntechnik sagt dir: „So merkst du dir diesen Inhalt besser.“

 

4. Beispiel zur Verdeutlichung

Beispiel: Du lernst ein komplexes Thema

Methode: Mind Map erstellen

- Du strukturierst das Thema

- Du gliederst die Informationen

- Du entwickelst ein Bild des Ganzen

 

Techniken innerhalb der Methode:

- Schlüsselwörter verwenden

- Farben kodieren

- Verbindungen einzeichnen

- Kategorien bilden

 

Methode: Problembasiertes Lernen

→ Du bearbeitest einen realen Fall, suchst Lösungen, reflektierst den Prozess.

 

Techniken:

- Fragen formulieren

- Hypothesen bilden

- Recherche planen

- Ergebnisse zusammenfassen

 

5. Warum die Unterscheidung wichtig ist

In der Schule müssen Lehrer Methoden planen, Schüler nutzen Techniken.

Im Coaching werden oft Methoden vermittelt (z. B. Selbstmanagement), während Techniken konkrete Tools sind.

In der Psychotherapie sind Methoden wie Exposition oder kognitive Umstrukturierung übergeordnet – Techniken sind die Interventionen darin. Beim selbstständigen Lernen hilft die Unterscheidung, nicht nur viele Techniken zu sammeln, sondern einen echten Lernprozess (Methode) aufzubauen.

 

Zusammenfassung

Lernmethoden sind die strategischen Wege des Lernens, Lerntechniken sind die konkreten Werkzeuge, die diese Wege ermöglichen.

 

 

 

Motivation als Zentralbegriff der Lernpsychologie

Ein zentraler Begriff der Lernpsychologie ist "Motivation". Die Lernpsychologie unterscheidet drei Arten von Motivation:

 

a)  Triebreduktion,
b)  Anreizmotivation und
c)  Verstärkung.

Während bei der Triebreduktion das Zentrum der Motivation im Individuum selbst liegt, liegt bei der Anreizmotivation das Zentrum in der Außenwelt. Die "Verstärkung" ist ein als angenehm empfundener Reiz, der auf ein Verhalten folgt und dadurch die Wiederholung des Verhaltens oder einer vergleichbaren Aktivität hervorruft. Es gibt Motivation, die ursprünglich, angeboren und triebnah ist (Primäre Motivation) und solche, die durch Lernprozesse erworben wird und auf geistigen Bedürfnissen und Interessen basiert (Sekundäre Motivation). 

 

 

Kontinuität und Regelmäßigkeit -
Schlüssel für effektives und effizientes Lernen

Ein zentraler Aspekt der Lernpsychologie, der in der Praxis oft unterschätzt wird, ist die Kontinuität des Lernens. Lernprozesse profitieren deutlich davon, wenn sie regelmäßig und in relativ kurzen Abständen stattfinden. Dabei geht es nicht nur um Quantität – also wie viel Zeit insgesamt investiert wird – sondern vor allem um die Verteilung dieser Zeit über den Lernverlauf.

 

Warum regelmäßiges Lernen so effektiv ist

 

Verteiltes Lernen statt „Bulimie-Lernen“

Forschung zeigt wiederholt, dass Lernen, das über längere Zeiträume verteilt ist (sogenanntes spaced practice), deutlich bessere Ergebnisse erzielt als massierte Lernsessions („cramming“). Zwischen den Lerneinheiten findet im Gehirn Konsolidierung statt, also die Umwandlung kurzer Erlebnisse in stabile Gedächtnisspuren. Tritt ein zu großer Abstand zwischen den Sitzungen auf, geht dieser Vorteil verloren, weil bereits aufgebautes Wissen wieder verblasst.

 

Weniger Vergessen, mehr Automatisierung

Durch regelmäßige Wiederholung werden neuronale Verknüpfungen gestärkt und automatisierte Abläufe aufgebaut. Je länger Pausen sind, desto mehr setzt der Vergessensprozess ein – ein psychologisch gut belegter Mechanismus, der den Aufbau von Fertigkeiten und Wissen hemmt.

 

Motivation und Erwartungshaltungen

Regelmäßige Termine schaffen eine innere Struktur und helfen, Lernroutinen zu etablieren. Diese Routine steigert die Motivation und reduziert mentale Barrieren („Ich müsste eigentlich…“ → „Ich mache regelmäßig…“). Gerade im Coaching oder in der Psychotherapie wirkt dieser Effekt stabilisierend, weil Fortschritt sichtbarer und planbarer wird.

 

Transfer in den Alltag

Lernen ist nicht nur das Ansammeln von Informationen, sondern auch die Anwendung im Alltag. Werden Inhalte regelmäßig eingebettet, bietet sich häufig die Möglichkeit, Gelerntes zeitnah im realen Kontext zu erproben – ein zentraler Faktor für nachhaltige Verhaltensänderung.

