Wissen: Das Unbewusste & Das Unterbewusstsein

Das "Unbewusste" und die Tiefenpsychologie / Psychoanalyse sowie das "Unterbewusstsein"
im Mental-Training und in der Neuro-Programmierung einschließlich NLP / PLP

Die psychologische Sicht: Das Unbewusste

Viele unserer lebensnotwendigen Funktionen laufen gänzlich unbewusst ab. So denken wir z.B. nicht aktiv über unseren Herzschlag, unsere Atmung, unsere Blutzirkulation oder unsere Verdauung nach, denn das funktioniert wie von allein. Doch auch in Bezug auf unsere Psyche befinden sich einige Bereiche in den Tiefen Ihres Unbewussten.

Diese tiefenpsychologische Ebenen können wir in der Regel nur durch psychoanalytische Verfahren oder in der Hypnose erreichen.

 

Als das Unbewusste bezeichnet die Tiefenpsychologie jener Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist. Dies, obgleich das Unbewusste den Grundstein für unser Bewusstsein bildet: Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass  unbewusste psychische Prozesse Wahrnehmung, Denken, Handeln, Denken und Fühlen entscheidend beeinflussen. Die Bewusstmachung und Anerkennung dieser unbewussten Vorgänge kann gesunde Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, aber auch psychisch kranken Menschen helfen. Daher bildet dass Unbewusste einen wichtigen Bereich für das Gelingen einer Psychotherapie bei therapierbaren psychischen Störungen.

 

Die Bezeichnung entstammt jedoch nicht der Psychologie, sondern der Philosophie (Immanuel Kant). Die Psychoanalyse (Sigmund Freud) baut darauf auf. Was ist demnach nun das Unbewusste: Das Unbewusste ist stets im Hintergrund des Erlebens und hat seine Wirkungen auf das Bewusste und auf das sich durch Gefühle Manifestierende (Rudolf Eisler).

Es handelt sich beim Unbewussten um geistige Vorgänge, die ohne Bewusstsein ablaufen (Otto Dornbusch). Nach Freud ist das Unbewusste ein System, das vor allem aus verdrängten oder abgewehrten Bewusstseinsinhalten wie zum Beispiel verdrängten Erlebnissen, Gefühlen oder Wünschen besteht. Es ist angesiedelt im Grenzbereich zwischen dem Körper als Triebquelle und deren geistig-seelischer Repräsentation und beinhaltet insbesondere psychische Vorstellungen der Triebe, die laut Freud auf einer „Urverdrängung“ begründet sind, die das weitere Verdrängungsgeschehen im Seelenleben des Individuums begründet.

 

Nach dem Modell der Psychoanalyse bestimmen "verdrängte" Inhalte und Vorstellungen unser Denken, Fühlen und Verhalten und können mittels Psychoanalyse bzw. aus Träumen oder sogenannten Freud’schen Fehlleistungen indirekt erschlossen und wieder ins Bewusstsein gebracht werden. Freud unterscheidet drei psychische „Instanzen“: Das "Es", das "Ich" und das "Über-Ich". In diesem Modell der Psyche ist das Unbewusste weitgehend – jedoch nicht ganz – identisch mit dem "Es", zumindest jenem Bereich der im Erbgut eingespeicherten, angeborenen Triebe und Instinkte. Das "Über-Ich" gilt als die verinnerlichte Elternautorität, der Sitz von Erfahrungen, die der einzelne Mensch ab seiner Geburt selbst erwirbt, beziehungsweise mittels Prägung verinnerlicht. 

 

Das Hauptanliegen der Psychoanalyse nach Freud ist die Aufhebung der zwischenmenschlichen Illusionen und die Wiederbewußtmachung jener psychischen Inhalte, die aufgrund von Erziehung und/oder erlittener Traumata in das Unbewusste verdrängt wurden. Damit einher geht nach Freud die Behebung des mit der Verdrängung verbundenen neurotischen Leidens und der sinnlosen Destruktivität des Wiederholungszwangs. Denn das Verdrängte wirkt im Unbewussten unsichtbar weiter und führt so zu unerwünschtem Verhalten, zwischenmenschlichen Beziehungsstörungen und psychischem Leiden. Erst durch eine Bewusstmachung des Verdrängten vermag der Mensch sich von der Macht seines Unbewussten zu befreien. Es geht darum, wieder „Herr im eigenen Hause zu werden“. Eine herausragende Rolle schrieb Freud der psychoanalytischen Traumdeutung zu. 

 

Die von Carl Gustav Jung begründete „analytische Psychologie“ weist teilweise ähnliche Grundannahmen, Methoden und Ziele wie die Freud’sche Psychoanalyse auf. Beide suchen die Möglichkeit der (Wieder-)Bewusstwerdung unbewusster Inhalte in der tiefenpsychologischen Therapie. Bei beiden ist der Traum eine wesentliche Brücke zum Unbewussten. Neben der nach Freud sehr wichtigen Arbeit des „Aufdeckens“ unbewusster Antriebe und Vorstellungen ist es nach Jung von zentraler Bedeutung, in der Therapie - einschließlich der Traum-Analyse - die Herausbildung einer "dialogischen Beziehung" zum Unbewussten zu fördern, sodass dieses als "schöpferische Quelle neuer Möglichkeiten und Einsichten" zum Tragen kommt. Jung meint: Wenn bewusste Inhalte in das Unbewusste einfließen können, dann können auch Inhalte aus dem Unbewussten hervorgeholt werden. Neben bloßen Erinnerungen können laut Jung folglich auch neue Gedanken und schöpferische Ideen zum Vorschein kommen, die zuvor gar nicht bewusst waren. Laut Jungs Auffassung strebt das Unbewusste förmlich nach der Bewusstwerdung.

