Wissen: Persönlichkeitsstörungen

Einführung

Der eine spielt sich unter dem Drang stetige Aufmerksamkeit zu erhaschen, ständig in den Vordergrund, der andere bleibt aufgrund stark ausgeprägter Selbstunsicherheit, mangelndem Selbstvertrauen und Ängsten stets im Hintergrund und schweigt.

 

Der eine kann belastende Ereignisse und Konflikte gar nicht gut bewältigen während der andere seine Gefühle und Affekte auslebt und wieder ein anderer selbst beim Tod eines Angehörigen keine Gefühle (wie Trauer) hat oder zeigt.

 

Während normale Menschen nach Glück, Erfolg und anderen positiven Dingen streben, entscheidet sich ein Mensch mit einer schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung (z.B. masochistische-selbstzerstörerische Persönlichkeiten)  für alles, was ihm und anderen möglichst nicht bekommt und tunlichst zu einem Misserfolg oder einem Schaden führt. Nicht immer handelt es sich bei derartigen Fällen um eine Erkrankung der Psyche, zumal der Betroffene selbst gar nicht "leidet", denn sein schräges, das soziale Umfeld oder ihn selbst störendes oder schädigendes Denken und Handeln  - durch welchen Einfluss auch immer - ist Teil seiner Persönlichkeit (geworden). Insofern spricht man von einer Persönlichkeitsstörung.

    

Definition und Abgrenzung

Persönlichkeitsstörungen sind schwere Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens. Von einer Persönlichkeitsstörung spricht man, wenn bestimmte charakterliche Merkmale derart dominieren, dass dadurch Störungen im Erleben oder in Beziehungen zu anderen Menschen (Umweltbeziehungen) eintreten. Persönlichkeitsstörungen sind von psychischen Störungen abzugrenzen, obgleich es in vieler Hinsicht Parallelen und Zusammenhänge gibt. Bei Störungen der Persönlichkeit weichen Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmuster von situationsangemessenem Erleben und Verhalten ab, wodurch die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden kann. Man spricht dann von abnormer und/oder psychopathischer Persönlichkeit (Psychopathie). Die allgemeine Begriffsbezeichnung lautet "Persönlichkeitsstörung" (personality disorder).

 

Diagnostik

Aufgrund der steigenden Anzahl von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen besteht seitens der vielen Betroffenen, die mittlerweile einen nicht unwesentlichen Teil unserer Gesellschaft ausmachen, die Motivation, die Bezeichnung "Persönlichkeitsstörung" ebenso abzuschaffen wie den Begriff "Neurose" - eine psychische Störung, die dem Betroffenen – im Gegensatz zum Psychotiker – bewusst ist. Medial liegen Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sogar im Trend, weil sich ihr Verhalten einem nach Affekten haschenden dekadenten Massenkonsumenten-Publikum medial gut verkaufen lässt.

 

Menschen mit Persönlichkeitsstörungen bilden auch in anderen Lebensbereichen einen regelrechten Markt, den Unternehmen gewinnbringend auszuschlachten versuchen. Dadurch bekommen nicht wenige Menschen mit einer normalen Persönlichkeit den Eindruck, dass Persönlichkeitsstörungen gesellschaftsfähig, ja sogar gesellschaftstypisch und erstrebenswert seien, während sie selbst sich sogar aufgrund ihrer Normalität als abnormal erachten. 

 

Aus den besagten Gründen werden Persönlichkeitsstörungen oder Psychopathie in dieser Formulierung  heute nicht mehr unter Diagnose gestellt. Ursächlich ist das enorme Ausmaß von Menschen mit schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen, die dadurch fast schon zur "Normalität" werden, so die Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Hinblick auf die neue Realität. Hinzu kommt, dass die Medien sich an Menschen mit schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen regelrecht ergötzen, weil deren Verhaltens-Zurschaustellung zu hohen Zuschauerquoten führt. In der Politik ist dies ähnlich. Die extrem vielen Menschen mit schwerwiegenden Persönlichkeitstörungen stellen aber nicht nur eine geeignete Zielgruppe zur Generierung von Wählerstimmen dar, sondern auch eine sehr lukrative Zielgruppe für Unternehmen, ihr Marketing und ihre Werbung.  Als Verantwortungsträger und/oder Führungskräfte in Unternehmen stellen sie allerdings eine Gefahr dar. Trotzdem unterlässt man hier (trotz der hohen Quote) zumeist immer noch eine entsprechende psychologische Diagnostik. Die Folgen sind enorm. 

 

Wesentlich bei der Diagnostik ist auch: Es liegt zumeist auch gar kein Leiden der Betroffenen vor. Wenn, dann leidet in der Regel zumeist das Umfeld - oder es erfreut sich daran, schließlich können einige Persönlichkeitsstörungen für andere ggf. auch amüsant sein. Die wenigen Betroffene, die sich - wenn überhaupt - Hilfe holen, tuen dies maximal in einem anderen Zusammenhang z.B. im Zusammenhang mit Psychosen, unter denen sie leiden. Aber auch in Bezug auf Psychosen sind die Betroffenen, die sich entsprechende Hilfe holen, extrem rar - und auch hier erfolgt dies zumeist in einem anderen Zusammenhang, was allein schon daran liegt, dass die Selbsterkennung und Einsicht fehlt.

 

Symptome

Die Abweichung von der "Norm" bezieht sich weniger auf ein konkretes Merkmal an sich, sondern vielmehr auf dessen Prägnanz und Dominanz, die auf andere Menschen irritierend oder sehr ungünstig wirken kann, einem selbst aber in keinster Weise bewusst ist. So ist z.B. Selbstunsicherheit oder eine starke Selbstsicherheit auf der anderen Seite kaum einem Menschen fremd - in extremer Ausprägung wird beides jedoch hinderlich oder störend. Die Symptome und Hintergründe von Persönlichkeitsstörungen sind komplex und vielfältig. In der Psychiatrie und der klinischen Psychologie werden sie nach charakteristischen Merkmalen unterteilt und unter ICD-10 und DSM-IV geführt bzw. klassifiziert, wobei Überschneidungen vorkommen können. Die amerikanische Psychiatrie definiert folgendermaßen: Persönlichkeiten, die a) in ihrem Bemühen um Anpassung bei inneren und äußeren Belastungen bestimmte Verhaltens- und Reaktionsmuster aufweisen bzw. annehmen, b)  weniger mit psychischen oder somatischen Symptomen reagieren und c) weniger Angst und Leidensdruck aufweisen als Neurotiker.