 

Praktische Orientierungsgröße für Sitzungsabstände im Coaching oder in der Psychotherapie 

Aus lernpsychologischer Perspektive gilt als gute Faustregel: Zwischen Lerneinheiten, Coaching- oder Therapiesitzungen sollten idealerweise nicht mehr als wenige Tage liegen. Längere Unterbrechungen erhöhen das Risiko, dass Fortschritte sich verlangsamen oder verloren gehen und dass wieder von vorn begonnen werden muss.

 

 

Lernen versus Bildung

"Lernen" bezieht sich zwar in Wirklichkeit nicht auf "Bildung", sondern auf das - zumeist intuitive Erlernen bestimmter - mehr oder weniger förderlicher - Denk- und Handlungsmuster, kann aber ebenfalls zu Bildung führen, zumindest dann, wenn das zu lernende "Wissen" logisch nachvollziehbar verstanden und verinnerlicht wird - und in der Praxis anwendbar ist - und dort auch genutzt wird - und nicht wieder verkümmert.

 

Schließlich können wir auch etwas "verlernen" und "umlernen".  Bildung bedeutet übrigens nicht, dass man automatisch das richtige Wissen gelernt hat. Damit kann Bildung zugleich eine Art der Wissensverzerrung in eine bestimmte (ggf. gewünschte), eigentlich aber falsche Richtung sein.

 

Ebenso lernen wir - nicht nur bewusst (analytisch), sondern zumeist unbewusst jene Denk- und Handlungsmuster, die uns aktuell oder (zumeist) später nicht (mehr) wirklich förderlich sind - und dann ggf. zu Problemen führen: Zu äußeren und inneren Ärgernissen, zu Problemen und Misserfolgen, zu Streit, zu Problemen mit der Psyche oder mit der Umwelt. Dann gilt es, umzulernen. Ein probates Mittel dazu ist ein Coaching oder eine Psychotherapie. 

 

Wer etwas lernt, der beeinflusst damit zugleich (unbewusst) sein Denken und Handeln - damit zugleich auch seinen Erfolg oder Misserfolg. Denn unser Verhalten basiert auf Denken - und unser Denken auf Gelerntem und Erfahrungen. Daher liegt es im Wesen eines jeden Staatssystems, dass die Bürger bestimmte Dinge lernen, andere aber möglichst nicht.

 

 

Insbesondere das Schulsystem sowie die Medien (insbesondere die Massenmedien) haben einen besonders starken Einfluss auf das, was wir lernen, ebenso auf das, was wir nicht lernen und wissen sollen. 

 

Wir lernen auch in Bezug auf uns selbst und entwickeln unser Selbstbild. Ebenso entwickeln wir durch individuelle Erfahrungen bzw. Lernen ganz persönliche Theorien über andere Menschen (Fremdbild / Menschenkenntnis) und die Welt (Weltbild / Weltanschauung), wodurch sich wiederum regelrechte Ideologien entwickeln können.

 

Daher liegt es im Wesen eines jeden Staatssystems, dass die Bürger bestimmte Dinge lernen, andere aber möglichst nicht. Denn diese Dinge könnten uns unerwünschte Vorteile verschaffen oder den Staat oder ein System selbst hinterfragen lassen. An das jeweilige System angepasste Bürger funktionieren besser.

 

Insbesondere das Schulsystem sowie die Medien (insbesondere die Massenmedien) haben einen besonders starken Einfluss auf das, was wir lernen, ebenso auf das, was wir nicht lernen und wissen sollen. Manchmal ist es sinnvoll, das zu Lernende sowie das bereits (richtig oder falsch) Gelernte zu hinterfragen und umzulernen bzw. neu zu lernen. Darauf basiert auch die Psychotherapie:

 

Was uns heute ausmacht, was und wie wir denken und darauf basierend handeln, haben wir im Laufe unseres Lebens erlernt: Entweder richtig und passend oder falsch und unpassend bzw.  überholt und nicht mehr zeitgemäß. Wenn das Erlernte für uns heute nachteilig ist, zu Problemen führt oder wir dadurch sogar krank werden, gilt es, dies erkennen und für unsere neuen bzw. heutigen Bedürfnisse und Ziele entsprechend umzulernen.

 

Denn Denk- und Handlungsprogramme, die auf falsch Gelerntem basieren schaden uns. Was einmal (falsch) gelernt wurde, muss nicht für immer in unserem Kopf festhängen und unser Handeln täglich ggf. ungünstig beeinflussen. Zum Glück ist der Mensch dazu fähig, neu zu lernen bzw. umzulernen. 

 

Autor: Andreas Köhler (ib)

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