 

C.G. Jung unterschied in seiner Theorie zwei Schichten des Unbewussten: a) Das persönliche Unbewusste, das aus Inhalten besteht, die zu irgendeiner Zeit einmal bewusst waren, aus dem Bewusstsein jedoch entschwunden sind, indem sie entweder vergessen oder verdrängt wurden sowie b) Inhalte des kollektiven Unbewussten, die nie im Bewusstsein vorkamen und somit nie individuell erworben wurden. Das Unbewusste zu b) verdankt laut C.G. Jung sein Dasein ausschließlich der Vererbung. 

 

Auffällige Reaktionen auf bestimmte Reizwörter führten Jung zur Annahme dahinterstehender "Komplexe" im Unbewussten. Aufbauend auf Experimente von Wilhelm Wundt und anderen, entwickelte Jung das von ihm so genannte "Assoziationsexperiment", bei dem die Spontanreaktionen auf eine Liste von Reizwörtern notiert werden. Aus auffälligen Reaktionen (semantisch, im Gefühlston oder stark verzögerte Reaktionszeiten) schloss Jung auf dahinter stehende (gefühlsbetonte) Komplexe der unbewussten Psyche, die er als Ursache für Widerstände und Verdrängungsmechanismen in der Psychoanalyse nach Freud sah. Ebenso bildet Jungs Konzept des „Kollektiven Unbewussten“ eine Schnittmenge zu der Freud’schen Annahme in Bezug auf das von ihm so genannte "Es". 

 

Auch Carl Gustav Carus (1789–1869), ein deutscher Arzt und Naturphilosoph - und zugleich ein Freund Goethes - entwickelte die Bezeichnung des „Unbewussten“ sowie des „Unbewusstseins“, wobei er diese spiritualistisch-romantisch als „göttliche Natur“ deutete. Auch der französische Neurologe Jean-Martin Charcot (1825–1893) befasste sich mit der Thematik, als er mit Hilfe der Hypnose Lähmungen untersuchte, denen gemäß Befund keine organischen Störungen zugrunde lagen. Charcot stellte fest, dass sich die besagten Lähmungen unter hypnotischer Suggestion beheben ließen. Tatsächlich arbeitete Sigmund Freud (1856–1939) von 188 bis 1886 vier Monate an derselben berühmten französischen Klinik, in der auch Jean-Martin Charcot tätig war. Auch Freud sah den Umstand, dass sich das Phänomen der hysterischen Lähmung, mit dem Charcot experimentierte, bei vielen der Betroffenen anhand hypnotisch suggerierter Befehle zeitweilig beheben ließ, als ersten starken Beleg für die Existenz des Unbewussten an, da eine physiologisch bedingte Ursachen der Lähmung ausgeschlossen war und hier vielmehr Prozesse wirken, die mit dem bewussten Dingen nichts zu tun haben.

 

Doch Freud distanzierte sich von der Technik der bei Charcot erlernten Hypnose und gründete stattdessen seine eigene Schule, die „Psychoanalyse“, deren Erfolge nach Freud zum einen auf der vernunftgemäßen Einsicht beruhen, die der Patient im Laufe der Behandlung über die Ursache seiner Erkrankung gewinnt, zum anderen aber auch auf der Möglichkeit, das neurotische Verhalten anhand der Diagnose in therapeutisch wirksamer Weise aus eigener Kraft zu ändern. Freuds Schriften und Einsichten haben unsere heutige Auffassung vom Menschen grundlegend geprägt. Zu großer Popularität gelangten vor allem die „Freud’schen Versprecher“, die Freud – neben weiteren Arten von Fehlleistungen – ebenfalls als gute Belege für die Existenz unbewusster Motive und Vorgänge erachtete.

 

Die von Alfred Adler (1870–1937) entwickelte „Individualpsychologie“ unterscheidet sich von der Psychoanalyse grundlegend durch ihre pragmatische Theorie mit der Betonung der Unteilbarkeit des Individuums und der teleologischen und sozialen Orientierung des Menschen. Mit Freud nahm Adler jedoch an, dass die frühkindlich erlebten Situationen den Lebensstil des Erwachsenen unbewusst beeinflussen. Adlers Lehre hat die Neopsychoanalyse stark mitgeprägt. Die von Carl Gustav Jung (1875–1961) begründete „analytische Psychologie“ unterscheidet sich von Freuds Psychoanalyse vor allem durch die große Bedeutung, die Jung den archetypischen Dimensionen des Unbewussten beimisst. Hierbei können Prägungen durch frühere Bezugspersonen („Imago“), wie sie zum Beispiel persönliche „Mutter-“ oder „Vaterkomplexe“ darstellen, mit allgemeinen Vorstellungsstrukturen verknüpft sein, die keine individuellen Erwerbungen sind, sondern dem „kollektiven Unbewussten“ entstammen.