 

Selbsterkennung

Menschen mit ernsthaften Persönlichkeitsstörungen und psychotischen Erkrankungen der Psyche können ihre Störung / Erkrankung selbst nicht sehen. Entsprechende Indizien wollen sie nicht wahrhaben, entsprechendes Feedback wird negiert. Sofern diese Menschen dennoch irgendwie den Drang nach Hilfe verspüren sollten, äußert sich das oftmals in ganz anderen Anliegen (z.B. bestimmtes Konsumverhalten, Beratung in einer ganz anderen Sache, Suche nach Lob und Bestätigung etc.).  Leider werden diese "Schein-Anliegen" von vielen nicht erkannt: Entweder weil ihnen die Grundlagen fehlen, diese Störungen zu erkennen oder weil es geschäftlich toleriert und sogar ausgenutzt wird. Letzteres ist sehr häufig der Fall.

 

Ausnutzung von Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen werden im Consumer-Bereich gewinnbringend genutzt. Vertrieb, Marketing und Werbung nutzen Persönlichkeitsstörungen aus und zielen mit ihren Maßnahmen bevorzugt auf diese sehr empfängliche - und dazu relativ große - Zielgruppe. Dies birgt die Gefahr, dass sich ein etwa fehl gerichtetes Selbstbild nur noch mehr verkrustet und letztendlich in eine bestimmte Richtung festigt, aus der man nur schwer bis kaum wieder herausfindet. Auch bei Berufsgruppen, die sich unmittelbar mit Persönlichkeitsstörungen und psychischen Erkrankungen beschäftigen, kann eine - wenn auch zumeist unbewusste - Tendenz festgestellt werden, ihre Klientel in ihrem Denken zu stützen bzw. zu helfen, die Störung anzunehmen und damit zu leben, nicht aber dagegen anzugehen und die Störung zu beheben. Finanzielle Aspekte wie die kassenrechtliche Abrechnung spielen hier sicher auch eine Rolle.

 

Fakt ist, das gegensteuernde Maßnahmen wie z.B. Selbstbild-Fremdbild-Konfrontationen, Provokatives Feedback Coaching oder sonstige hilfreiche aktive konfrontative Therapieformen von entsprechenden Berufsgruppen selten genutzt werden - sei es aus Angst, Hemmung, geschäftlich-abrechnungstechnischen Gründen (kann nicht abgerechnet werden und birgt die Gefahr einer unangenehmen Reaktion oder Klage) oder aus der allgemeinen eher defensiven Gesinnung des Berufsbildes heraus. Schließlich sehen sich die meisten Therapeuten eher als Beobachter, Zuhörer und Linderer und weniger als aktive Operateure mit Offensiv-Charakter. Daher sind durchaus viele Fälle bekannt, in denen durch jahrelanges freundliches Zuhören in einer klassischen Psychotherapie nichts anderes erreicht wurde als die Annahme und Bestätigung der eigenen Persönlichkeit, die sich nun weniger zwar besser, faktisch aber immer noch gestört ist. Manche fühlen sich anschließend sogar besser in ihrer Störung. Ihr Umfeld jedoch nicht. Ursächlich ist schwerpunktmäßig aber die Grundproblematik, dass der Betroffene selbst die Verantwortung trägt. Er muss einsichtig sein, sich Hilfe suchen, die richtige Maßnahme wählen und zulassen, entsprechend mitwirken und die Maßnahme aktiv und regelmäßig verfolgen.

 

Therapeuten und Coaches sind exakt davon abhängig. Nur sehr wenige scheuen sich nicht davor, sich dem jeweiligen Fall offensiv und intensiv anzunehmen und die entsprechenden Konsequenzen zu tragen, wenn sie ihren Klienten mit der Wahrheit bzw. entsprechendem Feedback konfrontieren und dieser dann nicht mehr kommt, weil er ja eigentlich nur die positive Bestätigung für seine Persönlichkeit, sein Denken und sein Handeln suchte. Die Entscheidung zwischen Herabspielen oder Ernstnehmen von Persönlichkeitsstörungen ist insofern auch eine Frage von Moral, Mut und der eigenen Persönlichkeit und Gesinnung. 

 

Entstehung von Persönlichkeitsstörungen
Anlagefaktoren wird die größte Bedeutung für die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen beigemessen, während Konfliktreaktionen und Neurosen vorwiegend aus Umwelteinflüssen abgeleitet werden. Dies ist jedoch eine starke Vereinfachung der Problematik. Auch in der Entstehung von Neurosen sind Anlagefaktoren wirksam. Umgekehrt sind bei der Entstehung von Persönlichkeitsstörungen psychosoziale Faktoren maßgeblich. Die Dichtomie Anlage-Umwelt ist zur Unterscheidung von Persönlichkeitsstörungen und Neurosen nicht geeignet. Der Begriff Neurose findet in der modernen Klassifizierung sowieso keine Verwendung mehr. Viel entscheidender ist die Gewichtung der unterschiedlichen Faktoren, die ineinandergreifen. Auch gesellschaftliche Störungen (z.B. Dekadenz, einseitige Ideologien etc.) übertragen sich über den sozialen Einfluss auf das Individuum und können Persönlichkeitsstörungen entstehen lassen. Schließlich ist der Mensch nicht nur ein Individuum, sondern auch ein Sozialwesen (siehe Sozialpsychologie):

 

Unser Denken, Fühlen und Verhalten sowie unsere Meinungs- und Urteilsfindung wird durch externe Faktoren (passiv wie aktiv) massiv beeinflusst (Sozialer Einfluss). Dazu zählt allein die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer. Oft erfolgt diese Beeinflussung von außen sehr subtil (Subtile Einflussnahme) z.B. durch bestimmte Konventionen, soziale Erwartungen, den kulturellen Kontext etc., aber auch gezielt z.B. über bewusste direkte Überzeugungsversuche bzw. gezielte Beeinflussungsstrategien bzw. Manipulationsmaßnahmen (Werbung, Persuasion, Rhetorik, Propaganda, Nudging  etc.) Nach den Erkenntnissen der "Psychologie der Massen" führen große Gruppen dazu, dass die individuelle Identität in der Menge oder Gruppe untergeht und an Stelle der individuellen Persönlichkeit die Gruppenidentität dominiert. Diese Deindividuierung stellt echte oder vermeintliche Gruppennormen in den Vordergrund und reduziert das, was die individuelle Persönlichkeit ausmacht. Dies überträgt sich dann wiederum durch Konformitätsdruck und entsprechendes Lernen auf die Persönlichkeit. Das Motiv für die Beeinflussung ist hier das Bedürfnis nach sozialer Integration. Ein klassisches Experiment zum normativen sozialen Einfluss ist das Konformitäts-Experiment von Asch (1951), bei dem die Versuchspersonen unter dem Konformitätsdruck der Gruppe falsche Urteile abgaben. Es zeigt, wie stark Menschen als soziale Wesen Konformitätsdruck unterliegen. Das Experiment zeigte, dass Gruppen, die ihre Position konform vertreten, auch wenn diese offensichtlich falsch ist, Einfluss auf andere Gruppenmitglieder nehmen können. 

