Wissen: Choleriker - cholerisches Temperament

Fachwissen Psychologie: Choleriker, cholerisches Temperament, Definition, Ursachen, Behandlung, Coaching

Begriff

Der Begriff kommt vom griechischen Adjektiv cholerikos, was "gallig" bedeutet. Die Bezeichnung für einen solch aufbrausenden Menschen beruht auf der früheren Temperamentenlehre, ein von der antiken Humoralpathologie abgeleitetes Persönlichkeitsmodell, das Menschen nach ihrer Grundwesensart kategorisiert.

 

Abgrenzung

Im Vergleich zu einer Borderline-Störung handelt es sich um eine  persönlichkeits- und kommunikationspsychologisch relevante Überreaktion beim Triggern durch bestimmte Reize / aversive Stimulationen und bei der Chiffrierung von Nachrichten auf der Beziehungsebene. 

 

Definition
Als cholerisch bezeichnet man Menschen, die schnell erregbar, aufbrausend, aggressiv und jähzornig sind und plötzlichen, heftigen und scheinbar grundlosen Wutausbrüchen neigen. Von ihrem sozialen Umfeld werden Choleriker daher oft als sehr unangenehm empfunden, da sich ihre Wut meist gegen andere richtet - und sie in ihrem Wutausbruch laut, aggressiv und verletzend werden können, was beim Gegenüber Hilflosigkeit, Ärger und  Angst auslösen kann.

 

Ursachen

Ursächlich für Wutausbrüche sind individuell verschiedene Auslöser. Das Verhalten eines Cholerikers bzw. einer Cholerikerin stellt eine Art Abwehr-Überreaktion dar, ähnlich einer Allergie. Worauf der Choleriker "allergisch" reagiert bzw. was ihn konkret "triggert" ist individuell unterschiedlich. Nicht selten sind es Kleinigkeiten, die Choleriker regelrecht zum Platzen bringen. Beim Wutausbruch eines Cholerikers kommt es durch das Triggern bestimmter Prinzipien, Einstellungen und Glaubenssätze zu einer regelrechten Entladung. Dahinter können ungelöste, aufgestaute Probleme, traumatische Erlebnisse und Blockaden stehen, die in konkreten Situationen wieder hochkochen.

 

Ein geringes Selbstwertgefühl kann ebenso mit ursächlich sein. Die Betroffenen hören mit dem Beziehungsohr hin, decodieren Nachrichten als "Botschaften" auf der Beziehungsebene, beziehen alles auf sich, nehmen die Dinge des Alltags schnell persönlich und haben das Gefühl, sich wehren zu müssen. Insofern sind cholerische Wutausbrüche ein Zeichen von Hilflosigkeit und Überforderung. 

 

Behandlung / Coaching:

Ansonsten verfügen Choleriker über viel Energie. Sie sind begeisterungsfähig und mitreißend, gelten als sehr willensstark und motiviert, Dinge anzupacken und Leistung zu bringen. Am Besten hilft hier ein ganzheitliches Coaching: 

Neben der Analyse und Bearbeitung innerer Konflikte (Tiefenpsychologie), gilt es zu lernen, negative Gefühle rechtzeitig zu erkennen, kognitiv wie emotional umzudeuten und Ärger unter Kontrolle zu halten ((Verhaltenspsychologie). Neben dem Thema Konfliktmanagement, dem Managen innere Konflikte, müssen die Betroffenen lernen, sich in aggressionsauslösenden und aggressionsfördernden Situationen angemessen auszudrücken.

 

Ein Anti-Aggressions-Training sowie ein Konflikt- und Deeskalationstraining + positive Gedankenkontrolle und Autogenes Training zur Veränderung der Impuls-Reaktionskette ist ebenso empfehlenswert wie ein Coaching in Sachen kommunikativen Konfliktverhaltens (z.B intelligentes souveränes Reaktionsverhalten, Gewaltfreie Kommunikation, Aktives Zuhören, Fragetechniken, Schlagfertigkeit, Durchsetzung, 3-Satz und 4-Satz-Technik). Förderlich ist auch der Erwerb von Wissen in Bezug auf Wahrnehmungsfehler und biochemische Reaktionen in Bezug auf die entsprechende Reiz-Reaktionskette.