 

Einen Beleg für die Annahme eines Unbewussten fand Jung in seinen bereits erwähnten Assoziationsexperimenten:
Dabei rief er Probanden einige genau festgelegte Wörter zu. Die Probanden sollten so schnell wie möglich mit dem erstbesten Einfall antworten, der ihnen in den Sinn kam. Bei diesen Experimenten fiel Jung auf, dass immer einige der von ihm vorgegebenen Wörter probandenspezifisch zu auffälligen sprachlichen oder nonverbalen Reaktionen führten. Die Assoziationen zu manchen Wörtern wurden 'gestört', waren zu langsam oder enthielten Inhalte, die auf einen konflikthaften Zusammenhang schließen ließen. (Zum Beispiel: Arzt: „Wolke“ – Proband: „Luft“. Aber: Arzt: „Mutter“ – Proband sehr spät: „Friedhof“). Aus diesem Zusammenhang schloss Jung, dass es abseits des Bewusstseins unbewusste, oft konflikthafte Zusammenhänge gebe, die er als „Komplexe“ bezeichnete.

 

Der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan (1901–1981), der für die Entwicklung der Psychoanalyse in Frankreich eine zentrale Rolle spielte, betonte, auch vor dem Hintergrund der Freud’schen Theorie der Fehlleistung, dass das Unbewusste „wie eine Sprache“ strukturiert sei. Die Arbeit des Unbewussten erfolge nach linguistischen Gesetzen wie Metapher und Metonymie, Ersetzung und Verschiebung. Seiner Auffassung nach, vollzieht sich alles letztendlich auf dem Feld des Sprechens. Seine Sicht ist zugleich der indirekte Vorläufer der Psycholinguistik und des Mental-Trainings, bei dem man sich neben Bildern (im Rahmen der Visualisierung) auch der Sprache bedient. Heute weiß man, dass die Sprache - und dazu reichen schon wenige Wörter - einen enormen Einfluss auf die Psyche, das Unterbewusstsein und damit auch auf Entscheidungen hat (siehe Neurolinguistische Programmierung, kurz NLP und Psycholinguistische Programmierung, kurz PLP).     

 

Freuds Grundannahme, dass durch automatische, zumeist unbewusste Abwehrmechanismen Gedanken oder Impulse, welche Angst auslösen, aus dem Bewusstsein verdrängt werden, und unbewusst weiter wirken und sich als Krankheitssymptome ausdrücken können, wird von allen tiefenpsychologischen Schulrichtungen vertreten. Auch das Freud’sche Strukturmodell der Psyche mit der Annahme von "Ich, Es und Überich" als unterschiedliche Persönlichkeitsanteile ist nach wie vor aktuell. Freuds Theorien wurden zwar immer wieder bezweifelt und grundsätzlich in Frage gestellt, aber eben auch bestätigt, modifiziert und erweitert.

 

Die heutige psychosomatische Medizin geht davon aus, dass aus dem Bewusstsein verdrängte Inhalte sich in körperlichen und psychischen Krankheitssymptomen ausdrücken können. In der Körperpsychotherapie wird angenommen, dass sich das Unbewusste körperlich auswirken kann und dass körperliche Beeinflussung somatischer Symptome die Gegenenden der sensorischen Nerven direkt beeinflussen könnte. Ein Beispiel für die Anwendung dieser Grundannahme ist die Fußreflexzonentheorie. Alfred Adler beschritt hier den umgekehrten Weg, indem er Zusammenhänge zwischen physischen Defekten und daraus gegebenenfalls resultierenden psychischen Komplexen als Folge einer Überkompensation der körperlichen Schwächen vorstellte. 

 

Empirische Forschungen an Säuglingen und Kleinkindern und ihren Interaktionen mit den Müttern legten nahe, dass sich in frühen Bindungserfahrungen ein Selbstbild entwickelt, welches aus einer Verbindung sensorischer Erinnerungen mit körperlichen und emotionalen Erlebnissen entsteht. Solche sensorischen Erinnerungen sind später vom kognitiven Bewusstsein kaum zugänglich und beeinflussen gerade deshalb Erleben und Verhalten. Die Entwicklungspsychologie führte dazu, dass Freud’sche Annahmen verdrängter Triebimpulse durch neue Annahmen ersetzt werden sollten oder mit Bezeichnungen ergänzt wurden, welche der Verdrängung schmerzhafter Täuschungen, etwa eines misslungenen Strebens nach Bedürfnisbefriedigung (als bildendem lernstrategischem Fehlschlag), größere Bedeutung beimessen. 

 

Die Psychotraumatologie geht davon aus, dass verdrängte traumatische Geschehnisse eine dramatische Auswirkung auf Selbstbild und Weltbild haben können. Frühkindliche traumatische Erlebnisse können demzufolge in einem der traumatischen Situation ähnlichen Augenblick, Panik und Hilflosigkeit auslösen. Die Bezeichnung „unbewusst“ wird auch in der psychologischen Generations­forschung verwendet und gilt hier als verdecktes, meist einschneidendes und traumatisches Erlebnis, das durch unterschwellige Verhaltensbeeinflussung generationsübergreifend weitergegeben werden kann, ohne dass das Ereignis selbst allgemein offen thematisiert wird. Dies kann von einzelnen Familien bis hin zu globalen Gemeinschaften jede Größenordnung sozialer Strukturen betreffen.

 

Auch die Kognitionspsychologie verwendet die Bezeichnung unbewusst: Viele kognitive Psychologen bestätigen Freuds Ansicht, wonach ein großer Teil des menschlichen Verhaltens durch unbewusste Prozesse beeinflusst wird.  Allerdings nehmen die meisten Kognitionspsychologen lediglich an, dass uns viele kognitive Prozesse oder Wahrnehmungen nicht bewusst sind. Die Freud’sche Konzeption eines Es als Instanz für verdrängte Triebe und Bedürfnisse lehnen sie jedoch ab.