 

Die eigene Persönlichkeit beeinflussende soziale Normen werden nicht zuletzt und mit besonders starker Wirkung durch die Medien vermittelt. Insofern üben Medien einen ganz erheblichen Einfluss, sowohl im Hinblick auf normativen, als auch informationalen sozialen Einfluss. Medien bestimmen, was vermeintlich "richtig" und was "falsch" ist, was "gut" oder "böse" ist, was legal gesagt und nicht öffentlich geäußert werden darf. Medien beeinflussen ebenso unsere Idealvorstellungen im Hinblick auf Social Standing, Berufliches Image und Berufsentscheidung, Geldverdienen, Rechtsempfinden und Schönheits-Ideale im Hinblick auf die Geschlechter. Autoritäten haben zusätzlichen starken Einfluss auf unsere Urteile und unser Verhalten und damit auf unsere Persönlichkeit. Das zeigte u.a. das berühmt berüchtigte Milgram Experiment (1963).

 

Persönlichkeitsstörungen, die sich bereits in der Jugend entwickeln oder im späteren Verlauf des Lebens auftreten, können sich auf Gefühle, Denken und Wahrnehmung, auf das Sozial- und Beziehungsleben und alle weiteren Bereiche des Lebens auswirken. Je festgefahrener und verkrusteter eigene Wahrnehmungs- und Denk-Strukturen sind, desto mehr birgt dies die Gefahr von Persönlichkeitsstörungen, die Sache der klinischen Psychologie sind. Ebenso kann es - sehr häufig - zu schwerwiegenden Erkrankungen der Psyche, der Seele, des Geistes und damit auch des Körpers kommen. Dies bedarf einer fachärztlichen Behandlung, zum Beispiel durch einen Facharzt für Psychiatrie und Neurologie.

 

Beispiele für Persönlichkeitsstörungen

Es gibt nicht "die" Persönlichkeitsstörung als solche, sondern nur konkrete Persönlichkeitsstörungen. Die Mannigfaltigkeit seelischer Strukturen widerstrebt eigentlich einer Typologie. Hinzu kommt, dass sich sowohl die Psychologie, als auch die Psychiatrie einer abstrahierenden Einordnung eher widersetzt. Dennoch ist die Typologie zur wissenschaftlichen und pragmatischen Verständigung notwendig. Wichtig ist aber, dass man dabei nicht nicht die Gesamtpersönlichkeit und ihr individuelles Schicksal aus den Augen verliert. Hier einige Beispiele für Persönlichkeitsstörungen:

 

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Narzisstische Persönlichkeiten fallen z.B. durch eine extrem selbstbewusste Haltung nach außen auf. Ihr Verhalten ist verbunden mit Großspurigkeit, Selbstüberschätzung und negativer Auffassung von Kritik. Auf Kritik reagieren narzisstische Persönlichkeiten sehr empfindsam. Es mangelt ihnen an Empathie: Es fehlt die Einsicht in die Probleme und Aktivitäten anderer Menschen. Narzisstische Persönlichkeiten streben nach ständiger Anerkennung über Lob und Bewunderung von anderen. Sie streben danach, wichtig, überlegen und etwas Besonderes zu sein. Eine besondere Form der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist die...

 

Naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung

Bei den betroffenen Menschen handelt es sich um narzisstische Persönlichkeiten, die zur Ablenkung von ihrer Selbstwertproblematik den zwanghaften Drang verspüren, von anderen anerkannt zu werden, indem sie vermeintlich "Gutes" tun und die "Welt verbessern" wollen, nicht selten verbunden mit einem Helfer-Syndrom und einer massiven externalen Fokussierung auf alles Andersartige und Fremde, mit dem sie sich mehr identifizieren als mit dem heimisch-vertrauten Umfeld, von dem sie sich abspalten und in einigen Fällen einen auf Selbsthass begründeten regelrechten Hass aufbauen. Um von den eigenen Problemen und dem Hass auf sich selbst und das unmittelbare Umfeld abzulenken, setzen sie ihren Fokus auf alles, was möglichst anders, fremd und weit weg ist (massive externale Fokussierung). In der selbst gewählten Rolle des Weltverbesserers oder Missionars sind naiv-aggressiven Persönlichkeiten bestrebt, Respekt und Anerkennung für ihr Streben oder Wirken zu erhalten, um die eigene Leere aufzufüllen. Indem sich sich mit einer fixen überwertigen Idee für eine vermeintlich gute Sache einsetzen, fühlen sie sich selbst gut und erhalten somit das Gefühl, das in der Kindheit ggf. vermisst wurde. Aufgrund ihrer Erfolgserlebnisse können ihre fixen überwertigen Ideen nahezu wahnhaft entarten (Beispiel: Adolf Hitler). Andere Ansichten verstehen sie dann nicht und lassen sie nicht gelten. Auch fehlt ihnen oft jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeit. Menschen mit einer naiv-aggressiven Persönlichkeit schaffen sich ihre eigenen Moralvorstellungen und vertreten diese vehement nach außen. Dabei besteht der Hang, die Lebensweise anderer Menschen zu dominieren. Dem Anschein nach verfolgen viele Betroffene humanistische, altruistische oder religiöse Lebensziele. Tatsächlich geht es aber nicht um das "Gutsein", sondern um die Aufrechterhaltung und Überspielung eines Wunschbildes, das - wie bei der narzisstischen Persönlichkeitstörung - übertrieben nach außen gezeigt wird. Hinter dem vermeintlichen Bestreben des "Gutseins" bzw. "Gutseinwollens" verbirgt sich eine egozentrische Grundhaltung und eine Selbstwert-Problematik mit einem deutlichen Hang zur Selbsterhöhung, Selbstüberschätzung und Selbstermächtigung. Aufgrund der Wahrnehmung des übertriebenen "Gutseinwollens" werden Menschen mit einer naiven Persönlichkeitsstörung umgangssprachlich auch als sogenannte "Gutmenschen" bezeichnet. Doch der Begriff täuscht. Denn das vermeintlich "Gute", das naiv-aggressive Persönlichkeiten für die einen anstreben, kann bei den anderen oder im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu enormen Schäden führen, die sie - ähnlich wie Menschen mit einer masochistischen-selbstzerstörerischen Persönlichkeit billigend in Kauf nehmen (siehe Adolf Hitler).    