 

Das Unbewusste in der Neurowissenschaft

Die Neurowissenschaften beschäftigen sich mit dem Aufbau und der Funktionsweise von Nervensystemen. Neuronen und andere Zelltypen sowie die Auswirkung der Vernetzung dieser Zellen zu neuronalen Netzwerken in komplexen Nervensystemen werden hier ebenso untersucht wie die Auswirkung von Reizen auf unser Gehirn. In den modernen Neurowissenschaften wird der von Freud ursprünglich angestrebte biologische Zugang zum Unbewussten neuerdings durch bildgebenden Verfahren möglich. Diese ermöglichen, dem Gehirn beim Arbeiten zuzuschauen. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass im menschlichen Gehirn neuronale Prozesse und bewusst erlebte geistig-psychische Zustände aufs Engste miteinander zusammenhängen und unbewusste Prozesse bewussten in bestimmter Weise vorausgehen (Neuronales Korrelat des Bewusstseins).

 

Abgrenzung "Unterbewusstsein" versus "Unbewusstes"

Häufig wird dem Unbewussten und dem Unterbewusstsein – auch Vorbewusstsein genannt – unterschieden.
Der Unterschied liegt darin, dass wir auf unser Unbewusstes willentlich (fast) keinen Zugriff haben.

 

Bewusstsein und Unterbewusstsein

Wir denken im Schnitt 60.000 – 80.000 Gedanken pro Tag und verarbeiten ca. 11 Mio. Bits pro Sekunde. 99,9% davon geschieht unbewusst. Das bedeutet: Lediglich 0,1% der Gedanken, die uns steuern, erfolgen bewusst.

 

Das menschliche Gehirn

Im Gehirn eines erwachsenen Menschen befinden sich etwa 86 Milliarden Nervenzellen, auch Neuronen genannt. Diese sind untereinander mit ca. 100 Billionen Synapsen verbunden. Das heißt, jede einzelne Gehirnzelle ist mit jeweils mindestens 1000 anderen Gehirnzellen verbunden. Doch selbst die Besten unter uns nutzen gerade einmal bewusst 10% ihres mentalen Potenzials. Ca. 90% der vorhandenen Ressourcen schlummern ungenutzt bzw. unbewusst vor sich hin.

 

Das Nervensystem verändert sich stetig
Neben der besagten extrem hohen Leistungskraft unseres zentralen Nervensystems zeichnet sich unser Gehirn bis ins hohe Alter hinein durch eine enorme Neuroplastizität aus. Darunter versteht man die Fähigkeit der Nervenzellen (Spiegelneuronen) zu stetiger Veränderung in Form der permanenten Herausbildung neuer Verknüpfungen / Verbindungen und damit neuer Nervenbahnen. Neue Gehirnzellen und Schaltkreise können in die ein oder andere Denk- und Verhaltensrichtung herausgebildet werden oder sie verkümmern stattdessen. Allein eine Veränderung des Gesichtsausdrucks oder der Körperhaltung reicht aus, um eindeutig nachweisbare Veränderungen im anatomen Nervensystem zu bewirken. Umgekehrt wirkt das auch (Rückkopplungseffekt).

 

Das Unterbewusstsein

Unser Unterbewusstsein kann bis zu 80.000 Informationen pro Sekunde aufnehmen, verarbeiten und speichern und ist somit 10.000 Mal schneller (und klüger) als unser bewusster Verstand, auf den wir uns so sehr konzentrieren. Nicht unser analytisches Denken, sondern unser Unterbewusstsein steuert den überwiegenden Anteil unserer Entscheidungen und zu ca. 99% die Funktionen unseres Organismus und die Ausführung unserer Handlungen.

 

Unser Unterbewusstsein ist die Summe aller Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Motive, Einstellungen und Handlungsbereitschaften, die in uns sind, die aber nicht bewusst, sondern im Hintergrund aktiv sind. Es spielt in Bezug auf unser tägliches Denken und Handeln eine bedeutende Rolle: Unser Unterbewusstsein sagt uns, wer wir sind, was wir wollen, was wir tun und wie wir das tun. Unser Autopilot treibt uns an, führt und lenkt uns. Anders als ein Pilot im Flugzeug merken wir selbst nichts davon: Nur unser bewusstes Denken strengt uns an und lässt uns glauben, unser Verstand regiere die Welt.

 

In Wirklichkeit regeln unbewusste Schaltkreise die meisten Dinge für uns, ohne, dass es uns bewusst ist. Das ist auch praktisch so. Müssten wir über alles nachdenken, kämen wir kaum von der Stelle. Dennoch spielt uns unter Unterbewusstsein so manchen Streich, schließlich nimmt unser Verstand nur eine untergeordnete Rolle ein: Von ca. 11 Millionen Informations-Einheiten, die unser Gehirn täglich verarbeitet, nehmen wir nur bis zu 40 Informationen bewusst wahr - so die Relation. Das Unbewusste selbst erleben wir ebenso wenig wie die Mehrheit unserer Wahrnehmungen: Wir sehen zu 99 % nur das, was in unserem Gedächtnis bereits vorhanden ist. Nur maximal ca. 1 % an Informationen kommt hinzu.

 

In unserem Unterbewusstsein lagern unzählige Informationen und Zusammenhänge, die abrufbar sind. Die Aufteilung in Bewusstsein und Unterbewusstsein ist zudem recht praktisch:  Nehmen wir nur einmal das Beispiel "Autofahren": Wenn Sie lernen, Auto zu fahren, müssen wir uns zuerst mühsam auf viele Dinge gleichzeitig konzentrieren, was uns zu Beginn nicht einfach, in der Regel sogar sehr schwer fällt, da wir über jeden Handgriff bewusst entscheiden und ihn bewusst ausführen müssen, was eine hohe Konzentrationsleistung erfordert. Mit der Zeit automatisieren sich all diese Dinge und man braucht gar nicht mehr darüber nachzudenken, was man tut. Man tut es einfach, teilweise sogar völlig automatisch. Wir haben "outgesourct", das Programm folglich an unser Unterbewusstsein abgegeben bzw. übertragen. Nachfolgend steuert unser Unterbewusstsein viele dieser nervigen, lästigen oder ganz schlichtweg "langweilig" gewordenen Handgriffe automatisch, während wir uns bewusst auf andere Dinge konzentrieren können.

 

Manchmal haben wir aber auch falsch "outgesourct": Wir atmen dann zum Beispiel nicht wirklich richtig und spulen völlig automatisiert Dinge ab, die wir eigentlich gar nicht wollen oder die uns hinderlich sein können. Als Beispiel sei hier z.B. ein roter Kopf genannt, den einige wichtigen in Situationen  bekommen, die sie selbst ganz individuell als unangenehm empfinden, obwohl sie doch eigentlich vielleicht sogar angenehm sind . und auch nach außen als angenehm dargestellt werden müssten, sofern wir erfolgreich agieren wollen. Zum Beispiel bei der Ansprache von Menschen, die wir sehr mögen oder sogar lieben: Statt ein "Ich liebe dich" sind einige entweder gehemmt oder blockiert oder uns rutschen - ohne dass wir dies beabsichtigen - völlig unbewusst negative statt positive Dinge heraus. Unser Gegenüber verspürt dadurch Ablehnung, folglich das Gegenteil von dem, was wir beabsichtigen. So etwas  kann die Lebensqualität deutlich einschränken oder uns ausgezeichnete Chancen und Perspektiven verpassen und verpatzen lassen.     

 

Weil wir in vielen Lebensbereichen so verfahren wie beim Beispiel "Autofahren lernen", kann und weiß unser Unterbewusstsein viel mehr als uns dies bewusst ist. Zudem kann unser Unterbewusstsein viel mehr aufnehmen, als wir bewusst registrieren. Daher kann uns unser Unterbewusstsein in entscheidenden Momenten den Weg weisen. Das nennen wir dann Intuition. Wir spüren dann lediglich etwas: Zum Beispiel irgendein sogenanntes "Bauchgefühl", ein "komisches Gefühl im Bauch" oder "eine Stimme im Kopf".  Manchmal spüren wir bei einer anstehenden Entscheidung, wofür wir uns entscheiden müssen, ohne es rational erklären zu können. Manchmal spüren wir instinktiv eine drohende Gefahr. Manchmal kommen ganz plötzlich in uns Gefühle auf: Wir verlieben uns, fühlen uns scheinbar grundlos zu einer fremden Person besonders hingezogen oder müssen ohne ersichtlichen Grund weinen oder lachen. In derartigen Momenten Situationen übernimmt unser Unterbewusstsein für kurze Augenblicke die Führung. Manchmal kann das sehr gut sein, manchmal ist dies aber auch kontraproduktiv - z.B. wenn wir die immer gleichen "falsch" "gelernten" Muster abspulen, die aber nicht zum Ziel führen, sondern vielleicht sogar das genaue Gegenteil bewirken.  

 

Wenn wir lernen zu verstehen, wie das Unterbewusstsein arbeitet und was es uns sagen will, können wir uns das Wissen und die Kraft unseres Unterbewusstseins zu Nutzen machen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn wir mental in der Lage sind, die Impulse unseres Unterbewusstseins wahrzunehmen, um uns dann bewusst zu entscheiden, ob wir dem betreffenden Impuls folgen - oder nicht. Auf der anderen Seite können wir unserem Unterbewusstsein aber auch selbst selbst Botschaften vermitteln, bestimmte Dinge eintrichtern bzw. unser Unterbewusstsein und damit das darauf basierende Denken, Fühlen und Handeln gezielt programmieren.  

 

Tatsächlich hat unser Unterbewusstsein sehr viel mehr Macht und Einfluss auf uns und unser Leben, als wir es annehmen. Unter anderem hat es Einfluss auf unsere (z.B. selektive) Wahrnehmung, unsere Einstellungen und Überzeugungen, unsere Verhaltensweisen und Reaktionen, auf die Bedeutung, die wir den Dingen beimessen, die geschehen, auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, auf unsere Leistungsfähigkeit und unsere persönlichen Erfolge.

 

Auch lässt uns unser Unterbewusstsein Dinge aussprechen, die wir mit ein wenig mehr Überlegung so niemals gesagt hätten. Siehe z.B. Freudsche Fehlleistung: Die Bezeichnung Fehlleistung wurde durch Sigmund Freud geprägt und steht in dessen Psychoanalyse für unbeabsichtigte Handlungen und sprachliche Äußerungen, die gemeinhin als „Versprecher“, „Verhören“, oder „Versehen“ bezeichnet werden, die aber laut Freud auf einer unbewussten Ebene durchaus Sinn ergeben.