 

Masochistische (selbstzerstörerische) Persönlichkeitsstörung

Der normale Mensch erfreut sich an den positiven Dingen des Lebens. Sich gut und glücklich zu fühlen, zählt zu den grundlegenden Lebensmotiven. Kein gesunder Mensch mag es – bis auf einige Momente des Mitleids oder Selbstmitleids – sich traurig und / oder deprimiert zu fühlen. Eine Ausnahme bilden Menschen mit einer masochistischen bzw. selbstzerstörerischen Persönlichkeitsstörung. Masochistische Persönlichkeiten bevorzugen das Gefühl des Unglücks und alles, was damit in Verbindung steht. Entsprechend ist auch ihr Verhalten. Masochistische Persönlichkeiten mögen es, Opfer zu bringen, sich selbst (und andere) zu opfern und akzeptieren die Ausbeutung durch andere. In ihrem Unterbewusstsein treffen sie Entscheidungen, die konträr zur gesunden Logik sind. Welcher "normale" Mensch möchte schon gerne einen Schaden? Masochisten treffen eben solche Entscheidungen,  die möglichst schadhaft sind, ob für sich oder andere. Auch die masochistische Persönlichkeitsstörung enthält narzisstische Züge, die auf Aufmerksamkeit aus sind und ihren Triumph darin sehen, über eigene Schuldgefühle zu triumphieren und / oder sich letztendlich durch Selbstzerstörung durchzusetzen. Einige masochistische Persönlichkeiten fühlen Befriedigung wenn sie andere mit in das angestrebte "Verderben" miteinbeziehen.

 

Pseudologische Persönlichkeit

Der Begriff Pseudologie stammt vom Altgriechischen "pseudos" = "falsch" und -logie. "Pseudologie" wird auch als "Mythomanie" bezeichnet: Die Begriffe beschreiben in der Psychiatrie das krankhafte Verlangen, zu lügen. In der Psychologie spricht man von einer Persönlichkeitsstörung, bei der die betroffenen Menschen erfundene Geschichten erzählen, in andere Rollen hineinschlüpfen oder sich als jemand anderes ausgeben. Der krankhafte Drang zum Lügen und Übertreiben wird auch als "pathologisches Lügen" bezeichnet. Bei dieser Störung sieht sich der Betroffene dazu veranlasst, ständig Geschichten zu erfinden und sich selbst über unwahre, manchmal groteske Erzählungen in den Mittelpunkt zu stellen. Motiv ist zumeist das Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung.

 

Querulatorische Persönlichkeiten

Querulatorische Persönlichkeiten sind rechthaberisch, fanatisch und unbelehrbar. Sie wissen grundsätzlich alles besser, selbst dann, wenn sie es nicht besser wissen oder über überhaupt kein Wissen bezüglich eines Themas verfügen. Zugleich sind sie verwundbar und sehr verletzlich. Bereits auf kleinstes vermeintliches Unrecht reagieren sie hoch empfindlich. Sie sind stets in Kampfesstimmung und warten auf entsprechende Anlässe. Ständig kämpfen sie um ihr Recht oder um generelle Rechte (z.B. der Gesellschaft). Auslöser eines querulatorischen Charakters ist nicht selten eine tatsächlich erfolgte Benachteiligung, die irgendwann im Leben unrechtmäßig erfolgte oder von ihnen lediglich als unrechtmäßig empfunden wurde (z.B. eine berufliche Nichtberücksichtigung oder Zurücksetzung, eine zu harte Strafe z.B. Gerichtsstrafe, eine Übervorteilung durch andere) Beides kommt auf das Gleiche heraus. Gegen das Unrecht wird ein verbissener Kampf geführt, bei dem es weniger um eine materielle Wiedergutmachung geht, als vielmehr um das Rechtbekommen bzw. die Gerechtigkeit an sich. Das ursprüngliche persönliche Ziel verliert dabei immer mehr an Bedeutung und wird vergessen. Während der Querulant auf sein eigenes Recht pocht, respektiert er das Recht anderer weit weniger, allenfalls achtet er auf das geschriebene, gesetzlich geschützte Recht des anderen (J.E. Meyer).

 

Negativistische Persönlichkeitsstörung / Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung 

Negative (negativistische) Einstellung bzw. abwertende Grundhaltung gegenüber - von anderen Menschen kommenden - Anregungen und Leistungsanforderungen, die sich in passivem Widerstand bzw. mürrischem bis streitsüchtigem Trotzverhalten (verbal und nonverbal) äußert. Durch unterschiedlichstes verbal und/oder nonverbales Trotzverhalten wird kontinuierlich die Kooperation behindert und Ärger ausgedrückt, wobei die Lösungsorientierung fehlt. Daraus resultierende Auseinandersetzungen und Streitigkeiten mit der Umwelt basieren vermutlich auf.

 

Hysterische Persönlichkeiten

Hysterische Persönlichkeiten sind geltungssüchtig und möchten mehr scheinen als sie sind. Sie wollen im Mittelpunkt des Geschehens stehen, jedoch ohne eine klassische eigene Anstrengung, die üblicherweise dazu nötig ist und dazu um jeden Preis. Notfalls bedienen sie sich abnormen Verhaltens um aufzufallen und besonders beachtet zu werden. Lebhafte Phantasien und ausgeprägte Begabung zu effektvoller Selbstdarstellung kommen ihnen zunutze. Typisch sind exaltiertes Auftreten, Kokettieren, demonstratives Leiden und jede andere, sich bietende Möglichkeit, irgendwie die Aufmerksamkeit ihrer Umwelt zu erregen und entsprechende Bewunderung oder Mitleid auf sich zu lenken. Hysterische Persönlichkeiten wollen nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst anders dastehen als sie sind. Das überhöhte Anspruchs-Niveau betrifft folglich nicht nur die Geltung nach außen, sondern auch das innere Erleben. Neben Geltungssucht besteht Erlebnissucht. Geltungssucht und Erlebnissucht können als Kompensationsvorgang aus einer von ihnen selbst empfundenen Insuffizienz der Persönlichkeit abgeleitet werden. In beiden Bestreben kommt die Tendenz zum Ausdruck, vor anderen und sich selbst ein Wunschbild der eigenen Persönlichkeit aufzubauen, wodurch der Eindruck des Unechten bzw. Gekünzelten entstehen kann.

 

Sensitive Persönlichkeiten

weisen eine extrem stark ausgeprägte Selbstunsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen auf, welches sich in Bezug auf Handlungen und/oder soziale Kontakte als hinderlich erweist. Sensitite Persönlichkeiten sind überempfindlich und leicht kränkbar, was natürlich schnell in Aggressionen umschlagen kann. In vielen Fällen wird die eigene Unsicherheit aber auch lediglich durch aggressives Verhalten überspielt. Belastende Ereignisse und Konflikte können nicht gut bewältigt werden, so dass diese lange im Bewusstsein der sensitiven Person verweilen. Gefühle und Affekte werden nicht ausgelebt, sondern unterdrückt. 

 

Paranoide Persönlichkeitsstörung

Paranoide Persönlichkeiten weisen ein starkes Misstrauen auf. Schnell kommt es zur Vermutung von Falschheit in Bezug auf Aussagen und der Vermutung von Feindseligkeit hinter dem Verhalten anderer Menschen. Selbst freundliches oder zurückhaltendes Verhalten anderer Menschen wird gern als feindliches Zeichen gedeutet. Paranoide Persönlichkeiten haben eine starke Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisungen, manchmal kommt es zur paranoiden Vermutung von Verschwörungen gegen die eigene Person, während die neue Informationen, mit denen sie nicht klar kommen oft als sogenannte Verschwörungstheorie abtun, um mit der Realität nicht konfrontiert werden zu müssen, da die dies persönlich nehmen, selbst wenn es mit ihnen nichts direkt zu tun hat. Externer Eindrücke beziehen sie stets auf sich selbst. Insofern wirkt dies auf Außenstehende wie Streitlust, zumal paranoide Persönlichkeiten gern auf dem eigenen Standpunkt beharren und sich nur schwer davon lösen können. Es besteht eine geringe Offenheit für neue Erfahrungen und damit zugleich die Tendenz zur Introvertiertheit. Nicht zu verwechseln ist die paranoide Persönlichkeitsstörung mit der Paranoia und der paranoiden Schizophrenie.

 

Schizoide Persönlichkeitsstörung

Rückzug von sozialen Kontakten, sehr geringes Maß an Emotion und Freude, Hang zur Introvertiertheit (Einzelgänger), eigene Phantasien sind wichtiger als andere Menschen, geringe bzw. wenig angemessene Gefühls-Reaktion auf die Gefühle anderer. Schizoide Menschen sind zwiespältige Konfliktpersönlichkeiten, die auf der einen Seite ein kühles und schroffes Wesen zeigen, auf der anderen Seite aber überempfindlich und verletzlich sind. Ein natürlicher Kontakt zur Umwelt fällt ihnen schwer - sie bleiben eher distanziert und isolieren sich dadurch, auch, weil sie ihr Inneres vor der Umwelt verbergen. In zwischenmenschlichen Beziehungen sind sie zwiespältig und misstrauisch. Ein konfliktreiches Sexualleben, Prinzipienreiterei, Moralismus und fanatische Religiosität können bei diesen Persönlichkeitszügen häufiger vorkommen.

 

Schizotype Persönlichkeitsstörung

Die schizotypische Persönlichkeitsstörung (STP) oder schizotype Störung zeichnet sich durch ein tiefgreifendes Verhaltensdefizit im zwischenmenschlichen und psychosozialen Bereich aus. Das äußert sich in Verhaltenseigentümlichkeiten, mangelnder Fähigkeit zu engen persönlichen Beziehungen und Verzerrungen in Denken und Wahrnehmung. Das Auftreten ist oft schrullig und / oder exzentrisch. Die schizotypische Persönlichkeitsstörung zeigt einen chronischen Verlauf mit unterschiedlicher Intensität. Obwohl sie gelegentlich in eine eindeutige Schizophrenie übergeht (bis zu 1/4 der Fälle), entwickelt die Mehrheit der betroffenen Menschen nie eine Psychose, weshalb man hier Auch von Persönlichkeitsstörung spricht. Die schizotype Störung findet sich häufiger bei Personen mit manifest schizophren Erkrankten in der Familie. Man nimmt daher an, dass sie einen Teil des genetischen Spektrums der Schizophrenie verkörpert und eine abgeschwächte Form darstellt. Schizotypes Verhalten entsteht auch durch Infektion mit Parasiten z.B. dem Gehirnparasiten Toxoplasma gondii. Da es sich hier jedoch um eine Infektion mit einem Krankheitserreger handelt, spricht man wiederum von Schizophrenie und nicht von "Persönlichkeitsstörung". Schizotypes Verhalten kann mit mangelnder Fähigkeit zu engen persönlichen bzw. zu zwischenmenschlichen Beziehungen und exzentrischem Verhalten einhergehen, aber auch mit der Entwicklung bizarrer Ideen sowie mit Verzerrungen in Wahrnehmung und Denken. Schizotype Persönlichkeiten sehen und hören z.B. aus Nachrichten Botschaften heraus, die mit der sachlichen Realität nicht in Einklang stehen. So vermuten einige in reinen Zahlen auf Autokennzeichen Nazi-Absichten, andere fühlen sich zu potentiellen Feinden magisch hingezogen, während sie Freunde und Helfer bekämpfen. Einige entwickeln irrwitzige Ideologien (z.B. geradewegs zwanghafte Multikulti-Ideologie) , andere verfolgen wahnhafte Visionen (Beispiel: Diesel-Wahn).    

 

Dissoziale Persönlichkeitsstörung / Antisoziale Persönlichkeitsstörung /
Psychopathische Persönlichkeitsstörung / Soziopathische Persönlichkeitsstörung

Skizzierung: Gezielte Missachtung sozialer Normen bzw. gesellschaftlicher Regelwerke sowie der Rechte anderer, Fehlen von Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen, Fehlen von Einfühlungsvermögen bzw. geringe Einfühlung in die Gefühle anderer Menschen. Geringe Schwelle zu Frustration und Gewaltausübung, unempfänglich für negative Emotionen wie Angst oder Unsicherheit, niedrige eigene Empfindlichkeit, hohe emotionale Widerstandsfähigkeit. Dissoziale Persönlichkeiten missachten Normen bzw. gesellschaftliche Regelwerke, ebenso die Rechte anderer. Die Dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörung ist eigentlich die typischste Störung, die Soziale Inkompetenz bereits namentlich spiegelt. Dennoch können diese Menschen soziale Kompetenzen nach außen (z.B. im Vorstellungsgespräch oder im Kundengespräch) zeigen, was jedoch rein geschauspielert ist, was ihnen durchaus liegt. Dennoch: Hier geht es um alles andere als um sozial kompetentes Verhalten. Dennoch könnte es vorab so wirken, denn Dissoziale Persönlichkeiten haben zum Zwecke der Erreichung ihrer Ziele eine regelrechte "Bauernschläue" entwickelt, die sie dann, wenn sie von anderen etwas wollen, gezielt und souverän einsetzen können. Es ist dann aber lediglich gespielt und eben nicht echt. Das wahre Denken sogenannter Psychopathen oder Soziopathen ist anders: Sie verfolgen einzig und allein ihre persönlichen Ziele. Dissozialen Persönlichkeiten fehlt es nämlich an Empathie (Einfühlung / Einfühlungsvermögen). Sie können die Gefühle anderer nicht wirklich wahrnehmen und/oder verstehen. Ebenso steht es um ihre eigenen Gefühle, folglich die soziale Kompetenz im Umgang mit sich selbst. Dissoziale Persönlichkeiten denken Gefühle nur, sie fühlen sie aber nicht. Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung verstehen die Welt und ihr Umfeld als eine Art "Supermarkt", in dem sie sich als "Kunde" lediglich bedienen brauchen. Dissoziale Persönlichkeiten sind nicht therapierbar. Sich selbst halten sie für vollkommen in Ordnung, ja sogar für die "Allergrößten" und das lassen sie andere spüren. Wehe dem, der ihnen in den Weg kommt, sie kritisiert oder sie ändern will. Nicht selten verhalten sich dissoziale Persönlichkeiten unangemessen. Menschen mit einer Dissozialen Störung fehlt es an Schuldbewusstsein für unangebrachte Handlungen, an Einfühlungsvermögen bzw. Einfühlung in die Gefühle anderer Menschen. Sie sind extrem impulsiv: Es besteht eine geringe Schwelle zu Frustration und Gewaltausübung. Das Störungsbild ist interessanterweise bei Männern 3 x häufiger entwickelt als bei Frauen. Die Auslöser für diese Störung liegen meistens bereits vor Vollendung des 15. Lebensjahres.