 

Alternativ lässt unser Unterbewusstsein uns Dinge (zum Schein) vergessen, die wir uns vorgenommen hatten (Verdrängung). Oder es sorgt dafür, dass wir eine bestimmte Entscheidung treffen, die wir vom Kopf her nicht erklären können. Unser Unterbewusstsein lässt uns manchmal auch zu einem bestimmten Buch greifen, in dem wir eine für uns wichtige Botschaft finden. Oder es versucht, uns durch Unwohlsein, Erkrankungen oder ähnlichem von etwas abzubringen, z.B. von einem Ziel, von einer Gefahr oder von zuviel Arbeit.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass wir evolutionstechnisch immer noch Erbgut aus der Steinzeit in uns tragen, das weiter in uns wirkt. Dazu zählt unter anderem unser angeborenes, unterbewusstes Reflexverhalten in Gefahrensituationen. Hier reagiert unser Limbisches System unbewusst und unmittelbar mit dem archaischen Notfallprogramm Angriff, Flucht oder Starre (fight-or-flight response). 

 

Die Macht des Unterbewusstseins nutzen

Man kann lernen, denn eigenen Autopiloten zu erkennen und die Macht der eigenen Gedanken positiv und gewinnbringend zu nutzen: Siehe auch  Mental-Coaching. Insbesondere Spitzensportler lernen, die Macht ihres Unterbewusstseins positiv für sich, ihre Ziele und ihren Erfolg zu nutzen. Doch auch in Bezug auf geringfügigere Ziele können wir unsere Mentalkräfte positiv nutzen. Wer mit seinem Unterbewusstsein kooperiert, kann in vielerlei Hinsicht viel erfolgreicher sein. Doch viele Menschen nutzen das nicht - und wenn dann - aufgrund der fehlenden Kontrolle - im negativen Sinne: Sie boykottieren sich mental selbst und wundern sich dann, warum sie ggf. "vor die Pumpe laufen". In derartigen Fällen gilt es herauszufinden, was aus dem Unbewussten hier konkret wirkt und warum warum und inwieweit dass Unterbewusstsein gegen einen selbst arbeitet.

 

Natürlich ist es zu Beginn nicht einfach,  dass eigene Unbewusste und Unterbewusstsein besser kennen zu lernen, gerade weil uns ja vieles - ja sogar das Meiste - nicht bewusst ist und auch, weil viele Menschen im Stillen immer noch wie früher daran glauben, dass man alles mit seinem Verstand regelt und Entscheidungen bewusst (analytisch) getroffen werden. Doch spätestens mit Einzug der Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften  wissen wir, dass diese längst veraltete Annahme falsch ist. Die meisten Entscheidungen fällen wir völlig unbewusst ohne Ratio, folglich irrational. Doch dies bekommen wir selbst gar nicht mit: Nur die verhältnismäßig wenigen analytische Entscheidungen sind uns bewusst - und selbst die sind immer noch so viel, dass wir selbst diese allein aus gehirnökonomischen Gründen gerne schnell wieder vergessen, was sogar sinnvoll ist, da wir so viele Informationen gar nicht alle gleichzeitig bewusst verarbeiten können. Unser Unterbewusstsein hingegen kann es - es ist immer aktiv, auch im Schlaf. Wir haben nur nicht immer Zugriff dazu.

 

Gewohnheiten
Aus ökonomischen Gründen funktioniert unser Unterbewusstsein gewohnheitsmäßig und reagiert daher auf die gleichen Lebenssignale mit den immer gleichen Verhaltensmustern. Obgleich wir von der Illusion ausgehen, dass wir an die jeweils neue individuelle Situation angepasst, jeweils individuell, neu und unvoreingenommen entscheiden, zeigt eine US-amerikanischen Studie hingegen, dass wir von unseren durchschnittlich 65.000 Gedanken pro Tag ungefähr 80% exakt die selben Gedanken denken, die wir bereits am Vortag hatten. In Wirklichkeit greifen wir also immer wieder auf die gleichen Sektoren unserer inneren Festplatte zurück und bedienen uns damit intuitiv den immer gleichen Mustern.

 

Das unser Unterbewusstsein intuitiv bestrebt ist, komplexe aufwändige Denkprozesse zu vereinfachen, klingt erst einmal sehr praktisch. Doch es gilt zu  berücksichtigen, dass wir uns im Laufe unseres Lebens - völlig unbewusst - sehr viele destruktive Muster angeeignet, übernommen und verinnerlicht haben, die kontraproduktiv zu dem wirken, was wir eigentlich wollen. Auf genau diese ungünstigen bis kontraproduktiven Muster greifen wir aber zurück und manchmal drehen wir uns aufgrund dieser Macht der Gewohnheit regelrecht im Kreise. Hinzu kommt die Tatsache, dass uns unser Gehirn - aufgrund der besagten ökonomischen Entscheidung zur Einsparung von Zeit und Energie - aber auch gerne und  oft täuscht.  Es kommt zu Wahrnehmungsfehlern und kognitiven Verzerrungen, auf deren Basis wir dann leider die falschen Schlüsse ziehen und uns so systematisch selber täuschen.