 

Histrionische Persönlichkeitsstörung

Übertrieben emotionales geschauspielertes Verhalten mit Hang zur Dramatisierung und Extrovertiertheit. Hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Lob. Übertriebenes Verhalten, welches dem inneren Ziel dient, Aufmerksamkeit zu erlangen, starke Gefühlsschwankungen in kürzester Zeit, rücksichtsloses Verhalten mit hoher Impulsivität, hohe Offenheit für neue Erfahrungen, ausgeprägte Fantasien und romantische Gefühle...

 

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung / Borderline

Intensive Stimmungs- und Gefühls-Schwankungen, Selbstbild-Schwankungen, Hin- und her-Wechseln zwischen zwei Grenz-Gefühlen ohne Kontrolle von Impulsen, unbegründete Angst vor dem Alleinsein, Neigung zu unkontrollierten Wutausbrüchen, starke Unsicherheit, Führen instabiler Beziehungen. Negatives Denken und Handeln in Bezug auf die eigene Person. Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung tritt oft gleichzeitig mit Narzissmus auf.

 

Hochmütige Persönlichkeit

Hochmütige Persönlichkeiten kennzeichnen sich durch herablassendes Verhalten, das sich dadurch zeigt, dass sie von oben herab auf andere Menschen blicken, sich für etwas Besseres halten und nur wenig auf die Meinungen anderer geben. Hochmütige Persönlichkeiten verfügen zumeist über eine geringe Ambiguitätstoleranz: Der Umgang mit Widersprüchen oder Widerständen fällt ihnen schwer, Widersprüche können sie nur schwer ertragen. Es fehl ihnen an Herzlichkeit. Ihre Kommunikation ist recht einseitig. Kleinere Gefälligkeiten werden von ihnen verweigert. Gegen Tätigkeiten oder Arbeitsaufträge, die nach ihrer eigenen Auffassung unter der eigenen Würde bzw. unter dem eigenen Wert liegen, begehren sie auf. Insgesamt zeigen hochmütige Persönlichkeiten narzisstisch anmutende Züge (siehe dazu auch Narzisstische Persönlichkeitsstörung).

 

Zwanghafte / Anankastische Persönlichkeitsstörung

Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung oder anankastische Persönlichkeitsstörung, auch Zwangspersönlichkeitsstörung genannt, zeigt sich durch Rigidität, Perfektionismus, ständige Kontrollen, Gefühle von Zweifel sowie ängstliche Vorsicht, keine Fehler zu machen. Zwanghafte oder anankastische Persönlichkeiten sind übertrieben genau, perfektionistisch, ordentlich, planend, kontrollierend und/oder stur nach eigenen strengen Regeln richtend. Es besteht ein Hang zur Vorsicht und zur  Pedanterie. Sie sind unflexibel im Verhalten, haben Angst, Fehler zu begehen und haben starke Zweifel. Zudem besteht eine Schwäche, eigene Gefühle zu äußern. Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist - trotz mancher Ähnlichkeiten in der sichtbaren Symptomatik - eine von der Zwangsstörung völlig verschiedene psychische Störung.

 

Vermeidende Persönlichkeitsstörung / Ängstliche Persönlichkeitsstörung / 

Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung  / Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (SUP) / Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ÄVPS) / Hypersensitive Persönlichkeitsstörung

Die selbstunsicher-vermeidende bzw. ängstliche Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeit. Andere Namen für das Störungsbild sind

Es besteht eine andauernde Sehnsucht nach Zuneigung und Akzeptiertwerden bei gleichzeitiger Hypersensibilität gegenüber Kritik und Ablehnung. Diese Zurückweisungsempfindlichkeit geht oft mit eingeschränkter Beziehungsfähigkeit einher. Die Betroffenen neigen zur Überbetonung potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen, bis hin zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten. Der Lebensstil ist wegen des ausgeprägten Bedürfnisses nach Sicherheit starken Einschränkungen unterworfen. Charakteristisch für vermeidende Persönlichkeiten ist, dass sie sich unsicher, gehemmt, unattraktiv und minderwertig fühlen und aus Angst vor Kritik, Zurückweisung und Verspottung soziale Kontakte meiden. Dabei geraten sie nicht selten in soziale Isolation. Ihr geringes Selbstvertrauen wird von anderen meist positiv oder gar nicht gesehen, weil sie sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern eher bescheiden sind. Sie sind problemlos zu „gängeln“, da sie sich ohnehin nichts zutrauen – insbesondere nicht, „Nein“ zu sagen. Nicht selten genießen diese Menschen ein hohes Ansehen bei ihren Mitmenschen, denn sie versuchen stets, ihre vermeintlichen Unzulänglichkeiten durch sehr gute berufliche Leistungen oder sehr hohe Aufopferungsbereitschaft innerhalb von Beziehungen (Ehe, Partnerschaft, Freundes- und Bekanntenkreis) zu kompensieren. Schon früh macht sich bei ihnen eine belastende soziale Gehemmtheit bemerkbar sowie Unfähigkeitsgefühle, Schüchternheit, leichtes Erröten und schnelle Verlegenheit. Ständige Selbstzweifel plagen sie. Hinzu kommt eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber negativer Kritik, Demütigung und Beschämung. In Gesprächen mit anderen meiden sie Augenkontakt und fixieren andere Regionen des Gegenübers oder Gegenstände im Raum. In sozialen Kontakten wirken sie angespannt, gehemmt, gequält, distanziert; der Redefluss ist zäh und stockend. Typisch sind: Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung, Unsicherheit und Besorgtheit,  übertriebene Angst vor möglichen Gefahren, geringes Selbstvertrauen, Minderwertigkeitsgefühle, Überzeugung, selbst sozial unbeholfen, unattraktiv oder minderwertig im Vergleich mit anderen zu sein, übertriebene Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden, persönliche Kontakte nur möglich, wenn Sicherheit besteht, gemocht zu werden, eingeschränkter Lebensstil wegen des Bedürfnisses nach körperlicher Sicherheit, Aus Furcht vor Kritik, Missbilligung oder Ablehnung: Vermeidung beruflicher oder sozialer Aktivitäten, die intensiven zwischenmenschlichen Kontakt bedingen, Überempfindlichkeit gegenüber Ablehnung und Kritik, hohe Empfindlichkeit gegenüber Kritik und Abweisung, Streben nach Akzeptanz, Zuneigung und Sicherheit. Es besteht die Gefahr der sozialen Isolation durch Vermeidungsverhalten.

 

Abhängige Persönlichkeitsstörung / Dependente oder asthenische Persönlichkeitsstörung

 Die abhängige Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch überstarke Trennungsängste, klammerndes Verhalten, geringes Selbstbewusstsein und eine eher depressive Grundstimmung. Zusätzlich typisch für diese Persönlichkeitsstörung sind mangelndes Durchsetzungsvermögen und geringe Eigeninitiative. Die betroffene Personen fühlen sich schwach, hilflos und inkompetent, weswegen sie häufig ihre Mitmenschen für sich entscheiden lassen. Anderen gegenüber erscheinen sie passiv, unterwürfig und anhänglich. Aus Angst verlassen zu werden, äußern sie Ihre eigene Meinung oft nicht und passen sich lieber an. Die Betroffenen kopieren oft den Willen anderer. Eine emotionale Bindung reicht über die eines Kindes oft nicht hinaus.Anders als bei Personen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung steht bei ihnen das Bedürfnis des Umsorgt-Werdens im Vordergrund. Einige meinen, es ginge den Betroffenen nicht um die soziale, emotionale Bindung zu einem Menschen oder zu bestimmten Menschengruppen. Stattdessen würden sie ihre Mitmenschen angeblich lediglich als Objekte als ein probates Mittel zur Meinungsfindung gehen. Auch wird ein Manko an Ambiguitätstoleranz unterstellt, der Fähigkeit locker und gelassen mit Widersprüchen umzugehen. Man spricht sowohl von einem aktiv-dependenten Interaktionsmuster als stärker mit Anstrengungen verknüpfte Variante, bei denen sich die Betroffenen lebhaft, sozial angepasst und charmant mit Neigung zu dramatischer Gefühlsbetonung zeigen, als auch von einem passiv-dependentem Interaktionsmuster, welches sich durch Unterwürfigkeit, Zärtlichkeitsbedürfnis und geringe Anpassung zeigt. Die abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (F60.7) zeigt folgende Merkmale: Überlassung der Verantwortung für wichtige Bereiche des eigenen Lebens an andere, Unterordnung eigener Bedürfnisse unter die anderer Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteht, und unverhältnismäßige Nachgiebigkeit gegenüber den Wünschen anderer, mangelnde Bereitschaft zur Äußerung angemessener Ansprüche gegenüber Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteht. Selbstwahrnehmung als hilflos, inkompetent und schwach, häufige Ängste vor Verlassenwerden und ständiges Bedürfnis, sich des Gegenteils zu versichern, sehr unbehagliche Gefühle beim Alleinsein, Erleben von innerer Zerstörtheit und Hilflosigkeit bei der Beendigung einer engen Beziehung. Bei Missgeschick neigen diese Personen dazu, die Verantwortung anderen zuzuschieben. Im DSM-5 wurden folgende diagnostische Kriterien für die dependente Persönlichkeitsstörung entwickelt: Ein tiefgreifendes und überstarkes Bedürfnis, versorgt zu werden, das zu unterwürfigem und anklammerndem Verhalten und Trennungsängsten führt. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter, und das Muster zeigt sich in verschiedenen Situationen, Schwierigkeiten, alltägliche Entscheidungen zu treffen, ohne ausgiebig den Rat und die Bestätigung anderer einzuholen, benötigt andere, damit diese die Verantwortung für seine/ihre wichtigsten Lebensbereiche übernehmen, hat Schwierigkeiten, anderen Menschen gegenüber eine andere Meinung zu vertreten, aus Angst, Unterstützung und Zustimmung zu verlieren,  Schwierigkeiten, Unternehmungen selbst zu beginnen oder Dinge unabhängig durchzuführen (eher aufgrund von mangelndem Vertrauen in die eigene Urteilskraft oder die eigenen Fähigkeiten als aus mangelnder Motivation oder Tatkraft),

Durchführung aller erdenklicher Aktivitäten, um die Versorgung und Zuwendung anderer zu erhalten bis hin zur freiwilligen Übernahme unangenehmer Tätigkeiten. Fühlt sich alleine unwohl oder hilflos aus übertriebener Angst, nicht für sich selbst sorgen zu können, sucht dringend eine andere Beziehung als Quelle der Fürsorge und Unterstützung, wenn eine enge Beziehung endet, ist in unrealistischer Weise von Ängsten eingenommen, verlassen zu werden und für sich selbst sorgen zu müssen.

 

Körperdysmorphe Störung / Dysmorphophobie

Erleben des eigenen Körpers bzw. bestimmter Körperpartien als hässlich oder abstoßend, exzessive Beschäftigung mit einem vermuteten, jedoch unbegründeten Mangel oder einer vermuteten Entstellung im körperlichen Aussehen. Bereits leichte körperliche Veränderungen oder markante Körper-Partien werden als anormal oder als peinlich empfunden, übertriebener Hang zu kosmetischen Behandlungen und plastischen Operationen... (Detail-Infos)

 

Multiple Persönlichkeitsstörung / Ich-Spaltung / Doppelte Persönlichkeit

Unter diesem Begriff werden mehrfach hintereinander auftretende Zustände verstanden, in denen ein Mensch ein sicheres Identitätsgefühl mit dem eigenen Ich besitzt, jedoch von der jeweils anderen Existenzform keine Kenntnis besitzt. Der soziale Charakter einer Person orientiert sich (nach Jung) einerseits nach den sozialen Bedingungen und Notwendigkeiten, andererseits nach den sozialen Absichten und Bestrebungen der jeweiligen Person. Während man früher (H. Schüle, 1880) von einer Ausdrucksform der Hysterie sprach, wird heute von einer multiplen Persönlichkeitsstörung oder Ich-Spaltung gesprochen.

 

Depressive Persönlichkeiten

sind eher still und zurückhaltend, wirken gehemmt und bedrückt, äußern sich vielfach pessimistisch oder zumindest skeptisch. Sie erwarten eher weniger vom Leben. Von sich selbst sprechen sie weniger bis selten, was dazu führt, dass ihre Umgebung kaum etwas von ihrem stillen Leben erfährt. Die depressive Struktur kann sich hinter einer Maske scheinbarer Gelassenheit und Ausgeglichenheit verbergen. Daneben gibt es auch missmutig depressive Persönlichkeiten: Ihr Pessimismus hat einen mürrischen, nörglerischen und sarkastischen Zug. Beruflich solide und fleißig, sind sie dennoch eher auf Unauffälligkeit bedacht. Dadurch erreichen sie seltener gehobenere Positionen. Menschen mit einer depressiven Persönlichkeiten sind von Menschen mit depressiven Psychosen (endogene Depression, Melancholie) zu unterscheiden. Zwischen beidem gibt es - trotz der ähnlich klingenden Bezeichnung - keine Beziehung. Insofern ist die Bezeichnung dem Grunde nach irreführend, jedoch gebräuchlich. Depressive Persönlichkeitsstrukturen und depressive Charakterneurosen sind jedoch ähnlich bzw. gleich, nur mit dem Unterschied, dass bei der depressiven Neurose (oder neurotische Depression) auch entsprechende Krankheitssymptome (klinische Symptome) hinzukommen können. Die Abgrenzung ist jedoch unscharf.