 

So nehmen wir oft z.B. völlig unbewusst genau jene Meinung an, die am häufigsten vertreten wird, ohne dies zu hinterfragen (Mitläufereffekt).  Auch interpretieren wir zur Vermeidung kognitiver Dissonanzen neue Informationen in der Regel genau so, dass sie unseren eigenen Erwartungen entsprechen (Bestätigungsfehler). Ebenso biegen wir uns die Realität bzw. Wahrheit so zurecht wie es für uns gerade einträglich oder zumindest erträglich ist (Selbstwertdienliche Verzerrung).

Dies kann geradewegs schizophren anmuten. Dabei werden persönliche Erfolge eher den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben, während Misserfolge auf äußere Umstände geschoben werden. Wir projizieren unsere eigenen Erwartungen auf andere Menschen (Projektionsfehler), neigen dazu in stereotypen Mustern und in Rollen-Klischees zu denken (Stereotype Wahrnehmung), geschlechtsspezifisch zu denken (Gender Bias) und Stereotype Grundannahmen automatisch mit bestimmten unterstellten Eigenschaften zu verknüpfen (stereotype Kopplung).

 

Hinzu kommt, dass wir dazu neigen, von wenigen bekannten Eigenschaften einer Person oder Sache auch auf jene Eigenschaften der Person zu schließen, über die wir wir gar keine Informationen haben.  Wenige hervorstechende Eigenschaften führen so zu einer phantastischen Grundannahme, von der wir dann (ggf. fälschlich) absolut überzeugt sind (Halo-Effekt). Darüber hinaus besteht die Gefahr unzähliger weiterer  Wahrnehmungsfehler, die uns täuschen, unsere Entscheidungen aber dennoch maßgeblich beeinflussen.   

 

Denken wird zur Realität: Positiv wie negativ

Vieles, was uns im Leben widerfährt, ist letztendlich (lediglich) ein Ausdruck dessen, was wir selbst mit unserem Denken erschaffen. Wie weit unsere eigenen Gedanken unser Erleben bestimmen, zeigt sich unter anderem am Beispiel des sogenannten Placebo-Effektes: Allein aufgrund unseres Denkens und Glaubens kann ein realer positiver Effekt auf unsere Gesundheit verzeichnet werden.  Denn unser Geist bestimmt nicht nur unsere Entscheidungen und unser Handeln - er beeinflusst ebenso unseren Körper. Mit Hilfe von Neurotransmittern werden wir in der Lage versetzt, uns glücklich, gut und gesund zu fühlen und auch tatsächlich gesund zu werden. Ebenso können wir durch unser Denken echte körperliche Beschwerden entstehen und wachsen lassen, obwohl die betroffenen Organe eigentlich (noch) völlig gesund sind. Sowohl der Glaube an eine Krankheit als auch  Zweifel an der Gesundung reichen. Denken wir ein und denselben negativen Gedanken (z.B. dass man krank ist) immer wieder und fühlen wir uns dadurch dann auch öfter krank, können auf kurz oder lang natürlich auch die Organe in der Realität krank werden. 

 

Doch wer meint, mit dem berühmten „positiven Denken“ allein zum Erfolg gelangen zu können, wird all zu oft enttäuscht: Denn unter der Decke des „Positiven Denkens“, das von Laien stets empfohlen wird, brodeln unsere Ängste, Zweifel und Blockaden in tiefenpsychologischer Hinsicht weiter. Die „positiven“ Suggestionen unseres Verstandes (z.B. „Du bist erfolgreich“ oder „alles, was geschieht, ist gut“ oder „Du wirst reich“ etc.) können die langjährig anerzogenen (gelernten) Zweifel und Selbstzweifel, die tief verwurzelt wirken, zwar verdrängen aber nicht beseitigen bzw. bewältigen. Diese Zweifel und Selbstzweifel sagen nämlich in der Tiefe: „Ich schaffe das nicht“ oder „ich bin es nicht wert“ oder „ich werde durch den großen Stress bald krank“. Krampfhaft positives Denken auf der einen Seite und Zweifel auf der anderen, führen zu einem inneren Konflikt und können sogar zu einer inneren Spaltung führen.

 

Schlaf & Entspannung

 

Auch wenn wir schlafen, ist unser Unterbewusstsein aktiv. Es produziert dann Bilder und ganze Spielfilme – unsere Träume. Ein Zwischenschritt ist die tiefe Entspannung und Meditation:  Viele guter Ideen kommen uns in Situationen, in denen wir und entspannen und abschalten. Das kann bei einem Spaziergang, auf der Toilette oder unter der Dusche sein. Im Entspannungszustand gelangen wir etwas leichter an Informationen aus unserem Unterbewusstsein. Viele Mental-Techniken, natürlich auch das Autogene Training und die Hypnose nutzen diesen Zustand, ebenso die Psycholinguistische Programmierung, eine Abwandlung bzw. Novellierung der Neurolinguistischen Programmierung, die beide jeweils mit unserer Sprache einhergehen:

 

Sprache
Mit Hilfe unserer Sprache können wir uns in richtig positiver Ziele programmieren oder aber auch zu Misserfolgen, was natürlich in der Regel unabsichtlich geschieht. Allein die vielen üblichen gelernten und ständig ausgepackten, gedachten oder sogar artikulierten "nein", "nicht", "kein" und "aber" programmieren uns in die negative Richtung. Zudem gilt es, zu berücksichtigen, dass unser Unterbewusstsein in Bezug auf unsere Wünsche und Ziele keine Verneinungen versteht. Wenn man sich also vornimmt und sich selbst sagt: "Ich will nicht mehr so dick sein" bleibt aufgrund der Aufmerksamkeit für das Unterbewusstsein lediglich die Botschaft "dick sein" übrig. 