 

Hypertyme Persönlichkeiten

zeigen eine oberflächlich heitere Grundstimmung, ein lebhaftes Temperament und eine gesteigerte Aktivität, vor allem in Form von Redseligkeit und Betriebsamkeit. Insofern bilden hypertyme Persönlichkeiten das Gegenstück zu depressiven Persönlichkeiten. Die Auffälligkeiten des Erscheinungsbildes ähneln der Symptomatik einer leichten manischen Welle (siehe Manie). Bei leichterer Ausprägung können hypertyme Persönlichkeiten beliebte Gesellschafter und aktive Betriebmacher sein. Zugleich können sie durch ihr überschäumendes Temperament, ihre Distanzlosigkeit und ihre ständige Unruhe aber eine starke Belastung für ihr Umfeld darstellen, je nachdem wie das jeweilige Umfeld gestaltet und ausgeprägt ist. Viele Hypertyme sind  extrem geltungsbedürftig und streitsüchtig, damit eher unverträglich. Sie geraten häufig in Konflikte und verstricken sich in diesen. Mangels Einsicht ist eine Behandlung nicht möglich.

 

Haltschwache Persönlichkeiten

sind recht willenssschwach und ihren Neigungen und Strebungen mehr ausgeliefert als andere. Sie können ihr Handeln nur wenig zielgerichtet steuern. Dabei fehlt es weniger an der nach außen gerichteten Willenskraft bzw. der Entschluss- und Durchsetzungsfähigkeit, sondern vielmehr an der inneren Willenshaltung, welche die Aufgabe hat, die Strebungen und Triebe zu organisieren und auf erreichbare Ziele auszurichten.

 

Gemütsarme Persönlichkeiten

Gemütsarmen Persönlichkeiten mangelt es an der Fähigkeit zu gemeinsamem Erleben und Mitfühlen mit anderen Menschen. Sie sehen in Mitmenschen mehr das Objekt ihrer Wünsche als die eigentliche Person und Persönlichkeit. Sie sind kalkuliert und auf ihren Vorteil bedacht - und bereit, diesen Vorteil ggf. rücksichtslos durchzusetzen. Das Empfinden von Mitleid, Dankbarkeit, Liebe und Treue sowie von Angst und Schuld sind ihnen fern. Damit sind sie zu tieferen zwischenmenschlichen Beziehungen kaum fähig. Ihr Sexualleben ist häufig gekennzeichnet durch sadistische und deviante Verhaltensweisen. Im Extremfall neigen sie zu Sexualmord: Insbesondere unter Gewalttätern und Mördern findet man viele gemütsarme Persönlichkeiten. Dennoch sind gemütsarme Persönlichkeiten nicht immer dissozial und kriminell.

 

Asthenische Persönlichkeiten

Asthenische Persönlichkeiten weisen einen Mangel an Spannkraft, geringer Ausdauer und einem vorherrschenden Gefühl der seelisch und körperlich empfundenen Schwäche auf. Sie sind rasch müde und erschöpft, ohne dass hierfür körperliche Auffälligkeiten nachzuweisen sind. Häufig sind ausgeprägte vegetative Labilität und Schlafstörungen. Früher nannte man diesen Zustand Neuropathie oder Neurasthenie. Asthenische Menschen können sich nur schwer durchsetzen und ihre Belange erfolgreich vertreten, geschweige denn, sich gegen ihre Umgebung auflehnen. Bei Belastungen im persönlichen, familiären oder beruflichen Bereich können asthenische Persönlichkeiten immer wieder versagen. Dies kann zu depressiv-ängstlichen Verstimmungen wie vegetativen Störungen führen. Bei der Konsultation von Ärzten werden zahlreiche Klagen über das körperliche Befinden vorgebracht, denen kein organischer Befund entspricht. Gern wird dies mit Hypochondrie verwechselt (Befürchtung von Krankheit). Es handelt sich aber mehr um eine vegetative Funktionsstörung. Die Entstehung ist noch wenig geklärt. In den Anamnesen fällt auf, dass Menschen mit einer asthenischen Persönlichkeit früher als Kind einem bestimmten fürsorglichem Verhalten der Eltern entlastend ausgesetzt waren. Die Fähigkeit zur (z.B. direkten und radikalen) Auseinandersetzung mit der Umwelt wurde nicht oder nur wenig gefördert. Seligman spricht hier von gelernter Hilflosigkeit.

 

Kombinierte Persönlichkeitsstörung

Symptome sind nicht klar einer oder mehreren Persönlichkeitsstörungen zuzuordnen. Sie zeigen verschiedene Merkmale. Es treten Überschneidungen unterschiedlicher Störungen auf. Eine besondere Form der kombinierten Persönlichkeitsstörung ist Dekadenz.

 

Dekadenz als Persönlichkeitsstörung und Gesellschafts-Phänomen

"Dekadenz" umschreibt nicht nur eine bestimmte Form der Persönlichkeit, die dekadenten Denk- und Handlungsmustern folgt: Individuelle Dekadenz steht in einem Kontext mit einer (bereits) degenerierten bzw. sich degenerierenden Gesellschaft. Insofern liegt hier - und das macht die Störung besonders - eine ganz besondere Wechselwirkung vor, die in dieser Form bei anderen Störungen nicht vorliegt. Dekadente Denk- und Handlungsmuster werden von der Gesellschaft auf den Einzelnen übertragen, ebenso von vielen gleichgearteten Individuen auf das Kollektiv bzw. die Gesellschaft. Dekadenz steht stets in einem Zusammenhang mit besonderem Wohlstand und einem bestimmten Gefühl der Sicherheit, aus dem sich eine spezielle Wahrnehmung und daraus resultierende Denk- und Handlungsmuster ableiten. Im Rückblick auf die Geschichte der Dekadenz wirken hier unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen in einer Art Kombination (siehe auch kombinierte Persönlichkeitsstörung). Besonders hervorzuheben sind hier insbesondere die naiv-aggressive Persönlichkeitsstörung sowie die masochistische (selbstzerstörerische) Persönlichkeitsstörung, die beide auf der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung basieren. Beide Störungen sind Produkte gesellschaftlicher Veränderungen, jedoch mit einem Unterschied: Während angesichts der Wechselwirkung von Anlagen, Umwelt und Selbststeuerung bei der naiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung insbesondere Umwelteinflüsse eine größere Rolle spielen, scheinen es bei der masochistischen Persönlichkeitsstörung überwiegend Ich-Faktoren zu sein, die lediglich von der Umwelt zugelassen, angeregt und gefördert werden.