 

Fühlen und visualisieren
Das Unterbewusstsein zieht die Sprache der Bilder Buchstaben vor. Deshalb ist es bei der Programmierung / Selbstprogrammierung wichtig, (richtig und mächtig) bildhaft zu visualisieren. Sofern man das eigene Unterbewusstsein positiv programmieren möchte, so dass es auf bestimmte eigene Ziele hinarbeitet, so muss man dies als bereits erreicht formulieren und zudem (in Bildern) als bereits fertig, vorhanden und erreicht - möglichst realistisch - visualieren und nach Möglichkeit auch fühlen (z.B. über das Gefühl der Dankbarkeit).

 

Das mag für den Laien zwar etwas schizophren anmuten, ist aber ein Weg, positiven Einfluss auf sein Unterbewusstsein zu nehmen, Wünsche real werden zu lassen und konkret formuliert Ziele, an die man selbst mit Leichtigkeit glaubt, zu erreichen. Mit der richtigen Technik, richtig gelernt und angewendet, kann man folglich das Unterbewusstsein programmieren, auf seine Ziele hinzuarbeiten und Wünsche real werden zu lassen. Nachfolgend ist unsere Wahrnehmung zudem viel empfänglicher entsprechende Teilziele als solche zu erkennen.

 

Zweifel
Sofern sich jedoch leichte Zweifel einstellen oder man selbst eine geistige Haltung einnimmt oder Gefühle zeigt, die man als "undankbar" bezeichnen könnte, funktioniert das natürlich nicht. Der sogenannte "Schuss" geht dann nach hinten los. 

 

Schädliche Einflüsse
Wichtig ist auch, sich von negativen bzw. schädlichen Einflüssen fern zu halten. All diese Informationen schreiben sich nämlich auf unserer Festplatte fest und lenken uns nachfolgend (negativ). Positive Einflüsse sollte man hingegen suchen und geradewegs in sie investieren. Denn auch diese schreiben sich auf unsere Festplatte und steuern von dort aus unser Denken und damit auch unser Verhalten. In der Kindheit sowie in der Schul- und Ausbildungszeit ist es manchmal  jedoch sehr schwierig, sich von nicht gewollten ungünstigen Einflüssen (Mitschüler, bestimmte Vorgesetzte etc.) fernzuhalten. Schließlich hat man sich hier anzufassen und in die Gemeinschaft einzufügen. Anderenfalls drohen - direkt oder indirekt - Sanktionen, gleich welcher Art. Auch bekommen wir hier im Sinne des Systems Unmengen an Informationen eingetrichtert, die uns schaden können. Wenn wir z.B. als Kind immer wieder gehört haben, dass wir unsportlich sind, dann glauben wir vielleicht wirklich daran und richten unser Leben unbewusst danach aus. Das Problem ist sowohl  in der Psychologie als auch in der Pädagogik bekannt: Siehe Selbsterfüllende Prophezeiung / Rosenthal Effekt. 

Wenn wir ein derartiges Programm (Glaubenssatz) wie einen Parasiten in uns tragen, wirkt er ebenso im Unterbewusstsein weiter wie positive Zustimmung, nur eben im Negativen:  Unser Unterbewusstsein wird nachfolgend sämtlich Versuche, Sport zu treiben, irgendwie boykottieren (Wahrnehmung ungünstiger Wetterbedingungen, Unlust, Vergesslichkeit, Krämpfe, Erkrankung etc.), weil es uns vom Prinzip her eigentlich schützen will (hier z.B. ggf. vor Enttäuschungen oder Hänseleien). Es gilt folglich, alte Programme aufzuspüren und umzuschreiben.

 

Abhilfe

Eine vollständige Löschung vorhandener negativer Einflüsse in unserem Unterbewusstsein wie dies zum Beispiel von Scientology als "Cleaning" bezeichnet wird, ist kaum möglich. Man kann die eigene Festplatte aber (oft genug) überschreiben und das Unterbewusstsein mit positiven und zielführenden Gedanken und Gefühlen spicken, so dass diese in den Vordergrund treten und die alten Nervenbahnen umprogrammiert bzw. neuronal neu verknüpft werden. Nachfolgend muss man auch Zugriff auf diese Daten bekommen: Lediglich eine neue Konditionierung und starke Emotionen, die in einem Mental-Coaching trainiert werden, schaffen a) neuen Zugriff auf umgeschriebene Programme sowie auf bislang ungenutztes Potenzial. Hier gilt es auch die unterbewussten Programme ins Bewusstsein zu rufen, Programme auf unsere Ziele zu programmieren (inklusive neuer Glaubenssätze) und unseren neuen inneren Dialog in Einklang mit den zu erreichenden Zielen zu bringen. Wir können lernen, unseren Fokus neu zu setzen, alte Muster aufzulösen und zu verändern, klare Ziele zu stecken und diese kreativ zu visualisieren und unserem Unterbewusstsein entsprechend neuen Input und Richtung zu geben, damit sich unser Verhalten automatisch verändert und zukünftig wesentlich zielführender ist. Fakt ist: Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf ein klar definiertes Ziel, navigiert unser Unterbewusstsein uns automatisch zum Ziel.

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